Hohe Kosten bei schwachen Ergebnissen

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Trotz der dritthöchsten pro-Kopf-Gesundheitsausgaben innerhalb der OECD schneidet Deutschland bei Gesundheitsindikatoren schlechter ab als viele europäische Länder. Eine Studie unter Leitung von Prof. Dr. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie1 sieht im Wesentlichen drei Hauptprobleme: fehlende zentrale Steuerung, die Konzentration auf nachsorgende Reparaturmedizin statt Prävention und den Einfluss wirtschaftlicher Lobbys. Föderale Strukturen erschwerten zudem koordinierte Maßnahmen, wie etwa die Erhebung flächendeckender Gesundheitsdaten. Das zeigte auch die Corona-Pandemie. Die Autoren der Studie fordern eine nationale und systematische Public-Health-Strategie, stärkere Prävention und Regulierung kommerzieller Interessen, etwa der Tabakindustrie. Ohne grundlegende Reformen drohten nicht nur schlechtere Gesundheitszustände, sondern auch weiter steigende Kosten. Deutschland könne sich diese Entwicklung weder gesundheitlich noch wirtschaftlich leisten.

1Zeeb H, Loss J, Starke D, Altgeld T, Moebus S, Geffert K, Gerhardus A. Public health in Germany: Structures, dynamics and ways ahead health policy. The Lancet Public Health. 2025. https://doi.org/10.1016/S2468-2667(25)00033-7, aufgerufen am 22.07.2025.

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