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	<title>Schmerz &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Welches Schmerzmittel hilft wann?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/welches-schmerzmittel-hilft-wann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 May 2018 09:24:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) gehören zu den Bestsellern unter den rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln. Das hat eine aktuelle Statista-Umfrage zur Beliebtheit von Schmerzmitteln ergeben. Zumindest eines dieser Medikamente liegt in fast jedem Medizinschränkchen. Nicht wenige unter den Befragten scheinen zudem Traditionalisten zu sein. Die einen nehmen immer ASS, die anderen immer Paracetamol. Aber ist [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6872" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6872" class="size-medium wp-image-6872" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2018/05/Dickmeis-C-Nicole-Oppelt-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2018/05/Dickmeis-C-Nicole-Oppelt-300x199.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2018/05/Dickmeis-C-Nicole-Oppelt-768x509.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2018/05/Dickmeis-C-Nicole-Oppelt-218x144.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2018/05/Dickmeis-C-Nicole-Oppelt.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-6872" class="wp-caption-text">„Eine langfristige Schmerztherapie ohne Ursachenforschung ist immer sinnlos“, sagt Apotheker Dickmeis. Foto: Nicole Oppelt</p></div>
<p>Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) gehören zu den Bestsellern unter den rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln. Das hat eine aktuelle Statista-Umfrage zur Beliebtheit von Schmerzmitteln ergeben. Zumindest eines dieser Medikamente liegt in fast jedem Medizinschränkchen. Nicht wenige unter den Befragten scheinen zudem Traditionalisten zu sein. Die einen nehmen immer ASS, die anderen immer Paracetamol. Aber ist es wirklich egal, wann zu welchem Mittel gegriffen wird? Lebenslinie hat sich bei Apotheker Michael Dickmeis schlau gemacht.</p>
<p>Um es vorweg zu nehmen: Für den Fachmann aus Würzburg gehört auch Naproxen in die Liste der beliebtesten Mittel. Zwar führe der Arzneistoff ein zahlenmäßiges „Schattendasein“, habe aber „in gewissen Fällen Vorteile“. Gemeinsam mit Ibuprofen, Diclofenac und ASS gehört Naproxen zu den nicht-steroidalen Antirheumatika, kurz NSAR. „Grundsätzlich wirken alle vier NSAR auf die Prostaglandin-Synthese. Prostaglandine sind Botenstoffe im Körper, die Schmerzen anzeigen und weiterleiten.</p>
<p>Die Idee: Wenn man es schafft, die Prostaglandin-Synthese zu hemmen, hat man weniger Prostaglandin und fühlt weniger Schmerz.“ Allerdings brauche der Körper Prostaglandine auch für physiologische Vorgänge. So sei eine andere Art von Prostaglandinen im Magen dafür zuständig, dass dessen Schleimschutzmantel produziert werde, der ihn vor der körpereigenen Magensäure schütze.</p>
<p>„Wenn zu heftig und zu lange mit einem NSAR therapiert wird, senkt man nicht nur die Prostaglandin-Synthese im Bereich Schmerz, sondern auch im Bereich Magenschleimhautschutz“, so Dickmeis.</p>
<p>„Chemisch betrachtet sind NSAR saure Arzneistoffe. Sie lagern sich zusätzlich da an, wo im Körper Säure ist, also auch wieder im Magen. Langfristig machen diese Präparate den Magen kaputt.“ Bei einer langandauernden Schmerztherapie, die immer ärztlich begleitet werden sollte, seien deshalb sogenannte „Magenschutz“-Tabletten „richtig und wichtig“, denn sie hemmen die Säureproduktion, so der Apotheker.</p>
<p>Für den geeigneten Zeitraum einer Selbst-Medikation von Schmerzmitteln gibt Michael Dickmeis die Regel aus: „Ohne Arzt: nicht mehr als zehn Tage im Monat. Nicht mehr als vier Tage hintereinander und je nach Wirkstoff nicht mehr als drei, höchstens vier Tabletten am Tag. Wenn sich dann nichts tut, besteht ein grundlegendes Problem und das gehört in ärztliche Hand.“</p>
<p>Alle vier Antirheumatika helfen, aber nicht gleich gut: „Jedes dieser Schmerzmittel hat seine eigenen Vor- und Nachteile,“ erklärt Dickmeis. Sehe man etwa beim ASS von der niedrig dosierten, regelmäßigen Anwendung zur „Blutverdünnung“ ab, käme der Wirkstoff vor allem bei Kopf- und Gliederschmerzen sowie entzündlichen Schmerzen zur Anwendung. Gleichzeitig habe ASS aber auch Nachteile. Die stärkste Wirkung, die man sich im niedrig dosierten Bereich zu Nutze mache, aber im 500-Milligramm-Bereich als Nebenwirkung zu beachten sei, sei die Verringerung der Thrombozyten-Aggregation.</p>
<p>„Das Blut wird nicht wirklich dünner gemacht. Die Blutgerinnung wird gesenkt.“ Generell gilt: ASS nicht an Kinder, da in seltenen Fällen das sogenannte Reye-Syndrom ausgelöst werden kann. „Die Hirnschädigung ist in 75 Prozent der Fälle tödlich.“</p>
<p>„Ibuprofen ist das Multitalent und für viele Patienten das Mittel der ersten Wahl. Es wirkt bei Fieber, Knie- oder Rückenschmerzen, entzündlichen Geschichten, Kopfschmerzen und Migräne.“ Zudem schlage es nicht so stark auf den Magen wie etwa ASS. „Der Nachteil: Es braucht gut 45 Minuten bis eine Stunde bis es wirkt.“ Deshalb gebe es die Kombination mit Lysin, einer körpereigenen Aminosäure. Diese beschleunige das Auflösen und die Aufnahme von Ibuprofen aus dem Magen deutlich. Die Zeit bis zur Wirkung verkürze sich so auf etwa 15 Minuten.</p>
<p>„Diclofenac gilt als das orthopädische Schmerzmittel, weil es noch einmal saurer als die vorangegangenen ist. Im entzündeten Gewebe sammelt es sich deutlich besser an“, sagt Dickmeis, über das Mittel der Wahl bei Gelenkschmerzen, Prellungen, Sportverletzungen oder Verspannungen. „Naproxen hingegen wirkt noch langsamer als Ibuprofen, hält aber zwölf Stunden an“, erklärt der Experte.</p>
<p>Sehr gut eigne es sich deshalb ebenfalls bei orthopädischen oder Regel-Beschwerden. Es eigne sich jüngsten Studien zufolge außerdem gut für Herz-Kreislauf-Patienten. „Paracetamol hat einen komplett anderen Wirkmechanismus. Der Wirkstoff greift im Schmerzzentrum im Gehirn an. Er hat keine saure Komponente, weshalb er auch für Patienten geeignet ist, die Blutverdünner einnehmen müssen, sowie für Asthmatiker.“</p>
<p>Es wirke sehr gut gegen Fieber und Kopfschmerzen. Der Nachteil: Auf entzündliche Beschwerden habe Paracetamol fast keinerlei Wirkung. Nach zu langer und zu hoher Gabe könne es zudem zu irreversiblen Leberschäden kommen. Auch deshalb ist die Grenze für die Verschreibungspflicht sehr niedrig*, ebenso die Dosierungsempfehlungen für Kinder**.</p>
<p>Zur Vorsicht mahnen auch die jüngsten Erkenntnisse: Aktuell deuten Studien zunehmend darauf hin, dass Diclofenac und Ibuprofen das Risiko für Herzinfarkte, Herzschwäche und Schlaganfälle erhöhen, vor allem in höheren Dosierungen und bei längerfristiger Einnahme. „Da ist definitiv etwas dran. Keiner weiß jedoch einen Sachzusammenhang. Es existiert lediglich ein statistischer“, sagt Dickmeis.</p>
<p>ASS hingegen soll eine Prophylaxe sein, wenn es um Herzgesundheit geht? Stimmt das? „Ja und nein“, so Dickmeis. „Es ist ganz klar, dass ASS niedrig dosiert – 50 bis 100 Milligramm pro Tag – eine thrombozyten-aggregations-hemmende Wirkung hat. Das Verklumpen des Blutes wird verhindert. Auf der anderen Seite bluten Verletzungen deutlich länger.“</p>
<p>Das Ganze habe positive Nebeneffekte wie unter anderem eine Herzinfarkt- und Schlaganfall-Prävention. Das hätten kleinere Studien ergeben. Bei einem Unfall oder einer Operation wirke sich das jedoch nachteilig aus. Langfristig könne durch die Einnahme sogar ein Magengeschwür entstehen.</p>
<p>Derartige Risiken seien, anders als die positiven Effekte, über große Meta-Studien belegt. Nachgewiesen sei hier lediglich die Prävention eines Zweit-Ereignisses. Aber: „Es gibt keine einzige Studie, die hier langfristig Risiken gegen Nutzen aufwiegt. Eine solche Prophylaxe kann daher möglicherweise eher gefährlich als sinnvoll sein. Bei jemandem, der schon einmal einen Schlaganfall oder Herzinfarkt in der Familie oder selbst ein solches Ereignis hatte, macht es aber definitiv Sinn 50 bis 100 Milligramm am Tag einzunehmen.“</p>
<p>Wichtig: „ASS und Ibuprofen stören sich“, sagt Dickmeis. Es komme zu Wechselwirkungen im Bereich der Thrombozyten-Aggregations-Hemmung. Entweder werde Ibuprofen zwei Stunden vor der ASS-Einnahme genommen oder gleich komplett auf ASS umgestiegen.</p>
<p>Anders verhalte es sich, wenn zwei Stunden nach der ASS-Einnahme ein Ibuprofen genommen werde. Dann gebe es keine Probleme.</p>
<p><em>* „Wegen seiner leberschädigenden Wirkung ist die rezeptfrei erhältliche Menge von Paracetamol bereits auf zehn Gramm beschränkt.“ (Ärzteblatt), ** „Bei Kindern orientiert sich die Dosierungshöhe individuell nach dem Körpergewicht und Alter des Kindes. Ein ungefährer Richtwert ist 10-15 mg pro kg Körpergewicht. Die maximale Tageshöchstdosis bei Kindern ist 50 mg pro kg Körpergewicht.“ (Praxis Vita)</em></p>
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		<title>Ja! Nein! Vielleicht?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ja-nein-vielleicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 08:32:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Wärmflasche, Kirschkern- oder Dinkelkissen, Rotlicht, ein heißes Vollbad, Fangopackungen, Wärmesalben oder -pflaster – alles probate Mittel, um chronischen Schmerzen zu Leibe zu rücken, sagt Physiotherapeutin Simone Heinze-Schmid. Als Faustregel gelte bei chronischen Schmerzen wärmen, bei akuten Schmerzen kühlen. Wie bei allen Regeln gilt auch hier: Es gibt Ausnahmen. Manchen Menschen tut Wärme gut, anderen Kälte. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4496" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ja-nein-vielleicht/dinkelmaus/" rel="attachment wp-att-4496"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4496" class="size-medium wp-image-4496" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Dinkelmaus-300x225.jpg" alt="Dinkelmaus Wärmekissen. Foto: privat" width="300" height="225" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Dinkelmaus-300x225.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Dinkelmaus-768x576.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Dinkelmaus-218x164.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Dinkelmaus.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-4496" class="wp-caption-text">Dinkelmaus Wärmekissen.<br />Foto: privat</p></div>
<p>Wärmflasche, Kirschkern- oder Dinkelkissen, Rotlicht, ein heißes Vollbad, Fangopackungen, Wärmesalben oder -pflaster – alles probate Mittel, um chronischen Schmerzen zu Leibe zu rücken, sagt Physiotherapeutin Simone Heinze-Schmid.</p>
<p>Als Faustregel gelte bei chronischen Schmerzen wärmen, bei akuten Schmerzen kühlen. Wie bei allen Regeln gilt auch hier: Es gibt Ausnahmen. Manchen Menschen tut Wärme gut, anderen Kälte.</p>
<p>„Der Körper sagt schon, was er will und braucht“, so die Fachfrau in Sachen Schmerzen. Neben individuellen Vorlieben rät die langjährige Therapeutin mit Praxen in Hausen und Würzburg sowohl beim Wärmen als auch beim Kühlen nicht punktuell, sondern eher flächig zu arbeiten.</p>
<p>Das Kühl-Pad beispielsweise bei einer Prellung, Verstauchung, Zerrung oder auch einem Insektenstich mit kreisenden Bewegungen um die schmerzende Stelle herum bewegen. Durch die Kälte fährt die Durchblutung an dieser Stelle herunter und der Schmerz lässt nach, anders als bei Wärme, diese regt die Durchblutung an.</p>
<p>Das Gewebe kann störende Abfallprodukte besser abtransportieren, erklärt Heinze-Schmid.</p>
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		<title>Attacken, die hilflos machen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/attacken-die-hilflos-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2016 11:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit acht Jahren leidet Manon, eine Würzburgerin, die ihren richtigen Namen nicht nennen möchte, an chronischen Schmerzen. Damit fertig zu werden, sei alles andere als einfach, sagt sie. Erschwerend kommt laut der 52-Jährigen Unverständnis von ärztlicher Seite hinzu. „Wir sind unliebsame Patienten“, bedauert sie. Was in erster Linie daran läge, dass Schmerzen unsichtbar seien. Dies [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4298" style="width: 220px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/attacken-die-hilflos-machen/bild-gemalt-schmerz/" rel="attachment wp-att-4298"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4298" class="size-medium wp-image-4298" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Bild-gemalt-Schmerz-210x300.jpg" alt="Foto: ©depositphotos.com/ @ sSplajn" width="210" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Bild-gemalt-Schmerz-210x300.jpg 210w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Bild-gemalt-Schmerz-218x311.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Bild-gemalt-Schmerz.jpg 630w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /></a><p id="caption-attachment-4298" class="wp-caption-text">Foto: ©depositphotos.com/<br />@ sSplajn</p></div>
<p>Seit acht Jahren leidet Manon, eine Würzburgerin, die ihren richtigen Namen nicht nennen möchte, an chronischen Schmerzen. Damit fertig zu werden, sei alles andere als einfach, sagt sie. Erschwerend kommt laut der 52-Jährigen Unverständnis von ärztlicher Seite hinzu.</p>
<p>„Wir sind unliebsame Patienten“, bedauert sie. Was in erster Linie daran läge, dass Schmerzen unsichtbar seien. Dies verunsichere Ärzte im Umgang mit Kranken. Viele Mediziner würden gern etwas verordnen, das möglichst prompt anschlägt.</p>
<p>Das gelingt bei Schmerzpatienten in vielen Fällen nicht: „Wir spiegeln Ärzten ihre Hilflosigkeit.“ Manchmal kam es nach Manons Erfahrungen deswegen zu aggressiven Reaktionen, zu Schroffheit und Abweisung. Diese Behandlung wiederum sei fatal für Schmerzpatienten, da die ohnehin mit ihrer Situation überfordert seien.</p>
<p>Manon, die sich in einer Würzburger Selbsthilfegruppe engagiert, fand schließlich Hilfe in einer Schweinfurter Privatpraxis für neuroorthopädische Rehabilitation und Schmerztherapie am Bewegungsapparat. Auf Muskulatur spezialisierte Schmerztherapeuten fänden sich Manon zufolge hierzulande zu selten. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wünscht sie, dass sich Ärzten, Patienten, Selbsthilfegruppen und Therapeuten stärker vernetzen, um gemeinsam vielfältige Behandlungskonzepte auf den Weg zu bringen.</p>
<p>„Schulmediziner seien mit Schmerzkranken oft überfordert“, sagt Brigitte Bader. Seit 1993 leidet sie aufgrund von Rheuma unter chronischen Schmerzen: „Zum Glück allerdings nicht ununterbrochen.“ Antirheumatika und Akupunktur helfen ihr, außerdem versucht Bader, sich abzulenken &#8211; durch Alltagstätigkeiten und entspannende Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren.</p>
<p>Eine Hürde bei der Schmerztherapie, sagen Manon und Brigitte Bader, sei der mangelnde Wille mancher Ärzte, sich einzulassen und zu versuchen, den Schmerzpatienten in seiner gesamten Situation und Persönlichkeit zu verstehen.</p>
<p>Die beiden Schmerzkranken wünschen sich mehr Zeit für „sprechende Medizin“. Außerdem fänden sie es sinnvoll, Kurse anzubieten, in denen Patienten lernen, Schmerzen zumindest ein Stück weit selbst zu beeinflussen.</p>
<p>Reinhilde Höfer, Leiterin der Würzburger Selbsthilfegruppe „Migräne“, hat das in den letzten Jahren gelernt. Deswegen geht es ihr heute viel besser. Seit der Einschulung leidet die 57-Jährige unter Migräne: „Auf Bildern von Schulausflügen sehe ich heute noch genau, wann ich damals Migräne hatte.“</p>
<p>In den vergangenen fünf Jahrzehnten gab es viele Monate, an denen sie an 25 Tagen von Migräneattacken geplagt war. Seit knapp drei Jahren geht es Reinhilde Höfer besser. Der Kontakt zur Klinik für Spezielle Schmerztherapie im Schweinfurter Leopoldina Krankenhaus führte zum „Wendepunkt“ in ihrem Leben.</p>
<p>Höfer schwärmt von der einfühlsamen Chefärztin der Schmerzambulanz: „Sie nahm sich beim ersten Besuch eineinhalb Stunden Zeit für mich. So etwas hatte ich noch nie erlebt.“ Höfer hat heute gute Prophylaxemedikamente, sie kennt hilfreiche Entspannungsmethoden, ist dreimal in der Woche sportlich aktiv und engagiert sich in der Migräne-Selbsthilfegruppe.</p>
<p>„Erstmals ahne ich, wie es Menschen geht, die keine Schmerzen haben“, sagt die Frau, die nun viele Tage im Monat schmerzfrei ist. Jeder einzelne Tag sei ein Geschenk: „Ich genieße es unglaublich, morgens aufzuwachen und keine Schmerzen im Kopf zu spüren.“</p>
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		<title>Die Guten ins Töpfchen&#8230;</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/die-guten-ins-toepfchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2016 11:15:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Henriette N. (Name von der Redaktion geändert) hat seit 28 Jahren Migräne. Vor 13 Jahren hat die neurologische Erkrankung bei der heute 50-Jährigen ihren Höhepunkt erreicht: an nur noch drei bis vier Tagen im Monat war Henriette schmerzfrei und konnte arbeiten, die übrige Zeit hatte sie Kopfschmerzen jeglichen Ausmaßes von mehrtägigen schlimmen Anfällen bis leichteren [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4294" style="width: 242px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/die-guten-ins-toepfchen/walkaway-2/" rel="attachment wp-att-4294"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4294" class="size-medium wp-image-4294" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Silhouette-Frau-traurig-232x300.jpg" alt="Foto: ©depositphotos.com/@Karuka" width="232" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Silhouette-Frau-traurig-232x300.jpg 232w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Silhouette-Frau-traurig-218x281.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Silhouette-Frau-traurig-233x300.jpg 233w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Silhouette-Frau-traurig.jpg 697w" sizes="auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px" /></a><p id="caption-attachment-4294" class="wp-caption-text">Foto: ©depositphotos.com/@Karuka</p></div>
<p>Henriette N. (Name von der Redaktion geändert) hat seit 28 Jahren Migräne. Vor 13 Jahren hat die neurologische Erkrankung bei der heute 50-Jährigen ihren Höhepunkt erreicht: an nur noch drei bis vier Tagen im Monat war Henriette schmerzfrei und konnte arbeiten, die übrige Zeit hatte sie Kopfschmerzen jeglichen Ausmaßes von mehrtägigen schlimmen Anfällen bis leichteren Migränekopfschmerzen ohne Erbrechen.</p>
<p>Die Folge: Sie wurde teilerwerbsunfähig eingestuft und errang den Status der Schwerbehinderten (zu 50 Prozent). Ihre aufstrebende Karriere musste sie ad acta legen, und auch finanziell bedeutete das, für die damals 37-Jährige, Einschränkungen.</p>
<p><strong>Schmerz-Ventil</strong></p>
<p>Wenn die Migräne anfängt, kann Henriette N. nur noch die Rollos in ihrem Schlafzimmer herunterlassen und liegen. Die unerträglichen Kopfschmerzen sind begleitet von starker Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und Schüttelfrost. Hinzukommt noch Geräusch- und Lichtempfindlichkeit.</p>
<p>„Ich habe schon vor lauter Schmerzen die Tapete über meinem Bett mit den Fingernägeln abgekratzt. Manchmal weiß ich mir nicht mehr anders zu helfen, und der Schmerz sucht sich ein Ventil in irgendeiner, wenn auch absurden, Aktion“, so die studierte Germanistin. In jungen Jahren (ihren ersten Migräneanfall hatte sie mit 22) dachte sie: „Ich gehe zum Arzt, bekomme etwas gegen die Schmerzen, und gut ist es“.</p>
<p>Heute weiß sie: „Richtig gut wird es mit den Schmerzen nie, aber man kann lernen, damit gut zu leben!“ Ihr derzeitiger „Status Quo“ von Migräneattacken: „Alle drei bis vier Wochen eine.“ Henriette ist trotz jahrzehntelanger chronischer Schmerzen ein durch und durch positiver Mensch. Nach dem Motto, wenn man die Dinge nicht ändern kann, dann müsse man seine Einstellung dazu ändern&#8230;!</p>
<p><strong>Austherapiert</strong></p>
<p>Dennoch hat sie nichts unversucht gelassen, etwas gegen die Migräne zu unternehmen: von Kernspinnuntersuchungen und EEGs, um Schlimmeres auszuschließen, stationäre und ambulante Aufenthalte in Schmerzkliniken, selbstredend die Einnahme aller gängigen Migränemittel auf dem Markt bis hin zu der Teilnahme an einer Migränestudie, bei der ihr Anti-Epileptika verabreicht wurden.</p>
<p>Nicht zu vergessen etliche Sitzungen bei Neurologen, Psychologen und Verhaltenstherapeuten. „Irgendwann musste ich feststellen, Heilung gibt es für mich anscheinend nicht, da die Migräneforschung einfach noch nicht so weit ist.“</p>
<p><strong>Leben im Moment</strong></p>
<p>Was sie aber aus der Verhaltenstherapie mitgenommen habe, sei das Leben im Moment, das Feiern der guten Tage, die es ja durchaus auch gäbe: „Die guten Tage ohne Schmerzen genieße ich doppelt, weil sie ja für die schlechten mit reichen müssen!“</p>
<p>Henriette N. lebt schon mehr als die Hälfte ihres Lebens mit oft unerträglichen Schmerzen und verfährt daher nach dem Motto: die Guten ins Töpfen, die Schlechten ins Kröpfchen. Parallel dazu hat sie aber auch alle gängigen Verfahren der Naturheilkunde und Alternativmedizin getestet, um nichts unversucht gelassen zu haben.</p>
<p>Von Homöopathie über Bachblüten, Kinesiologie, Osteopathie und Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu TCM, Hypnose und sogar eine Heilerin. Derzeit nimmt sie nur noch Triptane (bei einer schweren Attacke) und trinkt eine eigens für sie zusammengestellte chinesische Teemischung, macht Entspannungsübungen und ist achtsam gegenüber sich und der Umwelt.</p>
<p>Die Schmerzen und ihre Migräne konnte ihr bisher keiner nehmen, aber den Lebensmut auch nicht: „Wenn man den Feind nicht besiegen kann, muss man ihn zum Freund machen“, sagt Henriette. Und damit lebt sie ganz gut – wie gesagt an guten Tagen&#8230; !</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jenseits der Schmerzgrenze</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/jenseits-der-schmerzgrenze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Sep 2016 13:38:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut jüngster wissenschaftlicher Studien* leiden 23 Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Das ist fast jeder Dritte in unserem Land. Als „chronisch“ gilt Schmerz dann, wenn er länger als drei bis sechs Monate andauert oder stetig wiederkehrend ist. Schmerz gehört zum Leben dazu. Als Schutz- und Warnsignal des Körpers ist er sogar überlebensnotwendig. Will [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4213" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/jenseits-der-schmerzgrenze/schmerzgrenze/" rel="attachment wp-att-4213"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4213" class="size-medium wp-image-4213" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Schmerzgrenze-300x220.jpg" alt="(V.l.n.r.): Stefan Lindner, Diplom Sportwissenschaftler und Physiotherapeut, PD Dr. Elmar-Marc Brede, Leiter der Schmerzambulanz, Prof. Dr. Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik, und Christiane Johnson, Diplom-Psychologin im UKW. Foto: Susanna Khoury" width="300" height="220" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Schmerzgrenze-300x220.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Schmerzgrenze-768x562.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Schmerzgrenze-218x160.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Schmerzgrenze.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-4213" class="wp-caption-text">(V.l.n.r.): Stefan Lindner, Diplom Sportwissenschaftler und Physiotherapeut, PD Dr. Elmar-Marc Brede, Leiter der Schmerzambulanz, Prof. Dr. Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik, und Christiane Johnson, Diplom-Psychologin im UKW. Foto: Susanna Khoury</p></div>
<p>Laut jüngster wissenschaftlicher Studien* leiden 23 Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Das ist fast jeder Dritte in unserem Land. Als „chronisch“ gilt Schmerz dann, wenn er länger als drei bis sechs Monate andauert oder stetig wiederkehrend ist. Schmerz gehört zum Leben dazu.</p>
<p>Als Schutz- und Warnsignal des Körpers ist er sogar überlebensnotwendig. Will er jedoch nicht weichen und beginnt er Fühlen, Denken, Handeln – ja das ganze Leben zu überschatten oder gar zu bestimmen – mutiert er zum „Vernichter und Folterknecht“, so die Deutsche Schmerzliga (Selbsthilfeorganisation, die sich seit 25 Jahren als Sprachrohr und Informationsmedium für Schmerzpatienten versteht).</p>
<p>Das Team der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) kümmert sich mit einem multimodalen Ansatz (über alle Disziplinen hinweg) um genau diese Schmerzpatienten. Sie alle haben eine lange Leidensgeschichte bereits hinter sich und gelten vielfach als austherapiert.</p>
<p>„Schmerz ist ein komplexes Gebilde“, betont Dr. Elmar-Marc Brede, Leiter der Schmerzambulanz des UKWs. „Die 5-Minuten-Medizin da draußen kann chronischen Schmerzpatienten nicht gerecht werden. Wir haben noch die Zeit, respektive dürfen sie uns nehmen unter Zuhilfenahme aller Disziplinen“, so Oberarzt Dr. Brede. Dieses multimodale Arbeiten berge die meiste Chance auf Erkenntnis!</p>
<p>Gemeinsam mit Professor Dr. Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik, Diplom-Psychologin Christiane Johnson und Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten Stefan Lindner fühlt er dem Schmerz auf den Zahn.</p>
<p>Ein Großteil der Anamnese, so Prof. Rittner, passiere in der Ambulanz: das Sichten und Einordnen bisheriger Befunde, das Abfragen medikamentöser Therapien und die Einschätzung des Patienten, was geholfen habe und was nicht sowie zusätzliche Diagnostik anderer Disziplinen (Neurologie, Orthopädie, Psychotherapie) im Haus.</p>
<p>Übergeordnetes Ziel der Schmerztherapie ist beim Gros der Fälle ein lebenswertes Leben mit dem Schmerz bei der Arbeit und in der Freizeit. Häufig nimmt dann in der Folge auch die Schmerzintensität ab.</p>
<p>Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist das Schlüsselwort, wie auch Professor Albert Diefenbacher, Chefarzt der Abteilung Psychatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin, in der Fachzeitschrift „Psychotherapie im Dialog“ (Thieme Verlag, Stuttgart, 2016) konstatiert: „Die Patienten müssen lernen, sich nicht vom Schmerzerlebnis dominieren zu lassen, sondern ihr Handeln wieder daran orientieren, was sie als lebenswert empfinden“.</p>
<p>Der Erfolg einer Therapie, so auch PD Dr. Brede, sei daran messbar, ob sie Schmerzpatienten Langzeitkonzepte für mehr Lebensqualität an die Hand gebe. Die multimodale Schmerztherapie des UKWs werde daher individuell zugeschnitten und findet an zwei bis fünf Tagen die Woche zwischen 8 und 17 Uhr statt und das über zwei bis drei Monate hinweg. Nach einer längeren Pause gibt es eine Auffrischungswoche des „Gelernten“.</p>
<p>Der zu behandelnde Schmerz betrifft in der Vielzahl der Fälle Knochen, Gelenke und Muskeln (Rückenschmerz rangiert auf Platz 1), aber auch Kopfschmerz- und Fibromyalgie-Patienten werden in der Schmerzklinik vorstellig. Unter ferner liefen auf der Häufigkeitsskala rangieren Schmerzen bedingt durch seltene Erkrankungen oder Phantomschmerzen.</p>
<p>Sportwissenschaftler Stefan Lindner ist Teil des Schmerzteams und arbeite sich in der Physiotherapie mit dem Patienten, wie er selber sagt, bis an die Schmerzgrenze heran (Ausnahme seien Fibromyalgie-Patienten). „Mein Etappenziel ist es, Schmerzpatienten körperlich wieder fit fürs Leben zu machen“, so Lindner.</p>
<p>Die Rückführung ins Arbeitsleben ist für viele das A und O, sagt Professor Heike Rittner. Der Verlust sinnstiftenden Tuns oder sozialer Kontakte ziehe gerade bei Schmerzpatienten psychische Folgeerkrankungen nach sich.</p>
<p>Daher interessiert sich Diplom-Psychologin Christiane Johnson bei ihrem Erstgespräch mit dem Patienten auch für Vieles wie zum Beispiel: Hat der Patient eine eigene Erklärung für den Schmerz? Wann ist der Schmerz das erste Mal aufgetreten und was hält ihn immer noch aufrecht? Was beeinflusst den Schmerz positiv was negativ?</p>
<p>Fragen über Fragen, deren Antworten aus allen Disziplinen sich wie Puzzleteilchen zusammenfügen und am Ende ein Bild, im Idealfall einen Lösungsansatz, für die Therapie ergeben. Schmerz hat viele Gesichter und demzufolge genauso viele Ursachen.</p>
<p>Daher habe ich auf die Frage „Was ist Schmerz?“ eingangs bewusst verzichtet und das Therapieteam des UKWs gebeten, Schmerz anhand einer Farbe, eines Tieres und eines Gebäudes zu umschreiben.</p>
<p>Christiane Johnson empfindet den Patienten mit chronischen Schmerzen als Chamäleon, das sich seiner Umgebung anpasst: „Allerdings zunächst im negativen Sinne mit Rückzug und Vermeidung. Durch die Therapie soll der Patient lernen, sich neu zu ‚justieren‘ und ein lebenswertes Leben mit Schmerzen zu führen“, so die Psychologin.</p>
<p>Ihre Farbe für den Schmerz ist Grün, weil Zuversicht ein erklärtes Ziel ihrer Behandlung ist. Ein Gebäude sei ihr nicht eingefallen, eher ein Gerät, nämlich eine Zeitmaschine.</p>
<p>Denn gerade bei ihrer Arbeit sei es wichtig, mit dem Patienten sowohl in die Vergangenheit (weg vom defizitären Denken: „Was konnte ich früher alles leisten“) als auch in die Zukunft zu reisen („Was möchte ich trotz Schmerzen wieder machen?“), um festzustellen: „Was kann ich Jetzt und Hier für mein Ziel tun?“</p>
<p>Physiotherapeut Lindner wählt die Farbe Orange, für ihn die Lebhaftigkeit und Lebensfreude. Genau diese möchte er in seiner Bewegungsarbeit vermitteln: „Es soll kein Durchquälen durch die ‚Sportstunde‘ sein, sondern die Patienten sollen Spaß haben!“ Das Tier seiner Wahl ist der Delphin, der Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer in sich vereint.</p>
<p>Eigenschaften, die er auch Schmerzpatienten mit auf ihren Weg geben möchte. Auch er hat sich um das Gebäude „gemogelt“ und ist auf einen Ort ausgewichen, der selbsterklärend ist: das Trainingslager.</p>
<p>Für die Leiterin der Schmerztagesklinik, Prof. Dr. Heike Rittner, ist „Schmerz“ bunt, weil jeder Patient seine eigene Schmerzgeschichte mitbringt. Jeder Schmerz sei anders und so auch jede Therapie. Tiere sind ihr in Bezug auf den Schmerz gleich zwei eingefallen, einmal der störrische Esel, an dem man hinreden kann und der sich dennoch keinen Meter bewegt, aber auch der Hase, der hilflos, verunsichert in der Ecke sitzt und dann plötzlich das Weite sucht und Haken übers Feld schlägt.</p>
<p>Ihr Gebäude der Wahl ist ein Mehrgenerationenhaus: Schmerzen können vom Kind bis zum Greis alle treffen, und die Hausgemeinschaft lebt davon, dass alle zusammenwirken für das große Ganze. Das gilt auch für die Arbeit der unterschiedlichen Therapeuten mit den Schmerzpatienten. Dr. Elmar-Marc Brede, Leiter der Schmerzambulanz sieht „rot“, wenn es um Schmerz geht, aber nur in der Anfangsphase, bei Akutschmerz.</p>
<p>Danach hat auch für ihn der „Schmerz“ viele Farben und Facetten. Als Wolf, der sich im Dunkeln heranpirscht und von Unwohlsein bis Angst alles bei den Menschen auslösen kann, visualisiert er „Schmerz“. Aber er gibt auch zu bedenken, dass unser treuester Freund, der Hund, vom Wolf abstammt&#8230;, was dann wohl bedeute, dass er „domestizierbar“ ist?!</p>
<p>Das Gebäude, das er mit „Schmerz“ assoziiert, ist ein altes Fabrikgebäude, das man nicht seinem Schicksal überlassen muss bis es in sich zusammenfällt, sondern wunderbar wiederhergestellt werden kann.</p>
<p>Es verliere vielleicht etwas an altem Charme, und die Restaurierung koste langen Atem und Geduld. Aber am Ende gehe Etwas verändert aus der Metamorphose hervor &#8211; doch so verändert, dass man gut damit leben könne, meint Dr. Elmar-Marc Brede.</p>
<p><em>*Quelle: Winfried Häuser, MD, Gabriele Schmutzer, PhD, Anja Hilbert, PhD, Elmar Brähler, PhD, and Peter Henningsen, MD: Prevalence of Chronic Disabling Noncancer Pain and Associated Demographic and Medical Variables. A Cross-Sectional Survey in the General German Population, 2014, www.cinicalpain.com</em></p>
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		<title>Vernetzte Verletzungen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/vernetzte-verletzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Sep 2016 13:25:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schmerzen haben vielfältige Ursachen. Ihnen zugrunde liegen akute oder chronische Entzündungen aufgrund von Gewebeverletzungen oder -reizungen. „Entzündungen gehen mit der Ausschüttung von bestimmten Schmerzbotenstoffen wie etwa Histamin und Schwellungen einher.</p>
<p>Letztere können auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen“, sagt Heilpraktiker Bernhard Späth. Auf der anderen Seite könne das Gewebe durch Prellungen, Zerrungen oder Blutergüsse, infolge von Stößen oder Stürzen, aber auch durch physikalische Reize wie Hitze, Frost, radioaktive Strahlung und chemische Substanzen, wie Gifte oder Säuren, verletzt werden.</p>
<p>Ferner könnten allergieauslösende Substanzen wie Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel, Fremdkörper wie Holzsplitter, die in den Körper eindringen, und krankmachende Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten Schmerzen verursachen. Darüber hinaus könne es durch eine zu hohe Ansammlung von Stoffwechselabbauprodukten wie etwa Harnsäure-Kristalle zu Schmerzen kommen.</p>
<p>„Bei allen Schmerzen sollte man dem Körper ausreichend Ruhe gönnen, viel Wasser trinken und sich vorwiegend basisch ernähren“, so der Fachmann. Schmerzreduzierende Substanzen seien, so Späth, Teufelskralle, Weihrauch, Curcuma (Wirkstoff Curcumin), Ingwer, Organischer Schwefel (MSM), Magnesium, Cannabis, Arnika (eventuell mit DMSO), Enzyme und Probiotika (Darmsanierung).</p>
<p>Daneben gibt es die Wärmetherapie bei chronischen Schmerzen zum Beispiel Hydrotherapie, Infrarottherapie, Sauna oder Fangopackungen. Weitere alternative Heilverfahren bei chronischen Schmerzen seien Massagen (klassische, Bindegewebs-, Fußreflexzonenmassagen), Atemtherapie, Feldenkrais-Therapie, Entspannungsmethoden (Yoga, Meditation, QiGong, TaiChi), Neuraltherapie, Schröpfen, Baunscheidtieren oder auch Homöopathie.</p>
<p>Die Kryotherapie (Kältetherapie) wird hingegen bei akuten oder subakuten Schmerzen angewandt. Bekannt sind hier etwa die Eisbehandlung, Kaltmoor oder der Gang in die Eiskammer. Zum Einsatz kommen daneben auch physikalische Methoden. Zu ihnen zählen die Ultraschalltherapie (Tiefenerwärmung) und Elektrotherapie.</p>
<p>Das seiner Meinung nach wichtigste alternative Verfahren bei Schmerzen sei die Akupunktur. „Nach ihrer Lehre beruhen die meisten Krankheiten auf Störungen des harmonischen Fließens der Lebensenergie Qi auf den so genannten Meridianen“, so der Lohrer Bernhard Späth.</p>
<p>Alles im Körper hängt mit allem zusammen, so sind auch Verletzungen welcher Art auch immer vernetzt. „Der Einstich von Edelstahl-Einwegnadeln in insgesamt mehr als 700 Akupunkturpunkte setzt eine Reihe von Reaktionen des Körpers frei: Zum Beispiel bildet er morphinartige Wirkstoffe und Transmitter-Substanzen an den Schaltstellen zwischen Nerven- oder Muskelzellen, blockiert Schmerzleitungen zum Gehirn oder fährt die Durchblutung und Produktion von Abwehrzellen hoch.“</p>
<p>Akupunktur wirke auf den Körper und auf die Psyche. Zur Anwendung komme sie vor allem bei Migräne, Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen, bei Erschöpfung, Burnout, Allergien, Asthma, Verdauungsproblemen, psychosomatischen Erkrankungen sowie bei der Raucherentwöhnung.</p>
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