Zu viel Wasser im Kocher

Tipps für den Alltag von Chemikerin Katja Weirauch

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Foto: ©depositphotos.com/@ mr_Brightside

Oft meint man es etwas zu gut: Nachdem der Tee aufgegossen ist, bleibt ein Rest Wasser im Kocher. Soll man den besser wegschütten? Am Ende wimmelt es im Restwasser später vor Bakterien! Dass sich Keime, die bereits im Wasser sind oder die aus der Luft ins Wasser gelangten, im Kocher vermehren, ist tatsächlich nicht völlig ausgeschlossen, sagt die Würzburger Chemikerin Katja Weirauch: „Allerdings dürfte ihr Wachstum recht bald zu Ende sein.“

Auch Bakterien könnten nicht von „Luft, Liebe und Wasser“ leben: „Das können lediglich Algen, die über Photosynthese energiereiche Stoffe aufbauen.“ Die allerdings bräuchten Licht dazu: „Und im Wasserkocher ist es ja dunkel.“

Abgesehen davon dürften alle Bakterien oder Algen, die vielleicht irgendwie in den Wasserkocher gelangt sind, wieder absterben, wenn das Wasser erneut erhitzt wird. Möglich ist es allerdings, dass Schadstoffe aus dem Gerät ins Wasser übergehen. Zwar entweichen aus unbeschädigtem Edelstahl in der Regel keine relevanten Mengen von Ionen, so die Mitarbeiterin der Würzburger Chemie-Didaktik.

Hat der Wasserkocher jedoch eine Kupferspirale und hat man versucht, diese Spirale mit Essig zu entkalken, kann sich grünes Kupferacetat bilden: „Dieses Salz ist für den Menschen schädlich und könnte ins Wasser abgegeben werden.“ Ist der Wasserkocher innen grün, sollte man ihn nicht mehr verwenden.

„Überhaupt sollte man Wasserkocher lieber mit Zitronensäure entkalken und nie mit Essig“, so Weirauch. Am besten seien Geräte mit Edelstahlboden.

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