Krankheit der 1.000 Gesichter

Am 30. Mai ist Welt-MS-Tag. Neurologe Prof. Dr. Mathias Mäurer über die immer noch unheilbare Autoimmunerkrankung

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Das Ärzteblatt berichtet, dass Menschen mit Herpesund Epstein-Barr-Virus (EBV) in Kombination bis zu 24 Prozent häufiger an MS erkranken. Prof. Mäurer sagt: „Seit es MS gibt, stehen Viren als Auslöser unter Generalverdacht. Einen MS-Erreger konnte man bis jetzt jedoch nicht identifizieren. Aber es fällt auf, dass alle MS-Patienten auch EBV positiv sind.“ Allerdings seien das auch rund 90 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung, so der Neurologe. Foto: Prof. Dr. Mäurer ©Klinikum Würzburg Mitte GmbH

Laut des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)¹, leben in Deutschland derzeit rund 240.000 Menschen mit der chronisch-entzündlichen Erkrankung des Nervensystems.

Multiple Sklerose (MS) betreffe dreimal häufiger Frauen als Männer und werde, so der ausgewiesene
Experte in Sachen MS, Prof. Dr. Mathias Mäurer, meist in jungen Jahren, heutzutage oftmals zwischen 20 und 30, diagnostiziert. „MS gilt als die Krankheit der 1.000 Gesichter, da nahezu jeder Verlauf anders ist“, sagt der Chefarzt der Neurologie im Klinikum Würzburg Mitte (KWM), Standort Juliusspital.

„Dennoch gibt es Symptome, die auf diese Autoimmunerkrankung hinweisen, wie etwa Sehnerv-Entzündungen und Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen in den Extremitäten, vornehmlich bei jungen Frauen“, so Mäurer. Die Diagnose der immer noch unheilbaren Krankheit geschieht über neurologische Untersuchungen von Bewegungsapparat, Sensibilität, Koordination, Gleichgewicht und Sinnesorganen. Zusätzlich stützten sich behandelnde Ärzte auf das bildgebende Verfahren der MRT, da die für MS typischen entzündlichen Signaturen hier sichtbar seien, so Mathias Mäurer, der im Internet regelmäßig in einem Blog (www.ms-docblog.de) Betroffene mit Neuigkeiten über MS versorgt.

Eine Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenwasser aus dem Rückenmark) sichere die Diagnose MS zusätzlich ab, so Professor Mäurer. „Neurologie ist wie „Dalli-Klick“, immer mehr Puzzleteile, die sichtbar werden, ergeben am Ende ein vollständiges Bild“, so der Chefarzt und Blogger. Auch wenn MS nicht heilbar ist, könne bei früher Diagnosestellung heutzutage eine lange Beschwerdefreiheit erreicht werden, betont der MS-Experte.

„No evidence of disease aktivity (NEDA = keine Anzeichen für Krankheitsaktivitäten) ist das Ziel unserer derzeitigen Bemühungen im Eindämmen der Krankheit“, konstatiert Mäurer. Es ginge in erster Linie darum, die Immunabwehr zu regulieren und das Entzündungsgeschehen zu minimieren, mit Medikamenten, aber auch mit gesunder Ernährung (viel Gemüse, Nüsse und Omega-3-Fettsäuren, wenig Kohlenhydrate und Zucker) und regelmäßiger Bewegung. „Während früher zehn Jahre nach der Diagnose 60 Prozent der Patienten in eine progressive Phase der MS eingetreten sind und bereits 50 Prozent massive Mobilitätsprobleme hatten, sind es heute nach zehn Jahren zwischen zwei und 16 Prozent“, so der Facharzt für Neurologie.

Da MS inzwischen eine weitgehend „ambulante“ Erkrankung geworden ist, findet man den MS-Experten Professor Mäurer seit Anfang letzten Jahres auch im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des KWMs in der Spiegelstraße in Würzburg. Da das MVZ vom Status her wie andere niedergelassene Arztpraxen rangiert, kann der Professor hier eine Betreuung aller Patienten, die zu ihm kommen wollen, realisieren.

Eine spezielle MSSprechstunde gibt es im MVZ dienstags und donnerstags oder nach Vereinbarung. Auch stehe er hier für eine Zweitmeinung mit seiner Expertise jederzeit zur Verfügung, so der auf der Focusliste 2019 geführte MS-Spezialist.

Quellen: ¹Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V., www.dmsg.de

Termine für die MS-Sprechstunde des MVZ in der Würzburger Spiegelstraße bei Prof. Dr. Mäurer sind unter Telefon 0931.46087649 zu vereinbaren.

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