„Bewegung wird oft als ein Schlüssel zur Leichtigkeit im Leben angesehen“, sagt Renée Sielemann. Die erfahrene Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Oberdürrbach weiß um die Vorteile: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, aktiviert den Stoffwechsel und setzt Endorphine frei. „Diese chemischen Reaktionen im Körper bauen Stress ab, heben die Stimmung und steigern das allgemeine Wohlbefinden“, erklärt sie. Bewegung wirke zudem regulierend auf das Nervensystem, was bei Ängsten, Schlafproblemen und depressiven Verstimmungen helfen könne. Sie sagt aber auch: „Bewegung ist kein alleiniges Allheilmittel.“ Sie sollte immer als Teil eines ganzheitlichen Lebensstils betrachtet werden, der auch Ernährung, Schlafgewohnheiten und mentale Gesundheit einschließe. Für sie seien etwa moderate Aktivitäten wie Spaziergänge, leichtes Joggen oder Radfahren „energiespendend“. Auch Achtsamkeitstechniken würden dazu zählen: „Yoga, Tai-Chi oder Qi-Gong wirken beruhigend und bauen gleichzeitig Stress ab.“ Dabei immer „Training mit Freude“. Die Kehrseite der Medaille sei „energieraubende“ Bewegung, etwa übermäßiges Trainieren. „Zu häufiges, intensives Training kann den Körper erschöpfen und Stresshormone freisetzen“, betont Sielemann. Auch monotone Workouts sind tückisch. „Bewegung, die sich wie eine Pflicht oder Belastung anfühlt, kann mental und emotional anstrengen.“ Und sie warnt: „Wer sich nicht ausreichend erholt, riskiert Verletzungen und chronische Müdigkeit.“ Das richtige Maß sei entscheidend. Das Leben leichter nehmen könne man durch Yoga – auch „Kunst der Leichtigkeit“ genannt. „Körperliche Übungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und Meditation.“ Yoga senke nachweislich den Cortisolspiegel, das Hormon, das mit Stress in Verbindung steht. Die sanften, aber wirkungsvollen Bewegungen würden den Körper geschmeidig machen und die Haltung fördern, was ein Gefühl von Leichtigkeit im Alltag schaffe. Nicht zu vergessen: „Yoga schult den Geist, den Moment bewusst zu erleben und negative Gedanken loszulassen.“ Und wie steht es mit Pilates? „Durch Pilates kann man sich nicht nur körperlich leichter fühlen, sondern auch mental mehr Balance und Stabilität finden“, ist die Expertin überzeugt. Hier liegt der Fokus auf der Stärkung der Körpermitte (Core), der Haltung und der Beweglichkeit. So könnten Rückenschmerzen reduziert und die Haltung aufrecht und entspannt werden. Der Fokus auf Atemkontrolle verhelfe zu einer effizienten Atmung, was Stress reduziere und die Sauerstoffversorgung verbessere. Die Übungen seien überdies gelenkschonend und schaffen ein harmonisches Körpergefühl, ohne den Körper zu überlasten. Übrigens, wer durch Yoga und Pilates den Stress reduziert, verspürt auch weniger Heißhunger – und das könnte zu mehr physischer Leichtigkeit führen. Der Schlüssel zum Abnehmen liege der Physiotherapeutin zufolge aber in einer regelmäßigen und mit Freude ausgeführten Mixtur aus Cardio-, Kraft- und Intervalltraining. Sie empfiehlt zum Beispiel High-Intensity Interval Training, Krafttraining, Cardio-Training und Tanzen. Ihr Fazit: „Bewegung kann tatsächlich Leichtigkeit in physischer, mentaler und emotionaler Hinsicht bringen, wenn sie bewusst und ausgewogen ausgeführt wird.“ Yoga, Pilates und ausgewählte Workouts für den Gewichtsverlust können dabei sogar eine zentrale Rolle spielen. „Die Basis bildet immer eine ausgewogene (antientzündliche) Ernährung“, sagt Renée Sielemann. In ihrer Praxis verfolgt sie den sogenannten „Change your lifestyle“-Ansatz. Dieser ist ganzheitlich und besteht aus basischen/antientzündlichen Rezepten, einer optimalen Zellversorgung sowie mehr Bewegung und Achtsamkeit.
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