Gesundheit im Augenblick?

Heilpraktiker Detlef Müller über eine alternative Methode, Krankheiten zu erkennen: Augendiagnostik

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Augendiagnostiker wie Detlef Müller können anhand der individuellen Zeichen im Auge des Menschen mögliche Belastungen im Körper erkennen. Foto: ©depositphotos.com/@ AlexCiopata

Das Auge ist der Spiegel der Seele, sagt der Volksmund. Für Detlef Müller geht diese Aussage nicht weit genug … mit einem Blick in die Augen seiner Patienten will er erkennen, wie es um ihre gesundheitliche Konstitution bestellt ist, und ob Organschwächen, Leistungsminderungen oder Anlagen für bestimmte Erkrankungen vorliegen.

Der in Nürnberg praktizierende Heilpraktiker, Jahrgang 1958, ist seit über 15 Jahren als Dozent für Augendiagnostik tätig. Lebenslinie hat mit ihm gesprochen, um mehr über diese Methode zu erfahren.

Lebenslinie (LL): Naturheilverfahren wie Akupunktur und Homöopathie sind den meisten Menschen bekannt. Von Augendiagnostik wissen nur wenige. Ist sie ein neues Instrument?
Detlef Müller (DM): „Ganz im Gegenteil: Schon im Altertum hat das Auge die Menschheit fasziniert, davon zeugen Wandmalereien der Mayas und Ägypter. Es wurde genutzt, um das wahre Wesen eines Menschen im religiösen Sinne zu erkennen. Dass der Blick in die Augen Rückschlüsse auf die Gesundheit eines Menschen zulassen kann, beschrieb Philip Meyen von Coburg Mitte des 17. Jahrhunderts in seiner ‚Chiromatica Medica‘. Rund 200 Jahre später erforschte der ungarische Arzt Ignaz von Peczely das Verfahren ausführlich und legte den Grundstein für die heutige Augendiagnostik.“

LL: Wie funktioniert Augendiagnostik?
DM: „Die Iris weist einzigartige individuelle Zeichen, Flecken und Farben auf, die sich im Laufe eines Lebens bei jedem Menschen verändern: Faktoren wie Ernährungsweise oder Umwelteinflüsse können zu Einlagerungen von Farbpigmenten oder lokalen Verdichtungen von Fasern führen. Diese feinen Veränderungen gilt es zu erkennen und richtig zu deuten: Denn sie geben Hinweise auf den Zustand von Organen, Lymphen, Blut oder Verdauungssäften.“

LL: Welchen Vorteil hat diese Augen­diagnose?
DM: „Sie ist nicht-invasiv und kommt ohne Strahlenbelastung aus. Zudem ergänzt sie häufig fehlende Aspekte anderer diagnostischer Verfahren wie zum Beispiel den Gewebezustand und die Belastung im Zwischenzellgewebe. Die Erfolgsquote der bildgebenden Verfahren ist bei Weitem nicht so groß, wie man glaubt: Vieles, was im Körper passiert, kann gar nicht abgebildet werden und wird deshalb übersehen.“

LL: Haben Sie ein konkretes Beispiel?
DM: „Ein Patient klagte über Herz- und Verdauungsbeschwerden. Sämtliche schulmedizinischen Diagnoseverfahren erbrachten kein Ergebnis. Die Untersuchung seiner Augen ließ erkennen, dass es ein Problem im Bereich der Wirbelsäule geben musste. Als ich seinen Rücken untersuchte, stellte ich fest, dass sich zwei Rippen-Brustwirbelgelenke verklemmt hatten – nicht etwa verschoben, denn das hätte man auf einer Röntgen- oder CT-Aufnahme gesehen. Diese Verklemmung verursachte Störungen im Nervensystem, die wiederum Herzrhythmusstörungen und Verdauungsprobleme zur Folge hatten.“

LL: Gibt es auch Nachteile?
DM: „Häufig erkennt man im Auge Schwachstellen im Organismus, die erst Jahre später gesundheitliche Auswirkungen zeigen. Manch ein Patient nimmt meine Empfehlungen für präventive Maßnahmen daher nicht ernst, da er ja gegenwärtig keine Probleme verspürt. Immer wieder melden sich Patienten Jahre später bei mir, wenn sich Krankheiten dann doch entwickelt haben.“

LL: Gibt es ein Nachschlagewerk, das der Augendiagnostik als Grundlage dient?
DM: „Ja, zum Beispiel von Josef Deck oder Josef Angerer. Außerdem nutzen wir sogenannte Topografien, also Landkarten des Auges. Allerdings existieren weltweit rund 150 verschiedene … sie gleichen sich zwar in den großen Bereichen, aber im Detail gibt es Unterschiede. Die Kunst ist es, aus dem Gesamtbild bestimmte Differenzierungen herauszufiltern und zu verbinden.“

Das Interview mit Heilpraktiker und Augendiagnostiker Detlef Müller führte Lebenslinie-Redakteurin Jenifer Gabel.

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