Das bitter Nötige im Leben

Heilpraktikerin Angelika Gräfin Wolffskeel über Urheimische Medizin nach Dr. Georgios Pandalis

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„Menschen sind nichts ohne Wurzeln. Mit Leib und Seele wurzeln wir in der Natur, in der Kultur, in der Sippe […]. Sie sind im Wortsinn unsere Lebens-Grundlage. Das vergessen wir zwar manchmal in einer Welt, in der scheinbar alles technisch machbar ist, doch in der Tiefe […] weiß es unser Körper genauso wie unsere Seele.“*

Mit diesen Worten umreißt Dr. rer. nat. Till U. Keil das urheimische Prinzip, das der griechische Wissenschaftler Dr. Georgios Pandalis bereits in den 1980er-Jahren formuliert hat. Auf eigene Faust begann er damals, altbewährte europäische Pflanzen als Lebensmittel und Medizin zu erforschen. Er zielte darauf ab, „diejenigen Pflanzen zu beschreiben, die sich in ihrem jeweiligen geografischen Kulturkreis bereits über Generationen hinweg als Heil- oder Lebensmittel bewährt haben“, erklärt Heilpraktikerin Angelika Gräfin Wolffskeel.

„Dadurch sind sie dem Organismus vertraut und somit verträglich“, so Gräfin Wolffskeel weiter. Es gehe um eine sanfte Entlastung des Organismus, um Harmonisierung und Ergänzung, die zu einer Selbstregulation und Heilung beitrage. „Wir arbeiten mit Heilmitteln, die eigentlich auf unseren Küchentisch müssten. Da sie da nicht mehr sind, müssen wir uns anderweitig um sie bemühen.“

Dr. Pandalis ist Mensch und Umwelt verpflichtet, deshalb verwendet er nur natürliche Rohstoffe und bio-zertifizierte Pflanzen. Den Anfang machte er mit Bärlauch (Allium ursinum L.) „als europäische Alternative zum asiatischen Knoblauch“**. Diese für Mitteleuropäer urheimische Lauchpflanze wird hierzulande seit Jahrhunderten als Lebensmittel genutzt. Sie ist reich an wertvollen schwefelaktiven Verbindungen (7,8 g Schwefel pro 100 g Trockensubstanz) sowie an Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium und Mangan. Darüber hinaus enthält Bärlauch Adenosin und Spuren von Selen. Die Verarbeitungsmöglichkeiten des Frühblühers seien vielfältig, schwärmt die Heilpraktikerin von Bärlauchbutter oder frischem Bärlauchpesto.

Ihr Genuss unterstütze die Funktion gesunder Herz- und Blutgefäße. Darüber hinaus binde der Bärlauch Schwermetalle, reguliere den Kreislauf und die Darmfunktion sowie den Cholesterinspiegel. Wichtig ist die zügige und schonende Verarbeitung des Bärlauchs, da die wirksamen Inhaltsstoffe an der Luft sehr schnell zu unwirksamen Produkten zerfallen.

Ein herausragendes Beispiel urheimischer Pflanzenkraft sei die Graubehaarte Zistrose (Cistus incanus), so die Fachfrau. Ihre Verwendung lässt sich bis ins vierte Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Die in Südeuropa beheimatete Pflanze ist besonders reich an hochpolymeren Polyphenolen. „Sie wirkt nicht nur an den Schleimhäuten im Respirationstrakt, sondern auch an den Darmschleimhäuten“, erklärt die Expertin.

Zum Einsatz komme die Zistrose als Halspastille, Tee oder Sud, der übrigens auch schwermetallausleitend sei. Dabei sei aber zu beachten, dass die vielfältigen positiven Wirkungen vom speziellen Polyphenolmuster der von Dr. Pandalis erforschten und geschützten Varietät Cistus incanus L. Pandalis abhänge, die er zum patentierten Extrakt Cystus 052® verarbeite. Andere Zistrosenvarietäten oder -arten weisen ein anderes Wirkprofil auf – Cistus incanus ist nicht gleich Cistus incanus.

Besonders am Herzen liegt Gräfin Wolffskeel das Thema Bitterstoffe, wie sie in urheimischen Pflanzen wie der Waldwegwarte (Cichorium intybus silvestris), der Wild-Artischocke (Cynara scolymus) oder der Brennessel (Urtica dioica) enthalten sind. Nicht ohne Grund: Das „bittere Grundrauschen“ natürlicher Lebensmittel, an das unser Organismus evolutionär optimal angepasst sei, fehle in der industriellen Nahrung.

In der Folge gerate er aus dem Gleichgewicht mit Konsequenzen wie Adipositas, Fettleber, Unfruchtbarkeit und Dysbiose; Krankheiten, „die allesamt das Resultat gestörter Kommunikationsprozesse zwischen Umwelt, Mensch und seinen Organen sind.“ Denn bitter, so sagt sie, wirke nicht nur auf der Zunge, sondern auf Bitterstoff-Rezeptoren im gesamten Organismus. Bitterstoffe sättigen, erhöhen die Darmperistaltik, regen die Bauchspeicheldrüse an, ihre Verdauungssäfte auszuschütten und vieles mehr.

Quellen: *https://www.pandalis.de/de/philosophie/die-urheimische-philosophie/#c125, **https://www.pandalis-stiftung.de/deutsch/die_stiftung/stiftung_ueberuns.html

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