Verdauung, die dauert

Diät- und Ernährungsberaterin Lisa Marie Härth über Lebensmittel, die lange im Magen liegen

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Kurz vor dem Schlafengehen sollte man kein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, und auch lieber nichts Scharfes und allzu Fettes essen. „Besser wäre am frühen Abend etwas Kleines und Leichtes zu sich zu nehmen”, sagt die Würzburger Diät- und Ernährungsberaterin Lisa Marie Härth. „Magenkrummeln“ und Völlegefühl können mehr als nur unangenehm sein. Der Grund: Lebensmittel liegen über Nacht im Magen. Härth rät auch vor dem Knabbern von Nüssen beim Fernsehschauen ab. Denn bis die verdaut sind, das dauere. Während Menschen mit robuster Konstitution solche Hinweise mit einem Achselzucken quittieren, sei es vor allem für jene, die rasch unter Völlegefühl und Blähungen leiden, sinnvoll, um die Verdauungszeit von Lebensmitteln zu wissen. „Je energiedichter, fetter, eiweißreicher oder zäh-viskoser ein Speisebrei ist, desto langsamer entleert sich der Magen“, erläutert die Fachfrau. Ebenso wie Nüsse benötigen Mandeln und Pistazien, aber auch die Avocado recht viel Zeit, bis sie verdaut sind. Am stärksten wirke Fett hemmend auf die Entleerung des Magens. Pommes, Burger oder Käsegerichte benötigen zum Verdauen also ebenfalls ziemlich viel Zeit. Wem es Freude macht, einen Burger mit Pommes zu essen, sollte sich hierauf einstellen. Wobei Fett nicht der einzige Faktor sei, der darüber entscheidet, wie lange die Verdauung dauert: „Auch viskose Fasern verlangsamen die Magenentleerung.“ Das betreffe beispielsweise Haferschleim, Flohsamen oder Smoothies. Überhaupt sollte man Getränke mit in den Blick nehmen. „Kalorienhaltige Säfte verlangsamen die Entleerung gegenüber Wasser“, so die Ernährungsberaterin. Klare Brühe wiederum passiert den Magen ähnlich schnell wie Wasser. Für bestimmte Tätigkeiten ist es nötig, dass man sich nach der Mahlzeit gestärkt und auf längere Zeit hinaus satt fühlt. Man denke an körperlich anstrengende Jobs. Diesen Effekt haben Lebensmittel wie beispielsweise die Avocado, die länger im Magen liegt. Allerdings komme es auch noch auf die Zubereitung an, erläutert Härth am Beispiel der Kartoffel. Bis eine Ofenkartoffel verdaut ist, könne eine ganze Weile dauern. Beim Kartoffelpüree gehe das im Vergleich dazu rasch. Je größer die Partikel sind, umso langsamer funktioniere die Verdauung. Bei zu großen Partikeln werde zum Teil das Fett nur unvollständig freigesetzt. Während das Tier eine Pflanze in sich hineinfuttert, so, wie sie dasteht, bereite der Mensch seine Speisen gewöhnlich zu. Und das sei gerade in Bezug auf die Verdauung auch wichtig. Lisa Marie Härth empfiehlt, Gemüse zu dämpfen, zu dünsten oder schonend zu garen. Hülsenfrüchte sollte man einweichen, danach abspülen und dann erst kochen, zum Beispiel druckgaren. Dadurch würden Bestandteile reduziert, die beispielsweise Blähungen verursachen können. 

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