Heilung aus dem Gartenbeet

Wie heimische Kräuter die Gesundheit unterstützen können

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„Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies“, sagt die Essayistin Aba Assa. Dem stimmen Gertrud Leumer, Dipl. Ing. (FH) Landespflege und Gärtnerin in sechster Generation, sowie Garten- und Landschaftsplanerin Frauke Gabriel zu. Die beiden Bambergerinnen haben sich vollends diesem besonderen Ort verschrieben. Denn sie wissen: Ein Garten ist nicht nur hübsch anzusehen. Er kann auch Hilfe bieten, wenn es um die Gesundheit geht.

„Sauerampfer ist eine der ersten Pflanzen, die wir im Frühjahr entdecken“, erklärt Frauke Gabriel. „Dieser ist reich an Vitamin C und Eisen.“ In Bamberg kultiviert sie gemeinsam mit Gertrud Leumer den Kultur-Sauerampfer, der weniger Oxalsäure enthalte, weshalb die Blätter später geerntet werden könnten. „Er eignet sich für eine Frühjahrskur und erfrischt durch sein erstes Grün nach dem Winter“, so Leumer, Inhaberin einer Kräutergärtnerei in Bamberg. Und auch als Arznei komme das Sauerampferkraut zum Einsatz. Darin enthalten sind unter anderem Kleesalz, freie Oxalsäure, Rumicin, Vitamin C und Gerbstoffe.

Begeistert ist Gabriel auch vom Lavendel. Sie unterscheidet: Es gäbe echten Lavendel, der auch als Medizinal-Lavendel bezeichnet werde, und wild wachse. Er gedeiht in Frankreich oberhalb von 800 Metern und käme daher auch bei uns gut zurecht, im Gegensatz zum Provence-Lavendel, der sich durch intensiven Kampfer-Duft auszeichne. Gabriel bevorzugt den deutlich feineren, echten Lavendel, „der in der Aromatherapie zur Entspannung eingesetzt wird“. Das ätherische Öl eigne sich auch zum Inhalieren, etwa bei Erkältungskrankheiten. „Es wirkt stark antiviral, antibakteriell, desinfizierend und wundheilfördernd.“

Zum Einsatz kommen könne das Öl daher auch bei kleinen Wunden – auch leichten Brandwunden – oder Herpesbläschen. Einen besonderen Tipp hat sie für junge Eltern. Statt Zwiebelsäckchen helfe den Kleinen bei Ohrenschmerzen oft auch Lavendelöl. Ein echter Klassiker ist Minze.

„Die meisten kennen Pfefferminze“, so Gabriel. „Das ist aber nur eine von über 200 bekannten Minzarten.“ Sie teilt vereinfacht in Frucht- und Mentholminzen auf. Letztere würden vor allem als Heilpflanzen eingesetzt. Die Expertin empfiehlt diese als Tee bei Erkältungskrankheiten und Völlegefühl. Aber Achtung: „Wer zu viel davon trinkt, kann eventuell Magenprobleme bekommen“, sagt Leumer. Das Öl wiederum wirke belebend, kühlend und dadurch sogar etwas betäubend, wissen die Frauen. Minze sei etwa bei Kopfschmerzen zuträglich oder zur Steigerung der Konzentration. Wer unter Übelkeit beim Autofahren leide, sei daher nicht nur mit Ingwer, sondern auch mit Minzöl gut beraten.

Interessant finden die Kräuterfrauen auch den Thymian. Er sei heimisch und könne daher wild gesammelt werden. „Er spielt vor allem bei Husten und Schleimlösung eine Rolle. Hier wird er als Tee eingesetzt.“ Die Ziehzeit betrage zehn bis 15 Minuten. „Bei Heilpflanzen geht übrigens immer die frische oder die getrocknete Variante“, so Gertrud Leumer.

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