Das gibt’s nur einmal …

Wenn alte Lieblingsstücke in neuem Gewand daherkommen

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Foto: Frieda und Emil

„Frieda und Emil“ heißt das Upcycling-Label von Anja Wagenbrenner, die im April letzten Jahres offiziell damit begonnen hat, beispielsweise aus über hundert Jahre altem Leinen von einem Gutshof in Reichstal Tischdecken, Servietten, Tücher und Taschen zu fertigen.

Der Gedanke, Altes in neues Gewand zu kleiden, sodass nicht so viel weggeworfen wird und vor allem nichts verloren geht, kam ihr kurz nach der Geburt ihres Sohnes Emil 2017 als die junge Mutter auf der Suche nach Babykleidung war. „Ich wollte etwas ohne Bärchen oder Sternchen, einfarbig und in dezenten Tönen. Ich fand nichts, was mir gefiel, und so setzte ich mich an die Nähmaschine …“, erzählt die gelernte Erzieherin rückblickend über die Geburtsstunde von „Frieda und Emil“.

Als Enkelin einer Schneiderin rattert der Kreuzstich quasi durch ihre DNA und als ältestes von sieben Kindern hatte sie von ihrer Mutter schon früh gelernt, was Nachhaltigkeit heißt. „Ich war schon immer fasziniert, wie meine Mum es schaffte, mit ihrer unermüdlichen Kreativität, dass es uns an nichts fehlte,“ schwärmt Anja Wagenbrenner. „Da schnell ein Blumenkränzchen gebunden, dort einen Pulli gestrickt, hier ein Kleidchen genäht – wir sahen immer alle adrett aus!“ Und so fiel es der 42-Jährigen verständlicherweise schwer, einen alten selbst gestrickten Pulli ihrer Oma zu entsorgen. „Er war mit Rosenmuster in rot und rosa und dazu noch bauchfrei, aber ich konnte mich einfach nicht trennen, zu viele Erinnerungen waren damit verwoben.“ Und so arbeitete Anja Wagenbrenner den in Jugendtagen heiß geliebten Pulli zu einer Windeltasche respektive einem Windelbeutel um, den man auf dem Rücken tragen konnte und so die Hände frei hatte.

Foto: Frieda und Emil

„Ich weiß nicht, wie oft ich auf dieses Teil angesprochen wurde“, sagt die Do-it-Yourself (DIY) Frau. Wagenbrenners handgemachte Stücke sind alles Unikate. Jedes Teil gibt es nur einmal! So individuell wie die Menschen, die mit ihren alten Lieblingsstücken zu der DIY-Frau kommen, so einzigartig werden die Resultate, die ihr erstes Leben verwirkt haben, aber in ihrem zweiten Leben mit Patina, Geschichte und Charakter in neuem Glanz erstrahlen. „Kurz vor Weihnachten letztes Jahr kam ein junger Mann zu mir, der wollte aus seinen alten Lieblingsshirts, die er nicht mehr trug, seinem neu auf die Welt gekommenen Patenkind etwas selber gestalten: „Ich setzte ihn an die Nähmaschine und in rund drei Stunden Einzelworkshop entstanden aus Bratenschlauch, Kirschkernen, Füllwatte und seinen ausrangierten T-Shirts zwei herzallerliebste Stoffelefanten, die man als Wärmflasche benutzen konnte.“

Neben Workshops und Auftragsarbeiten, lässt die Unermüdliche ihrer Kreativität immer wieder freien Lauf: von Postkarten, die es nur gibt, weil sie alte Setzbuchstaben einer Druckerei vor der Tonne gerettet hat, und ihnen so ein zweites Leben einhauchte (erhältlich im Eckhaus und bei liten lycka in Würzburg) über Tischdeko für den Pop-up-Shop SkandiButik in der Theaterstraße in Würzburg bis hin zu Upcycling-Hals- und Spuktüchern aus alten Windeln als Dreieckstuch, quadratisch, rechteckig, mit oder ohne Knopfdruck in allen Farben des Regenbogens (zu bekommen bei Optik Wagenbrenner in der Bronnbachergasse in Würzburg).

„Frieda und Emil“ ist eine Herzensangelegenheit von Anja Wagenbrenner, benannt nach ihrer Bobtail-Hündin und ihrem Sohn. Das will sie weitertragen, oftmals indem sie aus Herzstücken Herzenswünsche erfüllt, handgemacht und nachhaltig. Upcycling eben!

Für Nicht-Würzburger gibt es „Frieda und Emil“-Upcycling-Produkte auch über Instagram und Facebook (friedaundemil). Verschickt werden die „selbstgemachten Schätzchen“ in selbstgenähten Umschlägen aus alten Tapeten. Diese wiederum ersteht Anja Wagenbrenner auf Flohmärkten: „Aus einer Rolle bekomme ich in der Regel 34 Din A4- Umschläge heraus.

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