Die moderne Welt hat die Bodenhaftung verloren. Der Technikfortschritt schneidet den modernen Menschen von der Natur ab. Kinder spielen nicht mehr draußen im Freien, sondern verbringen ihre Zeit lieber allein zuhause beim Daddeln. Laut der OECD1 führt Deutschland im internationalen Vergleich die Tabelle des Medienkonsums bei Kindern und Jugendlichen an. Die Studie weist darauf hin, „dass dieser das Risiko für Depressionen, Angstzustände, Einsamkeit, schulische Schwierigkeiten, Probleme mit dem eigenen Körperbild und Schlafstörungen erhöht.“ Bei den Erwachsenen sieht es nicht viel anders aus: Laut der ARD/ZDF-Medienstudie2 konsumieren erwachsene Deutsche im Schnitt 387 Minuten, also rund sechseinhalb Stunden, Medien am Tag. Davon entfallen etwa drei bis dreieinhalb Stunden auf die Smartphone-Nutzung. Die körperlichen Folgen von exzessivem Medienkonsum (mehr als fünf Stunden täglich) können Erschöpfung, Nervosität und Nackenprobleme sein. Und das ist erst die Spitze des Eisberges … Um hier möglichst schnell wieder Boden gutzumachen, sprich verlorene Energie und innere Ruhe wiederherzustellen, sei der direkte Kontakt zu Mutter Erde eine hervorragende Methode, so die einhellige Meinung von Expertinnen und Experten.3 „Grounding“ sei hier ein Mittel der Wahl, bei dem das Ziel die Regulierung der körpereigenen Energie durch die Erd-Energie ist. Ein einfaches Beispiel: „Barfußlaufen“. Der Grounding-Lehre zufolge sollen dabei Elektronen von der Erde auf den Körper übertragen werden und dort physiologische Prozesse beeinflussen. Aber auch Gärtnern, Waldbaden, Schwimmen in einem Natursee oder im Meer, Kraxeln in den Bergen sowie Qigong, Yoga oder Meditation in der freien Natur können diese Wirkung auf den Körper haben. Erdung soll dazu beitragen, dass der Sympathikus (aktivierende Teil des vegetativen Nervensystems, der den Körper in Leistungsbereitschaft versetzt) Pause macht, und der Parasympatikus (Ruhenerv) aktiviert wird. Die Grounding-Lehre geht davon aus, dass bei Naturkontakten etwa über die bloße Haut Elektronen von der Erde in den Körper übergehen und hier überschüssige freie Radikale binden. Studien zeigen eine antioxidative Wirkung beim „Grounding“, sprich Entzündungen würden weniger, Stress reduziert, Regeneration gefördert und der Schlaf verbessert. In der Lebenslinie I/2025 berichteten wir etwa über die Studie „Forest“ von der Professorin für Integrative Onkologische Medizin der Uniklinik Würzburg, Dr. Claudia Löffler, zum Waldbaden bei krebsbedingter Fatigue. Hier wird randomisiert untersucht, ob Waldbaden positive Effekte auf Schlafstörungen, Fatigue, Depressivität, Ängstlichkeit, Konzentrationsstörungen und Stressempfinden hat. Weitere Studien haben bereits belegt, dass der Kontakt zur Erde mithilfe bestimmter Erdungstechniken Bluthochdruck, Verspannungen, Kopfschmerzen und Angstzustände mildern sowie das Immunsystem stärken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann.4 Also, nichts wie los … zurück zur Natur! Quellen: 1Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), www.oecd.org/en/publications/how-s-life-for-children-in-the-digital-age_0854b900-en.html, 2 www.ard-zdf-medienstudie.de/getFile.php?from=globalInformation&id=23, 3 pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4378297, 4 pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21469913/
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