Training fürs Gehirn

Fitnesscoach Thorsten Gallena über „Life Kinetik®“. Das Training verbindet Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung

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Kann man die grauen Zellen trainieren? Ja! Dass sich regelmäßiger Sport positiv auf den Gehirnstoffwechsel auswirkt, wiesen Forscher der Universität Frankfurt¹ 2017 nach. Die Ergebnisse galten für Senioren. Ein Team der Columbia University in New York² belegte diesen Effekt 2019 auch bei jüngeren Probanden. In Würzburg hat sich Fitnesscoach Thorsten Gallena mit dem Thema befasst. Er praktiziert „Life Kinetik®“, einen multimodalen Trainingsansatz, der Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung vereint. Doch was heißt das?

„Life Kinetik® ist ein körperliches Bewegungs-Training, das auf spielerische Art und Weise die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert“, erklärt der Diplom-Sport- und Fitnesstrainer. Dabei verknüpft es Koordinationsübungen mit Denksportaufgaben und sensorischen Herausforderungen. „Die Übungen selbst sind dabei Mittel zum Zweck, um das Gehirn permanent vor neue Herausforderungen zu stellen. Sie sollen bewusst nicht perfektioniert werden“, so der Leistungssportler.

„Denn wir lernen nur dann etwas dazu, wenn wir Dinge tun, die wir noch nicht konnten.“ Trainiert werden könne etwa mit kleinen Bällen, die in verschiedenen Variationen geworfen und gefangen werden müssen. Bisweilen reiche es auch aus, über eine Linie zu springen und gleichzeitig einen Ball zu werfen. Gallena zufolge haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen³ bereits positive Effekte dieses Trainings nachgewiesen. Dazu gehörten eine erhöhte Konzentration und Stressresistenz, eine Steigerung der sogenannten Problemlösungsintelligenz, eine verbesserte Lern- und Merkfähigkeit, eine Fehlerreduktion (unter anderem bedingt durch eine gesteigerte Aufmerksamkeit), besseres Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten, eine beschleunigte Handlungs- und Reaktionsgeschwindigkeit, eine gesteigerte Koordinationsfähigkeit, räumliche Orientierung und visuelle Wahrnehmung, Reduktion von Kompensationsbewegungen sowie eine bessere Erholungsreaktion im Schlaf.

Geeignet sei Life Kinetik® für fast alle. Nach Ansicht des Experten stellten die Effekte gerade für Berufstätige eine Burnout-Prävention dar. Zudem könnte es eine wirksame Prophylaxe vor altersbedingten Leistungseinbußen sein. Leistungssportler wiederum würden von Aspekten wie der beschleunigten Aktions- und Reaktionsgeschwindigkeit und der verbesserten Koordination profitieren. Kinder ab dem Kindergartenalter könne das Training bei der Entfaltung von Kreativität helfen, das Erlernen von Lesen und Schreiben erleichtern, das Selbstbewusstsein fördern und bei kleinen und größeren Lernschwierigkeiten unterstützen, sagt der Coach. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen denkt er etwa an die Verbesserung der Lern- und Merkfähigkeit, Stressresistenz und eine Minderung von Prüfungsängsten.

Und warum solltenSenioren dieses Konzept ausprobieren? „Life Kinetik® kann durch den Aufbau der sogenannten kognitiven Reserve eine gute Demenzprophylaxe sein.“ Seiner Ansicht nach könnte so der Wissenszugriff, aber auch die Merk- und Lernfähigkeit verbessert werden. Zudem sei es durch die Förderung von Koordination, räumlicher Orientierung und des Gleichgewichtssinns auch eine hilfreiche Sturzprophylaxe. Generell empfiehlt Gallena das Training auch Menschen mit Einschränkungen. Es wirke sich positiv auf die Rekonvaleszenz aus, etwa nach einem Schlaganfall. Übrigens, laut Thorsten Gallena reicht bereits eine Stunde Training pro Woche aus, um ernstzunehmende Effekte zu erzielen.

Quellen: ¹https://www.nature.com/articles/tp2017135?foxtrotcallback=true, ²https://n.neurology.org/content/92/9/e905, ³https://www.lifekinetik.de/infos/wissenschaftliche-
zusammenfassung/

www.gallena-lifekinetik.de

Foto: Thorsten Gallena ©Michael Issing

„Life Kinetik® ist, im übertragenen Sinne, ein effektives Update für unsere persönliche Schaltzentrale im Kopf“, sagt Thorsten Gallena.
• Position 1-4: Sie halten zwei Bälle vor dem Körper, werfen diese parallel zueinander in die Luft und fangen sie mit überkreuzten Händen wieder auf (bitte merken Sie sich, welche Hand sich dabei oben und welche sich unten befindet);
• Position 5-6: Sie werfen nun die Bälle (mit überkreuzten Händen!) wieder parallel in die Luft, lösen das Überkreuzen auf und fangen die Bälle erneut;
• Position 7-9: Nun wiederholen Sie das Ganze – nur diesmal achten Sie darauf, dass sich die andere Hand oben befindet, wenn Sie die Hände kreuzen.

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