Die CAR-T-Zelltherapie hat die Behandlung von Blutkrebs und weiteren Erkrankungen revolutioniert: Körpereigene T-Zellen werden im Labor so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen. Nehmen die behandelten Patientinnen und Patienten jedoch weitere Medikamente ein, kann das die Therapiewirkung verschlechtern oder Nebenwirkungen verstärken.
Der Mediziner Dr. Lukas Scheller forscht am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie von Prof. Dr. Michael Hudecek an der von Prof. Dr. Hermann Einsele geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg. Der Lehrstuhl arbeitet eng mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA zusammen, um neue CAR-T-Zelltherapien möglichst schnell in die klinische Anwendung zu überführen.
Etablierte CAR-T-Zelltherapie soll noch wirksamer und sicherer werden
Viele Patientinnen und Patienten nehmen neben der CAR-T-Zelltherapie weiterhin ihre gewohnten Medikamente ein, die ihnen ihr Hausarzt verschrieben hat. Lukas Scheller möchte herausfinden, ob diese Medikamente die Wirkung und Sicherheit der CAR-T-Zelltherapie beeinflussen. „Wenn wir diese Mechanismen verstehen, können wir anschließend neue Lösungen entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, die Medikamente der Patientinnen und Patienten vor Beginn der Therapie anzupassen oder bestimmte Begleitmedikationen zu entwickeln, um die CAR-T-Zelltherapie sicherer und effektiver wird.“
Doch nicht nur der Therapieerfolg ist entscheidend, auch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten steht im Fokus. Lukas Scheller möchte herausfinden, ob sich mögliche Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie schon vor Beginn der Behandlung vorhersagen lassen. Dafür analysiert er Blutproben auf bestimmte Stoffe, sogenannte Biomarker, die Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen geben können. Er untersucht, wie Immunzellen und Blutgefäßzellen miteinander kommunizieren und welchen Einfluss diese Wechselwirkungen auf die Wirksamkeit der Therapie haben.
„Durch die Kombination aller Ergebnisse könnten wir die Ursachen von Wirkungen und Nebenwirkungen noch besser verstehen, sie frühzeitig erkennen und steuern, um die CAR-T-Zelltherapie noch wirksamer und sicherer zu machen,“ fasst Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum Würzburg, zusammen.
„Die CAR-T-Zelltherapie zählt zu den vielversprechendsten Innovationen der modernen Krebsmedizin. Umso wichtiger ist es, ihre Wirksamkeit weiter zu verbessern und Nebenwirkungen besser vorherzusagen und zu vermeiden. Wir freuen uns, mit unserer Förderung dazu beizutragen, dass diese vielversprechenden Forschungsansätze ausgeweitet, wissenschaftlich validiert und langfristig zum Nutzen der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt werden können“, betont Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung.