„Hell ist die Nacht“ hieß eine außergewöhnliche musiktheatralische Installation beim Würzburger Mozartfest, erstmals aufgeführt 2024, wiederholt 2025. Zu Recht wurde dieses Projekt im letzten Jahr mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Nun erinnert ein Buch an diese zutiefst beeindruckende Produktion. Das Besondere dabei war der Ort, das Kloster der Erlöserschwestern in Würzburg, wo im Keller, am 16. März 1945, wie durch ein Wunder neben 300 Klosterschwestern auch 200 Soldaten und Zivilisten aus der Umgebung die Zerstörung in der Bombennacht überlebten. Daran erinnerte die von Regisseur Max Koch erfundene szenische Handlung um zwei Liebende, die durch das Inferno des Kriegs auseinandergerissen werden. Sie singen und spielen ihre fiktive Geschichte. Mitspielerinnen waren auch vier Ordensschwestern und die Örtlichkeit des Klosters, begonnen im ehemaligen Speisesaal unter neblig-düsterem Licht; von dort führte die Erinnerungsreise das Publikum weiter in die historische Küche, danach ging es die enge Treppe hinunter, bis man um weitere Ecken und Nischen im niedrigen Luftschutzkeller ankam. Überall erklang Musik aus vier Jahrhunderten, mal am Klavier, mal durch ein Streichquartett, mal durch Gesang, und auch Gedichte und Zeitzeugenberichte über diese schreckliche Nacht wurden gelesen. All diese Eindrücke bewahrt die großzügige Buch-Dokumentation. Durch die eher „unfarbigen“, manchmal unscharfen Fotos, auf denen dunkle Töne dominieren, die sparsam verteilten Texte ergibt sich eine fast meditative Ausstrahlung auf 107 Seiten. Das Buch, publiziert vom Verlag „Theater der Zeit“, kostet 20 Euro.
Buch zum Fest
0
Share.
