Auf Spurensuche

Matteo Haberkern und Bianca Meyer über Osteopathie und verborgene Zusammenhänge im Körper

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©Therapiehaus Ludwigstraße

„Entscheidend ist nicht die Herkunft einer Methode, sondern ob sie im jeweiligen Fall sinnvoll und zielführend eingesetzt werden kann“, sagt der osteopathische Therapeut Matteo Haberkern. Dieser Gedanke prägt die Arbeit des Würzburger Osteopathie-Teams im Therapiehaus Ludwigstraße, zu dem Haberkern und Bianca Meyer gehören. Statt nur schmerzende Körperregionen zu behandeln, suchen sie nach funktionellen Zusammenhängen zwischen Bewegungsapparat, Organen, Gewebe und Nervensystem. „Ziel ist es, die Beschwerden eines Menschen im Kontext aller miteinander verbundenen Körpersysteme zu betrachten“, erklärt Meyer. Ihr Fachgebiet, die Osteopathie, ist ein ganzheitliches manuelles Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Im Mittelpunkt stehe die Funktionsstörung, die aktuell den größten Einfluss auf andere Strukturen ausübt. Spannungen und Bewegungseinschränkungen können dabei Anpassungs- oder Schutzreaktionen des Körpers darstellen. Die Behandlung soll die Beweglichkeit betroffener Gelenke und Gewebe fördern und die natürlichen Regulations- und Selbstheilungsmechanismen unterstützen. Osteopathie bestehe aber nicht allein aus manuellen Techniken. Aufklärung, Bewegung und die aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten spielen eine wichtige Rolle. Eine osteopathische Therapie kann bei unterschiedlichen Beschwerden sinnvoll sein. Dazu zählen Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen sowie Beschwerden nach Sportverletzungen oder Operationen. Auch bei Kopf- und Kieferbeschwerden, bestimmten Formen von Schwindel, funktionellen Verdauungsproblemen oder Spannungsgefühlen im Bauchraum kann eine Behandlung erwogen werden. Weitere mögliche Anwendungsgebiete sind Sehnenbeschwerden, Fehl- und Schonhaltungen sowie Beschwerden während oder nach einer Schwangerschaft. Auch Säuglinge und Kinder können etwa bei funktionellen Asymmetrien oder Bewegungseinschränkungen osteopathisch untersucht werden. Ob eine osteopathische Therapie im Einzelfall sinnvoll ist und welche Techniken infrage kommen, entscheidet sich nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Wichtig sei jedoch: „Eine osteopathische Therapie ersetzt keine notwendige medizinische Diagnostik oder Behandlung“, betont Meyer. Bei frischen Knochenbrüchen, akuten Infektionen, Thrombosen sowie neurologischen oder kardiovaskulären Notfällen dürfe nicht osteopathisch behandelt werden. Auch starke ungeklärte Gewichtsabnahme, anhaltende Nachtschmerzen oder schwere Allgemeinsymptome seien für die Behandlung kontraindiziert. Für die Zahl der Termine gibt es kein starres Schema. „Ziel ist es stets, so viele Behandlungen wie nötig und so wenige wie möglich durchzuführen“, fasst Haberkern zusammen.

Fotos: ©Therapiehaus Ludwigstraße,
©depositphotos.com/@i3alda

 

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