Neue Anlaufstelle für pflegende Kinder und Jugendliche

Johanniter starten bundesweites Projekt "superhands"

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Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die Johanniter am 4. September ihr Projekt „superhands“ vor, das eine neue Anlaufstelle für pflegende Kinder und Jugendliche ist. Foto: Johanniter / Tobias Grosser

Würzburg | In Deutschland gibt es über 250.000 Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern, Geschwister oder Großeltern zu Hause pflegerisch unterstützen müssen. Häufig stehen die Kinder und Jugendlichen mit den Erfahrungen, die sie täglich machen, alleine da und wissen nicht, wie sie mit belastenden Situationen umgehen sollen.

„Diese Kinder brauchen dringend Unterstützung“, so Ralph Knüttel, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter in Unterfranken. Als Experten im Bereich der ambulanten Pflege sowie in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelten die Johanniter daher das Projekt „superhands“, mit dem sie den pflegenden Kindern und Jugendlichen, auch Young Carers genannt, mit leicht verständlichen Informationen und Tipps zur Seite stehen wollen.

Am Dienstag, den 4. September, stellten die Johanniter im Rahmen einer Pressekonferenz die neue Anlaufstelle für pflegende Kinder und Jugendliche vor.

Auf der Internetseite www.superhands.de werden Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie altersgerecht aufbereitete Informationen angeboten. Die Seite soll außerdem sichtbar machen, was pflegende Kinder und Jugendliche, auch Young Carers gekannt, tagtäglich leisten. „Die Kinder und Jugendlichen sollen vor allem spüren, dass sie nicht alleine sind und es für sie Unterstützung von außen gibt“, erklärt Knüttel weiter.

So kann auch die 14-jährige Lana aus Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld – eine Jugendliche, die ihren Vater Zuhause pflegt – davon profitieren. Zum Beispiel werden auf der „superhands“-Seite über 150 Krankheits- und Pflegebilder erklärt, Erste-Hilfe-Tipps in Form von Foto-Stories dargestellt und Anleitungen für den Notfall bereitgestellt.

„Solch ein Nachschlagewerk in altersgerechter Sprache ist derzeit einmalig in Deutschland“, so Knüttel. Auch eine individuelle telefonische oder – wenn gewünscht anonymisierte – Online-Beratung bieten die Johanniter ab sofort über dieses Portal, um die Betroffenen in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen.

Die Idee zu dem neuen Angebot entstand vor rund vier Jahren durch einzelne Erzählungen von Lehrkräften, die im Schulungsprogramm des Johanniter-Projektes „Perlmut(t) – Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche“ von Schülern berichteten, die ein Familienmitglied zu Hause pflegen.

Die Johanniter möchten mit „superhands“ den rund 250.000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland helfen, die Zuhause ein Familienmitglied pflegen. Foto: Johanniter / Nadine Studeny Photography

„Als wir davon erfahren haben, riefen wir ein Projektteam zusammen, sahen uns in Deutschland um und suchten nach Angeboten für pflegende Kinder und Jugendliche“, erinnert sich Knüttel und erzählt weiter: „Die Suche nach spezialisierte Beratungsstellen war vergebens. Doch es wurde uns immer wieder von über 250.000 Betroffenen berichtet.“ Durch einen internationalen Austausch mit anderen Johanniter-Einrichtungen erfuhr das Projektteam von dem Projekt „superhands“ in Österreich. „In den letzten drei Jahren gab es zahlreiche Arbeitstreffen, in denen wir die Strukturen und den umfangreichen Inhalt auf Deutschland angepasst und teilweise erweitert haben“, reflektiert Knüttel und sagt zufrieden: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“

Weitere Informationen über das neue Johanniter-Projekt gibt es auf der Internetseite www.superhands.de. Die individuelle Beratung durch unsere Pflegefachkräfte findet jeden Dienstag und Donnerstag jeweils von 15 bis 17 Uhr unter der kostenfreien Hotline 0800 78 73 74 2 statt. Außerhalb der Zeitfenster kann das Beratungsteam von superhands per E-Mail unter superhands@johanniter.de erreicht werden.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. ist mit rund 22.000 Beschäftigten, mehr als 37.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und rund 1,3 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft.
Allein in der Pflege betreibt die Johanniter-Unfall-Hilfe deutschlandweit 134 ambulante Pflegedienste mit mehr als 3.000 Mitarbeitern. In 104 Einrichtungen des Betreuten Wohnens kümmern sich die Johanniter um deren Bewohner, wenn diese Hilfe benötigen. In 23 ambulanten und stationären Hospizdiensten begleiten Johanniter Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Mehr Informationen rund um das Thema Pflege gibt es auch unter www.johanniter.de/dienstleistungen/pflege-und-beratung/.

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