Wieder auf einem guten Weg

Das Würzburger Zentrum für Altersmedizin hilft multimorbiden Seniorinnen und Senioren

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©Würzburger Zentrum für Altersmedizin

Es fehlte ihr an Aktivität und Lebensfreude. Wobei sich beides bedingte. Erna T. (Name geändert) hatte einfach keine Lust mehr, rauszugehen. „Sie lebte zum Schluss sehr zurückgezogen”, sagt Dr. Kathrin Tatschner, Leiterin des Würzburger Zentrums für Altersmedizin (ZAM). Dorthin kam Erna T. zu Jahresbeginn, weil sie fünfmal gestürzt war. Aufgrund ihrer vielfachen Leiden ist die 85-Jährige ein typisches Beispiel für jene über 200 Patientinnen und Patienten, die bisher in der Tagesklinik des ZAM behandelt wurden. Es gab niemanden in Erna T.s Nähe, der, wenn sie mal wieder auf gar nichts Lust gehabt hatte, zu ihr hätte sagen können: „Nun mach schon!“ Durch das Alleinsein wurde sie zunehmend depressiver. „Auch wegen ihrer leichten Inkontinenz traute sie sich nicht mehr raus”, berichtet Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie. Über 15 Tage hinweg wurde geschaut, warum sie so oft gestürzt war. Wie sich herausstellte, kam bei ihr viel zusammen, wie auch bei den anderen Seniorinnen und Senioren der für 20 Patientinnen und Patienten ausgelegten Einrichtung. So mussten Herzprobleme abgeklärt werden. Das geschah in der Würzburger Universitätsklinik, der das ZAM seit Januar 2025 angehört. Ein wahrscheinlich nur geringer Teil älterer Menschen startet schwungvoll in den Tag. Das Alter bringt jede Menge Beschwerden mit sich. „In der Regel sind unsere Patientinnen und Patienten multimorbide“, sagt Dr. Tatschner. Darum ist das Team der Tagesklinik interdisziplinär aufgestellt. Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende engagieren sich für die im Durchschnitt 84 Jahre alten Patientinnen und Patienten, die täglich von 8 bis 15 Uhr in die Tagesklinik kommen. Daneben werden Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungsberatung und Massagen angeboten. Ein Psychologe kümmert sich um seelische Probleme. Auch Erna T. erfuhr, wie sie ihre Stimmung aufhellen könnte. Das Team der Tagesklinik sorgt nicht nur für Diagnostik und Therapie, am Ende der Reha vermitteln die Therapeutinnen und Therapeuten, was sie selbst an Stelle der Patientinnen und Patienten tun würden, damit es dauerhaft besser geht. „Wir geben Empfehlungen für den Hausarzt und für die Patienten mit”, erklärt die Chefärztin und Standortleiterin des ZAM. Erna T. wurden Übungen empfohlen, um ihre Muskulatur aufzubauen. Durch die Ernährungsberatung kam sie auf neue Ideen, was sie sich Leckeres zu essen machen könnte. „Als sie zu uns kam, hatte sie keinen Appetit mehr, wenig gegessen und an Gewicht verloren.” Über zwei oder drei Wochen hinweg einen Wochentag um den andern in eine Tagesklinik zu gehen, ist für Seniorinnen und Senioren anstrengend. „Doch sie bekommen hier Frühstück und Mittagessen, außerdem gibt es Ruhezeiten”, sagt Dr. Tatschner. Sie die früher an gleicher Stelle die vollstationäre geriatrische Reha-Klinik der Arbeiterwohlfahrt leitete, findet das neue Konzept des ZAM stimmig. Besonders gut sei, dass kein aufwändiges Antragsverfahren mehr nötig ist: „Der Hausarzt kann einfach einweisen“. 

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