Heiße Luft oder wahre Helden?

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Superfoods haben gegenüber anderen Lebensmitteln eine höhere Nährstoffdichte, sprich enthalten mehr „gesunde“ Inhaltsstoffe als andere Lebensmittel.

Die Autoren des „Schwarzbuchs Superfood: Heiße Luft und wahre Helden“, drei Ernährungswissenschaftlerinnen und eine Diätologin, nehmen angepriesene Wirkung, ernährungsphysiologisches Potenzial, Produktionsbedingungen und Transportwege exotischer Superfoods unter die Lupe und stellen den Exoten einige heimische Kraftbündel gegenüber.

Das Fazit: Generell gibt es sowohl exotische als auch einheimische Superfoods, die mit Recht als solche titutliert werden – vor allem wegen der enthaltenen Antioxidantien (freie Radikalenfänger). Zu nennen wären hier Acaibeere, Avocado, Granatapfel, Ingwer, Gojibeere, Grüner Tee, Kakao oder Oliven.

Kritisch wird im Buch die Nonifrucht gesehen, da die sekundären Pflanzenstoffe, auf denen die heilsame Wirkung der Pflanze im Tierversuch beruhen soll, in der Wurzel vorkämen, die Superfood-Produkte aber aus den Früchten herstellt würden.

Der Spirulina-Alge attestieren die Wissenschaftlerinnen mehr Schein als Sein. Den hohen Eisenanteil sehen sie sogar als kritisch für manche Krankheitsbilder an. Weiterer Wermutstropfen bei den Exoten seien die langen Transportwege (ökologischer Fußabdruck) und oftmals auch die Produktionsbedingungen und Schadstoffbelastungen von Nicht-Bio-Ware in den Herkunftsländern.

Demgegenüber stellen die Expertinnen heimische Superfoods wie Aronia, Brennnessel, Giersch, Hanfsamen, Heidelbeeren, Holunder, Sanddorn oder Kren, die mit internationalen Mitbewerbern um den Titel „Superfood“ durchaus konkurrieren können.

Für oder gegen welche Superfoods sich der Einzelne entscheidet, muss am Ende des Tages jeder mit sich selber ausmachen …!

Daniela Grach, Caroline Schlinter, Marlies Wallner, Nicole Zöhre,
Schwarzbuch Superfood: Heiße Luft und wahre Helden,
Leopold Stocker Verlag Graz-Stuttgart 2016,
Preis 9,95 Euro,
www.stocker-verlag.com

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