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	<title>Augen &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
	<lastBuildDate>Fri, 14 Oct 2022 09:00:00 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Chancengleichheit für Sehbehinderte</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/chancengleichheit-fuer-sehbehinderte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
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					<description><![CDATA[„Kein Sehender hat eine echte Vorstellung davon, was es heißt, nicht zu sehen“, sagt Prof. Dino Capovilla. Seit Oktober 2020 baut der 43-Jährige an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg einen Lehrstuhl für Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen sowie Allgemeine Heil-, Sonder- und Inklusionspädagogik auf. Seit dem Wintersemester 2021 studieren dort neun junge Leute in der vertieften Fachrichtung, 30 Studienplätze [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Kein Sehender hat eine echte Vorstellung davon, was es heißt, nicht zu sehen“, sagt Prof. Dino Capovilla. Seit Oktober 2020 baut der 43-Jährige an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg einen Lehrstuhl für Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen sowie Allgemeine Heil-, Sonder- und Inklusionspädagogik auf. Seit dem Wintersemester 2021 studieren dort neun junge Leute in der vertieften Fachrichtung, 30 Studienplätze stehen insgesamt zur Verfügung. Drei Studierende in der Erweiterung kommen dazu. </p>
<p>Wie groß das Interesse im Nebenfach sein wird, sei noch nicht absehbar, sagt Capovilla. Das Lehrstuhlteam umfasst neben ihm selbst sieben wissenschaftliche und vier studentische Mitarbeitende sowie eine Büroleitung. Capovilla will an universellen Lösungen arbeiten, um Kinder und Jugendliche mit und ohne besonderen Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten. Und er möchte durch seine Arbeit die persönlichen, schulischen und beruflichen Perspektiven von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen wie auch ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe verbessern. Technologien betrachtet er dabei als Mittel, um „die letzte Brücke zu schließen“. Er weiß, wovon er spricht. </p>
<p>Augenzittern, hohe Blendempfindlichkeit, kein Bewegungssehen, fehlende Sehschärfe, Farbenblindheit: Prof. Capovilla ist selbst von Geburt an sehbeeinträchtigt; ebenso drei seiner wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Deutschlandweit gibt es weitere Professuren für Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen nur in Heidelberg, Dortmund, Hamburg und seit 1947 in Berlin. Das Themenspektrum des Lehrstuhlteams ist umfassend: Capovilla selbst hat die Analyse der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung in der Tradition der Behindertenbewegung im Blick, die Teilhabe durch Technologien und die interdisziplinären didaktischen Ansätze gemeinsamen Unterrichts. Die Forschungsschwerpunkte seiner Mitarbeitenden reichen von Chancengleichheit wie auch sozialer Benachteiligung über Resonanzpädagogik, Vulnerabilität, pädagogischer Autorität und psychosozialer Beratung bis hin zu alltagspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Sehbeeinträchtigung und Autismus, funktionalem Sehen und digitaler Barrierefreiheit. 	</p>
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		<title>Schau mir in die Augen – regelmäßig!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/schau-mir-in-die-augen-regelmaessig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2021 19:27:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Volksmund ist der „Grüne Star&#8220; ein weit verbreiteter Begriff, der sich als diagnostiziertes Krankheitsbild des Glaukoms zu einer der weltweit zweithäufigsten Erblindungsursachen entwickelt hat – nach dem Grauen Star. Laut Professor Nils Loewen, seit vorletztem Jahr Sektionsleiter Glaukom an der Würzburger Augenklinik und internationaler Glaukom-Experte für Diagnose, Therapie und Forschung, sei der schleichende Verlauf [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Volksmund ist der „Grüne Star&#8220; ein weit verbreiteter Begriff, der sich als diagnostiziertes Krankheitsbild des Glaukoms zu einer der weltweit zweithäufigsten Erblindungsursachen entwickelt hat – nach dem Grauen Star. Laut Professor Nils Loewen, seit vorletztem Jahr Sektionsleiter Glaukom an der Würzburger Augenklinik und internationaler Glaukom-Experte für Diagnose, Therapie und Forschung, sei der schleichende Verlauf das heimtückische dieser Erkrankung. So bleibe die Sehstärke lange Zeit erhalten, während sich das Gesichtsfeld durch den absterbenden Sehnerv sukzessive und vom Betroffenen unbemerkt verkleinere. Mit dem Glaukom gehe immer ein zu hoher Augendruck einher, der den Sehnerv zunehmend schädige, was zu einem schleichenden und irreversiblen Verlust des Sehvermögens führen könne.</p>
<p>Die Diagnostik hat sich in den letzten Jahren so weit entwickelt, dass man heute das Glaukom bei Menschen schon frühzeitig erkenne. Es ist möglich, Grünen Star mit mehreren Methoden zu diagnostizieren, erklärt Loewen, der fast 20 Jahre in den USA forschte und praktizierte. „Dazu benutzt man unter anderem die Optische Kohärenz-Tomography (OCT), eine Methode, mit denen die Schichtdicke und räumliche Verteilung der Nervenfasern im Sehnervenkopf bestimmt werden können&#8220;. Ebenfalls mache man ein Gesichtsfeldtest. Wissenschaftler sind sich heute einig: Die nachgewiesene Ursache des Glaukoms ist ein zu hoher Augendruck. „Wir verstehen zwar noch immer nicht, warum der Druck steigt, aber wir wissen, dass man durch effektive Augendrucksenkung das Glaukom behandeln kann. Für das Patienten-Arzt-Team ist das eine lebenslange Aufgabe. „Am Ball bleiben und entschlossen weitermachen&#8220;, sagt Professor Loewen und betont: „Das allerwichtigste sind mindestens halbjährliche OCT- und Gesichtsfelduntersuchungen.“</p>
<div id="attachment_11519" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11519" class="wp-image-11519 size-medium" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/Loewen-218x145.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11519" class="wp-caption-text">Foto: Nils Loewen ©Arnika Hansen/UKW</p></div>
<p>Als weitere Risikofaktoren nannte der gebürtige Kempener die Altersgrenze von 60 Jahren, eine Weitervererbung in der Familie, eine dünnschichtige Hornhaut, hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit, eine Augenverletzung, die Einnahme von Kortikosteroiden, aber auch die Herkunft wie eine afrikanische, asiatische oder hispanische Ethnizität sei relevant. Der erste Schritt nach einer Diagnose sei eine etwa zweiminütige Behandlung an der Spaltlampe, so Professor Nils Loewen. Intensive Lichtpulse sollen helfen, den natürlichen Flüssigkeitsabfluss zu unterstützen und somit den Augeninnendruck vermindern. Diese „selektive Lasertrabekuloplastik” sei effektiver und habe weniger Nebenwirkungen als Augentropfen, erklärt der Leiter der Sektion Glaukom der Würzburger Uniklinik. Patienten biete man deshalb schon früh risikoarme, minimal-invasive Glaukom-Eingriffe an.</p>
<p>Damit könne der Augendruck frühzeitig gesenkt und der lange Leidensweg eines „konservativ gemanagten Glaukoms&#8220; vermieden werden. Wenn Laser und Medikamente eine Verschlechterung des Augeninnendrucks nicht aufhalten, empfiehlt der international anerkannte Experte mit rund 100 veröffentlichten Fachartikeln eine operative Behandlung. „Wir fangen hierfür mit der sogenannten Trabektom-Chirurgie an, einem minimal-invasiven und risikoarmen Eingriff, der nur drei Minuten dauert.&#8220; Bei einem fortgeschrittenen Schaden sei es jedoch wichtig, den Druck „aggressiv&#8220; zu senken. Dafür werde der sogenannte Preserflo, ein neuer „Mikroshunt&#8220;, benutzt, der das Kammerwasser in ein Reservoir unter der Bindehaut umleitet. Damit könne man sehr niedrige Druckverhältnisse erreichen. Der Eingriff sei, verglichen mit der traditionellen „Trabekulektomie&#8220;, sehr viel sicherer und würde für weitaus weniger Komplikationen sorgen.</p>
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			</item>
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		<title>Wenn ein Sinn verloren geht&#8230;</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-ein-sinn-verloren-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 12:46:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das Auge war vor allen anderen das Organ, womit ich die Welt fasste“, erzählt Johann Wolfgang von Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ aus seinem Leben (1749 &#8211; 1832). Sehen ist auch heute für die meisten Menschen der wichtigste Sinn. Mit den Augen lachen und weinen, flirten, taxieren, beurteilen und verurteilen wir. Nicht von ungefähr kommt [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6058" style="width: 295px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-ein-sinn-verloren-geht/prof_nentwich_9424/" rel="attachment wp-att-6058"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6058" class="size-medium wp-image-6058" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Prof_Nentwich_9424-285x300.jpg" alt="" width="285" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Prof_Nentwich_9424-285x300.jpg 285w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Prof_Nentwich_9424-768x807.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Prof_Nentwich_9424-218x229.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Prof_Nentwich_9424.jpg 856w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></a><p id="caption-attachment-6058" class="wp-caption-text">Dr. Martin Nentwich habilitierte über augenärztliche Versorgung in armen Ländern. Dabei kooperierte seine damalige Fakultät die Ludwigs-Maximillians-Universität in München (LMU) mit Nairobi (Kenia). Derzeit ist ein ähnliches Projekt mit Würzburg und Tansania angedacht. Prof. Nentwich ist Vorstandmitglied des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit e.V.. Foto: Uniklinikum Würzburg</p></div>
<p>„Das Auge war vor allen anderen das Organ, womit ich die Welt fasste“, erzählt Johann Wolfgang von Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ aus seinem Leben (1749 &#8211; 1832). Sehen ist auch heute für die meisten Menschen der wichtigste Sinn. Mit den Augen lachen und weinen, flirten, taxieren, beurteilen und verurteilen wir. Nicht von ungefähr kommt der Spruch: „Wenn Blicke töten könnten &#8230;!“</p>
<p>Die Funktionsfähigkeit der Augen beeinflusst maßgeblich die Wahrnehmung der Welt und den Umgang mit anderen Menschen. Daher beeinträchtigt im Umkehrschluss eine Sehschwäche oder gar der Sehverlust das tägliche Leben und Erleben massiv.</p>
<p><strong>Kurzsichtigkeit steigt</strong></p>
<p>Umso beunruhigender ist es, dass die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) schätzt, dass 2050 rund die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein werde. „Das stimmt, dass die Zahl kurzsichtiger Patienten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat“, sagt Prof. Dr. Martin Nentwich von der Würzburger Universitäts-Augenklinik.</p>
<p>Allerdings räumt er ein, dass diese Schätzung australischer Forscher auf Zahlen vorwiegend aus dem asiatischen Raum beruhe, und nicht unbedingt auf Europa übertragbar sei. „Kinder in Singapur beispielsweise machen durchschnittlich 16 bis 17 Stunden in der Woche Hausaufgaben, deutsche Kinder nur fünf bis sechs Stunden die Woche“, so der Experte aus dem UKW. Was hat aber nun der „fehlende Fleiß“ deutscher Schüler mit ihren besseren Augen zu tun?</p>
<p>Bei Licht betrachtet sehr viel und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – denn den Kindern in Singapur fehlte es laut der Studie der University of New South Wales an Tageslicht, da sie nur zwei Mal täglich Tageslichtexposition hatten (auf dem Weg zur Schule und auf dem Weg nach Hause). „Tageslicht führt zu einer Dopamin-Freisetzung und dieses mindert das Augapfelwachstum. Ein vermehrtes Längenwachstum des Auges wiederum ist für Kurzsichtigkeit maßgeblich verantwortlich“, so der Lehrbeauftragte für Augenheilkunde an der Universität Würzburg.</p>
<p>Aber Deutschland dürfe keinesfalls die Augen vor dem Problem verschließen, denn auch hier werde, aufgrund intensiver Nutzung von Smartphone &amp; Co, Myopie, also Fehlsichtigkeit, bei Kindern stark zunehmen (nach aktuellen Schätzungen sind in Deutschland derzeit zehn Prozent der Dreijährigen und 50 Prozent der Achtjährigen regelmäßig online), so die DOG.</p>
<p><strong>Nur zwei Augen</strong></p>
<p>Auf Augenhöhe mit den vielfältigen Ursachen schlechten Sehens ist Prof. Nentwich, Sektion Strabologie, Kinderophthalmologie, Neuroophthalmologie im UKW allemal, da er in seiner täglichen Praxis mit Sehstörungen von A bis Z konfrontiert wird.</p>
<p>Nur zwei Augen – aber ein riesengroßes Fach, das sich auftut. Angefangen von Rot-Grün-Blindheit, die in der Regel angeboren ist und häufiger bei Männern auftrete, da sie auf einem X-Chromosom sitzt – und als Besitzer von nur einem X, ist man als Mann da klar im Nachteil. Mit der Rot-Grün-Sehschwäche müsse man leben, betont der Mediziner.</p>
<p>Früh erkannt, könne man sich damit aber gut arrangieren. Anders sei dies bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) &#8230; man stelle sich vor: Dort, wo man gerade hinschaut, ist ein grauer Fleck, die Peripherie außenherum ist sichtbar. Nur das, worauf der Fokus liegt nicht &#8230;! „Bis vor 15 Jahren konnte man gegen AMD nichts tun“, so Nentwich. Heute könne man durch Spritzen direkt ins Auge (diese müssten zunächst alle vier Wochen verabreicht werden) bei vielen Patienten das Fortschreiten der AMD aufhalten und manchmal sogar eine Besserung erreichen, wenn die feuchte Form der AMD vorliegt.</p>
<p>Nicht wiederherstellbar ist verlorene Sehleistung, die durch das Glaukom, den Grünen Star, verursacht wird. Das tückische an dieser Erkrankung ist, dass der Patient im frühen Stadium selbst nichts merkt. Wenn eine Sehverschlechterung durch den Grünen Star auftritt, sei es schon zu spät, so der Fachmann: „Der Sehnerv ist dann zu großen Teilen schon abgestorben und die schlechte Sehleistung bleibt.“</p>
<p>Hier könne nur über eine regelmäßige Messung des Augeninnendrucks zusammen mit der Begutachtung des Sehnervs und des Augenhintergrunds (spätestens ab 50 Jahren) durch den Augenarzt vorgebeugt werden. Der Wahrheit ins Auge sehen und regelmäßig zur Augenkontrolle (ein Mal pro Jahr) sollten auch Patienten mit Diabetes. Diabetische Retinopathie ist eine durch die Zuckerkrankheit verursachte Erkrankung der Netzhaut, bei der immer mehr kleine Blutgefäße geschädigt werden und absterben (Mikroangiopathie), was in letzter Konsequenz zur Erblindung führt. Die präventive Maßnahme zur Vermeidung, sei hier laut Dr. Nentwich, eine gute therapeutische Einstellung des Patienten mit Diabetes.</p>
<p><strong>Wieder klar sehen</strong></p>
<div id="attachment_6056" style="width: 306px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-ein-sinn-verloren-geht/augealexilus/" rel="attachment wp-att-6056"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6056" class="size-medium wp-image-6056" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/auge@Alexilus-296x300.jpg" alt="" width="296" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/auge@Alexilus-296x300.jpg 296w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/auge@Alexilus-768x778.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/auge@Alexilus-218x221.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/auge@Alexilus.jpg 889w" sizes="(max-width: 296px) 100vw, 296px" /></a><p id="caption-attachment-6056" class="wp-caption-text">Foto: ©depositphotos.com/@Alexilus</p></div>
<p>Man möchte sich auf das, was man sieht, verlassen können. Daher unterziehen sich, der Aussage von Prof. Nentwich zufolge, rund 700.000 Menschen in Deutschland jährlich einer Grauen-Star-Operation. Die altersbedingte Trübung der Linse sei nicht aufzuhalten, aber könne „rückgängig“ gemacht werden.</p>
<p>„Die OP macht sogar bei hochbetagten und dementen Patienten Sinn, da sie Sehleistung und damit Lebensqualität zurückgewinnen können“, sagt der Augenheilkundler. Hauptprobleme bei Grauem Star seien die Abnahme der Sehschärfe, des Kontrastsehens und der Farbwahrnehmung, meist gekoppelt mit einer zunehmenden Blendempfindlichkeit.</p>
<p>Bei der Grauen-Star-OP werde die eigene Linse, die für den getrübten Blick verantwortlich sei, durch eine künstliche Linse ersetzt, was in der Regel zu guten Funktionsergebnissen führe, sprich zu einem klareren Blick auf die Dinge. Was vorher die Sicht vernebelt hat, ist ausgeräumt und die Welt ist wieder bunter. Was man nicht aus den Augen verlieren dürfe, sei die Tatsache, dass bei manchen Patienten, so viele Begleiterkrankungen zusätzlich zum Grauen Star da seien, dass ein hundertprozentige Wiederherstellung der Sehschärfe nicht in jedem Fall möglich sei, so der Professor.</p>
<p>Die Presbyopie, im Volksmund auch Altersweitsichtigkeit genannt, trifft unaufhaltsam jeden ohne Ausnahme. Der Zahn der Zeit nagt hier an der Akkommodation, „die wir alle ständig vollziehen, wenn wir vom Blick in die Ferne auf etwas in der Nähe umschwenken“. Im Auge spanne sich da ein Muskel an, so Martin Nentwich, was bewirke, dass die Linse runder werde. Die größere Krümmung, schaffe dann ein schärferes Bild in der Nähe. Je älter man werde, desto unflexibler werde die Augenlinse.</p>
<p>Mit Ende 40 fange es in der Regel an (mit der ersten Lesebrille), Mitte 60 sei man dann schon bei zwei bis drei Dioptrin &#8230;! Selbst mein Lieblingszitat von Antoine de Saint-Exupéry hilft da nicht weiter: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“ Man möchte schon beim Hinschauen, klar sehen, egal wie alt man ist! Manchmal muss man aber auch ein Auge zudrücken, oder eben nicht dauernd auf weiße Flächen schauen. Dann bemerkt man die fliegenden Mücken (Mouches volantes) nicht, die allenthalben auch eine Alterserscheinung sind.</p>
<p>„Der Glaskörper des Auges besteht zu 98 Prozent aus Wasser und zu zwei Prozent aus Eiweiß. Je älter man wird, desto mehr Eiweiß klumpt sich zusammen und so entstehen die ‚Mücken‘. Diese sind jedoch harmlos. Einfach nicht beachten.“ Leichter gesagt als getan, vor allem auf einer White-Party &#8230;</p>
<p>Wenn ich jetzt höre, man ginge mit zunehmendem Alter auch nicht mehr auf White-Partys, dann beginnt bei mir das Augenlid ganz wild zu zucken. Das hat übrigens nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Stress, wenig Schlaf und viel Arbeit. Ist aber laut Dr. Nentwich ebenfalls harmlos, wenn auch lästig. Abwarten und Teetrinken sei hier in der Regel die Lösung, und dabei Entspannen.</p>
<p>Bei einem Augenarzt vorstellen sollten sich aber jene Patienten, bei denen von einem Tag auf den anderen plötzlich viele neue Trübungen auftreten („Rußregen“), vor allem, wenn gleichzeitig auch ein „Blitzen“ im Auge wahrgenommen wird, da dies Anzeichen für eine mögliche Netzhautablösung sein können.</p>
<p>Um entspannt in die Zukunft blicken zu können, muss man manchmal nur seinen Blick schweifen lassen, und voilà, da sind sie: die schönen Dinge des Lebens!</p>
<p><em>Das Interview mit Prof. Dr. Martin Nentwich, Sektion Strabologie, Kinderophthalmologie, Neuroophthalmologie im UKW, führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn das Auge &#8222;irrt&#8220;</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-das-auge-irrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 13:37:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Chirurg fokussiert sein Operationsfeld beispielsweise bei einer Hüft-OP, das meist von reichlich rotem Blut umgeben ist. Schaut er zwischendurch kurz auf eine weiße Fläche im OP, so sieht er weiterhin die Hüfte, wenn auch in der Komplementärfarbe. Dies sei, laut dem Freiburger Sehforscher Professor Michael Bach, ein Beispiel für optische Täuschung. Man sehe etwas, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6074" style="width: 227px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-das-auge-irrt/michael_bach/" rel="attachment wp-att-6074"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6074" class="size-medium wp-image-6074" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Michael_Bach-217x300.jpg" alt="" width="217" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Michael_Bach-217x300.jpg 217w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Michael_Bach-218x301.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Michael_Bach.jpg 652w" sizes="auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px" /></a><p id="caption-attachment-6074" class="wp-caption-text">Prof. Dr. Michael Bach arbeitet in der Sektion funktionelle Sehforschung und Elekrophysiologie des Universitätsklinikums Freiburg. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit optischen Täuschungen. Foto: Ruth Hamilton</p></div>
<p>Ein Chirurg fokussiert sein Operationsfeld beispielsweise bei einer Hüft-OP, das meist von reichlich rotem Blut umgeben ist. Schaut er zwischendurch kurz auf eine weiße Fläche im OP, so sieht er weiterhin die Hüfte, wenn auch in der Komplementärfarbe.</p>
<p>Dies sei, laut dem Freiburger Sehforscher Professor Michael Bach, ein Beispiel für optische Täuschung. Man sehe etwas, das gar nicht da ist, weil auf der Netzhaut ein Nachbild von einem länger fokussierten Seheindruck verbleibe, der in Folge ein Phantombild schaffe. Die Nachwirkung des Netzhautbildes bezeichnet die Wahrnehmungspsychologie als entoptischen Eindruck.</p>
<p>Hier „irrt“ das Auge. In den meisten anderen Fällen von optischer Täuschung ist das Gehirn „schuld“: „Optische Täuschungen haben ihre Mechanismen selten im Auge“, sagt der Professor der Sektion funktionelle Sehforschung und Elektrophysiologie der Freiburger Universitäts-Augenklinik.</p>
<p>„Die meisten entstehen im Gehirn. Unser Gehirn, speziell unser Sehzentrum, hat die Aufgabe aus unvollständiger Information eine ‚innere Welt‘ zu rekonstruieren. Das geht eigentlich gar nicht, daher greift der Wahrnehmungsapparat auf Erfahrungen (evolutionäre und eigene) zurück und vermutet immer das Wahrscheinlichste. Das kann gelegentlich fehlgehen.“</p>
<p><strong>Das Bild trügt</strong></p>
<p>In diesem Sinne seien optische Täuschungen keine Fehlleistungen des Gehirns, sondern würden die normalerweise großartige Wahrnehmungsleistung aufzeigen, die halt ab und zu schief gehe. Das zeige aber auch, dass wir uns auf unsere Wahrnehmung nicht hundertprozentig verlassen könnten (Augenzeugenberichte), so der promovierte Hirnforscher.</p>
<p>Und obwohl Michael Bach auf dem Gebiet der Sehforschung zur Weltspitze gehört, beugt er sich der Bezeichnung „optische“ Täuschung, obgleich diese streng genommen meist nicht zutrifft: „Optische Täuschungen sind Situationen, wo wir etwas sehen, das ‚bei näherer Betrachtung‘ nicht mit dem Sachverhalt übereinstimmt. ‚Optisch‘ bezeichnet im engeren Sinn Phänomene wie Fata Morganen, Regenbögen, Doppelsonnen, Mouches volantes oder Ähnliches, alle anderen Erscheinungen sind ‚visuelle‘ Täuschungen.“ Doch der Begriff „optische“ Täuschung habe sich so eingebürgert, dass es schwer sei, daran zu rütteln.</p>
<p><strong>Subjektive Optik</strong></p>
<p>Was hingegen eindeutig feststeht, ist die Tatsache, dass optische Täuschungen eine rein subjektive Angelegenheit sind. Dennoch würden fast alle Täuschungen von fast allen Menschen sehr ähnlich wahrgenommen (Ausnahme: wenn der kulturelle Hintergrund mitwirkt), so der gebürtige Berliner.</p>
<p>Bei Kindern seien bestimmte Größentäuschungen manchmal schwächer und bei Älteren manchmal Bewegungstäuschungen weniger ausgeprägt. Aber alles in allem unterliegen alle Menschen den gleichen „Irrtümern“. Wahrnehmung ist eigentlich ein Konstrukt. Das Auge sieht nur einen kleinen Ausschnitt der Welt und das Gehirn erfindet den Kontext dazu.</p>
<p>Dieses Phänomen findet andauernd automatisch statt. Und es geht erstaunlich selten schief: „Eigentlich ist unser gesamtes Sehen eine optische Täuschung“, betont der renommierte Wissenschaftler Bach, der seit rund 20 Jahren eine der weltweit meistbesuchten Websites zum Phänomen der optischen Täuschung unterhält (www.michaelbach.de/ot/).</p>
<p>Damit ist die aus „Beobachtungsstudien“ (entbehren jeder wissenschaftlichen Relevanz*) von Frauen hervorgehende Meinung, dass Männer besser sehen als denken können, ein für alle Mal widerlegt. Denn sowohl Männer als auch Frauen sind, wenn sie im selben Zug sitzen, der Meinung, dass sich dieser fortbewegt, obwohl sich lediglich der Zug am Nachbargleis in Bewegung gesetzt hat. Das habe damit zu tun, dass sich im Gesichtsfeld etwas bewege und etwas anderes nicht, so der studierte Physiker.</p>
<p>Und wenn man im Zug sitze, könne das Gehirn nicht einschätzen, ob man sich selbst bewege oder der Nachbar. „Und dann nimmt das Gehirn den größeren Bereich als stationär an und meldet: Ich bewege mich!“ Eine perfekte visuelle Illusion!</p>
<p>*Diese beruhen auf dem alten Witz: „Warum müssen Frauen eher hübsch als klug sein? Weil Männer besser sehen als denken können!“</p>
<p><em>Das Interview mit Sehforscher Prof. Dr. Michael Bach führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Augen auf bei der Berufswahl!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/augen-auf-bei-der-berufswahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 12:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich bekomme ein Rezept vom Augenarzt und gehe damit zum Optiker. Dieser schaut mir mit diversen Apparaten tief in die Augen, und nach einer Woche hole ich die neue Brille, die mir vollen Durchblick verschafft, frisch geputzt, im neuen Etui mit Brillenputztuch, wieder ab! Was passiert dazwischen? Was muss ein Augenoptiker wissen, damit das „Nasenfahrrad“, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6064" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/augen-auf-bei-der-berufswahl/optiker_wagenbrenner/" rel="attachment wp-att-6064"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6064" class="size-medium wp-image-6064" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner-300x300.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner-150x150.jpg 150w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner-768x768.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner-218x218.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Optiker_Wagenbrenner.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6064" class="wp-caption-text">Augenoptiker Florian Wagenbrenner hat seiner Meisterschule fünf Jahre klinische Praxis angehängt. Hier hat er in der refraktiven Chirurgie rund 5000 Patienten vor und nach der Augenoperation betreut und im OP assistiert. Heute nützt er das Wissen in der Beratung von Kunden in seinem eigenen Optikergeschäft. Foto: Susanna Khoury</p></div>
<p>Ich bekomme ein Rezept vom Augenarzt und gehe damit zum Optiker. Dieser schaut mir mit diversen Apparaten tief in die Augen, und nach einer Woche hole ich die neue Brille, die mir vollen Durchblick verschafft, frisch geputzt, im neuen Etui mit Brillenputztuch, wieder ab! Was passiert dazwischen? Was muss ein Augenoptiker wissen, damit das „Nasenfahrrad“, sitzt, passt und kein Spiel hat?</p>
<p>Darüber habe ich mich mit dem Würzburger Augenoptikermeister Florian Wagenbrenner unterhalten.</p>
<p>Vor 20 Jahren, als er seine Ausbildung begann, hat er in der Werkstatt noch für die Gesellenprüfung, später für die Meisterprüfung, in zwei Tagen aus einer Acetatplatte ein Gestell auf Zehntelmillimeter exakt gefeilt, geschmirgelt, poliert und den gebauten Rahmen dann von Hand mit mineralischen Gläsern versehen, nach DIN-Norm versteht sich. Die Brille wirklich von A bis Z selbstgemacht.</p>
<p>„Heute sind die Gestelle in allen erdenklichen Farben und Formen fertig von den Herstellern zu beziehen, die Gläser werden in rohrundem Zustand von den Glaslieferanten gefertigt und dann von Augenoptiker nach den Sehgewohnheiten des Kunden und dem Sitz der Brille individuell in die Fassung eingeschliffen.“, erzählt Wagenbrenner von seinem Tagesgeschäft.</p>
<p>Dafür seien neue Aufgabenfelder dazugekommen, wie die perfekte optische Korrektur des Auges zu ermitteln – früher hauptsächlich Aufgabe des Augenarztes, heute überwiegend Aufgabe des Augenoptikers.</p>
<p>„Das stimmt! Ausgenommen sind Kinder. Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr macht das noch der Augenarzt selbst. Da Kinder durch Muskelkraft die Messung maßgeblich beeinflussen können, müssen diese in der Regel ‚getropft‘ werden, um hier verbindliche Werte zu bekommen“, sagt Florian Wagenbrenner.</p>
<p>Damit nicht genug &#8230; der Augenoptiker muss noch mehr können: Augenglasbestimmung, exakte Messung von Durchblickshöhe und Augenabstand, Vermessung von Hornhauttopographie, Anpassung von weichen und formstabilen Kontaktlinsen, Beratung und Verkauf im Laden, sowie Reparatur und Anfertigung von Brillen. Das sind so im Groben die Aufgabenfelder eines Augenoptikermeisters.</p>
<p>Das war Florian Wagenbrenner immer noch nicht genug. Er setzte nach der Pflicht, die Kür und hängte an seinen Meister fünf Jahre klinische Praxis an: „Ich war in der refraktiven Chirurgie tätig, habe Vor- und Nachsorgeuntersuchungen bei Augenlaser­operationen oder Katarakt-Behandlungen gemacht, war oft auch OP-Assistenz, also ganz nah an der medizinischen Praxis“, so Wagenbrenner.</p>
<p>Das bringe ihm heute keine Vorteile fürs Brillenbauen, er habe aber ein anderes Wissen und Verständnis für die Anatomie des Auges und seiner Krankheiten bekommen. Kunden seien oftmals überrascht, dass er als Optiker nicht von einer Laserbehandlung abrate oder diese schlecht rede. Im Gegenteil, er berate sogar, wann diese sinnvoll sei und wann nicht. Was ist das eigentlich genau, diese medizinische Zusatzausbildung „Optometrist“?</p>
<p>„Einfach ausgedrückt, steigt man noch tiefer in die Funktion und den anatomischen Aufbau des Auges respektive des gesamten visuellen Systems ein.“ Der theoretische Teil stehe zu Teilen in der Meisterschule auf dem Lehrplan, die Praxis nicht!</p>
<p>Daher entschied sich der 37-Jährige damals für die klinische Zusatzausbildung: „Wenn man mit Ärzten in der refraktiven Chirurgie tagaus tagein zusammenarbeitet, im OP assistiert und Patienten vor und nach der OP betreut, bekommt man aus dem praktischen Alltag so viel mit, das ist ein Erfahrungsschatz, aus dem man schöpfen kann und der durch theoretisches Wissen nicht zu ersetzen ist,“ erklärt der Optometrist mit eigenem Laden in der Bronnbachergasse in Würzburg.</p>
<p>Und das mache den Beruf für ihn jeden Tag aufs Neue spannend, dass er nicht nur der Verkäufer sei, nicht nur Augenglasbestimmer, sondern in der Werkstatt Brillen fertige und repariere und das medizinische Hintergrundwissen hat, wenn Kunden mit speziellen Sehgewohnheiten beispielsweise vor oder nach Operationen zu ihm kämen.</p>
<p>In diesem Sinne: „Augen auf bei der Berufswahl!“</p>
<p><em>Das Interview mit Augenoptikermeister und Optometrist Florian Wagenbrenner führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesundheit im Augenblick?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/gesundheit-im-augenblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 11:58:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Auge ist der Spiegel der Seele, sagt der Volksmund. Für Detlef Müller geht diese Aussage nicht weit genug &#8230; mit einem Blick in die Augen seiner Patienten will er erkennen, wie es um ihre gesundheitliche Konstitution bestellt ist, und ob Organschwächen, Leistungsminderungen oder Anlagen für bestimmte Erkrankungen vorliegen. Der in Nürnberg praktizierende Heilpraktiker, Jahrgang [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6068" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/gesundheit-im-augenblick/eye-iris/" rel="attachment wp-att-6068"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6068" class="size-medium wp-image-6068" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata-300x300.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata-150x150.jpg 150w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata-768x768.jpg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata-218x218.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/@AlexCiopata.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6068" class="wp-caption-text">Augendiagnostiker wie Detlef Müller können anhand der individuellen Zeichen im Auge des Menschen mögliche Belastungen im Körper erkennen. Foto: ©depositphotos.com/@ AlexCiopata</p></div>
<p>Das Auge ist der Spiegel der Seele, sagt der Volksmund. Für Detlef Müller geht diese Aussage nicht weit genug &#8230; mit einem Blick in die Augen seiner Patienten will er erkennen, wie es um ihre gesundheitliche Konstitution bestellt ist, und ob Organschwächen, Leistungsminderungen oder Anlagen für bestimmte Erkrankungen vorliegen.</p>
<p>Der in Nürnberg praktizierende Heilpraktiker, Jahrgang 1958, ist seit über 15 Jahren als Dozent für Augendiagnostik tätig. Lebenslinie hat mit ihm gesprochen, um mehr über diese Methode zu erfahren.</p>
<p><strong>Lebenslinie (LL): Naturheilverfahren wie Akupunktur und Homöopathie sind den meisten Menschen bekannt. Von Augendiagnostik wissen nur wenige. Ist sie ein neues Instrument?</strong><br />
<strong>Detlef Müller (DM):</strong> „Ganz im Gegenteil: Schon im Altertum hat das Auge die Menschheit fasziniert, davon zeugen Wandmalereien der Mayas und Ägypter. Es wurde genutzt, um das wahre Wesen eines Menschen im religiösen Sinne zu erkennen. Dass der Blick in die Augen Rückschlüsse auf die Gesundheit eines Menschen zulassen kann, beschrieb Philip Meyen von Coburg Mitte des 17. Jahrhunderts in seiner &#8218;Chiromatica Medica&#8216;. Rund 200 Jahre später erforschte der ungarische Arzt Ignaz von Peczely das Verfahren ausführlich und legte den Grundstein für die heutige Augendiagnostik.“</p>
<p><strong>LL: Wie funktioniert Augendiagnostik?</strong><br />
<strong>DM:</strong> „Die Iris weist einzigartige individuelle Zeichen, Flecken und Farben auf, die sich im Laufe eines Lebens bei jedem Menschen verändern: Faktoren wie Ernährungsweise oder Umwelteinflüsse können zu Einlagerungen von Farbpigmenten oder lokalen Verdichtungen von Fasern führen. Diese feinen Veränderungen gilt es zu erkennen und richtig zu deuten: Denn sie geben Hinweise auf den Zustand von Organen, Lymphen, Blut oder Verdauungssäften.“</p>
<p><strong>LL: Welchen Vorteil hat diese Augen­diagnose?</strong><br />
<strong>DM:</strong> „Sie ist nicht-invasiv und kommt ohne Strahlenbelastung aus. Zudem ergänzt sie häufig fehlende Aspekte anderer diagnostischer Verfahren wie zum Beispiel den Gewebezustand und die Belastung im Zwischenzellgewebe. Die Erfolgsquote der bildgebenden Verfahren ist bei Weitem nicht so groß, wie man glaubt: Vieles, was im Körper passiert, kann gar nicht abgebildet werden und wird deshalb übersehen.“</p>
<p><strong>LL: Haben Sie ein konkretes Beispiel?</strong><br />
<strong>DM:</strong> „Ein Patient klagte über Herz- und Verdauungsbeschwerden. Sämtliche schulmedizinischen Diagnoseverfahren erbrachten kein Ergebnis. Die Untersuchung seiner Augen ließ erkennen, dass es ein Problem im Bereich der Wirbelsäule geben musste. Als ich seinen Rücken untersuchte, stellte ich fest, dass sich zwei Rippen-Brustwirbelgelenke verklemmt hatten – nicht etwa verschoben, denn das hätte man auf einer Röntgen- oder CT-Aufnahme gesehen. Diese Verklemmung verursachte Störungen im Nervensystem, die wiederum Herzrhythmusstörungen und Verdauungsprobleme zur Folge hatten.“</p>
<p><strong>LL: Gibt es auch Nachteile?</strong><br />
<strong>DM:</strong> „Häufig erkennt man im Auge Schwachstellen im Organismus, die erst Jahre später gesundheitliche Auswirkungen zeigen. Manch ein Patient nimmt meine Empfehlungen für präventive Maßnahmen daher nicht ernst, da er ja gegenwärtig keine Probleme verspürt. Immer wieder melden sich Patienten Jahre später bei mir, wenn sich Krankheiten dann doch entwickelt haben.“</p>
<p><strong>LL: Gibt es ein Nachschlagewerk, das der Augendiagnostik als Grundlage dient?</strong><br />
<strong>DM:</strong> „Ja, zum Beispiel von Josef Deck oder Josef Angerer. Außerdem nutzen wir sogenannte Topografien, also Landkarten des Auges. Allerdings existieren weltweit rund 150 verschiedene … sie gleichen sich zwar in den großen Bereichen, aber im Detail gibt es Unterschiede. Die Kunst ist es, aus dem Gesamtbild bestimmte Differenzierungen herauszufiltern und zu verbinden.“</p>
<p><em>Das Interview mit Heilpraktiker und Augendiagnostiker Detlef Müller führte Lebenslinie-Redakteurin Jenifer Gabel.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich sehe was,was Du nicht siehst&#8230;</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ich-sehe-waswas-du-nicht-siehst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2016 13:40:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Spezial]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.lebenslinie-magazin.de/?p=3153</guid>

					<description><![CDATA[Früher nannte man ihn Okulist. Heute ist es der Augenarzt, zu dem man geht, wenn ein Schleier die Sicht trübt, wenn die Augen tränen, jucken oder die Welt im Laufe der Jahre immer verwaschener aussieht. „Mit eigenen Augen sehen“ ist besser als mit fremden, wusste schon Martin Luther. In der Geschichte der Menschheit sind Augenärzte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3163" style="width: 271px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ich-sehe-waswas-du-nicht-siehst/rothe/" rel="attachment wp-att-3163"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3163" class="size-medium wp-image-3163" src="http://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/03/Rothe-261x300.jpg" alt="Dr. Udo Rothe hat sich in seiner Praxis in Würzburg dem guten Sehen verschrieben. Foto: Pat Christ" width="261" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/03/Rothe-261x300.jpg 261w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/03/Rothe-218x251.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2016/03/Rothe.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px" /></a><p id="caption-attachment-3163" class="wp-caption-text">Dr. Udo Rothe hat sich in seiner Praxis in Würzburg dem guten Sehen verschrieben. Foto: Pat Christ</p></div>
<p>Früher nannte man ihn Okulist. Heute ist es der Augenarzt, zu dem man geht, wenn ein Schleier die Sicht trübt, wenn die Augen tränen, jucken oder die Welt im Laufe der Jahre immer verwaschener aussieht.</p>
<p>„Mit eigenen Augen sehen“ ist besser als mit fremden, wusste schon Martin Luther. In der Geschichte der Menschheit sind Augenärzte von jeher Spezialisten, die für den klaren Blick sorgen, gefragt und geachtet sind.</p>
<p>Schon zu Lebzeiten des babylonischen Königs Hammurapi (1792 &#8211; 1750 v. Chr.) gab es Gesetzestafeln, auf denen Vorschriften für Augenoperationen verzeichnet waren.</p>
<p>Einem Arzt, der erfolglos Augen operierte, wurden seinerzeit beide Hände abgehackt. Auch in der Geschichte des alten Griechenlands und des antiken Roms finden sich Hinweise auf angewandte Augenheilkunde.</p>
<p>Im Mittelalter agierten Doktor Eisenbarth und Co sogenannte „Starstecher“, die mit einem besonderen Messer an der trüben Linse des Auges, heute als „Grauer Star“ bekannt, herumdokterten.</p>
<p>Im Laufe des 18. Jahrhunderts und endgültig im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Augenheilkunde, die bis dahin zur Chirurgie gehörte, zu einem eigenen Fach. Mit Hilfe des Mikroskops lernte man die Funktionsweise des Auges kennen.</p>
<p>Die Lid- und Gesichtshaut sowie die Knochen der Augenhöhle bilden die anatomischen Grenzen der Augenheilkunde. Mit modernen Untersuchungsmöglichkeiten sind auch Netzhaut, Sehnerv und Gefäße zu diagnostizieren.</p>
<p>Heute ist der Augenarzt bewandert in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, weiß um Zusammenhänge zu Dermatologie und Neurologie. Immer wieder kommt es vor, dass das Auge an Allgemeinerkrankungen beteiligt ist.</p>
<p>Daher benötigt der Facharzt für Augenheilkunde eine umfangreiche und kostspielige technische und apparative Ausstattung. Wichtigstes Untersuchungsgerät ist die Spaltlampe, ein mit spezieller Steuer- und Beleuchtungsmechanik versehenes, starkes Stereomikroskop.</p>
<p><strong>Grenzen der Sichtbarkeit</strong></p>
<p>Im neu gegründeten Augenzentrum am Berliner Ring arbeiten Dr. Udo Rothe und seine Kollegin Dr. Astrid Schenkel mit all diesen Gerätschaften moderner Augenheilkunde.</p>
<p>Im Gespräch umreißt der Facharzt Situationen, die im Zusammenhang mit dem „Sehen im Alter“ stehen. „Sehen“ &#8211; was ist das eigentlich?</p>
<p>Der Augenarzt gibt Antwort: „Wenn ein Lebewesen mit dem Sehorgan Muster und Konturen wahrnehmen kann.“<br />
Beim Menschen ist das Ausmaß dieser Fähigkeit mit Hilfe eines Sehtests bestimmbar.</p>
<p>Die Grenze der Sichtbarkeit ist dann erreicht, wenn ein betrachtetes Objekt, das auf der Netzhaut abgebildet ist, sich nicht mehr als Kontur oder Kontrast abgrenzt, wenn keine Helligkeitsunterschiede mehr wahrgenommen werden können.</p>
<p>„Mit Hilfe von Sehtestbildern, sogenannten Optotypen, können wir die Lesesehschärfe („Minimum legibile“) feststellen“. Auch das Auflösungsvermögen, das heißt zwei Sehobjekte können getrennt wahrgenommen werden, ist hierbei von Bedeutung.</p>
<p>Irgendwann kommt für jeden Menschen der Zeitpunkt, an dem die Augen nicht mehr sehen können wie ein Luchs. Mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach.</p>
<p>Dr. Rothe erklärt das folgendermaßen: „Um die Augen in verschiedene Entfernungen einstellen zu können, hat die Augenlinse einen Ringmuskel. Dieser Muskel spannt an und krümmt die Linse des Auges. Somit stellt sich je nach Anspannung und Krümmung das Auge für die Nähe und verschiedene Entfernungen ein. Wenn der Spannungszustand des Muskels jedoch nachlässt und die Linse nicht mehr flexibel ist, kann man nicht mehr so gut lesen. Nach dem 40. Lebensjahr stellt sich Alterssichtigkeit (Presbyopie) ein.“</p>
<p><strong>Die Sehkraft lange erhalten</strong></p>
<p>Glücklicherweise gibt es dagegen Hilfsmittel. Der Facharzt weist auf die Anpassung von speziellen Brillen wie Fern-, Lese-, Gleitsicht- und PC-Arbeitsbrillen hin.</p>
<p>Mit vergrößernden Sehhilfen wie Lupen, Lupenbrillen, Bildschirm-Lesegeräten oder elektronischen Lesehilfen kann man ein individuelles Sehen auch im Alter ermöglichen.</p>
<p>„Eine wichtige Hilfe ist eine gute Beleuchtung“, fügt Dr. Rothe hinzu und betont zusätzlich die Bedeutung einer gesunden Lebensweise. „Damit kann man den Erhalt des Augenlichts wesentlich beeinflussen und den Verlust der Sehkraft hinauszögern“.</p>
<p>Er nennt eine gesunde Ernährung, Stärkung des Immunsystems, Bewegung und Sport. Außerdem empfiehlt er vorbeugende Untersuchungen zur Früherkennung von Erkrankungen der Augen wie Glaukom, Katarakt, Makula- und Sehnerven-Erkrankungen.</p>
<p>„Zusätzlich sind Antioxidantien, die die freien Radikale – aggressive Sauerstoffverbindungen in der Zelle (in Makula und Netzhaut) – sozusagen reparieren, respektive beseitigen, eminent wichtig bei der Kompensierung des Sehverlustes“.</p>
<p><strong>Häufigste OP „Katarakt“</strong></p>
<p>Seinerzeit reimte der Schweizer Dichter Gottfried Keller folgende Zeilen: „Trinkt, ihr Augen, was die Wimper hält/von dem goldnen Überfluss der Welt.“ Natürlich können Augenerkrankungen dieser poetischen<br />
Aufforderung im Weg stehen.</p>
<p>Zu ihnen gehört der „Graue Star“ (Katarakt), einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe der Medizin weltweit. Er ist eine relativ harmlose, altersbedingte Erkrankung, bei der die Linse sich eintrübt.</p>
<p>Eine Linsentrübung kann sich auch sekundär nach Augenoperationen, nach Entzündungen oder Augapfel-Prellung entwickeln.</p>
<p>„Eine Operation mit Austausch der trüben Linse und Implantation mit Kunststofflinsen ist heute sehr gut möglich“, erklärt Dr. Rothe.</p>
<p>Circa 500.000 bis eine Million Deutsche sind vom Grünen Star (Glaukom) betroffen, circa zehn Prozent von ihnen droht die Erblindung. Zu hoher Augeninnendruck kann zu Grünem Star führen, der unbehandelt den Sehnerv schädigt.</p>
<p>Erhöhter Augeninnendruck entsteht, wenn der Abfluss des Kammerwassers, das die Linse benetzt, behindert wird oder es zu einer Kammerwasser-Überproduktion kommt. Daraus wiederum resultieren oft<br />
Gesichtsfeldausfälle.</p>
<p>Weitere Ursachen des „Grünen Stars“ können hohe Kurzsichtigkeit oder auch Weitsichtigkeit, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen sowie sekundäre Folgen nach Entzündungen, Verletzungen oder nach Augenoperationen sein.</p>
<p>Eine familiäre Disposition ist oft Ursache dieser Erkrankungen. Laut Dr. Rothe erfolgt die Behandlung durch spezielle Augentropfen, spezielle Lasertherapien oder spezielle Operationen. Für eine AMD (altersbedingte Makuladegeneration) gibt es mehrere Gründe.</p>
<p>Neben familiärer Vorbelastung können unter anderem durch Bündelung des Sonnenlichts in der Makula aggressive Sauerstoffverbindungen („freie Radikale“) entstehen und damit Defekte in den makülären Zellen. Auch Diabetes, Hypertonie und Stoffwechsel-Erkrankungen verursachen unter Umständen<br />
eine Veränderung in der Makula.</p>
<p>„Aber auch eine feuchte Makuladegeneration wird zunehmend diagnostiziert, beispielsweise bei Ischämien der Netzhaut, bei Gefäßverschlüssen und Ödembildung. Diese Erkrankungen lassen sich oft durch spezielle Behandlungen mit Injektionen erfolgreich verbessern“, weiß Dr. Udo Rothe.</p>
<p>Viele Erkrankungen entstehen durch mangelnde Sorgfalt im Umgang mit dem eigenen Körper und insbesondere mit den Augen.</p>
<p>Dabei gilt die Jahrtausende alte Empfehlung aus der Bibel damals wie heute: „Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. …“</p>
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