Präsenz im eigenen Körper

Tänzerin Lisa Kuttner erklärt, wie wir uns wieder richtig gut spüren

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Körperwahrnehmungskurse im Tanzraum: „Körperwahrnehmung durch sanfte Gymnastik“, „Feldenkrais - Bewusstheit durch Bewegung“, „Hatha Yoga nach Swami Sivananda“, „Yoga Vinyasa“, „Kangatraining®“ (im Bild) - Workout für junge Mütter, das idealerweise im Anschluss an die Rückbildungsgymnastik stattfindet. Foto: Tanzraum Würzburg

Körperwahrnehmungskurse im Tanzraum: „Körperwahrnehmung durch sanfte Gymnastik“, „Feldenkrais – Bewusstheit durch
Bewegung“, „Hatha Yoga nach Swami Sivananda“, „Yoga Vinyasa“, „Kangatraining®“ (im Bild) – Workout für junge Mütter, das
idealerweise im Anschluss an die Rückbildungsgymnastik stattfindet. Foto: Tanzraum Würzburg

Die Körperwahrnehmung wird als unser „sechster Sinn“ gehandelt. Ohne sie können wir nicht so geschickt und zielgerichtet agieren, wie wir es im täglichen Leben nun einmal müssen.

„Sie ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt in Bewegung zu gehen“, sagt Lisa Kuttner. Ohne sich selbst gut zu spüren, bewege sich der Mensch wie ein Roboter. „Kinder machen das von Anfang an richtig, wenn sie zum Beispiel Laufen lernen“, so die Tänzerin und Choreographin.

Bewegungen würden immer wieder wiederholt. Damit bilde sich der Bewegungssinn. Doch bisweilen nehme dieser Schaden, beispielsweise durch Krankheiten wie Diabetes oder Depression.

Im Würzburger Tanzraum geht Kuttner mit ihren Teilnehmern deshalb auf „Wieder-Entdeckungsreise“. Es gilt die eigene Präsenz im Körper wiederzufinden oder erst richtig auszubilden. Die Freude an der Bewegung ist dabei das Wichtigste.

Das gehe übrigens in jedem Alter. Sich prüfen könne man ganz einfach, indem man sich fragt: „Sitze ich auf den Sitzknochen? Hänge ich durch? Wird mein Rücken rund? Kann ich überhaupt noch atmen? Spüre ich meine Füße am Boden oder alle Zehen?“, zählt Kuttner Fragen auf, die sie in ihrem Kurs „Körperwahrnehmung durch sanfte Gymnastik“ stellt.

Die Übenden würden so immer wieder „zurück in ihren Körper“ gebracht. Die Fachfrau empfiehlt ein individuelles Herantasten. Nur durch Ausprobieren erkenne man, was dem Körper wirklich gut tue. Eine Basisübung, um die Körperwahrnehmung zu schulen, beginnt liegend auf dem Rücken.

„So haben wir mehr Verbindung zum Boden und zur Schwerkraft“, erklärt Lisa Kuttner. Die Übenden schaukeln leicht von einer Seite zur anderen, bis das Gefühl entsteht, das eigene Gewicht an den Boden abzugeben und ganz im Hier und Jetzt sein zu können.

Dann nimmt die Körperreise ihren Lauf. Wie liegen die Fersen am Boden? Kann ich die Muskeln der Unterschenkel loslassen? Wie nehme ich meine Kniegelenke wahr? Es geht hinauf zu den Oberschenkeln, zum Becken und Kreuzbein, die Wirbelkette nach oben zu den Lenden- und Brustwirbeln, den Schulterblättern, Armen bis in die Hände Hände und schließlich über die Krümmung der Halswirbelkette bis zum Kopf. Immer wieder wird die eigene Lage und deren Folgen kritisch hinterfragt, sich ganz auf den Körper konzentriert.

„Die Begriffe richtig oder falsch gibt es hier nicht“. Am Anfang steht:‘ Wie mache ich das?‘“, erklärt Kuttner das Prinzip des so genannten „Bodyscan“. Erst in der nächsten Stufe könne die Frage lauten: „Wie ist es organisch oder anatomisch für meinen Körper am günstigsten? Was verändert sich, wenn ich in eine kleine Bewegung mache?“

Generell empfiehlt Kuttner, sich jeden Tag ein bisschen zu betätigen. Für viele ihrer Teilnehmer scheint es zudem wichtig, einmal in der Woche in der Gruppe Körperwahrnehmung zu trainieren, um den eigenen Ansporn zu fördern und neue Anregungen zu bekommen.

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