
Zentraler Schulungsinhalt des Würzburger Moduls: Welche professionelle Haltung ist von Seiten der Gesundheitsberufe nötig, um Krebserkrankte bestmöglich zu begleiten? Foto: Konstantin Schrader / UKW
Das Uniklinikum Würzburg (UKW) hat für das Programm das erste von bundesweit sechs Modulen entwickelt und im Mai dieses Jahres erstmals durchgeführt. Verantwortet wird der Würzburger Schulungsbaustein von Prof. Dr. Imad Maatouk, Lehrstuhlinhaber für Integrierte Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, und Prof. Dr. Claudia Löffler, Professorin für Integrative Onkologische Medizin. Das interprofessionelle Curriculum entstand in enger Zusammenarbeit mit Privatdozentin Dr. Elisabeth Jentschke, Leiterin der Psychoonkologie am UKW, sowie weiteren Expertinnen und Experten aus den beteiligten Fachbereichen. Im Mittelpunkt steht weniger die Vermittlung einzelner Gesprächstechniken als vielmehr die Frage, welche professionelle Haltung Gesundheitsberufe benötigen, um Menschen mit einer Krebserkrankung bestmöglich zu begleiten. „Gute Kommunikation beginnt mit aufmerksamem Zuhören, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Entwickeln tragfähiger Entscheidungen“, verdeutlicht Prof. Maatouk. Und Prof. Dr. Löffler ergänzt: „Gute Krebsversorgung muss konsequent am Menschen orientiert sein. Gute Kommunikation schafft Orientierung und verbindet wissenschaftliche Evidenz mit den individuellen Bedürfnissen, Werten und Lebenszielen der Patientinnen und Patienten. So entsteht eine Versorgung, die Menschen befähigt, ihre Gesundheit und Lebensqualität aktiv mitzugestalten.“ Fragen zu Bewegung, Ernährung und weiteren unterstützenden Maßnahmen gehören längst zum Alltag in der Krebsmedizin. Gleichzeitig ist die Studienlage oft komplex und die Informationsflut im Internet schwer einzuordnen. Das Würzburger Modul vermittelt deshalb, wie Gespräche über Integrative Onkologie evidenzbasiert, verständlich und alltagsnah geführt werden können. Ergänzend wurden praxisnahe Gesprächshilfen sowie wissenschaftlich fundierte Informationsmaterialien erarbeitet, die Menschen in Gesundheitsberufen dabei unterstützen, Patientinnen und Patienten verlässliche Orientierung zu geben und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.