Gedämpftes Licht liegt über dem Raum. Leise Musik trägt den Atem. Der Duft von Johanniskraut schwebt wie eine warme Wolke in der Luft. Sie ruhen auf einer Liege, eingehüllt in eine wohltuende Atmosphäre, während sanfte Hände in ruhigen, streichenden Bewegungen über ihren Rücken gleiten. In unserer hektischen Zeit steht wohl jedem der Sinn nach einer solchen Erfahrung – oder genauer gesagt, nach einer Breuß-Massage. „Erfunden wurde diese von dem österreichischen Heilpraktiker Rudolf Breuß“, erklärt Naturkosmetikerin Jutta Blankenhagen-Wagner, die diese „energetische“ Anwendung seit rund 25 Jahren in ihrem eigenem Kosmetikstudio in Würzburg praktiziert. „Es ist eine entspannende Massagebehandlung, die seelisch ausgleichend wirken kann.“ Im Mittelpunkt steht der Rücken. Anders als bei klassischen Massagen werde aber nicht geknetet, gedrückt oder tief ins Gewebe gearbeitet. „Dadurch, dass es eine ganz sanfte, entspannende Streichmassage ist, geht es hauptsächlich um die Wirbelsäule und über die Bandscheibe“, erklärt sie. „Man versucht nicht, Verspannungen, Muskelverknotungen oder Faszien zu lösen.“ Im Fokus stünden „leichtes Dehnen und sanftes Schieben“, ohne starken Druck. Ein zentrales Element der Anwendung ist das Öl. „Das Wichtigste bei einer Breuß-Massage ist das Johanniskrautöl“, sagt Jutta Blankenhagen-Wagner. „Ich nehme zum Einarbeiten ein hochwertiges Bio Johanniskrautöl.“ Es wirke entzündungshemmend, ausgleichend und regenerierend. Doch seine wohltuende Wirkung entfalte es nicht nur über die Haut. „Es wirkt auch über die Sinne. Sie haben es um sich herum wie eine Wolke, ein Duftbett.“ Und wem kann diese Anwendung helfen? „Prädestiniert sind Menschen mit Ischias-Schmerzen, Hexenschuss, Verspannungen am Rücken oder auch mit Körperhaltungsproblemen“, sagt sie. Vor allem aber gehe es um das allgemeine Wohlbefinden. Viele suchen bewusst diesen Ruhepol, der durch die ruhigen, leitenden, ausstreichenden Bewegungen geschaffen werde. Und sie gesteht: „Auch ich werde dabei ruhiger.“ Gleichzeitig warnt sie klar vor falschen Erwartungen. „Vor einer Anwendung, aber vor allem bei akuten Beschwerden, sollte immer eine Ärztin, ein Arzt oder die Physiotherapeutin respektive der -therapeut konsultiert werden.“ Ungeklärte Schmerzen seien ein Ausschlusskriterium. Ebenso Blutverdünnung, Tumore oder Metastasen, Entzündungen im Wirbelsäulenbereich, schwere Bandscheibenvorfälle, frische Operationen, Osteoporose oder Schwangerschaft. Eine Anwendung im „Duftbett“ dauert etwa eine halbe Stunde, anschließend lässt Jutta Blankenhagen-Wagner ihre Klientinnen und Klienten noch ruhen. „Ich lege eine Wärmedecke auf und lasse noch zehn Minuten nachspüren.“ Viele kämen ein bis zwei Mal pro Woche, später reiche oft „einmal im Monat, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen“. Jutta Blankenhagen-Wagner gibt die Breuß-Massage aus Überzeugung weiter. „Ich habe die Behandlung vor gut 25 Jahren selbst genossen und empfand sie als so wohltuend und beruhigend, dass ich sie schlussendlich selbst erlernt habe“, erzählt sie. Für sie ist die Breuß-Massage keine Technik des Kraftaufwands, sondern eine Einladung zur Ruhe. Eine leise Form der Berührung, die den Rücken streicht und die Seele mitnimmt – bis Körper und Geist loslassen können.
Einladung zum Loslassen
Naturkosmetikerin Jutta Blankenhagen-Wagner über die sanfte Wirkung der Breuß-Massage
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