Die Welt der Gegensätze

Yogi Martin über das Zusammenspiel von Yin & Yang, von Asanas, Meditation und Atmen

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Yogalehrer Martin Lange: „Yoga ist ein ganzheitliches Konzept, das Körper, Geist und Seele ausbalanciert.“ Viele Krankenkassen erstatten Yogakurse inzwischen im Rahmen von Präventionskursen zur Vermeidung stressbedingter Erkrankungen. Foto: Susanna Khoury

Tag & Nacht. Hell & Dunkel. Heiß & Kalt. Die Welt der Gegensätze, die sich verbinden, ergänzen und gemeinsam vollenden (Sanskrit: Yoga = Vereinigung, Integration). Dieses Spiel kennen und erleben wir jeden Tag aufs Neue. Auch beim Yoga gibt es solch eine Unterteilung.

„Bei Yang orientierten Yoga Asanas (Übungen) stehen Hitze und Kraft im Vordergrund. Die Folge: die Körpertemperatur steigt an und man kommt ins Schwitzen. Die Mitte wird angeregt und gestärkt“, so Yogalehrer Martin Lange.

Anders ist es bei den Yin Yoga Asanas. Hier stünden Selbstwahrnehmung, Dehnung, Loslassen und Tiefenentspannung im Vordergrund. Yin Yoga wirke auf das tiefer liegende Gewebe: „Vergangenes und Belastendes kann losgelassen werden. Die Übungen regen die Faszien an und wirken intensiv und gleichzeitig meditativ“, so der Yogi.

Laut dem 42-Jährigen halte Yoga alle „Tools“ für ein glückliches, zufriedenes Leben bereit. Lange selbst in der Managementberatung tätig, habe er nach einer Krankheitspause erst durch Yoga wieder zu sich, zu Energie und Ausstrahlung und zu Gesundheit gefunden. Wissenschaftliche Studien belegen: Yoga ist kein „Räucherstäbchen-Phänomen“, es bewirkt wirklich etwas.

„Als ich meine ersten Yoga-Übungen auf der Matte machte, fand ich das Ganze auch erst befremdlich“, erzählt Martin. „Dann spürst du aber das, was Yoga-Praxis mit dir macht und du fängst an, dich mehr und mehr darauf einzulassen“, so Martin Lange. Den zu schnellen und hektischen Pita- und Vata-Typ (Ayurvedische Konstitutionstypen) könne Yoga in die Entspannung bringen, während es den behäbigen Kapha-Typ aktiver werden lässt.

Dieses Phänomen hat Yoga im Höher, Weiter und Schneller der westlichen Welt auch zu dem gemacht, was es heute ist – zu einem Massenphänomen. „Yoga ist Meditation, Pranayama (Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen) und Asanas (Bewegungsübungen)“, erklärt der Yogi.

„Einige Menschen kommen wie ich durch einen gesundheitlichen ‚Schuss vor den Bug‘ zum Yoga und merken: Das tut mir gut!“ Eine Umfrage unter den Yogis bei den „Glücksbringern“ (50 Probanten im Alter von 20 bis 60 Jahren) haben ergeben: Sie fühlten sich energiegeladener, konzentrierter, ausgeglichener, wacher und insgesamt glücklicher durch die regelmäßige Yoga-Praxis.

Neben Kerngesunden sind es oft auch Rückenschmerzen, Tinnitus, Burnout, oder manchmal sogar Krebs, als Diagnosen, die Menschen mitbringen, wenn sie mit Yoga beginnen. Die Asanas, die bestimmte Regionen im Körper besonders ansprechen wie beispielsweise beim „Hormonyoga“ können wirksam Prozesse im Körper anregen und steuern.

Es gibt zahlreiche nützliche Praktiken für den Morgen und den Abend: „Aus Erfahrung als langjähriger Lehrer weiß man, welche Übungen einem gut tun, um energiegeladen in den Tag zu starten und welche für den ‚shut down‘ am Abend, die Richtigen sind“, sagt Lange.

Mit Yoga, erkenne man relativ schnell, (wenn man sich darauf einlasse), dass alle Zustände, die sich nach außen hin zeigen, im Innern produziert werden. Die Hölle sind also nicht die Anderen? „Nein, Selbstverantwortung ist die Erkenntnis und Verpflichtung, die bei vielen aus dem Yoga hervorgeht“, betont Yogi Martin.

Sei die Veränderung, die du suchst in der Welt oder: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

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