Ein Leben lang beweglich

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. Matthias Blanke erklärt, wann Gelenkschmerzen abgeklärt werden sollten

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©Marc Hanson

Es zwickt im Knie, die Schulter schmerzt, der Daumen will nicht mehr so recht: Gelenkbeschwerden können von Kopf bis Fuß auftreten. Welche Ursachen dahinterstecken und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, steht auch beim „Tag der Orthopädie“ am 15. November im Leopoldina-Krankenhaus im Mittelpunkt. Die Lebenslinie hat sich schon vorab schlau gemacht. In der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Leopoldina-Krankenhaus unter Chefarzt Dr. Matthias Blanke reicht das Spektrum vom ausgekugelten Kiefer bis hin zur Beckenfraktur. Besonders häufig betroffen seien bei Verletzungen das Hand- und das Sprunggelenk, bei Erkrankungen vor allem Knie und Hüfte. Doch auch Schulter und Daumensattelgelenk rücken stärker in den Blick. „Die Patientinnen und Patienten sind nicht mehr bereit, mit diesen Einschränkungen zu leben“, sagt der Chefarzt. Damit stellt sich für viele die Frage: Wann ist ein Schmerz mehr als eine vorübergehende Überlastung? Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sagt: „Wenn ein Schmerz die Dauer einer Woche überschreitet und deutlich einschränkt, ist der Zeitpunkt gekommen, diesen abklären zu lassen.“ Dabei sei nicht immer das Gelenk selbst die Ursache. Schmerzen können ebenso von Muskeln, Sehnen oder Nerven ausgehen. Auch Gicht oder rheumatoide Arthritis kämen infrage. Knieschmerzen können ihren Ursprung in der Hüfte haben. „Sie brauchen Medizinerinnen und Mediziner, die über das Ganze hinausblicken“, betont Dr. Blanke. Gerade bei Arthrose zeige sich, wie wichtig dieser umfassende Blick ist. Neben dem Knorpelverschleiß spielen auch genetische Voraussetzungen, der Lebensstil und Stoffwechselerkrankungen eine Rolle. So unterschiedlich die Ursachen sind, so klar sei eine seiner wichtigsten Botschaften: Gelenke brauchen Belastung. Zwei- bis dreimal pro Woche empfiehlt Dr. Blanke eine Sportart, die Freude macht und deshalb dauerhaft ausgeübt wird. Besonders geeignet sei Krafttraining mit geführten Bewegungen. Schwimmen tue zwar gut, reiche allein jedoch nicht aus, um etwa einer Osteoporose entgegenzuwirken, da im Wasser die Wirkung der Schwerkraft fehlt. Wie viel Bewegung der Körper leisten kann und wie wichtig eine gezielte Betreuung ist, erlebt Dr. Blanke auch im Spitzensport. Er und sein Team betreuen unter anderem den 1. FC Schweinfurt 05 und die Schweinfurter Eishockeymannschaft Mighty Dogs. Zuvor behandelte er Profis des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. Diese Erfahrungen fließen auch in die Versorgung anderer Patientinnen und Patienten ein. Denn reichen Bewegung und konservative Behandlung nicht mehr aus, stehen heute verschiedene gelenkerhaltende Verfahren zur Verfügung. Ist der Knorpel nur stellenweise geschädigt, können Defekte zum Beispiel mit einem Trägermaterial und körpereigenen Zellen aufgefüllt werden. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Dr. Blanke. Voraussetzung jedoch sei, dass an den Rändern noch gesunder Knorpel vorhanden ist. Der Heilungsprozess dauere etwa ein halbes Jahr. Ist ein Gelenk dagegen vollständig zerstört und geht dadurch immer mehr Lebensqualität verloren, könne ein künstliches Gelenk zum „Game-Changer“ werden. Welche Möglichkeiten die moderne Orthopädie heute bietet, erklärt Dr. Blanke unter anderem beim Arzt-Patienten-Seminar „Gelenkbeschwerden von Kopf bis Fuß“. Dieses findet am 13. Oktober von 18 bis 19.30 Uhr im Konferenzraum B 81, 8. Obergeschoß, im Leopoldina statt. Dort dreht sich alles um konservative Verfahren, Knorpeltherapien und Gelenkersatz. Und damit um die Frage, die viele Betroffene bewegt: Was hilft, damit Bewegung möglichst lange selbstverständlich bleibt?

Neben dem Arzt-Patienten-Seminar „Gelenkbeschwerden von Kopf bis Fuß“ am 13. Oktober, gibt es am 15. November von 10 bis 14 Uhr noch den „Tag der Orthopädie“ im Leopoldina bei freiem Eintritt, www.leopoldina-krankenhaus.com

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