Am Freitag, 16. Oktober 2026, fand an der Kreuzung zwischen Geroldshausen, Ingolstadt und Albertshausen eine groß angelegte Einsatzübung statt.
Insgesamt beteiligten sich 94 Einsatzkräfte, darunter 20 Einsatzkräfte der Johanniter und des
Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sowie 74 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren Geroldshausen, Moos, Albertshausen, Reichenberg, Kirchheim und Giebelstadt.
Auch Vertreter der Kreisbrandinspektion waren vor Ort.
Um 18:23 Uhr wurden die Feuerwehren mit dem Einsatzstichwort
„THL 4 – Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen“
alarmiert. Für die alarmierten Einsatzkräfte kam die Übung unangekündigt.
Anspruchsvolles Unfallszenario
Das Szenario stellte einen schweren Verkehrsunfall mit drei Pkw und einem Lastkraftwagen dar.
Nachdem der Lkw während der Fahrt zwei große Reifen verloren hatte, wich ein nachfolgender
Pkw auf die Gegenfahrbahn aus und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.
Ein weiterer Pkw kam beim Ausweichversuch von der Fahrbahn ab und überschlug sich im
Straßengraben.

Foto: Melissa George / Johanniter
Insgesamt waren sechs Personen betroffen. Fünf geschminkte Verletzte, sogenannte Mimen, die von der Realistischen Unfalldarstellung der Johanniter vorbereitet worden waren, sorgten für realistische Einsatzbedingungen.
Die Feuerwehren sicherten die Unfallstelle ab, stellten den Brandschutz sicher und befreiten eingeklemmte Personen mit hydraulischen Rettungsgeräten. Gleichzeitig übernahmen die
Rettungskräfte der Johanniter und des BRK gemeinsam mit den Notärzten die medizinische Versorgung.
Der Rettungsdienst war mit vier Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen,
einem Krankentransportwagen und einem Einsatzleitwagen vertreten.
Hinzu kamen insgesamt 13 Feuerwehrfahrzeuge. Gegen 19:02 Uhr war die Übung beendet.
Gemeinsame Organisation und Einsatzleitung
Organisiert und vorbereitet wurde die Großübung von Kreisbrandmeister Jürgen Fuß
und Jan Ehrhardt von den Johannitern, der im Bereich Katastrophenschutz tätig und zugleich HvOBeauftragter (Helfer vor Ort) der Freiwilligen Feuerwehr Geroldshausen ist.
„Bei einem schweren Verkehrsunfall mit zahlreichen Verletzten müssen viele Einsatzkräfte
gleichzeitig unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Entscheidend ist, dass die Abläufe
aufeinander abgestimmt sind und alle Beteiligten wissen, wie sie zusammenarbeiten.
Genau das wollten wir mit dieser Übung trainieren“, erklärt Kreisbrandmeister Jürgen Fuß.
Jan Ehrhardt ergänzt: „Uns war wichtig, nicht nur die technische Rettung, sondern auch die
medizinische Versorgung der Verletzten möglichst realistisch darzustellen. Feuerwehr und
Rettungsdienst müssen gerade bei solchen Einsatzlagen eng zusammenarbeiten. Das lässt sich
am besten gemeinsam üben.“
Die Einsatzleitung für die sechs Feuerwehren übernahm Heiko Drexel, 1. Kommandant der
Freiwilligen Feuerwehr Geroldshausen. Die rettungsdienstliche Einsatzleitung lag bei Stefan
Lang von den Johannitern. Beide koordinierten ihre Einsatzkräfte und stimmten die
Rettungsmaßnahmen miteinander ab.
Jan Ehrhardt zog eine positive Bilanz: „Besonders schön ist zu sehen, dass sich die Zusammenarbeit und die Abläufe in den drei Jahren, in denen ich diese Übung mitorganisiere und mitplane, kontinuierlich verbessert haben. Natürlich gibt es immer Punkte, an denen wir
weiterarbeiten können.“
Gemeinsamer Abschluss und Dank
Nach Abschluss der Übung trafen sich die Beteiligten am Feuerwehrhaus Geroldshausen zur
gemeinsamen Nachbesprechung und zum Erfahrungsaustausch. Die Gemeinde Geroldshausen
übernahm die Verpflegung der Einsatzkräfte.
Geroldshausens 1. Bürgermeister Gunther Ehrhardt würdigte das Engagement der Beteiligten:
„Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement und welcher Professionalität unsere
ehrenamtlichen Feuerwehrleute und die Einsatzkräfte der Rettungsdienste zusammenarbeiten.
Was bei einer solchen Übung selbstverständlich aussieht, erfordert viel Ausbildung,
Vorbereitung und regelmäßiges gemeinsames Training. Mein besonderer Dank gilt allen
Beteiligten, insbesondere den Organisatoren Jürgen Fuß und Jan Ehrhardt. Solche Übungen
sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger.“
Ein besonderer Dank gilt auch Thomas Hüttner von der Firma Steinbruch Wirths GmbH, der das
aufwendige Unfallszenario vor der Übung aufbaute und anschließend wieder zurückbaute, sowie
der Firma Schwarz KG, die die benötigten Unfallfahrzeuge zur Verfügung stellte.
Die Freiwillige Feuerwehr Geroldshausen, die Gemeinde Geroldshausen, die Johanniter-Unfall Hilfe e.V. und die Kreisbrandinspektion Würzburg bedanken sich gemeinsam bei allen
beteiligten Feuerwehrangehörigen, den Einsatzkräften der Johanniter und des BRK, den
Notärzten sowie sämtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz.
Die Großübung hat erneut gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen
Einsatzorganisationen über Gemeindegrenzen hinweg ist. Denn im Ernstfall zählt vor allem
eines: dass alle Beteiligten schnell und koordiniert zusammenarbeiten, um Menschenleben zu
retten.