Saunabesuche fördern Entspannung und Kreislauf, können für Herzpatientinnen und -patienten jedoch Risiken bergen. Bei einem Saunagang mit 70 bis 80 Grad Celsius und einer Dauer von 15 bis 20 Minuten steigen Haut- und Körperkerntemperatur deutlich, Herzfrequenz und Herzleistung nehmen stark zu. Menschen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder Herzkranzgefäßerkrankungen sollten daher vor dem Saunieren ihre Kardiologin oder ihren Kardiologen konsultieren, um die Gefahr einer Überlastung einzuschätzen. Besonders risikoreich ist die abrupte Abkühlung durch Kaltwasser oder Schwallduschen, da sie Blutgefäße plötzlich verengen und den Blutdruck stark erhöht. Herzpatientinnen und -patienten sollten darauf verzichten. Stattdessen empfiehlt sich eine langsame Abkühlung, etwa durch Gehen in kühler Luft oder lauwarmes Duschen. Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit dürfen saunieren, wenn sie im Belastungs-EKG mindestens 75 Watt schaffen. Sie sollten mit kurzen, mäßig warmen Saunagängen beginnen, den Puls kontrollieren und währenddessen regelmäßig Flüssigkeit zuführen. Auf Alkohol und andere gefäßerweiternde Mittel ist zu verzichten. Für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie Herzschwache eignen sich niedrigere Temperaturen (45 bis 70 Grad Celsius), am besten in Dampfsaunen mit hoher Luftfeuchtigkeit, und kurze Aufenthalte (drei bis fünf Minuten) mit langsamer Steigerung. Menschen mit einer Herzschwäche sollten eine Belastbarkeit von mindestens 50, besser 75 Watt aufweisen und die ausgeschwitzten Elektrolyte frühzeitig ersetzen. Aufgüsse sind für Herzpatientinnen und -patienten nicht geeignet.
Weitere Informationen bieten Ratgeber der Herzstiftung, die kostenfrei unter
bestellung@herzstiftung.de erhältlich sind.