Ein Streichholz, das von beiden Seiten abbrennt

Geschäftsführer Matthias Graeber über ambulante Rehabilitation im Reha- und Gesundheitszentrum Impuls

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Sandra K.* bekam vor vier Jahren unerträgliche Rückenschmerzen, die ins rechte Bein ausstrahlten und ihren Arbeitsalltag so gut wie unmöglich machten. Diagnose: Bandscheibenvorfall! Eine OP kam für sie erst einmal nicht in Frage. Sie wollte den konservativen Therapieweg gehen und absolvierte drei Wochen lang (täglich von 8 bis 15 Uhr inklusive Mittagspause) eine ambulante Rehabilitation im Reha- und Gesundheitszentrum Impuls im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld. Zunächst erfolgte ein Anamnesegespräch mit einem Orthopäden im Therapiezentrum, der zugeschnitten auf ihr Krankheitsbild einen individuellen Rehaplan erstellte. „Täglich waren Sportstunden mit Muskelkräftigung und Dehnungsübungen angesagt, aber auch Entspannung und ­manuelle Therapie, sowie ­Nordic Walking und ­begleitende Gespräche beim Psychologen“, erzählt Sandra. „Dazu kamen noch Vorträge etwa über gesunde Ernährung und Stressbewältigungs-Techniken“, so die Reha-Patientin. Am Ende des Therapietages sei man ganz schon müde gewesen, aber angenehm müde. „Es hat mir so viel gebracht, und außerdem bis dato die OP erspart“, freut sich Sandra. Sie habe nach der Reha täglich kleine Übungen aus dem Programm in ihren Alltag eingebaut, ihre Ernährung umgestellt (weitgehender Verzicht auf Weißmehl, Zucker, Fleisch und Alkohol) und öfter einmal kleine Pausen eingelegt. Vor Kurzem habe sie die Reha-Maßnahme wiederholt, um den Status-Quo aufrechtzuerhalten. „Überrascht war ich ­beispielsweise davon, wie schwer seelische ­Probleme auf dem Rücken lasten können … als wenn ein Streichholz von beiden Seiten abbrennt“, sagt Sandra. Von der ganzheitlichen Sicht auf die Krankheit, die ihr hier vermittelt wurde, habe sie sehr viel profitiert! „Eine Patientin wie Sandra K. mit Bandscheibenvorfall hat bei einer ambulanten Reha stets einen Termin bei unseren Psychologinnen oder Psychologen, weil das Krankheitsbild immer in eine größere Geschichte eingebettet sein kann, … weil der Mensch eben nicht nur ein körperliches Wesen ist“, betont Impuls-Geschäftsführer Matthias Graeber. Wenn bei einem Bandscheibenvorfall weder Darm noch Blase betroffen sind, und keine Ausfallerscheinungen vorliegen, habe die konservative Therapie eine hohe Erfolgsquote, so Graeber. Und das Impuls Reha- und Gesundheitszentrum hat das sogar schriftlich bekommen: Beim Ranking der Reha-Kliniken auf der Seite der Deutschen Rentenversicherungen rangiert Impuls unter 830 Reha-Kliniken in Deutschland auf Platz 7. Impuls ist zugelassen für den Bereich Orthopädie und Traumatologie. Es geht hier also um den Bewegungsapparat. Die Indikationen seien vielfältig. „In erster Linie differenzieren wir: Obere oder untere Extremität … obere Extremität wäre jetzt Schulter als Beispiel, untere Extremität etwa das Bein, der Fuß. Und dementsprechend wird das Programm zugeschnitten“, so Matthias Graeber. Natürlich gebe es auch Module, die alle Reha-Patientinnen und -Patienten durchlaufen wie die begleitenden Vorträge zu Ernährung oder Stressmanagement. Im Impuls kümmern sich aktuell 130 υ υ Mitarbeitende um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Maßnahme, darunter insgesamt acht Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen Orthopädie und Unfallchirurgie sowie aus der Allgemeinmedizin. Dazukommen drei Mitarbeitende aus den Fächern Psychologie und sechs aus der Ergotherapie sowie knapp 30 Physiotherapeutinnen und -therapeuten. Das Team wird vervollständigt durch drei Diätassistentinnen, drei Krankenschwestern sowie Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der medizinischen Trainingstherapie. „Wer hier eine Reha absolviert, hat einen Aufnahmetermin, eine Visite in der Mitte der Reha und einen Abschlusstermin bei einer oder einem unserer Ärztinnen oder Ärzte, die akribisch den Therapiefortschritt begleiten und dokumentieren“, so Graeber. Eine Ärztin oder ein Arzt sei dabei immer federführend verantwortlich, zu gucken, welche Problemlage vorhanden und welches Programm hier passgenau ist, um die Patientin oder den Patienten entweder wieder fit für den Job zu machen oder Pflege zu verhindern, wenn man schon in Rente ist. Es gebe unterschiedliche Arten der ambulanten Reha, etwa die medizinisch beruflich orientierte Anschlussbehandlung nach einer OP, wo man mit simulierten Kulissenarbeitsplätzen versucht, Menschen wieder fit für ihre Arbeitsplätze als Dachdecker oder Krankenschwester zu machen. Dann die konservative Reha zum Beispiel bei Rückenproblemen oder die verhaltensorientierte Reha etwa bei Burn-out. Pro Jahr durchlaufen rund 1.000 Patientinnen und Patienten das ambulante Reha-Programm von 15 bis 17 Therapietagen im Impuls Reha- und Gesundheitszentrum, bei dem sie am Ende jeden Tages wieder zu Hause sind. Für viele, auch für Sandra K., war das ein entscheidendes Kriterium, an der Maßnahme überhaupt teilnehmen zu können. Sandra beispielsweise hatte neben ihrer Arbeit auch familiäre Verpflichtungen, die es ihr nicht erlaubt hätten, drei Wochen weiter entfernt stationär eine Reha zu absolvieren. „Trotz der schlimmen Schmerzen … ich glaube, wenn es nur die stationäre Reha-Möglichkeit gegeben hätte, ich hätte es nicht gemacht“, sagt Sandra. Und so sei es wichtig für die Wiederherstellung der Gesundheit, dass der Reha-Moment nicht nur für die Indikation, sondern auch für die private Situation passgenau ist, weiß Matthias Graeber.  

* Name von der Redaktion geändert

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