Unter www.lebensmittelwarnung.de finden Verbraucherinnen und Verbraucher ein leicht handhabbares Navigationssystem durch den Dschungel aktuell beanstandeter Produkte. Jeder kann mit ein paar Klicks nachsehen, welche Kosmetika, Bedarfsgegenstände und vor allem welche Lebensmittel momentan zurückgerufen werden. In Bayern gab es 2025 insgesamt 213 Einträge, teilt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Auch mehrere Bio-Produkte waren betroffen. So wurde heuer im Frühjahr im Kichererbsenmehl einer hessischen Firma das in der EU nicht mehr zugelassene, gesundheitsschädliche Insektizid Chlorpyrifos nachgewiesen. Am 28. April rief das Unternehmen deshalb sein Produkt zurück. Solche Rückrufe, erläutert Aleksander Szumilas vom LGL, müssen öffentlich im Internet, in den Medien, im Rundfunk oder als Aushang in den Geschäften veranlasst werden. Die Auflistung im Portal „Lebensmittelwarnung” stelle ein zusätzliches Angebot dar. Der Pressetext eines Großhändlers aus dem Münsterland, der gemahlenen Kreuzkümmel zurückrief, wurde im Mai gleich in mehreren Medien abgedruckt. Hier war das Produkt mit Pestizidrückständen belastet. Dies wurde bei Qualitätskontrollen festgestellt. Eine sächsische Firma rief etwa um die gleiche Zeit eine Nuss-Nougat-Creme zurück, weil in einzelnen Chargen Salmonellen festgestellt wurden. Dies kann vor allem für Kleinkinder und Seniorinnen und Senioren gesundheitlich gefährlich sein. Ein Bio-Großhändler aus dem Münsterland rief zeitgleich einen Bio-Sojajoghurt zurück. Hier hatte sich herausgestellt, dass sich wahrscheinlich Hartplastikteile im Produkt befinden. Lebensmittelrückrufe sind also alles andere als rare Ereignisse. Aktuell ist sogar eine etwas höhere Anzahl betroffen. Laut LGL gab es im Jahr 2021 insgesamt 193 Rückrufe, die auch den Freistaat betrafen. 2025 waren es 213. Von den Bioprodukten war heuer ein Basmati-Reis-Mix betroffen. Hier wurden erhöhte Gehalte des Schimmelpilzgiftes Aflatoxin festgestellt. In Bio-Moringa-Kapseln kamen Salmonellen vor. Die Firma „Ökoland“ musste kürzlich Brühen zurückrufen, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass einzelne Gläser Glassplitter enthielten.
Salmonellen in der Nougat-Creme
Das Portal „Lebensmittelwarnung” ruft gesundheitsgefährdende Produkte zurück
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