In der eigenen Kraft bleiben

Heilpraktikerin Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg über Homöopathie und Schüßler-Salze als Unterstützung für Hebammen und Schwangere

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Dieses Buch ist für mich wichtig, weil Frauen viele allopathische Mittel nicht nehmen können, wenn sie schwanger sind, außer die begleitende Ärztin oder Arzt gibt das Arzneimittel für die besondere Situation frei. Hier profitiert die Naturheilkunde“, sagt Angelika Gräfin Wolffskeel über ihren „Praxisratgeber Schwangerschaft“. Seit mehr als 29 Jahren ist sie Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Großrinderfeld. Für sie gilt der Anspruch, möglichst viel aus der Naturheilkunde und aus der Erfahrung erfahrener Hebammen weiterzugeben. Gemeinsam mit der in München lebenden Hebamme Erzsébet Reisinger hat sie nun das Thema „Homöopathie und Schüßler-Salze in der Hebammenarbeit“ fokussiert. „Die meisten Schwangeren suchen sich von Anbeginn eine Hebamme als Begleiterin. Sie können hier zweigleisig fahren, zum einen können sie auf die Erfahrung der Hebamme, zum anderen auf die der Gynäkologin oder des Gynäkologen zurückgreifen“, betont Gräfin Wolffskeel. Sie ist überzeugt, dass dieser Ansatz zum Wohle aller sei: „Die erfahrene Hebamme weiß, dass weder die Homöopathie noch die Schüßler-Salze kontraindiziert in der Schwangerschaft sind.“ Wichtig sei aber, dass parallel immer eine differenzialdiagnostische Abklärung durch die Ärztin oder den Arzt stattfindet, wenn Beschwerden auftreten.“ Am Beispiel Sodbrennen in der Schwangerschaft macht Gräfin Wolffskeel deutlich, wie entscheidend das genaue Hinsehen in dieser besonderen Zeit ist. „Eine Ursache könnte sein, dass die Gebärmutter wächst und Druck auf den Magen ausübt. Es kann aber auch sein, dass Progesteron einen starken Einfluss hat. Die Symptome sind saures Aufstoßen, Völlegefühl, brennende Schmerzen, manchmal ein Hitzegefühl im Hals.“ Die Schwangere werde hierzu genau befragt. „Wenn sie sagt, das Sodbrennen tritt vor allem nach fettem Essen oder nach Eis, nachts, mit Blähungen und Winden auf, dann ist Rubinia pseudoacacia das Mittel der Wahl.“ Habe sie aber Magenbrennen und saures Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, anfallsartig, vielleicht immer zur gleichen Uhrzeit, dazu Migräne und eine schlechte Grundstimmung, dann wäre Iris versicolor das Mittel der Wahl. „Dr. Wilhelm Schüßler, der Begründer der Lehre der Schüßler-Salze würde sagen, deine Säuren stimmen nicht. Dann arbeiten wir mit der Nr. 9 (Natrium phosphoricum), der Nr. 8 (Natrium chloratum) und der Nr. 10 (Natrium sulfuricum). Die Schüßler-Salbe Nr. 9 Natrium phosphoricum wird zudem im Bereich der Beschwerden sanft eingerieben.“ Auch bei kleineren Infekten rate sie zu naturheilkundlicher Unterstützung in der Schwangerschaft. Komme der Infekt plötzlich und schnell mit Fließschnupfen, wären es Schüßler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 8. Habe man es mit einer Schwellung, weiß-grauem Zungenbelag und fadenziehendem Schleim zu tun, dann sei Schüßler-Salz Nr. 4 (Kalium chloratum) angeraten. Ist der Schleim grün-gelb, dann empfehle sie die Nr. 6 (Kalium sulfuricum). Grundlage jeder Beratung bleibt für die Heilpraktikerin eine strukturierte Herangehensweise. „Die Verordnerin muss genau abfragen: Wann verbessert sich etwas? Wann verschlechtert sich etwas? Wie ist die aktuelle Situation?“ Am Ende stehe für sie immer die Stärkung der Frau. „Wichtig ist, sie in der Gewissheit zu stärken, dass ihr Körper von Natur aus schwanger werden und ein Kind aufnehmen kann. Wenn die Schwangere das im Auge behält, macht sie das stark auf ihrem Weg zur Geburt.“  

www.graefin-wolffskeel.de

Erzsébet Reisinger/Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg: Homöopathie und Schüßler-Salze in der Hebammenarbeit, Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-86321-735-8, Preis: 23 Euro,
www.mabuse-verlag.de

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