Auf der Baumelbank

... ohne Netz, aber mit doppeltem Boden: der Gesundheitsgarten in Retzbach

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Foto: ©Susanna Khoury

Die Seele baumeln lassen im wahrsten Sinne des Wortes kann man im Gesundheitsgarten Retzbach nicht nur auf der Baumelbank, sondern auch auf einem Freiluft-Trampolin oder -stepper sowie im Meditationspavillon oder auf der Bocciabahn. Der Garten ist weitläufig und sein Anblick entschleunigt.

Und irgendwie liegt Spiritualität in der Luft, nicht nur wegen der benachbarten Wallfahrtskirche „Maria im grünen Tal“ oder weil hier eine Quelle entspringt, an die Menschen mit mitgebrachten leeren Flaschen pilgern, um sich ihr Quellwasser mit nach Hause zu nehmen. Es ist ein Ort der Gegensätze, die miteinander verschmelzen: Die Baumelbank entzieht einem den Boden unter den Füßen, der Barfußpfad lässt ihn einen wieder hautnah spüren und das Wechselbad der Gefühle wird im benachbarten Kneippbecken richtig konkret. Im Bibel- und Heilkräutergarten darf für den Hausgebrauch rücksichtsvoll geerntet werden, allerdings auf eigene Gefahr.

Foto: ©Susanna Khoury

Schautafeln erklären Funktion und Herkunft der Heilpflanzen, aber auch die Vorgehensweise etwa beim Armbad der Kneippianer auf der gegenüberliegende Seite des 4.000 Quadratmeter großen Areals. Es gibt keine Altersbeschränkung für den Besuch des Gesundheitsgartens, jeder findet „seinen“ Platz. Und das Labyrinth mit rund 14 Metern Durchmesser versinnbildlicht mit seinen Richtungsänderungen und geordneten Bahnen, ohne Irrwege und mit nur einem möglichen Weg zum Ziel wohl nicht, wie angekündigt, das Leben – aber es hat etwas Meditatives, lässt einen sich auf den Weg fokussieren.

Wer das Zentrum des römischen Sektorenlabyrinths als Ziel wählt, legt bis dahin 200 Meter zurück und retour noch einmal soviel. Ein Weg in die Mitte, der sich lohnt …!

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