Food Freedom

Ernährung, die dem Bauchgefühl vertraut

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Über den großen Teich schwappt ein Ernährungskonzept nach Deutschland rüber, das eigentlich neuer Wein in alten Schläuchen ist: „Food Freedom“. Dieses setzt auf Intuitives Essen, nicht auf strikte Diäten zum Abnehmen, sondern auf Zufriedenheit mit dem eigenen Essverhalten, auf Genuss, auf das Hunger- und Sättigungsgefühl und eine große Auswahl an Lebensmitteln. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat dazu 2025 ein Faktenblatt veröffentlicht unter dem Titel „Intuitiv essen – Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!“1 Wenn der Kopf den Speiseplan erstellt, so die Ökotrophologin und Autorin Jutta Kamensky, bleibe der Genuss auf der Strecke. Lust und Leichtigkeit seien wieder angesagt, jenseits von Selbstoptimierung. Wenn man auf den Bauch hört, könne man endlich wieder entspannt und gleichzeitig gesund essen. Intuitives Essen meint, auf die Signale des Körpers zu hören, wann er welches Essen in welcher Menge braucht. Die Vorteile für das psychische Wohlbefinden seien dabei enorm: weniger emotionales Essverhalten, seltener Essstörungen, eine größere Auswahl an Lebensmitteln, eine bessere Körperwahrnehmung, ein entspanntes Verhältnis zum Essen und dadurch mehr Genuss. Kamensky führt an, dass der Body-Mass-Index beim intuitiven Essen erwiesenermaßen niedriger liege als bei strengen Diäten. Der Grund: Es werde insgesamt weniger Energie aufgenommen, da nur bei körperlichem Hunger und bis zur Sättigung gegessen werde. Darüber hinaus seien die Blutfette niedriger und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sinke. Intuitiv essen ist ein Prozess, bei dem das eigentlich natürlich angeborene Essverhalten neu gelernt werden muss. Das geht nicht von heute auf morgen, das erfordert bisweilen Geduld. Nach den Begründerinnen des Konzepts „Intuitives Essen“, Evelyn Tribole und Elyse Resch, gebe es zehn Prinzipien für Intuitives Essen: Diätmentalität ablegen, Hunger honorieren, Frieden schließen mit Lebensmitteln, der Essenspolizei den Kampf ansagen, Sättigung spüren, den Genussfaktor entdecken, das Bewältigen von Gefühlen ohne Einsatz von Essen, den Körper respektieren, Freude an Bewegung und somit die Gesundheit durch sanfte Ernährung erhalten. Die Ernährungstherapeutinnen setzen dabei auf Achtsamkeit, den Abbau von Diät-Glaubenssätzen und die Wiederentdeckung körpereigener Signale. Die Regeln beim Intuitiven Essen sind so eindeutig wie einfach: es gibt keine! Das bedeutet im Umkehrschluss selbstredend natürlich nicht, sich unkontrolliert Chips, Fast Food und Sahnetorte einzuverleiben, vor allem nicht bei ernährungsbedingten Krankheiten wie etwa Diabetes oder Zöliakie. Der Selbstfürsorge zuliebe sollte man seine Gesundheit bei aller Intuition schon noch im Hinterkopf haben. Wenn man wieder gelernt hat, beim Essen seinem Bauchgefühl zu vertrauen, stelle sich die bewusste, gesunde Ernährung von ganz alleine ein.

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