Lavendelduft in der Abendsonne, silbrige Blätter im warmen Licht und ein Hauch von Italien direkt vor der Haustür: Viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer träumen von Zypressen, Olivenbäumen und duftenden Kräutern im eigenen Garten, weiß Gärtnermeister Maximilian Hupp aus Höchberg. Und er hat gute Nachrichten: Unterfranken habe mit vielen Sonnenstunden und vergleichsweise geringen Niederschlägen keine schlechten Voraussetzungen für einen mediterranen Garten. Allerdings seien Frostperioden bis minus 10 Grad oder tiefer eine Herausforderung für Mittelmeerpflanzen. Entscheidend sei deshalb die richtige Kombination aus Standort, Boden und Pflege. Mediterrane Pflanzen sind an Hitze, Trockenheit und intensive Sonneneinstrahlung angepasst, erklärt der Experte. Viele Arten seien kalkliebend und reagierten weniger empfindlich auf Hitze als auf „Winter- und Staunässe“. Zu den Klassikern zählen unter anderem winterharter Lavendel, Thymian, Salbei und Feige. Rosmarin sei „bedingt winterhart, je nach Sorte“, Olivenbaum und Oleander dagegen meist Kübelpflanzen. Auch Zitrusgewächse wie Zitrone oder Kumquat brauchen geschützte Überwinterung. Wichtig sei, so Hupp, nicht alles zu pflanzen, „was mediterran aussieht“, sondern auf Frosttoleranz zu achten. Der Standort sei der Schlüssel. „Volle Sonne, mindestens sechs bis acht Stunden täglich, ist entscheidend.“ Ideal seien Süd- oder Südwestlagen, ergänzt durch wärmespeichernde Hauswände. Schutz vor kalten Nord- und Ostwinden verbessere die Überwinterung. Innenhöfe, Mauern oder dunkle Steinflächen könnten als Wärmespeicher dienen, erhöhten aber auch die sommerliche Austrocknung. Ebenso wichtig sei der Boden. Mediterrane Geschöpfe bevorzugen „durchlässige, mineralische, oft steinige Böden ohne Staunässe. In kalkreichen Regionen fühlen sie sich wohl, schwere, verdichtete Lehmböden mögen sie weniger“. Hupp empfiehlt eine Drainageschicht und Beimischungen wie Splitt, Lava oder groben Sand. Der pH-Wert dürfe zwischen 6,5 und 8 liegen, gedüngt werde nur moderat. Beim Anbau rät er zu einer Pflanzung im Frühjahr, damit die Pflanzen „vor dem Winter gut einwurzeln“. Großzügige Abstände sorgten für Luftzirkulation. Wichtig sei, keine Wasserwanne zu erzeugen und die Pflanzkrone nicht zu tief zu setzen. In der Pflege gelte Zurückhaltung. Nach dem Anwachsen werde eher wenig gegossen. Beim Winterschutz sei Winternässe das Hauptproblem. Kübel müssten isoliert, Pflanzen mit Vlies geschützt, aber nicht luftdicht verpackt werden. Gestalterisch lebe der mediterrane Garten von Terrakotta-Töpfen, Naturstein, Kiesflächen und einer Farbpalette aus Blau, Silber, Weiß und Violett. Duftkräuter nahe am Sitzplatz verstärken das Erlebnis. Typische Fehler seien laut Hupp Staunässe, falsche Standortwahl und überdüngte Böden. Wer hingegen Sonne, durchlässigen Boden und angepasste Arten kombiniert, kann auch hierzulande ein Stück Süden kultivieren: mit Duft, Farbe und Gelassenheit.
Den Garten nach Süden ausrichten
Gärtnermeister Maximilian Hupp erklärt, wie mediterrane Gärten auch bei uns gelingen können
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