Notärzte in Not

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„Streik ist keine Option für uns“, betont Professor Peter Sefrin, Vorsitzender der agbn.

Denn der Kampf gegen die zu Jahresbeginn in Kraft getreten Honorarreform für Ärzte im Notdienst, beschlossen von der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen, dürfe nicht auf den Rücken der Patienten ausgetragen werden.

Andererseits haben Notärzte in Würzburg durch die höhere Bereitschaftspauschale (32 Euro in der Stunde), die vor allem den Kollegen auf dem Land zugute kommt, und der Halbierung der Einsatzpauschale von 91 auf 45 Euro bisweilen bis zu 50 Prozent weniger Vergütung für ihren Dienst.

Dieser Notarztdienst ist eine freiwillige Leistung von Klinikärzten und niedergelassenen Ärzten in ihrer Freizeit.

„Wenn es dabei bleibt, werden wir Schwierigkeiten bekommen, Notärzte zu finden, die rund um die Uhr den Notarztdienst in Würzburg aufrechterhalten“, stellt Dr. Thomas Jarausch, Regionalvertreter der unterfränkischen Notärzte, in einer öffentlichen Bekanntmachung fest.

Dass ein gerufener Schlüsseldienst am Wochenende für seine Dienstleistung mehr bekommt als ein gerufener Notarzt zeigt eine Werteverschiebung in unser Gesellschaft an, die bedenkliche Züge trägt.

Das findet auch Dr. Peter Sefrin, der sich bereits im Mai 2013 in einem Brief an das Staatministerium des Innern vehement gegen diese Reform ausgesprochen hat: „Wir werden uns mit zunehmend lauteren Schritten an die Öffentlichkeit wenden, dabei aber niemals die Belange unserer Patienten als Pfand gegen die Demontageversuche am Bayerischen Notarztdienst verwenden.

Im Gegenteil, wir sind es, die für die Interessen unserer potenziellen Patienten einstehen und deren Sicherheit nicht selten auf Kosten unserer eigenen Gesundheit gewährleisten.

Wer aber bewusst oder unbewusst, aus welchen Beweggründen auch immer, durch ein unerhört sinnloses Verwaltungsgebaren den Bayerischen Notarztdienst heimlich still und leise zum Auslaufmodell sabotiert, wird nicht unerhört bleiben… dafür haben wir nicht nur ein Martinshorn!“

Gut gebrüllt, Löwe!

Die 50 Prozent weniger für einige Würzburger Notärzte sind bereits vom Tisch. Einer Begrenzung auf maximal 15 Prozent Einbußen wurde stattgegeben.

Diese muss nicht beantragt werden, wie ursprünglich geplant, sondern wird automatisch ausgeglichen, so Sefrin.

Dass es hier nicht primär ums Geld gehe, sondern um Wertschätzung einer freiwilligen Leistung, belege auch die Tatsache, dass sich nur ein Würzburger Notarzt von 60 aufgrund des neuen Honorargesetzes aus dem Dienst verabschiedet habe, sagt Dr. Peter Sefrin.

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