So isst man sich jung

Warum Gesundheitsberater Karl-Heinz Ursprung seit Jahrzehnten auf eine bestimmte Ernährung setzt

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„Obst und Gemüse – am besten 75 Prozent roh“ – für Gesundheitsberater Karl-Heinz Ursprung, Inhaber eines Bioladens in Höchberg, ist das nicht nur eine Empfehlung, sondern gelebter Alltag. Seit 1988 setzt er auf eine stark rohkostfokussierte Ernährung. Ergänzt werden Salate und Co. durch kaltgepresste Öle und eine bunte Auswahl an Nüssen und Samen: Chia, Sesam, Leinsamen, Kürbiskerne, Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse. „Da hat man alles, was man braucht.“ Sein Ansatz klingt einfach und die gesundheitlichen Effekte sind für ihn spürbar – und sie finden Rückhalt in der Wissenschaft. Eine groß angelegte Vergleichsstudie, veröffentlicht in Nature Medicine1, hat über 105.000 Menschen über 30 Jahre hinweg begleitet, um herauszufinden, welche Ernährungsmuster das gesunde Altern am besten fördern. Das Ergebnis: Der Alternative Healthy Eating Index schnitt am besten ab. Dieses Punktesystem bewertet elf Komponenten – von Obst, Gemüse, Vollkorn und Nüssen über Omega-3-Fettsäuren bis hin zur Reduktion von rotem Fleisch, Zucker und Transfetten. Fast ebenso erfolgreich war die angepasste Mittelmeerdiät, die auf viel pflanzliche Vielfalt, gesunde Fette, mäßigen Fischkonsum und wenig Verarbeitetes setzt. „Ich brauche kein Fleisch und keine Milch“, wirft Ursprung ein. „Wenn ich einen hohen rohen Anteil habe, kann ich meinen Eiweißbedarf aus Obst und Gemüse stillen.“ Dass er damit richtig liegt, zeigen nicht nur seine eigenen Erfahrungen – mehr Wachheit, Klarheit im Kopf, keine Migräne mehr –, sondern auch die Studienergebnisse: Ein höherer Verzehr von frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, ungesättigten Fettsäuren, Nüssen und Hülsenfrüchten korrelierte mit einer besseren physischen, psychischen und kognitiven Gesundheit bis ins hohe Alter. Überraschend war für die Forschenden, dass der Healthy Plant Based Diet Index, der auf gesunde pflanzliche Kost setzt, vergleichsweise schwach abschnitt. Ursprung hat dafür eine Erklärung: Pflanzlich heißt nicht automatisch optimal. „Wenn zu viele raffinierte oder stark verarbeitete Produkte enthalten sind, verliert man die gesundheitlichen Vorteile.“ Besonders gut für die kognitive Gesundheit und ein langes Leben erwies sich der Planetary Health Diet Index. Er kombiniert den hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit – regionale und saisonale Bio-Produkte, wenig Fleisch, kein Zucker, keine hochverarbeiteten Lebensmittel. „Da fühlt man sich einfach gut, wenn man das so macht – nicht nur für mich, sondern auch für die Welt.“ Ursprungs Fazit klingt schlicht, fast altmodisch – und doch ist es radikal: „Lass die Nahrung so natürlich wie möglich.“ Für ihn heißt das Bioanbau, hoher Rohkostanteil, möglichst unverarbeitet und regional. Damit verbindet er das Beste aus wissenschaftlich belegten Ernährungsmustern mit seiner eigenen, mehr als 35-jährigen Erfahrung – und zeigt, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss, um Wirkung zu zeigen. Quelle: 1https://www.nature.com/articles/s41591-025-03570-5

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