Eine halbjährig verabreichte Spritze mit dem Medikament Lenacapavir kann gegen eine HIV-Infektion schützen. Weltweit leben nach Daten der Vereinten Nationen rund 40 Millionen Menschen mit HIV, der Großteil in Afrika südlich der Sahara. Auch die Alzheimer-Forschung lässt aufhorchen: Die Arzneimittelbehörde EMA sprach sich für die Zulassung des Antikörpers Lecanemab zur Behandlung von leichter kognitiver Beeinträchtigung (Gedächtnis- und Denkstörungen) oder leichter Demenz in einem frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit aus. Bei dieser Alzheimer-Therapie werden erstmals ursächliche Prozesse im Gehirn fokussiert: Der Antikörper Lecanemab richtet sich gegen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und verlangsamt so den Verlauf der Krankheit. Allein in Deutschland leben rund eine Million Menschen, die von dieser neurologischen Erkrankung betroffen sind – Tendenz steigend. Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs deprimiert viele Ärztinnen und Ärzte. Mit einer Sterblichkeitsrate von annähernd 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren zählt das Pankreaskarzinom zu den aggressivsten Krebsformen und gilt fast immer als Todesurteil für betroffene Patientinnen und Patienten. Forschende der Universitätsklinika Freiburg, Tübingen, Heidelberg, des Klinikums rechts der Isar TU München sowie des Institute of Health der Charité in Berlin haben nun eine vielversprechende klinische Studie laufen: eine zelluläre Krebsimmuntherapie nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Unternehmen Biontech hat die CAR-T-Zelltherapie so angepasst, dass die T-Zellen das Tumormolekül CD318, das auf Pankreaskarzinomzellen vorkommt, spezifisch erkennen und attackieren. Durch den Einsatz der geeigneten tumorspezifischen Oberflächenmoleküle könnte ein Durchbruch gelingen … klinische Studien sind dieses Jahr gestartet. Mit Ergebnissen rechnen die Forschenden Ende 2027. Und zuletzt noch ein Mutmacher aus der Parkinson-Forschung: Aus Stammzellen gewonnene neuronale Vorläuferzellen können aktuellen Studien zufolge, implantiert in bestimmte Hirnbereiche von Parkinson-Patientinnen und -Patienten, zu einer klinischen Verbesserung der Krankheit führen. Insbesondere sollen sie für die Krankheit typischen motorischen Symptome wie Tremor (Zittern), Rigor (Muskelsteifigkeit) und Akinese (Verlangsamung der Bewegung) eine Lösung bieten. Wenn das keine guten Nachrichten sind!
Quellen:1 www.sciencemediacenter.de/angebote/halbjaehrige-hiv-prophylaxe-mit-lenacapavir-auch-in-zweiter-phase-3-studie-wirksam-24135, 2 www.alzheimer-forschung.de/forschung/aktuell/ban2401/, 3 www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/mrna-impfung-gegen-krebs,4 www.dgn.org/artikel/neue-stammzellbasierte-parkinson-therapie-liefert-vielversprechende-ergebnisse