Die gelbe Kraft

Heilpraktiker Bernhard Späth über den Löwenzahn

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Über die Wiesen tollen, die Natur genießen und Pusteblumen auf große Reise schicken. Mit dem Löwenzahn verbinden die meisten Menschen unbeschwerte Kindheitstage. Was in der Heilpflanze (Taraxacum officinale) alles steckt, haben wir damals nicht einmal erahnt. Oma wusste höchstwahrscheinlich um die Wirkung der Korbblütler, die von April bis Juni in Kraft und Saft stehen und auf der gesamten nördlichen Halbkugel vorkommen.

„In der traditionellen Heilkunde hat der Löwenzahn einen hervorragenden Ruf als verdauungsförderndes, harntreibendes, entgiftendes und allgemein stärkendes Kraut“, sagt Bernhard Späth, Heilpraktiker aus Lohr am Main.

„Die unter anderem reichlich darin enthaltenen Bitterstoffe bewirken eine vermehrte Freisetzung von Verdauungshormonen und -enzymen, die die Magensaftsekretion ankurbeln.“ Deshalb, so der Experte, werde Löwenzahntee, -presssaft oder der kraftvolle Löwenzahnwurzelextrakt gerne bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl empfohlen. Doch der Löwenzahn kann noch mehr.

„Seine Bitterstoffe haben eine choleretische Wirkung. Das bedeutet, dass die Galleproduktion in der Leber angeregt und dadurch der Fettstoffwechsel verbessert wird“, erklärt Späth. Bei Leber- und Gallenleiden, wie einer Leberentzündung und bei Gallensteinen leiste die Heilpflanze wertvolle Dienste. Allerdings, mahnt er, solle dieser Einsatz unter Aufsicht eines phytotherapeutisch erfahrenen Arztes oder Therapeuten erfolgen. Auch bei Rheuma, für ein besseres Blutbild, zur allgemeinen Entgiftung und bei Fastenkuren zähle der Löwenzahn zu den Hausmitteln.

„Aufgrund ihres hohen Kaliumgehalts besitzt die Heilpflanze zudem harntreibende Eigenschaften. Das heißt, sie regt die Ausleitung von Wasseransammlungen im Körper an“, so der Heil- praktiker. „Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht unterstützend bei Diabetes respektive bei Schwankungen des Blutzuckerspiegels, wobei man täglich eine Tasse Löwenzahntee trinken oder noch besser einen stärkeren Löwenzahnwurzelextrakt nach Vorschrift einnehmen sollte.“ Übrigens, die Wurzel des Heilkrauts wird meist im Herbst geerntet. Dann sei, so Späth, der Gehalt an Schleimstoffen, Zucker und Inulin am höchsten.

„Inulin ist ein Ballaststoff mit präbiotischer Wirkung, der die Darmflora stärkt.“ Doch Vorsicht: „Löwenzahnsaft, gleich in welcher Zubereitung, darf nicht bei Verschluss der Gallen- wege und des Darms eingenommen werden“, betont Bernhard Späth, ebenso sei Vorsicht geboten bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen. Außerdem sollten keine größeren Mengen Löwenzahnstängel verzehrt werden. Der darin enthaltene Milchsaft könne zu Übelkeit und Erbrechen, bei einigen Menschen sogar zu allergischen Reaktionen führen.

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Ins Frühjahr mit Löwenzahn
„Der Löwenzahn enthält nicht nur Bitterstoffe, sondern auch Mineralstoffe und Vitamine, und ist daher nicht nur ein kraftvolles Heilmittel, sondern auch ein Lebensmittel“, sagt Bernhard Späth. Besonders dann, wenn die Blätter und Blüten täglich frisch als Salat verzehrt würden oder im Smoothie landeten. Diese Art der Aufnahme sei gut für eine vier- bis achtwöchige basische Frühjahrskur geeignet. Mit einem leistungsstarken Entsafter könne die Kur auch mit einem selbst hergestellten Frischpflanzenpresssaft aus Löwenzahnblättern durchgeführt werden. Bernhard Späth empfiehlt drei Mal täglich 50 Milliliter Saft aus Löwenzahnblättern. Dieser sollte langsam etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten getrunken werden. Gallen-, Nieren-, Darm- oder Stoffwechsel-Erkrankte sollen bitte vor einer Löwenzahnkur mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

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