Genial in der Wissenschaft, uneitel als Mensch

Vor 120 Jahren entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen

0
Wilhelm Conrad Röntgen Foto: ©depositphotos.com/Nicku (W. C. Röntgen)

Wilhelm Conrad
Röntgen
Foto: ©depositphotos.com/Nicku (W. C. Röntgen)

Er gilt als genialer Wissenschaftler, akribischer Forscher und Genie: Wilhelm Conrad Röntgen ist der wohl bekannteste Nobelpreisträger, der an der Universität Würzburg gewirkt hat.

Und das alles, ganz ohne jemals das Abitur abgelegt zu haben. Dieses war ihm nämlich verwehrt geblieben als er 1863 im holländischen Utrecht von der Schule flog. Er war für die Karikatur eines Lehrer verantwortlich gemacht worden, die gar nicht von ihm stammte.

Als Röntgen später einmal zu Prüfungen befragt wurde, erklärte er: „Schülerexamen geben meist keinen Anhaltspunkt für die Beurteilung der Befähigung für ein spezielles Fach: sie sind überhaupt ein – leider – notwendiges Übel.“ Die wirkliche Probe auf Befähigung zu einem Beruf bringe erst das spätere Leben. Wie wahr!

Sein Beruf war dem am 27. März 1845 in Lennep (heute ein Stadtteil Remscheids) geborenen Sohn eines Stoffhändlers Berufung.

Röntgen hatte mit 50 bereits eine Karriere hingelegt, die seinesgleichen suchte, als er am späten Freitagabend des 8. November 1895 die nach ihm benannten Strahlen in seinem Labor im damaligen physikalischen Institut am Röntgenring 8 in Würzburg entdeckte.

Vielleicht verdankte er die Entdeckung der X-Strahlen, wie Röntgen sie anfangs nannte, auch seinem unaufgeräumten Schreibtisch. Als er nämlich – wie so oft – in seinem fast stockdunklen Labor vor sich hin experimentierte und in einer nahezu luftleeren Glasröhre elektrische Entladungen bei hoher Spannung untersuchte, begann es plötzlich zwischen Büchern und Experimentiergeräten zu leuchten.

Foto: ©depositphotos.com/itsmejust

Foto: ©depositphotos.com/itsmejust

Das Leuchten hörte auch nicht auf als Röntgen die Kathodenröhre mit schwarzem Karton, Papier und allerlei mehr abschirmte. Beim weiteren Experimentieren geriet seine Hand zwischen Röhre und Leuchtschirm und er sah die Knochen seiner Hand.

Nach dieser Entdeckung verließ der Wissenschaftler sein Labor erst einmal so gut wie gar nicht mehr. Er aß und schlief zwischen Aufzeichnungen und Büchern. Röntgen war ein uneitler und bescheidener Mann.

Als er im Januar 1886 die X-Strahlen zum ersten Mal öffentlich präsentierte, erklärte er, er habe diese Strahlen durch Zufall entdeckt.

Kein Patent meldete er für die Nutzung der Strahlen an und der Vorschlag, sie nach ihm zu benennen, war ihm sichtlich unangenehm.

Auch wollte er als Experimentalphysiker nicht „nur“ auf diese von ihm entdeckten Strahlen reduziert werden. Und doch ist sein Name untrennbar mit diesen Strahlen verbunden, für die er im Jahr 1901 den Nobelpreis für Physik „in Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hat“ erhielt.

Fest steht: Röntgen lebte nicht für Ruhm und Geld sondern für die Wissenschaft. Am 10. Februar 1923 starb Wilhelm Conrad Röntgen in München.

Quellen: Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Röntgen-Gedächtnisstätte Röntgen-Kuratorium
Würzburg e. V.

Teile.