Datum/Zeit
23.06.2026
19:30 – 21:00
Veranstaltungsort
Kurhaus
Die Covid-Pandemie hat bei vielen Betroffenen zu langanhaltenden Beschwerden geführt: anhaltende Erschöpfung, Atemnot schon bei geringer Belastung, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie vor allem chronische Müdigkeit (Fatigue). Kommt es nach einer körperlichen oder psychischen Anstrengung zu einer länger anhaltenden Verschlechterung dieser Energielosigkeit, sprechen wir von einer „post-exertional malaise (PEM)“.
Die Forschung zu COVID und Long/Post COVID hat zugleich eine schon länger bekannte, bislang aber wenig erforschte Erkrankung stärker ins Blickfeld gerückt: die Myalgische Encephalomyelitis/das Chronic Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Diese von der WHO als neurologische Erkrankung eingestufte Störung weist viele Überschneidungen mit Long-Covid-Symptomen auf. Typisch sind schwere Erschöpfung, Schlafstörungen, Schmerzen sowie Probleme mit Aufmerksamkeit, Kreislauf und Belastbarkeit im Alltag.
Daneben können andere Ursachen chronischer Müdigkeit vorliegen, etwa obstruktive Schlafapnoe (OSAS), tumorassoziierte Fatigue nach Chemo- oder Strahlentherapie oder Depressionen.
Trotz wachsender Forschung gibt es bisher keine zugelassene, gesicherte Therapie. Neben seriösen, forschungsbasierten Behandlungsansätzen entsteht ein wachsender Markt fragwürdiger, pseudowissenschaftlicher Angebote.
Der Vortrag gibt einen verständlichen Überblick über den aktuellen Wissensstand zu Long Covid und ME/CFS – über typische Beschwerden, mögliche Hintergründe und derzeit diskutierte Behandlungs- und Unterstützungsansätze – und bietet anschließend Raum für Fragen und Austausch.
Der Vortrag „Long/Post-Covid und ME/CFS – mehr als nur Müdigkeit?! Was wir wissen und was wir tun können“ findet in der Reihe „Arzt im Gespräch“ statt und wird vom Institut für Bad Mergentheimer Kurmedizin, Gesundheitsbildung und medizinische Wellness organisiert.