Neuroplastizität des Gehirns

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Schon vor rund zweitausend Jahren hat Marc Aurel gesagt: „Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.“ Die Neuroplastizität unseres Gehirns bestätigt diese Aussage. Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, lebenslang veränderungs- und lernfähig zu sein. Die Forschungen von Alvaro Pascual-Leone, Professor für Neurologie und Direktor am Beth in Israel, haben mit dem Mythos Schluss gemacht: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Lebenslange Veränderung sei möglich! Eine Studie der Queen’s Universität2 in Kanada belegt, dass jeder Gedanke im Gehirn eine biochemische Reaktion auslöst. Botenstoffe (Neurotransmitter, Neuropeptide und Hormone) würden ausgeschüttet. Bei negativen Gedanken etwa Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, Cytokine und Histamine, bei positiven Gedanken Serotonin, Oxytocin, Dopamin, Endorphine und Vasopressin. Diese Botenstoffe führen zu negativen oder positiven Emotionen. Auch auf der Körperebene nehmen wir die Gedanken wahr, zum Beispiel als Kloß im Hals, als Druck im Magen oder als verspannte Schultern. Wenn wir uns entscheiden, positiv zu denken, dankbar zu sein, Respekt und Wertschätzung anderen Menschen gegenüber zu zeigen, dann fühlen wir auch das körperlich, etwa wenn es uns warm ums Herz wird. Demzufolge seien allein die Gedanken in der Lage, die physische Struktur des Gehirns zu verändern – und das lebenslang.

Quellen: 1www.nature.com/articles/s41467-020-17255-9, 2 https://mbb.harvard.edu/people/alvaro-pascual-leone

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