„‚Emotionale Gewalt‘ – wir in der Jugendhilfe meinen mit dem Begriff verschiedene Formen, wie Eltern das seelische Wohl ihrer Kinder schädigen”, erklärt Margit Dittrich von der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Würzburg. Kinder brauchen Eltern, an die sie sich ankuscheln können, wenn sie Trost und Geborgenheit suchen. Die ihnen zuhören. Die sie verstehen. Es gibt Kinder, die kennen das nicht. „Wir erleben Kinder, die durch Liebesentzug oder Drohungen emotional misshandelt werden”, so Dittrich. „Ihnen wird zum Beispiel gedroht, dass man sie weggibt, oder sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass es ihren Eltern schlecht geht. Andere haben nicht die Unterstützung, die sie benötigen, es fehlt an Zuwendung und Sicherheit.” Zum Teil müssten Kinder sogar beobachten, wie ihre Eltern einander Gewalt antun. Manchmal werden laut der Fachfrau nicht einmal Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen und fördernde Beschäftigung, etwa durch gemeinsames Spielen, gedeckt. „Gefühle der Kinder wie etwa Freude, Trauer oder Wut bleiben unbeachtet. Diese Kinder erleben kaum Resonanz“, erläutert die Sozialpädagogin. Oft liege dies daran, dass die Eltern selbst wenig Zuwendung und Unterstützung in ihrer Kindheit erfuhren. In Gesprächen, Familientherapie und Elterntrainings könnten neue Handlungsweisen erlernt werden.
Wenn Gefühle unbeachtet bleiben
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