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	<title>Pflege &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Ein „Pflegepflaster“ für Schweinfurt</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ein-pflegepflaster-fuer-schweinfurt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 13:53:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Arbeitskräftemangel in der Pflege nimmt in der Region Main-Rhön laut der Schweinfurter Arbeitsagentur besorgniserregende Züge an. „Rein rechnerisch standen im November 2022 jeder im Gesundheitsberuf gemeldeten Stelle nur 0,4 arbeitslose Personen aus dieser Branche gegenüber“, verdeutlicht Pressesprecherin Tanja Neppe. Vor fünf Jahren lag das Verhältnis noch bei 0,9 Arbeitslosen pro offene Stelle. Mit dem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arbeitskräftemangel in der Pflege nimmt in der Region Main-Rhön laut der Schweinfurter Arbeitsagentur besorgniserregende Züge an. „Rein rechnerisch standen im November 2022 jeder im Gesundheitsberuf gemeldeten Stelle nur 0,4 arbeitslose Personen aus dieser Branche gegenüber“, verdeutlicht Pressesprecherin Tanja Neppe. Vor fünf Jahren lag das Verhältnis noch bei 0,9 Arbeitslosen pro offene Stelle. Mit dem Projekt „Pflegepflaster“ soll gegen die Personalnot vorgegangen werden. Ziel ist es, Menschen aus dem europäischen Ausland im Alter zwischen 23 und 35 Jahren für eine Pflegeausbildung in der Region zu gewinnen. „Für die Rekrutierung und für die Kontaktaufnahme zu den Bewerber:innen im Ausland ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung in Bonn zuständig“, erläutert Neppe. Nach ihren Informationen wurden bisher bayernweit 80 Personen gewonnen. Seit März durchlaufen sie einen Sprachkurs. Im September werden alle erfolgreichen Sprachkursabsolvent:innen in den teilnehmenden Einrichtungen arbeiten. Wie viele „Pflegepflaster-Akteur:innen“ konkret nach Schweinfurt kommen werden, steht noch nicht fest. Rekrutiert werden vor allem gering qualifizierte oder ungelernte EU-Bürger:innen. Während sie als Helfer:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, qualifizieren sie sich zur examinierten Pflegefachkraft. Arbeitgeber:innen werden für den Arbeitsausfall während der Lehrgänge entschädigt, die Lehrgangskosten werden bezuschusst. Beteiligt sind bisher neun Pflegeeinrichtungen aus dem Bezirk der Arbeitsagentur Schweinfurt. Für Menschen, die darüber nachdenken, in die Pflege einzusteigen, sei es im Übrigen wichtig, zu wissen, dass sich die Löhne in dieser Branche überaus positiv entwickelt haben. „In den vergangenen zwei Jahren sind die Entgelte sowohl in der Kranken- als auch in der Altenpflege im Gegensatz zur allgemeinen Lohnentwicklung überdurchschnittlich gewachsen“, betont Neppe.</p>
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		<title>Mehr Zeit für gute Pflege</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/mehr-zeit-fuer-gute-pflege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 19:47:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich pflege wieder, wenn&#8230;“, lautet der Titel einer bundesweiten Potenzialanalyse1, die aufzeigt, wie viele ehemalige Pflegekräfte sich aus diversen Gründen eine Rückkehr in ihren Beruf vorstellen könnten. Die aus dem Jahr 2022 stammende Studie spricht von rund 1,2 Millionen ausgestiegenen Pflegekräften. Diese Berufsrückkehrer:innen, wenn man sie zum Wiedereinstieg motivieren könnte, würden im Idealfall die drohende [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15301" style="width: 220px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-15301" class="size-medium wp-image-15301" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia-210x300.jpg 210w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia-717x1024.jpg 717w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia-1075x1536.jpg 1075w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia-218x311.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Koestler_Cornelia.jpg 1200w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /><p id="caption-attachment-15301" class="wp-caption-text">Wer diesen Weg zusammen mit Gleichgesinnten geht, der erfährt neue Motivation und vor allem Sicherheit, sind sich Cornelia Köstler (links) und Stephanie Hübscher (rechts) sicher.</p></div>
<p><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-15300" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/Huebscher_Stephanie-218x145.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />„Ich pflege wieder, wenn&#8230;“, lautet der Titel einer bundesweiten Potenzialanalyse<sup>1</sup>, die aufzeigt, wie viele ehemalige Pflegekräfte sich aus diversen Gründen eine Rückkehr in ihren Beruf vorstellen könnten. Die aus dem Jahr 2022 stammende Studie spricht von rund 1,2 Millionen ausgestiegenen Pflegekräften. Diese Berufsrückkehrer:innen, wenn man sie zum Wiedereinstieg motivieren könnte, würden im Idealfall die drohende Lücke von jetzt schon rund 200.000 und 2030 geschätzt mindestens 500.000 fehlenden Pflegekräften schließen. Der Verband der Pflegenden in Bayern hat auf die Studie reagiert und eine Umsetzungsempfehlung zum Wiedereinstieg für Pflegefachpersonen erarbeitet, die die Rückkehr in die Pflege erleichtern soll. In Würzburg will man nun Anreize schaffen, dass qualifizierte Pflegekräfte den Weg zurück ans Kranken- und Pflegebett finden. Die Stiftung Juliusspital wird daher in Kürze gemeinsam mit seinem Juliusspital Seniorenstift, dem JuliusCare Fort- und Weiterbildungsinstitut sowie dem Klinikum Würzburg Mitte (KWM) ein entsprechendes Programm auf Grundlage dieser Umsetzungsempfehlung umsetzen. Für Stephanie Hübscher, Geschäftsbereichsleiterin Seniorenstift, Hospiz, Bildung und Beratung der Stiftung Juliusspital Würzburg, und Cornelia Köstler, stellvertretende Pflegedirektorin des KWM, ist klar: „Wir müssen die Hände ausstrecken und aufeinander zugehen!“ Angesprochen werden sollen Pflegekräfte, die in einen anderen Beruf gewechselt haben, die sich in Elternzeit befinden oder die nach der Kinderauszeit den Wiedereinstieg nicht mehr geschafft haben, sich aber vorstellen könnten, den Pflegeberuf wieder aufzunehmen. Was die „Taskforce Pflege“ anbietet, um dabei zu helfen: „Eine Kombination aus Theorie im Rahmen von 160 Unterrichtsstunden, um sie wieder auf den aktuellen Stand zu bringen, und einen praktischen Teil“, erläutert Hübscher den Ansatz, um den Berufsrückkehrer:innen einen begleitenden und qualifizierten Wiedereinstieg zu ermöglichen. „Wir greifen die Sorgen und Hemmnisse einer großen Personengruppe auf, die befürchtet, sie würden den Anforderungen nicht mehr genügen“, ergänzt Cornelia Köstler mit Blick vor allem auf den digitalen Wandel und den medizinisch-pflegerischen Fortschritt im Gesundheitswesen. Hübscher und Köstler sind sich bewusst, dass dieses Programm den Fachkräftemangel nicht von heute auf morgen eliminieren werde. Doch sind sie überzeugt, dass dadurch wieder mehr Zeit für gute Pflege geschaffen werde. Als Hauptanreiz für einen Wiedereinstieg nannten die Probant:innen der Studie verlässliche Arbeitszeiten („Frei ist frei“). Flexible Arbeitszeitmodelle seien in der Pflege mittlerweile Usus, so Hübscher. <img decoding="async" class="size-medium wp-image-15299 alignleft" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-300x225.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-1024x768.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-1536x1152.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-2048x1536.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/05/221024_Darren_Kuhn_Pflege-218x164.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Und Engpässe würden mit zunehmendem Personal weniger, ergänzt Köstler. Das schaffe Grundvoraussetzungen, die man brauche, um qualifiziertes Fachpersonal zurück auf Station zu bringen. „Derzeit bietet sich eine Chance, wie sie es noch nie gab“, so die stellvertretende Pflegedirektorin. „Wir können einstellen, entwickeln und wachsen.“ Das Thema Geld rangierte in der Studie weit hinter anderen Themen wie Zeit haben für alte oder kranke Menschen, verlässliche Arbeitszeiten oder Wertschätzung. Das verwundert die beiden Pflegeexpertinnen nicht, seien doch die tariflichen Rahmenbedingungen mittlerweile sehr gut. Zudem gebe es keinen Unterschied mehr in der Entlohnung von Pflegekräften im Krankenhaus und Seniorenheim. Die fehlende Zeit für das Zwischenmenschliche wurde am häufigsten als Grund für den Ausstieg genannt. Im eigenen Haus könne man durch Prozessoptimierung gegensteuern, um so für mehr Zeit am Bett zu sorgen, so Köstler. Hübscher sieht hier vor allem die Politik in der Pflicht, die bisherigen Vorgaben hinsichtlich Dokumentationspflichten zu überdenken. „Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen!“. Bis es so weit ist, ist für beide Frauen klar: „Jede:r, die:der wiederkommt, trägt zu einer besseren Pflege sowohl im Krankenhaus als auch im Seniorenheim bei.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Fotos: ©Inline Internet &amp; Werbeagentur GmbH, Stiftung Juliusspital;<br />
Quelle: 1www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Politik/Rente_Gesundheit_Pflege/Bundesweite_Studie_Ich_pflege_wieder_wenn_Kurzfassung.pdf</i> <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Anspruch auf Übergangspflege</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/anspruch-auf-uebergangspflege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2022 15:13:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[„In den letzten Jahren haben uns Ratsuchende von erheblichen Problemen berichtet, einen Pflegedienst zu finden, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden“, sagt Thorben Krumwiede von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Seit dem 20. Juli 2021 gibt es endlich eine Lösung: Gesetzlich Versicherte haben seither Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus, wenn sie nach der Entlassung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„In den letzten Jahren haben uns Ratsuchende von erheblichen Problemen berichtet, einen Pflegedienst zu finden, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden“, sagt Thorben Krumwiede von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Seit dem 20. Juli 2021 gibt es endlich eine Lösung: Gesetzlich Versicherte haben seither Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus, wenn sie nach der Entlassung Pflege benötigen würden. Die Belastung des Pflegepersonals nimmt immer mehr zu. Das ist im stationären wie im ambulanten Bereich so. Pflegedienste aus der Region berichten, dass sie keine Neukund:innen mehr aufnehmen können, andere wie jüngst in Schweinfurt kündigen in großem Maße sogar bestehende Pflegeverträge aufgrund Personalmangels. </p>
<p>Kann die Pflege zu Hause nach einem Krankenhausaufenthalt von professionellen Diensten oder von Angehörigen nicht oder nur unter erheblichem Aufwand erbracht werden, greift jetzt die „Übergangspflege“ und zwar bis zu zehn Tagen. Was versteht man unter „Übergangspflege“? Laut Gesetz zählen dazu neben Unterkunft und Verpflegung die Gabe von Arzneimitteln, die Grund- und Behandlungspflege sowie die Mobilisierung der pflegebedürftigen Person. Im Einzelfall fallen zudem ­notwendige ärztliche Behandlungen darunter. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Ich pflege wieder, wenn …“</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ich-pflege-wieder-wenn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2022 15:04:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[In deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen fehlten nach groben Schätzungen 2021 rund 200.000 Pflegekräfte. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln¹ könnte sich bis 2030 in Deutschland eine Versorgungslücke von knapp 500.000 Fachkräften im Pflegebereich auftun. 40 Prozent der Beschäftigten in der Pflege sind derzeit 50 Jahre und älter, will heißen, dass sie in zehn [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen fehlten nach groben Schätzungen 2021 rund 200.000 Pflegekräfte. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln¹ könnte sich bis 2030 in Deutschland eine Versorgungslücke von knapp 500.000 Fachkräften im Pflegebereich auftun. 40 Prozent der Beschäftigten in der Pflege sind derzeit 50 Jahre und älter, will heißen, dass sie in zehn bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen. Die Überalterung der Gesellschaft schreitet indessen ungeachtet voran. Wie kann man diese Negativspirale aufhalten? Marcus Huppertz, seit Juli 2021 Pflegedirektor am Uniklinikum Würzburg (UKW), blickt auf die Sachlage: „Es ist zunächst einmal Fakt, dass die Generation der sogenannten ‚Baby-Boomer‘ nun nach und nach das Renteneintrittsalter erreicht. Das dies passieren würde, war absehbar.“ </p>
<p>Unsere Gesellschaft müsse verstehen, dass das Problem des Fachkräftemangels, das sich mittlerweile im gesamten Gesundheit- und im Sozialsektor auftut, nicht ad hoc zu beheben sein werde. Huppertz: „Das Thema war also längst bekannt &#8211; nur wurde es seit dem von unterschiedlich politisch Verantwortlichen nicht konsequent und mit der nötigen Ernsthaftigkeit in der Verfolgung von Lösungsansätzen bearbeitet. Die entscheidenden Schlüssel zu Lösungen der Gesamtproblematiken liegen am Ende auch bei der Politik. Auf Bundes- und auch auf Landesebene.“ Eines ist dem Vorstandsmitglied der unterfränkischen Uniklinik aber wichtig: Das UKW verlässt sich nicht nur auf Lösungen aus der politischen Riege, sondern greift selbst von allen Seiten an, um diesen „außergewöhnlich erfüllenden Beruf“, wie Marcus Huppertz die Pflege beschreibt, wieder attraktiv zu machen  &#8211;  sowohl für junge Menschen aber auch für Berufsrückkehrer:innen. </p>
<p>Springerpools seien etwa ein Tool, an dem im UKW gerade mit Hochdruck gearbeitet werde, um Pflegekräften das wohlverdiente „Frei“ garantieren und flexible Arbeitszeiten für unterschiedliche Lebensentwürfe bieten zu können. Die Stabilität des Dienstplanes sei extrem wichtig für die Arbeitszufriedenheit im Pflegesektor. Auch die Auslandsakquise, die bereits vor seiner Zeit als Pflegedirektor vehement betrieben wurde, soll am UKW zwar weitergeführt werden, jedoch mit Augenmaß und Augenmerk auf die gelingende Integration ausländischer Fachkräfte hierzulande. Keine Attraktivitätssteigerung für den Beruf der Pflegefachfrau/des Pflegefachmanns sieht der ehemalige Intensivpfleger in der zusätzlichen Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an die Pflege: „Meine Erfahrung zeigt mir, dass professionell Pflegende sich im Rahmen der Sinnstiftung ihrer Tätigkeit und auch im Rahmen ihrer erworbenen Handlungssicherheit und Kompetenzfelder am allerliebsten in den Bereichen bewegen, in denen sie auch primär qualifizierend ausgebildet worden sind.“  „Ich pflege wieder, wenn …“ so ist eine ganz aktuelle Studie² überschrieben, die belegt: Mindestens 300.000 Vollzeit-Pflegekräfte stünden in Deutschland etwa durch Rückkehrer:innen in den Beruf zusätzlich zur Verfügung, sofern sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern würden. 	</p>
<p>Quellen:<br />
¹d<a href="http://e.statista.com/statistik/daten/studie/172651/umfrage/bedarf-an-pflegekraeften-2025/">e.statista.com/statistik/daten/studie/172651/umfrage/bedarf-an-pflegekraeften-2025/</a>,<br />
²Jennie Auffenberg, Denise Becka, Michaela Evans, Nico Kokott, Sergej Schleicher, Esther Braun: „Ich pflege wieder, wenn …“ – Potenzialanalyse zur Berufsrückkehr und Arbeitszeitaufstockung von Pflegefachkräften, Mai 2022, <a href="http://www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Politik/Rente_Gesundheit_Pflege/Bundesweite_Studie_Ich_pflege_wieder_wenn_Kurzfassung.pdf">www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Politik/Rente_Gesundheit_Pflege/Bundesweite_Studie_Ich_pflege_wieder_wenn_Kurzfassung.pdf</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Seiltanz der pflegenden Angehörigen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/der-seiltanz-der-pflegenden-angehoerigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2022 14:51:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie wenig während der Corona-Krise für häusliche Pflegende getan wurde, sei enttäuschend: Zu diesem Schluss kommt der Sozialverband VdK auf Basis einer aktuellen Studie¹. Demnach fühlten sich 78 Prozent der befragten pflegebedürftigen Menschen und 84 Prozent der Angehörigen während der Krisenzeit im Stich gelassen. Unter anderem deshalb, weil viele Entlastungsmöglichkeiten wie die Tagespflege oder Demenzcafés [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wenig während der Corona-Krise für häusliche Pflegende getan wurde, sei enttäuschend: Zu diesem Schluss kommt der Sozialverband VdK auf Basis einer aktuellen Studie¹. Demnach fühlten sich 78 Prozent der befragten pflegebedürftigen Menschen und 84 Prozent der Angehörigen während der Krisenzeit im Stich gelassen. Unter anderem deshalb, weil viele Entlastungsmöglichkeiten wie die Tagespflege oder Demenzcafés weggefallen sind. Frust herrscht in der Pflegeszene auch wegen der Pflegereform vom Juli 2021. Die geplante Erhöhung des Pflegegelds, kritisiert der VdK, wurde gestrichen. Stattdessen gab es Millionenbeträge für Pflegeheime. </p>
<p>Laut der VdK-Studie war jedoch die Situation zu Hause während der Corona-Krise deutlich besser als im Heim. Trotz gestiegener Belastungen sei es den ­Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit Blick auf das Coronavirus überwiegend gut ergangen. Nur zwölf Prozent hätten sich hilflos und alleingelassen gefühlt. Ein Viertel der Pflegebedürftigen gab an, dass sich die Beziehung zu Angehörigen während der Krise vertieft habe. Angehörige kommen oftmals an ihre Grenzen, wenn sie sich entscheiden, neben dem Beruf auch noch das Pflegen zu übernehmen. Das glich laut dem VdK schon vor der Corona-Krise einem „Seiltanz“. Während der Pandemie wurde die Vereinbarkeit  laut Pflegestudie für 37 Prozent der Erwerbstätigen noch schwieriger. 15 Prozent der doppelt belasteten Angehörigen nutzten die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, um die Pflege zu bewerkstelligen. Zehn Prozent reduzierten der Studie zufolge Arbeitszeit. Der Sozialverband fordert vor diesem Hintergrund eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige. Wichtig sei zudem ein Anspruch, von der Arbeit freigestellt zu werden und anschließend zurückkehren zu können. Fachleute aus der Sozialbranche sowie Sozialpolitiker:innen bekommen durch die Studie eine Menge Input, was verbessert werden müsste, damit es einfacher wird, in Krisenzeiten häuslich zu pflegen. </p>
<p>Die zu Hause Versorgten waren die „Vergessenen der Pandemie“. Der Studie zufolge litten sie und ihre Angehörigen unter Ungewissheit und Isolation. Dies dürfe sich nicht mehr wiederholen. Der VdK fordert daher einen bundesweit gültigen Krisen- und Katastrophenplan, der auch die häusliche Versorgung miteinbezieht. Angefertigt wurde die Studie von Expert:innen der Hochschule Osnabrück. In der Untersuchung ging es darum, welche Unterstützungsleistungen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in Anspruch genommen werden. Außerdem wurde die Zufriedenheit mit den genutzten Angeboten eruiert. Fast 75 Prozent der Pflegenden fühlten sich durch die Krisensituation psychisch wesentlich stärker belastet als bisher. Angst vor dem Alleinsein äußerte mehr als jede:r fünfte Pflegende. Aber auch Pflegebedürftige gerieten psychisch an ihr Limit. Mehr als 70 Prozent fühlten sich seelisch durch die Corona-Krise stärker beeinträchtigt als zuvor. Die Angst vor Vereinsamung war bei Pflegebedürftigen noch stärker ausgeprägt als bei pflegenden Angehörigen. Jede dritte pflegebedürftige Person äußerte diese Befürchtung. 	</p>
<p><em>Quelle:<br />
¹www.vdk.de/deutschland/pages/themen/pflege/81569/pflegestudie?dscc=ok</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr als sauber und satt!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/mehr-als-sauber-und-satt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 12:34:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=14682</guid>

					<description><![CDATA[Ja, Pflegekräfte im Altenheim etwa kümmern sich darum, dass die ihnen anvertrauten Menschen gewaschen sind und regelmäßig gegessen haben, wenn der Tag zu Ende ist. Darauf beschränkt sich aber keinesfalls ihre Tätigkeit: Sie richten Tabletten, motivieren ihre „Schützlinge“, diese zu nehmen, messen Blutdruck und überwachen Zuckerwerte, wechseln Stoma-Beutel, trocknen Tränen, muntern auf, sind Ansprechpartner:innen für [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, Pflegekräfte im Altenheim etwa kümmern sich darum, dass die ihnen anvertrauten Menschen gewaschen sind und regelmäßig gegessen haben, wenn der Tag zu Ende ist. Darauf beschränkt sich aber keinesfalls ihre Tätigkeit: Sie richten Tabletten, motivieren ihre „Schützlinge“, diese zu nehmen, messen Blutdruck und überwachen Zuckerwerte, wechseln Stoma-Beutel, trocknen Tränen, muntern auf, sind Ansprechpartner:innen für Angehörige, Bindeglied zwischen Ärzt:innen und allen anderen, dokumentieren ihre Arbeit, managen Notfälle und retten dadurch nicht selten Leben! Und die Liste ließe sich noch fortschreiben &#8230; Der Beruf der Pflegekraft beinhaltet so viel mehr, als sauber und satt zu machen!  Die „Pflege“ war es, die den Betrieb in Altenheimen und Krankenhäusern während der Corona-Pandemie am Laufen hielt. Dafür gab es Applaus und einen Bonus. Das war&#8217;s? </p>
<p>Es gehe nicht nur um die Entlohnung, erklären Eva von Vietinghoff-Scheel und Prof. Dr. Alexander Schraml, Vorstände des Kommunalunternehmens des Landkreises (KU), das unter anderem für acht Pflegeheime und die Main-Klinik Ochsenfurt verantwortlich zeichnet. „Es mangelt an Wertschätzung und an Vertrauen der Leistung gegenüber, die Pflegekräfte tagtäglich erbringen“, sagt Eva von Vietinghoff-Scheel und führt zum Beispiel die anlasslosen Kontrollen von Heimaufsicht und Medizinischem Dienst der Krankenversicherung (MD) ins Feld, „die Misstrauen schüren und zudem tagelang die besten Fachkräfte zeitlich binden und so aus dem Tagesgeschäft nehmen.“ Auch die überbordende Dokumentationspflicht, die mindestens zwei Stunden wertvolle Zeit an Patient:innen pro Tag wegnehmen würde, so Prof. Dr. Alexander Schraml, werde nicht eingedampft. Das Aussetzen von Prüfungen während der Pandemie sei wiederbelebt worden, während sich an der Arbeitsbelastung und am Personalmangel in der Pflege nichts geändert habe, so Schraml.  </p>
<p>Und dennoch starteten im Sommer wieder weit über 100 frisch gebackene Pflegefachkräfte der Würzburger Berufsfachschulen nach erfolgreich absolvierter Ausbildung in die Pflege. „Es gibt gute Gründe dafür“, weiß Prof. Schraml, der bei seiner eigenen Arbeit dieses sinnstiftende Moment, die Dankbarkeit und leuchtenden Augen als Feedback oft nicht unmittelbar erfahre, die Pflegekräfte jedoch jeden Tag erleben dürfen. Das sei zutiefst befriedigend und motiviere junge Menschen trotz suboptimaler Bedingungen in der Pflege, sich für diesen sinnvollen Dienst am Menschen zu entscheiden. Diesem Faktum trägt das KU nun mit einer neuen Pflegeschule an der Main-Klinik in Ochsenfurt Rechnung. Diese soll 2023 fertiggestellt sein, die ersten 20 Schüler:innen sind bereits im September (noch in den alten Räumlichkeiten der Berufsschule) in die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann gestartet. Schulleiter Michael Wink, vormals in Hagen als Schulleiter tätig, setzt auf viel Praxis, erprobtes Handwerk, aber auch auf digitale Medien und neue Technologien. Etwa auf Pflegepuppe „Anne“, die nicht nur Puls hat, sondern auch mit unterschiedlichen Atemgeräuschen oder anderen Vitalzeichen ausgestattet werden kann. „So können die angehenden Pflegekräfte unmittelbar die Praxis üben, ohne Patientenwohl zu gefährden“, betont Juristin Eva von Vietinghoff-Scheel. </p>
<p>Aber nicht nur der Pflegenachwuchs sei wichtig, so Prof. Schraml, auch die Förderung altgedienter Fachkräfte in Form von Weiterbildungen für Führungskräfte stünde auf der Agenda des KU. Denn wie heißt es so schön: Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein &#8230; wobei man diesen Vorwurf Pflegekräften wirklich nicht machen kann. Sie sind nach wie vor der Fels in der Brandung, was mehr als Applaus verdient!</p>
<p><em>Das Interview mit  Eva von Vietinghoff-Scheel und Prof. Dr. Alexander Schraml, beide Vorstand des Kommunalunternehmens des Landkreises, führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hörkompetenz im Heim</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/hoerkompetenz-im-heim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 12:22:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=14679</guid>

					<description><![CDATA[Studien zufolge kann jede:r zweite Bewohner:in eines Pflegeheims nicht mehr gut hören. Von diesen Senior:innen ist nur etwa die Hälfte mit einer Hörhilfe ausgestattet. Hier will das Programm „Hören und Kommunikation in Pflegeeinrichtungen“ des Würzburger Blindeninstituts gegensteuern. Seit Dezember 2021 berät ein Präventionsteam vor Ort. „Wir haben inzwischen acht Einrichtungen in Bayern besucht“, berichtet Thilo [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Studien zufolge kann jede:r zweite Bewohner:in eines Pflegeheims nicht mehr gut hören. Von diesen Senior:innen ist nur etwa die Hälfte mit einer Hörhilfe ausgestattet. Hier will das Programm „Hören und Kommunikation in Pflegeeinrichtungen“ des Würzburger Blindeninstituts gegensteuern. Seit Dezember 2021 berät ein Präventionsteam vor Ort. „Wir haben inzwischen acht Einrichtungen in Bayern besucht“, berichtet Thilo Hohmeister. Bayernweit sollen heuer 25 Pflegeeinrichtungen erreicht werden. </p>
<p>Das Feedback sei überaus positiv: „Das freut uns, zeigt aber auch, dass die Themen ‚Hören‘ und ‚Kommunikation“ bisher zu wenig Beachtung gefunden haben.“ Derzeit besteht das Präventionsteam aus vier Mitarbeiter:innen. Sabine Kampmann leitet das Projekt, Romy Thoma und Daniel Grobe sind für Schulungen, Hörtests und Begehungen vor Ort zuständig. Thilo Hohmeister kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Ein weiterer Kollege wird aktuell gesucht. Bis Juni wurden in den Einrichtungen laut Hohmeister 28 Hörbeauftragte ausgebildet: „13 davon in Unterfranken.“ Je nach Einrichtungsgröße und Personalschlüssel werden unterschiedlich viele Mitarbeiter:innen geschult. Mache Einrichtungen lassen zwei Hörbeauftragte ausbilden, andere sieben.</p>
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		<title>Was muss denn noch geschehen?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/was-muss-denn-noch-geschehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 12:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[Juli 2022: Die Medien überschlagen sich mit Berichten über streikende Flughafenmitarbeiter:innen, entnervt wartende Passagiere und containerweise nicht transportierte Koffer. Anfang August meldet die Gewerkschaft Verdi, dass bei den Tarifverhandlungen mit der Lufthansa für das Bodenpersonal eine Gehaltserhöhung zwischen 377 und 498 Euro pro Monat erzielt wurde. Schön für die Flughafenmitarbeiter:innen und ein Schlag ins Gesicht [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Juli 2022: Die Medien überschlagen sich mit Berichten über streikende Flughafenmitarbeiter:innen, entnervt wartende Passagiere und containerweise nicht transportierte Koffer. Anfang August meldet die Gewerkschaft Verdi, dass bei den Tarifverhandlungen mit der Lufthansa für das Bodenpersonal eine Gehaltserhöhung zwischen 377 und 498 Euro pro Monat erzielt wurde. Schön für die Flughafenmitarbeiter:innen und ein Schlag ins Gesicht für die Pflegekräfte, die im dritten Jahr der Pandemie auf dem Zahnfleisch gehen. „Die Situation in Krankenhäusern und Pflegeheimen ist aktuell, von der Personaldecke her, wie zu Hochzeiten der Pandemie: Elektive OPs müssen verschoben, Stationen geschlossen werden und Einspringen aus dem ̦Frei̒ ist die Regel, nicht die Ausnahme. Aber Pflegekräfte streiken nicht, weil sie wissen, dass die ihnen anvertrauten Menschen dann zu Schaden kämen“, sagt der Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Walter Herberth. „Einige Pflegekräfte haben ihre Arbeitszeiten reduziert, damit sie der Belastung standhalten können, andere haben sich komplett aus dem Beruf, der einst ihre Berufung war, verabschiedet.“ </p>
<p>Etwa 300 Pflegeplätze in Würzburger Heimen können aufgrund zunehmenden Personalmangels derzeit nicht belegt werden. Wie kürzlich auf einer Pressekonferenz im Rathaus verkündet wurde, spielt die stationäre Geriatrie der AWO mit dem Gedanken zu schließen. Die des Bürgerspitals hat vor einem Jahr bereits dicht gemacht. Das wäre dann das Aus für stationäre geriatrische Reha in Würzburg. Der Grund: Personalmangel und „ein jährliches Kostendefizit zwischen 690.000 (AWO) und einer Million (Bürgerspital)“, sagen der Kaufmännische Direktor der Geriatrischen Rehaklinik der AW0, Andreas Zenker, und die Stiftungsdirektorin des Bürgerspitals, Anette Noffz. Was muss denn noch geschehen? </p>
<p>Wenn man ehrlich ist, die Pflege war schon vor „Corona“ chronisch unterbesetzt und ständig am Einspringen aus dem „Frei“ &#8230; Wie in vielen anderen Bereichen hat auch hier Corona als Brennglas fungiert und vor Augen geführt, wer wirklich systemrelevant ist. Es gab Applaus. Der ist verhallt. Und einen Bonus. Der ist aufgebraucht. „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert“, wusste schon Albert Einstein. Und daher gingen die Stiftung Juliusspital, die Bürgerspitalstiftung und die Blindeninstitutsstiftung zusammen mit 22 weiteren Organisationen aus Würzburg im Aktionsbündnis „Dienst-Tag für Menschen“ ein Jahr lang „zur Vermeidung einer humanitären Katastrophe“, wie es in ihrem Positionspapier für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege heißt, auf die Straße. Und das war noch lange nicht alles: Das „Netzwerk Pflegeheime in Stadt und Landkreis Würzburg“ stieß ein Schreiben an den bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek an, das Bündnis „Dienst-Tag für Menschen“ unmittelbar nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr einen Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Mit vielen weiteren Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft, regional wie überregional, sei man stetig im Gespräch, so Walter Herberth. Auch tausche man sich zwischen den Kliniken regelmäßig aus. </p>
<p>Das Ergebnis aller Bemühungen unterm Strich: nicht nur mangelhaft, sondern ungenügend! Was muss denn noch geschehen? Eine aktuelle Erhebung¹ aus dem Mai dieses Jahres belegt: 300.000 bis 600.000 Vollzeit-Pflegekräfte stünden in Deutschland in Form von Berufsrückkehrer:innen zur Verfügung, wenn sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern würden. Warum holen die politisch Verantwortlichen hierzulande diese Menschen nicht mit einem eindeutigen Signal zurück? Auf was warten sie? Die Antworten in den offiziellen Briefen, die Walter Herberth und seine Kolleg:innen erreichen, seien immer ähnlich gestrickt: Man habe die Lage auf dem Schirm und werde zu gegebener Zeit darauf reagieren. Leider stehen im Moment andere Prioritäten auf der Agenda &#8230; Die Pflege habe das Gefühl, dass immer anderes wichtiger sei, als ihre Belange, so Herberth. Nicht zuletzt die fehlende Wertschätzung der Pflege seitens der Politik habe die aktuell herrschende Pflegekrise verschärft. Das Verwalten des Status Quo in Bezug auf die Rahmenbedingungen in der Pflege treibe inzwischen so bizarre Blüten, dass private Leiharbeitsfirmen für die Vermittlung von Pflegekräften an Kliniken und Heime bis zu 15.000 Euro pro Fachkraft forderten, berichtet Herberth. „Die Pflegekräfte arbeiten dann nicht selten bei ihrem früheren Arbeitgeber, nur zu Wunscharbeitszeiten bei besserer Bezahlung und ‚vergiftetem‘ Betriebsklima.“ Was muss denn noch geschehen? 	</p>
<p><em>Quelle:<br />
¹Jennie Auffenberg, Denise Becka, Michaela Evans, Nico Kokott, Sergej Schleicher, Esther Braun: „Ich pflege wieder, wenn …“ – Potenzialanalyse zur Berufsrückkehr und Arbeitszeitaufstockung von Pflegefachkräften, Mai 2022, <a href="http://www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Politik/Rente_Gesundheit_Pflege/Bundesweite_Studie_Ich_pflege_wieder_wenn_Kurzfassung.pdf">www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Politik/Rente_Gesundheit_Pflege/Bundesweite_Studie_Ich_pflege_wieder_wenn_Kurzfassung.pdf</a></em></p>
<p>Das Interview mit dem Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schichtarbeit &#038; Gesundheit</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/schichtarbeit-gesundheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 07:11:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[In Deutschland arbeiteten im Jahr 2018 14,3 Prozent aller Erwerbstätigen ständig oder regelmäßig in Wechselschicht. 4,8 Prozent verbrachten mindestens die Hälfte ihrer Arbeitstage in Nachtarbeit. Hier kommt es oft zu Schlafstörungen, Müdigkeit, verminderter physischer und kognitiver Leistungsfähigkeit, Herz-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen. Auch psychische Erkrankungen wie Depression sind Teil der Fachdiskussion. Eine neue Leitlinie, erstellt unter [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland arbeiteten im Jahr 2018 14,3 Prozent aller Erwerbstätigen ständig oder regelmäßig in Wechselschicht. 4,8 Prozent verbrachten mindestens die Hälfte ihrer Arbeitstage in Nachtarbeit. Hier kommt es oft zu Schlafstörungen, Müdigkeit, verminderter physischer und kognitiver Leistungsfähigkeit, Herz-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen. Auch psychische Erkrankungen wie Depression sind Teil der Fachdiskussion. Eine neue Leitlinie, erstellt unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. unter Beteiligung weiterer Fachgesellschaften, fasst den wissenschaftlichen Stand zu diesem Thema zusammen und gibt Empfehlungen für die Praxis. Diese richten sich gleichermaßen an Unternehmen wie Arbeitnehmer und sollen bei der Prävention der genannten Erkrankungen durch eine gesundheitsfreundliche Organisation der Arbeit unterstützen. Auch gibt die Leitlinie Orientierung, wie auf bereits existente gesundheitliche Beeinträchtigungen als Folge von Nacht- und Schichtarbeit zu reagieren ist.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wegen Burnout krankgeschrieben</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wegen-burnout-krankgeschrieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 07:06:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor allem seit der Corona-Krise sind Berufstätige immer länger wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Das zeigen Daten zur Arbeitsunfähigkeit von Versicherten der KKH Kaufmännische Krankenkasse aus den vergangenen fünf Jahren. Den größten Sprung verzeichnet die KKH von 2019 auf das erste Corona-Jahr 2020 um 12,4 Prozent auf 31,5 Tage. Im Jahr 2021 waren Arbeitnehmer:innen durchschnittlich 31,7 [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor allem seit der Corona-Krise sind Berufstätige immer länger wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Das zeigen Daten zur Arbeitsunfähigkeit von Versicherten der KKH Kaufmännische Krankenkasse aus den vergangenen fünf Jahren.  Den größten Sprung verzeichnet die KKH von 2019 auf das erste Corona-Jahr 2020 um 12,4 Prozent auf 31,5 Tage. Im Jahr 2021 waren Arbeitnehmer:innen durchschnittlich 31,7 Tage wegen einer entsprechenden Arztdiagnose arbeitsunfähig gemeldet. </p>
<p>Betroffen sind vor allem Krankenpfleger:innen, Erzieher:innen, Verkäufer:innen und Bürofachkräfte, Jobs in gesundheitlich-sozialen Bereichen respektive mit viel Menschenkontakt. Burnout gilt nach wie vor nicht als eigenständiges Krankheitsbild, wird aber im neuen Diagnosekatalog (ICD-11) der WHO erstmals als Folge von chronischem Arbeitsstress definiert. Typisch sind Symptome wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit sowie ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit. </p>
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