„Man entdeckt wie viel Kraft in einem steckt, auch wenn die Krankheit einem vor große Prüfungen stellt. Du erkennst, wie viel du wirklich durchstehen kannst, selbst wenn du das vorher nie gedacht hättest“, schreibt die österreichische Autorin Martina Karner in ihrem aktuellen Buch „Gebrochen, aber nicht verloren“. Als ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitscoachin begleitet sie seit Jahren Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Nun erzählt sie ihre eigene, bewegende Geschichte. Krankheit wurde für sie zum ständigen Begleiter. Diagnose reihte sich an Diagnose. Eine belastende Zeit – körperlich und seelisch. Wie hält man so etwas aus? Kontrollverluste, Neuanfänge, Selbstzweifel. Ein Patentrezept gebe es nicht. Doch sie sagt: „Bei mir war es der Wille, dass es nicht das Ende bedeutet, sondern dass es immer noch Möglichkeiten gibt. Das hat mich motiviert weiterzumachen.“ Durch Krankheiten und Diagnosen breche Vieles weg, man habe das Gefühl, dass Krankheit das Leben bestimme. „Aber man hat trotzdem noch viel, was funktioniert. Und darauf kann man sich fokussieren“, betont sie im Gespräch mit der Lebenslinie. Krankheit bedeute, dass man sich mit seinen (trüben) Gedanken alleine fühle. „Man denkt, man kämpft alleine. Man glaubt, man hat diese Gedanken alleine. Aber es gibt ganz viele Menschen, die solche Gedanken haben“, erklärt die Autorin. Auch die positivsten Menschen haben Zweifel.“ Ihr Buch, das sich an Betroffene, Angehörige sowie an alle, die sich mit Resilienz, innerem Wachstum und Umgang mit Krisen auseinandersetzen möchten, richtet, hat ein Ziel: „Ich wollte zeigen, dass diese beiden Seiten dazugehören und man auch zweifeln darf. Das bedeutet nicht, dass man schwach ist. Zweifel, Traurigkeit, Mut und Hoffnung sind zwei Seiten derselben Erfahrung.“ Ihr Buch sei kein Ratgeber. Es gehe nicht darum, Lösungen vorzugeben. Ihre persönlichen Schilderungen sollen helfen: „Krankheit hat mich gezwungen, meinen Körper neu wahrzunehmen. Ich war immer sehr aktiv, habe viel Sport gemacht. Dann kam dieser harte Cut, dass nichts mehr ging. Das war schwer zu akzeptieren. Aber ich habe immer versucht, das zu machen, was möglich war.“ Ihre Konsequenz: Sie hat versucht, ihren Körper zu unterstützen. Ernährung war für sie dabei ein zentrales Thema. „Ich habe mich intensiver mit Nährstoffen und ganzheitlicher Gesundheit beschäftigt. Ich habe gemerkt, dass der Heilungsprozess besser verlaufen kann, wenn man den Körper gut dabei unterstützt.“ Sie sagt aber auch: „Es gibt keine Lösung, die immer und für alle funktioniert. Ich wollte jedoch immer mein Bestmögliches geben – mit dem Wissen, das ich hatte.“ Für sie persönlich war vor allem ein Aspekt ausschlaggebend: „Ich glaube, mir hat geholfen, dass ich mir selbst vertraut habe. Ich war viel allein und musste vieles allein schaffen. Dadurch habe ich gesehen, dass ich mehr kann, als ich dachte“, erinnert sie sich zurück und macht nachdrücklich klar: „Hilfe anzunehmen ist wichtig, aber durch den Prozess gehen muss man allein.“ Sie selbst habe außerdem gelernt, nicht den perfekten Tag zu erwarten, sondern jeden Tag eine kleine Sache einzubauen, die ihr Freude macht. Lesen, Musik hören, draußen sein, Wissen sammeln. Es geht darum, „nicht nur an die eigene Krankheit zu denken“. Halt in schweren Zeiten habe ihr auch das Thema Ernährung gegeben. „Sie ist ein Anker, wenn vieles unsicher ist. Mit dem, was ich auswähle, kann ich meinen Körper unterstützen, Schmerzen reduzieren und mir selbst etwas Gutes tun.“ Ihre Botschaft an all jene, die sich gerade in schwierigen Situationen befinden: „Man darf an sich glauben. Es ist okay, Dinge zu fühlen und durchzumachen. Vertraut auf eure eigenen Stärken – auch dann, wenn andere sie nicht sehen.“
Martina Karner: Gebrochen aber nicht verloren – Wie Schmerz sich in Stärke verwandelt, BoD Books on Demand GmbH, Hamburg 2026, ISBN: 978-36-95172-40-5, Preis: 22,90 Euro, www.bod.de
