In Franken verwurzelt, in der Welt unterwegs

Kräuter Mix aus Abtswind feiert 100. Geburtstag und beschenkt andere

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Eine bewegende Reise – Christoph Mix (Mitte)
wurde in Indien mit offenen Armen empfangen. Foto: ©privat

2017 war für das Familienunternehmen Kräuter Mix ein einschneidendes Jahr. Mit nur 27 Jahren verunglückte Juniorchef Steffen Mix bei einem Autounfall. Sein Verlust hat Angehörige, Kollegen und Freunde tief bestürzt und dazu veranlasst, sein Andenken in besonderer Form zu bewahren. Bei Geschäftsreisen hatte der junge Mann hautnah erfahren, unter welchen schwierigen Bedingungen Kinder und Jugendliche in benachteiligten Ländern leben. Hilfsorganisationen lagen ihm am Herzen und fanden seine Unterstützung.

Zum 100-jährigen Bestehen des in dritter und vierter Generation geführten Unternehmens erinnerten die Geschäftsführer Christoph und Bernhard Mix sowie Silke Wurlitzer an den gemeinnützigen Verein „Mix for Kids“, der seit seiner Gründung im April 2018 soziale Projekte von Kindern und Jugendlichen in Indien, Albanien und Deutschland unterstützt. Dass aus Kleinem Großes werden kann, hat Kräuter Mix selbst in den vergangenen 100 Jahren bewiesen. Die einstige kleine Kräuterhandlung erzielt heute einen Jahresumsatz von 115 Millionen Euro und einen Exportanteil von über 50 Prozent.

„Wir sind in Franken verwurzelt und in der Welt unterwegs“, so Bernhard Mix, der zusammen mit seinem Vater die Geschicke der Firma lenkt. Zum runden Geburtstag spendete Kräuter Mix 10.000 Euro an „Mix for Kids“. Wo dieses Geld ankommt, weiß man in Abtswind genau. In der indischen Region Gujarat etwa fließt dieses an ein Waisenhaus für Straßenkinder, an Frauen in einer Selbsthilfegruppe, die ihren Lebensunterhalt durch die Herstellung von Gewürzmischungen verdienen, an eine Schule sowie in ein Projekt, dessen Ziel darin liegt, die Lebensqualität von Stammesvölkern zu verbessern.

Im Waisenhaus in Vadodara werden Kinder im
Alter ab fünf Jahren von den Don-Bosco-Padres versorgtund erhalten auch eine Schulbildung. KräuterMix-Geschäftsführerin Silke Wurlitzer (rechts im Bild) hat sich selbst vor Ort davon überzeugt, und war schwer beeindruckt von dem Engagement der Padres, die für diese Kinder alles geben. Foto: ©privat

„Bei allen diesen Projekten wollen wir dauerhaft helfen“, erklärt Silke Wurlitzer, die sich vor eineinhalb Jahren selbst ein Bild vor Ort machen konnte. Intensiv hätten sie sich mit dem Land und den Menschen dort auseinandergesetzt und sich letztlich dafür entschieden, Don-Bosco-Projekte in Vadodara zu unterstützen. „Das sind Padres, die leben für diese Kinder. Sie arbeiten 24 Stunden, sieben Tage die Woche im Waisenhaus. Das ist ihre Erfüllung“, begründet Wurlitzer die Entscheidung. Wie der Verein schreibt, gebe es in Indien rund zehn Millionen Straßenkinder, die ohne Eltern aufwachsen. Einen Eindruck davon hat sich auch Christoph Mix verschafft. Erst kurz vor dem Jubiläumsfest in Abtswind war er nach Indien, woher Kräuter Mix etwa Zwiebeln, Flohsamen und Bockshornsamen bezieht, gereist.

„Wenn wir von dort Rohstoffe holen, ist das auch eine Art Unterstützung. Davon profitiert das Land.“ Sich im Speziellen bei „Mix for Kids“ zu engagieren, sei jedoch ein persönliches Anliegen. Er habe ihn sehr berührt, der Besuch des Waisenhauses in Indien, das derzeit rund 70 Kinder beherbergt. Auch die Gewürzfrauen hat Christoph Mix getroffen. Für den Export seien deren Erzeugnisse zwar nicht geeignet. Aber der Verkauf der Gewürzmischungen reicht für die Sicherung ihres Lebensunterhalts. Hilfe zur Selbsthilfe werde hier geleistet, was in diesem Fall sehr viel wichtiger sei, so der Seniorchef.

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