Vegan essen, Wasser sparen?

Ernährungsberater Karlheinz Ursprung erklärt, wie pflanzliche Ernährung wasserbewusst gelingt

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Ausgerechnet vegane Ernährung schneidet beim kritischen Wasserverbrauch am schlechtesten ab. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle WWF-Studie1. Demnach verursacht die heutige Ernährung in Deutschland einen Wasserknappheits-Fußabdruck von rund 1.384 Kubikmetern pro Person und Jahr. Bei einer flexitarischen Ernährung wären es 2.045, bei einer vegetarischen 2.169 und bei einer veganen sogar 2.536 Kubikmeter. „Auch mich hat das zunächst erstaunt“, sagt Ernährungsberater Karlheinz Ursprung, Inhaber eines Bioladens in Höchberg. Entscheidend sei jedoch, genau hinzusehen: Die Studie vergleiche nicht pauschal, wie viel Wasser ein Kilogramm Fleisch oder ein Kilogramm Gemüse benötigt. Sie betrachte vor allem sogenanntes blaues Wasser, also Grund- und Oberflächenwasser, das zur künstlichen Bewässerung eingesetzt und dem örtlichen Wasserkreislauf entzogen wird. Bei einer stärker pflanzlichen Ernährung landen mehr Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse auf dem Teller. Viele dieser Lebensmittel stammen derzeit aus trockenen Regionen und müssen intensiv bewässert werden. Unter gleichbleibenden Handelsströmen steige der Bewässerungsbedarf deshalb von rund 29 Kubikmetern bei der heutigen Ernährung auf 45 Kubikmeter bei einer veganen Ernährungsweise. Ob ein Lebensmittel zum Wasserproblem wird, hänge nach Ursprungs Einschätzung stark vom Anbauort ab. Avocados, Zitrusfrüchte, Reis oder Mandeln können in niederschlagsreichen Regionen vergleichsweise unproblematisch wachsen. Kommen sie hingegen aus trockenen Gebieten wie Südspanien, müsse zusätzlich bewässert werden. „Dann können Grundwasserspiegel sinken und Brunnen versiegen“, erklärt er. Pflanzlich bedeute also nicht automatisch wasserbewusst. Die Schlussfolgerung, wieder mehr Fleisch zu essen, hält Ursprung für falsch. Auch für tierische Produkte werden Wasser, Futtermittel und landwirtschaftliche Flächen benötigt. Sinnvoller sei es, den Fleischkonsum zu reduzieren und zugleich bewusster auszuwählen, welche pflanzlichen Lebensmittel auf dem Teller landen. Als Proteinquellen empfiehlt er vor allem Bohnen, Erbsen, Linsen und Lupinen. Sie ermöglichen eine abwechslungsreiche Ernährung und könnten künftig verstärkt in Deutschland angebaut werden, wenn dadurch die Flächen für Futtermittelanbau frei werden. Bislang werden trockene Hülsenfrüchte allerdings nahezu vollständig importiert. Heimische Hasel- und Walnüsse könnten häufiger Mandeln ersetzen, Beeren manche Zitrusfrucht. Wichtig zu wissen: Regionalität und Saisonalität erleichtern einen wasserschonenden Einkauf, schränken im Winter aber die Auswahl ein. Ursprung rät deshalb zu einem pragmatischen Weg: möglichst saisonal, möglichst aus Deutschland und bevorzugt aus biologischem Anbau, der mit Humusaufbau, Zwischenfrucht und Mulchen weniger bewässern muss. Regional sei nicht automatisch nachhaltig. Die Produktionsweise müsse berücksichtigt werden. Beim Einkauf bleibt es daher schwierig alles im Blick zu haben. Herkunftsangaben verraten meist nicht, ob in der Anbauregion Wasser knapp ist. Der Ernährungsberater wünscht sich deshalb ein Nachhaltigkeitslabel, das neben Klima und Energie auch Wasserrisiken berücksichtigt. So müssten Verbraucherinnen und Verbraucher nicht vor jedem Einkauf selbst recherchieren. Quelle: 1www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/besseresserinnen?utm_source=chatgpt.com

 

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