Klimastress im Beet

Gärtner Maximilian Hupp über intelligentes Wassermanagement im eigenen Garten

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Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur ein globales Phänomen – er zeigt sich direkt vor der eigenen Haustür. „Klimawandel betrifft auch private Gärten in Franken und Bayern“, betont Maximilian Hupp. Die Sommer sind heißer, Trockenperioden länger, und wenn es regnet, fällt das Wasser oft in Form lokaler Starkregen. Der Sommer 2025 habe dies deutlich gemacht: extreme Trockenphasen, hohe Temperaturen, dazwischen heftige Gewitter mit Überflutungsgefahr. Viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer suchen deshalb nach Wegen, wie sie ihre grüne Oase nachhaltig und klimaangepasst gestalten können. Ein zentraler Punkt sei das Wassermanagement, erklärt der Gärtner. Sein Tipp: „Regenwasser gut nutzen: Regentonnen, Zisternen und Sickermulden sind wichtiger denn je wegen der vielen lokalen Starkregenfälle.“ Wer Regenwasser speichert, kann es in Trockenzeiten gezielt einsetzen. Ergänzend empfiehlt er das Mulchen: Eine Bodendecke aus Rindenmulch oder Kompost reduziert Verdunstung, schützt den Boden und fördert die Humusbildung. „Humusreiche Erde speichert mehr Feuchtigkeit“, so Hupp. Auch ein gezielter Schnitt könne helfen, den Wasserstress der Pflanzen zu verringern. Entscheidend für einen klimaangepassten Garten sei zudem die Auswahl robuster Pflanzen. In Franken und Bayern bewähren sich Stauden wie Lavendel, Salbei, Fetthenne, Sonnenhut und Schafgarbe. Sträucher wie Sommerflieder, Silberstrauch oder Ziergräser sind ebenfalls resistent. Unter den Bäumen nennt Hupp Feldahorn, Eisenholzbaum, Elsbeere, Ginkgo und Amberbaum. „Weniger geeignet sind hingegen Rhododendren, Hortensien oder Astilben – sie benötigen viel Wasser und Schatten.“ Auch flachwurzelnde Nadelgehölze wie die Fichte seien zunehmend gefährdet. Neben der Pflanzenauswahl spielen auch Struktur und Aufbau des Gartens eine Rolle. „Eine standortgerechte Auswahl ist entscheidend – Pflanzen müssen zur Bodenart und Lage passen.“ Wasser könne man durch Terrassierungen oder Geländemodellierungen ableiten oder speichern. Kies- und Schottergärten hält Hupp hingegen für problematisch: „Sie heizen zusätzlich auf und schaden der Biodiversität.“ Stattdessen rät er, heimische Pflanzenarten einzusetzen, die seit Jahrhunderten an das lokale Klima angepasst sind. Auch für Starkregen gebe es Lösungen. Sickermulden oder Rigolen helfen, überschüssiges Wasser aufzunehmen und langsam versickern zu lassen. Selbst eine Dachbegrünung auf Carport oder Gartenhäuschen könne entlastend wirken und Wasser speichern. Übrigens: Schon im Herbst lässt sich für den nächsten Sommer vorsorgen. „Gehölze sollten im Herbst gepflanzt werden. Sie nutzen die Winterfeuchtigkeit zum Anwurzeln.“ Auch Bodenverbesserung mit Kompost oder organischen Düngern sei jetzt sinnvoll. „Teilen und setzen Sie jetzt die Stauden neu. Das stärkt die Pflanzen. Gesunde, kräftige Exemplare kommen besser mit Trockenphasen klar.“

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