<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Psyche &#8211; Lebenslinie</title>
	<atom:link href="https://www.lebenslinie-magazin.de/rubrik/psychologie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.lebenslinie-magazin.de</link>
	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:05:34 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Apropos Depressionen &#8230;</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/apropos-depressionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 05:05:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20361</guid>

					<description><![CDATA[Man kann etwas tun, wenn es einem Kollegen, der Nachbarin oder dem eigenen Kind psychisch schlecht geht. Vor diesem Hintergrund machte sich Dieter Schneider von der „Stiftung Depression-Inklusion“ vor zwei Jahren daran, einen Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG) zu entwickeln. Ist akut etwas Schlimmes passiert oder bedrücken schwerwiegende Erlebnisse aus der Vergangenheit, könne sich bei Menschen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann etwas tun, wenn es einem Kollegen, der Nachbarin oder dem eigenen Kind psychisch schlecht geht. Vor diesem Hintergrund machte sich Dieter Schneider von der „Stiftung Depression-Inklusion“ vor zwei Jahren daran, einen Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG) zu entwickeln. Ist akut etwas Schlimmes passiert oder bedrücken schwerwiegende Erlebnisse aus der Vergangenheit, könne sich bei Menschen eine Depression entwickeln. „Davor ist niemand gefeit”, betont Schneider. Im sechsstündigen Ersthelferkurs der „Stiftung Depression-Inklusion“ lernen jeweils zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer entweder an einem Tag oder an drei Abenden, wie sie auf depressive Menschen reagieren können. Auch wenn psychische Krankheiten heutzutage nicht mehr so stark stigmatisiert sind wie früher: Noch immer schaue die Umgebung oft weg, so Schneider. Schlicht und einfach aus Unsicherheit, wie man sich verhalten solle. Dabei sei es so wichtig, Betroffene anzusprechen, betont er und verweist auf ein typisches Beispiel aus der Arbeitswelt. Da fällt zum Beispiel auf, dass ein Kollege stark in seiner Leistung nachgelassen hat. Vielleicht ist er auch wesentlich häufiger krank als früher. Möglicherweise roch er schon einmal nach Alkohol. Dann sollte man das Gespräch suchen. Stellt sich heraus, dass der Kollege tatsächlich depressiv sein könnte, sollte man nachfragen: „Sag mal, denkst du manchmal daran, dir das Leben zu nehmen?” Dass man das wirklich tun sollte, sei für viele Menschen befremdlich, erklärt der Initiator der Motorradausfahrt „Fellow Ride“ zugunsten der Suizidprävention und Depressionshilfe, dessen eigener Sohn sich das Leben genommen hat: „Für mich war es das anfangs auch.” Dieter Schneider will einen Beitrag leisten, dass seelische Erkrankungen, allen voran Depressionen, in der Gesellschaft nicht mehr tabuisiert werden. Man gehe inzwischen schneller zu Psychologinnen und Psychologen, Psychiaterinnen und Psychiatern oder Psychotherapeutinnen und -therapeuten – und das ist gut so. In den EMG-Kursen erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber hinaus, welche Hilfen es sonst noch gibt. Die Entstigmatisierung gehe nach Schneiders Beobachtungen so weit, dass seelische Erkrankungen selbst in Betrieben kein Mäntelchen mehr umgehängt bekommen. Viele Unternehmen seien bereit, die um sich greifende Problematik offensiv anzugehen. Wobei auch hier oft Know-how fehle. Schneiders Stiftung bietet aus diesem Grund eigene Kurse für Firmen an. Während die EMG-Basiskurse normalerweise online stattfinden, werden die Kurse in Betrieben in aller Regel in Präsenz organisiert. Im Mittelpunkt steht das Thema Burn-out.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weinen schützt, reinigt &#038; entlastet</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/weinen-schuetzt-reinigt-entlastet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 05:01:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20358</guid>

					<description><![CDATA[Wer hat das noch nicht erlebt: Man weinte sich bei jemandem aus. Danach schwanden die Probleme. Die Zweifel. Die Sorgen. Zumindest ein bisschen. Das kommt nicht von ungefähr. „Psychologisch dient Weinen der emotionalen Entlastung”, sagt Psychiater Dr. Christoph Rupprecht, Leiter der Trauma-Ambulanz im Bezirkskrankenhaus Lohr. Was das Weinen anbelangt, sind Menschen völlig unterschiedlich. Die einen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hat das noch nicht erlebt: Man weinte sich bei jemandem aus. Danach schwanden die Probleme. Die Zweifel. Die Sorgen. Zumindest ein bisschen. Das kommt nicht von ungefähr. „Psychologisch dient Weinen der emotionalen Entlastung”, sagt Psychiater Dr. Christoph Rupprecht, Leiter der Trauma-Ambulanz im Bezirkskrankenhaus Lohr. Was das Weinen anbelangt, sind Menschen völlig unterschiedlich. Die einen neigen nur in sehr geringem Maße dazu, Tränen zu vergießen. Sie sind beherrscht. Sagen gar von sich: „Ich weine nie.” Andere scheinen nah am Wasser gebaut. Sie weinen, jedenfalls nach Ansicht von Außenstehenden, bei geringstem Anlass. Wer weinen kann, hat in gewisser Weise Glück. Denn weinen, so der Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, helfe, Gefühle zu verarbeiten: „Es kann das Nervensystem regulieren und zur Wiederherstellung von Ruhe und Gleichgewicht beitragen.” Als Leiter einer Trauma-Ambulanz hat es Dr. Rupprecht beruflich häufig mit weinenden Menschen zu tun. Vor ihm sitzen Männer und Frauen, denen Schreckliches widerfuhr. Manche hatten einen schlimmen Unfall. Ein großer Teil seiner Patientinnen und Patienten sind Opfer sexualisierter Gewalt, nicht selten in der frühen Kindheit. In den Therapiestunden vergießen sie laut dem Trauma-Therapeuten „emotionale Tränen“. Die sind durch das Nervensystem sowie hormonell gesteuert und helfen, Stresshormone auszuscheiden: „Damit tragen sie zur Stressbewältigung bei.” Weinen ereignet sich in ganz unterschiedlichen Situationen. Man weint für sich alleine. Im stillen Kämmerlein. Man weint, wenn man sich von anderen getrennt fühlt. Wenn man einsam ist. Oder über einen schlimmen Verlust nicht hinwegkommt. Geweint wird allerdings oft auch vor anderen Menschen. Dann kommt die soziale Funktion des Weinens zum Tragen. „Sozial fungiert Weinen als Kommunikationsmittel, das anderen signalisiert, dass Unterstützung benötigt wird”, erläutert der Chefarzt. Weinen fördere in diesen Situationen Mitgefühl, es stärkt soziale Bindungen und kann Menschen durch gemeinsame emotionale Erlebnisse näher zusammenbringen. Gerade „emotionale Tränen” können das Verhalten von Menschen in vielerlei Hinsicht begleiten. Jedes starke Gefühl, so Christoph Rupprecht, könne Tränen fließen lassen. Menschen weinen also nicht nur, weil sie traurig sind. Auch Schmerz bringt zum Weinen. Viele Menschen kennen aber auch Freudentränen. In jedem Fall würden Tränen helfen, den durch die starken Gefühle hervorgerufenen Stress beziehungsweise Stresshormone wie Cortisol abzubauen. Dr. Rupprecht hält es für prinzipiell der Mühe wert, sich näher mit dem Tränenfluss zu befassen. Emotionale Tränen seien nämlich alles andere als nur Wasser: „Sie enthalten Stresshormone sowie Kalium und Mangan.“ Tränenflüssigkeit besitze aber auch antibakterielle Eigenschaften: „Weinen hat darum auch physiologische Funktionen wie den Schutz und die Reinigung der Augen.“ Die „basalen“ im Gegensatz zu „emotionalen“ Tränen halten das Auge feucht, schützen und nähren es. Schließlich existieren noch „Reflextränen“: „Sie entstehen durch Reizungen wie Rauch oder Fremdkörper und helfen ebenfalls, das Auge zu reinigen.“ <i></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Gefühle unbeachtet bleiben</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-gefuehle-unbeachtet-bleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20355</guid>

					<description><![CDATA[„‚Emotionale Gewalt‘ – wir in der Jugendhilfe meinen mit dem Begriff verschiedene Formen, wie Eltern das seelische Wohl ihrer Kinder schädigen”, erklärt Margit Dittrich von der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Würzburg. Kinder brauchen Eltern, an die sie sich ankuscheln können, wenn sie Trost und Geborgenheit suchen. Die ihnen zuhören. Die sie verstehen. Es [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„‚Emotionale Gewalt‘ – wir in der Jugendhilfe meinen mit dem Begriff verschiedene Formen, wie Eltern das seelische Wohl ihrer Kinder schädigen”, erklärt Margit Dittrich von der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Würzburg. Kinder brauchen Eltern, an die sie sich ankuscheln können, wenn sie Trost und Geborgenheit suchen. Die ihnen zuhören. Die sie verstehen. Es gibt Kinder, die kennen das nicht. „Wir erleben Kinder, die durch Liebesentzug oder Drohungen emotional misshandelt werden”, so Dittrich. „Ihnen wird zum Beispiel gedroht, dass man sie weggibt, oder sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass es ihren Eltern schlecht geht. Andere haben nicht die Unterstützung, die sie benötigen, es fehlt an Zuwendung und Sicherheit.” Zum Teil müssten Kinder sogar beobachten, wie ihre Eltern einander Gewalt antun. Manchmal werden laut der Fachfrau nicht einmal Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen und fördernde Beschäftigung, etwa durch gemeinsames Spielen, gedeckt. „Gefühle der Kinder wie etwa Freude, Trauer oder Wut bleiben unbeachtet. Diese Kinder erleben kaum Resonanz“, erläutert die Sozialpädagogin. Oft liege dies daran, dass die Eltern selbst wenig Zuwendung und Unterstützung in ihrer Kindheit erfuhren. In Gesprächen, Familientherapie und Elterntrainings könnten neue Handlungsweisen erlernt werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stabilisierung, Orientierung &#038; Schutz</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/stabilisierung-orientierung-schutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:53:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20352</guid>

					<description><![CDATA[Wenn Menschen von einer Krise sprechen, geht es in erster Linie nicht um objektive Parameter. „Ein krisenhafter Zustand kann jeden Menschen in jeder Lebensphase betreffen“, sagt Diplom-Psychologe Dr. Philippe T. Pereira. Entscheidend sei nicht das Ereignis selbst, sondern die subjektive Bewertung jedes Einzelnen. „Die herkömmlichen Lebensbewältigungsstrategien reichen dann nicht mehr aus. Man fühlt sich überfordert, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen von einer Krise sprechen, geht es in erster Linie nicht um objektive Parameter. „Ein krisenhafter Zustand kann jeden Menschen in jeder Lebensphase betreffen“, sagt Diplom-Psychologe Dr. Philippe T. Pereira. Entscheidend sei nicht das Ereignis selbst, sondern die subjektive Bewertung jedes Einzelnen. „Die herkömmlichen Lebensbewältigungsstrategien reichen dann nicht mehr aus. Man fühlt sich überfordert, hilflos und erlebt die Situation nicht selten auch als bedrohlich“, so der Leiter des Psychologischen Dienstes am Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. Eine Krise ist also kein „medizinisches Etikett“, sondern ein individueller Kipppunkt im Leben. „Nicht jede Situation ist für jeden Menschen gleich krisenhaft“, erklärt Dr. Pereira. Was den einen kaum erschüttert, könne für einen anderen das Gefühl auslösen, den „Boden unter den Füßen“ zu verlieren. Krisenintervention setzt genau hier an. Sie ist eine zeitlich begrenzte, professionelle Unterstützung in akuten psychischen Ausnahmesituationen. „Es geht darum, Menschen durch eine Phase zu begleiten, in der sie es allein nicht mehr schaffen“, so der Experte. Auf einer Kriseninterventionsstation, wie sie auch in Werneck existiert, werden Betroffene stabilisiert, entlastet und wieder handlungsfähig gemacht. Ein stationärer Aufenthalt sei, so Dr. Pereira weiter, dann angezeigt, wenn ambulante Hilfe nicht mehr ausreicht. Häufig handle es sich um akute Belastungsreaktionen oder Anpassungsstörungen. Ziel sei es auch, möglichen destruktiven Bewältigungsversuchen wie etwa durch Alkoholkonsum entgegenzuwirken. Die Hauptziele einer Krisenintervention sind wiederum klar umrissen: Stabilisierung, Orientierung und Schutz. „Am Anfang geht es oft nur darum, jemanden wieder zu erden“, erklärt er. Erst später könne es um Neuorientierung gehen. Manche Menschen erkennen in der Krise auch eine Zäsur beziehungsweise eine Chance zur Weiterentwicklung: „Jetzt will ich wieder etwas aus meinem Leben machen!“ Doch Krisenintervention habe auch Grenzen. Wenn sich etwa eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt oder Suizidalität im Vordergrund steht, brauche es weiterführende, oft längerfristige Behandlung. „Dann reichen Gespräche oder ein kurzer Aufenthalt nicht mehr aus“, sagt Dr. Pereira. Für die Mehrheit ende der Aufenthalt mit der Rückkehr in den Alltag. „Wir haben ein umfassendes Entlassmanagement“, betont er. Ob Angehörigengespräche, ambulante Therapie- oder tagesklinische Angebote – der nächste Schritt werde individuell geplant. Wichtig zu wissen: Die Entscheidung für eine Krisenintervention muss nicht immer allein getroffen werden. Angehörige, Hausärztinnen und -ärzte oder medizinisches Fachpersonal können den Anstoß geben. Bei Selbst- oder Fremdgefährdung sei auch eine Aufnahme gegen den Willen des Betroffenen möglich. „In akuten Krisen zählt jeder Tag“, betont der Psychologe. Hilfe früh anzunehmen, könne entscheidend sein. <i></i><i></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tierische Türöffnerin</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/tierische-tueroeffnerin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 08:20:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=19811</guid>

					<description><![CDATA[Mit großen Augen sieht sie mich an. Liesl, so scheint es, weiß genau, worum es gerade geht. Sie ist schließlich „im Dienst“. Ich selbst bin noch etwas unschlüssig, wie wir die vor uns liegende Übung bewältigen sollen. Ihr Frauchen, Sozialpädagogin Helena Heinrich, vom sozialpädagogischen Dienst des Zentrums für Seelische Gesundheit in Würzburg (ZSG), bat mich, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19813" style="width: 235px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19813" class="size-medium wp-image-19813" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-225x300.jpeg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-225x300.jpeg 225w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-768x1024.jpeg 768w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-218x291.jpeg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_4101-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><p id="caption-attachment-19813" class="wp-caption-text">©Lebenslinie/Sabine Trost</p></div>
<p>Mit großen Augen sieht sie mich an. Liesl, so scheint es, weiß genau, worum es gerade geht. Sie ist schließlich „im Dienst“. Ich selbst bin noch etwas unschlüssig, wie wir die vor uns liegende Übung bewältigen sollen. Ihr Frauchen, Sozialpädagogin Helena Heinrich, vom sozialpädagogischen Dienst des Zentrums für Seelische Gesundheit in Würzburg (ZSG), bat mich, die vierjährige italienische Wasserhündin (Lagotto Romagnolo) ohne verbale Kommandos um leuchtend gelbe Hütchen zu manövrieren. Aufmerksam verfolgt Liesl meine Hand- und Körperbewegungen. Schnell wird klar: Ich muss präzise sein, damit sie versteht, was ich möchte. Binnen kurzer Zeit entwickeln wir einen Draht zueinander. Es klappt! Liesl ist Profi. Die ausgebildete Therapiebegleithündin kommt seit Jahren zweimal pro Woche in die Einrichtung. Nachdem sich Frauchen Helena Heinrich mit den hiesigen Therapeutinnen und Therapeuten ausgetauscht hat, ist sie am Zug, um Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen eine „Türöffnerin“ zu sein. „Sie ist eine sensible Hündin, gleichzeitig sehr aufmerksam und aufgeschlossen, sehr quirlig und sie hat immer viel Spaß am Arbeiten“, beschreibt Helena Heinrich ihr Wesen. „In herausfordernden Umgebungen bleibt sie ruhig und kann auch nach der Arbeit schnell zur Ruhe kommen.“ Liesl trifft während ihrer Tätigkeit auf Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren. „Das sind etwa Menschen mit Borderline- oder affektiven Störungen, Schizophrenie, Depressionen bis hin zu Demenz“, zählt Helena Heinrich die Krankheitsbilder auf. Generelle Grenzen würden lediglich Allergien, unkontrollierbare Verhaltensweisen oder Angst vor Hunden setzen. Die Rolle von Hunden bei der seelischen Genesung sei ihrer Ansicht nach nicht zu unterschätzen. „Sie bieten bedingungslose Zuneigung, Rituale und Struktur im Alltag.“ Außerdem würden sie Stresshormone reduzieren, die soziale Interaktion fördern, gäben Halt und ein Gefühl von Sicherheit. „Kontakte mit Hunden können beruhigend wirken“, so Heinrich. „Der Kontakt lässt das Bindungshormon Oxytocin steigen. Außerdem sind die Patientinnen und Patienten abgelenkt.“ Die Vierbeiner können aber noch mehr: „Hunde motivieren zu regelmäßigen Aktivitäten wie Spazierengehen oder Training, was positive Routinen unterstützt.“ Zudem würden sie zu emotionaler Entlastung beitragen, indem sie Nähe, Trost und Präsenz schenken ohne Urteile zu fällen. Darüber hinaus würden sie Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit fördern, da sich auf die Bedürfnisse des Tieres konzentriert wird. Im Arbeitsumfeld von Helena Heinrich geht es vor allem darum, Vertrauen aufzubauen, Ängste zu verringern und soziale Kompetenzen zu stärken. „Ein Hund darf jedoch nie allein eingesetzt werden“, betont sie. „Es soll keine reine Kuschelstunde sein, sondern immer eine gezielte Aktivität respektive Intervention, die vor- und nachbesprochen wird.“ Letztlich gehe es darum, dass der Mensch erkennt, was die Situation gerade mit ihm oder ihr macht und verbessert. Und das könne alles sein, von einer helleren Stimmung über eine bessere Motorik oder geringerem Schmerzempfinden bis hin zur Sinnstiftung. Liesl ist sowohl ein „Icebreaker“ als auch ein Wesen, das tiefgreifende Veränderungen bewirken kann. Für mich ist sie vor allem eines: eine echte „Happyness-Managerin“.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freund und Feind?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/freund-und-feind/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 08:16:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=19807</guid>

					<description><![CDATA[„Vor wichtigen Entscheidungen und oft auch in Situationen des Alltags spüren wir instinktive Neigungen, nehmen fest verankerte Überzeugungen, Gefühle und Gedanken wahr“, erklärt Lena Diefenbach, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (VT), Systemische Therapie und Stellvertretende Leitende Oberärztin am Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. „Hör einfach auf deine innere Stimme!“ Das sei [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19809" style="width: 240px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19809" class="size-medium wp-image-19809" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-230x300.jpg" alt="" width="230" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-230x300.jpg 230w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-786x1024.jpg 786w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-1179x1536.jpg 1179w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-1572x2048.jpg 1572w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-218x284.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Diefenbach_b-scaled.jpg 1965w" sizes="(max-width: 230px) 100vw, 230px" /><p id="caption-attachment-19809" class="wp-caption-text">©privat</p></div>
<p>„Vor wichtigen Entscheidungen und oft auch in Situationen des Alltags spüren wir instinktive Neigungen, nehmen fest verankerte Überzeugungen, Gefühle und Gedanken wahr“, erklärt Lena Diefenbach, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (VT), Systemische Therapie und Stellvertretende Leitende Oberärztin am Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. „Hör einfach auf deine innere Stimme!“ Das sei zwar leicht gesagt, aber die erste Stimme sei oft nicht die einzige, so die Expertin. Vielmehr erleben wir ein ganzes Spektrum innerer Anteile: von ermutigend bis verurteilend, von vorsichtig bis rebellisch. Wie wir damit umgehen, kann stärkend oder hemmend sein. Die Oberärztin empfiehlt, diesen Stimmen Raum zu geben – aber nicht die Kontrolle: „Wir sollten wahrnehmen, dass es meist unterschiedliche Anteile gibt, die uns schützen, lenken oder unterstützen wollen.“ Entscheidend sei, aus einer inneren Distanz heraus zuzuhören, sie einzuordnen und nicht sofort zu glauben. Wer erkennt, dass die strenge Stimme vielleicht aus Kindheitstagen stammt oder die skeptische aus einem alten Beziehungsmuster, kann beginnen, neu zu bewerten. Ein praktischer Weg: Gedanken aufzuschreiben. In Tagebuchform oder als Mindmap. So entstünden neue Perspektiven. „Sind die Stimmen erstmal auf dem Blatt, können wir sie im Außen betrachten“, erklärt ­Diefenbach. Diese Externalisierung, also das Auslagern, ermögliche einen deutlich leichteren, klareren Umgang. Doch nicht jede Stimme bleibt im psychisch gesunden Rahmen. Wenn Bewertungen übermächtig werden, Grübelschleifen kein Ende finden oder die innere Kritik nur herabsetzt, könne das ernsthafte Folgen haben. „Wird die kritische Stimme zu groß und nicht mehr ins rechte Verhältnis zu anderen inneren Anteilen gesetzt, kann eine depressive Stimmungslage gefördert oder aufrechterhalten werden“, warnt die Fachfrau. Spätestens dann sei es wichtig, Hilfe in Anspruch zu nehmen – etwa bei Hausärztin oder Hausarzt, bei Beratungsstellen oder dem Krisendienst Unterfranken. Auch das Umfeld beeinflusst unsere inneren Stimmen. Erwartungen von außen, unausgesprochene Rollenbilder oder Beziehungsmuster mischen mit in unseren Selbstgesprächen. Als soziale Wesen leben wir ständig in Interaktion mit anderen. „Andere Menschen haben andere Meinungen, Wünsche und Gedanken. Ganz basal lernen wir das schon als Kinder. Aber auch als Erwachsene sollten wir der ‚Theory of Mind‘, also unserer Fähigkeit uns vorzustellen, dass andere anders denken und fühlen, immer wieder eine extra Einheit Aufmerksamkeit schenken“, rät Lena Diefenbach. So könnten wir auf Erwartungen anderer besser reagieren, unsere eigenen Erwartungen anpassen und hilfreicher interagieren. Und wenn es einmal zu viel wird? Grübelstopp-Signale, Atemübungen oder Bewegung können helfen, aus dem inneren Gedanken-Karussell auszusteigen. Wer allerdings Stimmen hört, die sich nicht mehr als innerer Dialog erkennen lassen, sollte ärztliche Hilfe aufsuchen. Die Fachärztin betont: „Erst wenn ein innerer Dialog nicht mehr als solcher erkannt werden kann, wenn unerschütterliche Überzeugungen entstehen, die keinen Realitätsabgleich mehr zulassen, spricht man zum Beispiel von wahnhaften Symp­tomen.“ Doch ganz gleich, ob leises Zweifeln oder lautstarke Kritik: Unsere inneren Stimmen wollen etwas kundtun. „Ob sie zum Freund oder zum Feind werden, hängt vom Kontext ab, in dem wir diese Stimmen wahrnehmen.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hunger nach Kontakt</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/hunger-nach-kontakt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 22:01:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=19081</guid>

					<description><![CDATA[Einsamkeit kann so schlimm wie Hunger sein, was auf einer Sache beruht, die durch Magnetresonanztomografie erkennbar wird. „Beide negativen Gefühle werden in ähnlichen Hirnregionen aktiviert“, erläutert Neurowissenschaftlerin Grit Hein von der Universität Würzburg. Eindeutig belegt wurde dies auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die Forscherin Rebecca Saxe vom Department of Brain and Cognitive Sciences am [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19083" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19083" class="size-medium wp-image-19083" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/03/Grit_Hein-218x145.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-19083" class="wp-caption-text">©privat</p></div>
<p>Einsamkeit kann so schlimm wie Hunger sein, was auf einer Sache beruht, die durch Magnetresonanztomografie erkennbar wird. „Beide negativen Gefühle werden in ähnlichen Hirnregionen aktiviert“, erläutert Neurowissenschaftlerin Grit Hein von der Universität Würzburg. Eindeutig belegt wurde dies auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die Forscherin Rebecca Saxe vom Department of Brain and Cognitive Sciences am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Prof. Hein forscht seit Langem zur Bedeutung sozialer Interaktion. Kontakte mit netten Menschen, sagt die Leiterin des Forschungsschwerpunkts „Translationale Soziale Neurowissenschaften“ an der Universitätsklinik für Psychiatrie, können sogar Schmerzen und Angst bekämpfen. Ein<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mangel</strong></p>
<p>an sozialen Kontakten wiederum könne tatsächlich so schmerzhaft erlebt werden wie Hunger. Das, was die Kolleginnen und Kollegen um Forscherin Rebecca Saxe am MIT herausgefunden haben, passe von daher gut zu ihren eigenen Ergebnissen: „Das menschliche Bedürfnis, dazuzugehören, ist wirklich sehr essenziell.“ In ihren Veröffentlichungen weist Hein immer wieder darauf hin, dass man die Erkenntnisse von Forscherinnen und Forschern, die sich mit der Bedeutung sozialer Kontakte befassen, im Sinne der Gesundheit der Menschen noch besser einsetzen und nutzen sollte. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie abträglich es für Menschen ist, wenn sie Kontakte massiv einschränken müssen. Vor allem an Kindern sei dies bis heute deutlich zu sehen. Doch es gebe laut Hein auch einen positiven Effekt der Corona-Krise: Forschungen über die psychosoziale Bedeutung von zwischenmenschlichen Interaktionen hätten nach ihren Beobachtungen seither an Relevanz gewonnen. In Würzburg untersucht die Professorin aktuell unter anderem, welche Bedeutung das soziale Umfeld auf klinisch relevante Schmerzsyndrome hat, etwa bei einer Neuropathie nach Einnahme des Arzneimittels Bortezomib. Dabei interessiert sie sich auch für die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raus aus dem Teufelskreis!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/raus-aus-dem-teufelskreis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 07:50:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=18244</guid>

					<description><![CDATA[Ein Mensch ist suchtkrank. Familie, Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen wollen helfen. Das ehrt sie. Doch wer es gut meint, ist nicht immer gut beraten. Es kann eine Co-Abhängigkeit entstehen. „Mit dem Begriff wird, im engeren Sinne, das besondere Verhalten von Angehörigen gegenüber einer suchtkranken Person bezeichnet“, erklärt Dr. Notker Zorn, Oberarzt im [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18246" style="width: 249px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18246" class="size-medium wp-image-18246" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-239x300.png" alt="" width="239" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-239x300.png 239w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-817x1024.png 817w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-1225x1536.png 1225w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-1633x2048.png 1633w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/10/N.-Zorn-v3-218x273.png 218w" sizes="auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px" /><p id="caption-attachment-18246" class="wp-caption-text">©F. Jacob</p></div>
<p>Ein Mensch ist suchtkrank. Familie, Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen wollen helfen. Das ehrt sie. Doch wer es gut meint, ist nicht immer gut beraten. Es kann eine Co-Abhängigkeit entstehen. „Mit dem Begriff wird, im engeren Sinne, das besondere Verhalten von Angehörigen gegenüber einer suchtkranken Person bezeichnet“, erklärt Dr. Notker Zorn, Oberarzt im Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. „Co-Abhängige unterstützen, bewusst oder unbewusst, die Sucht.“ Dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zufolge könne dies auf unterschiedliche Weise geschehen: So würden Ausreden erfunden, weshalb die erkrankte Person nicht zur Arbeit erschienen ist. Oder der Konsum werde vor Bekannten entschuldigt. „Manche Co-Abhängige geben auch Geld, um auf diese Weise zu besänftigen“, so der Experte. Es entstehe ein Teufelskreis. Denn obgleich sie selbst darunter leiden, würden Co-Abhängige über lange Zeit das Verhalten der suchtkranken Person decken und ertragen. Dr. Zorn nennt hier unter anderem unangemessene Forderungen des Suchtkranken, Ungeduld, emotionale Ausbrüche bis hin zu körperlicher Gewalt. „Langfristig hält dieses Verhalten den Konsum und die Co-­Abhängigkeit aufrecht.“ Verhaltenstherapeutisch gesehen wirke die Co-Abhängigkeit wie ein Verstärker. „Indem ich dem Abhängigkeitskranken behilflich bin, bestätigte ich ihn in seinem Verhalten.“ Dies führe gerade nicht dazu, dass der Abhängigkeitskranke versucht, die Sucht eigenständig zu bewältigen. „Es fehlt der richtige Anreiz.“ Dem Facharzt zufolge gebe es Hinweise darauf, dass manche Menschen besonders anfällig dafür sind, sich co-abhängig zu verhalten. Gerade wer unter allen Umständen helfen möchte, neige dazu – „helfen stabilisiert den Selbstwert“. Doch: „Angehörige von Suchtkranken fühlen sich oft überfordert und stehen der Suchterkrankung zumeist ohnmächtig gegenüber“, erklärt Dr. Zorn. „Angehörige versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bringen – oftmals so lang, bis sie selbst erschöpfen. Manch einer bekommt Kopfschmerzen und Schlafstörungen, ein anderer flieht selbst in den Konsum.“ Doch was kann man tun, wenn man bemerkt, dass man als nahestehende Person der abhängigen Person mehr schadet als nutzt? Und wie aus einer Co-Abhängigkeit wieder herauskommen? Der erste Schritt sei, sich selbst zu beobachten: „Wie sehr nehme ich teil an der Suchterkrankung? Inwieweit habe ich mich verändert, inwieweit richte ich mein Verhalten an der suchtkranken Person aus? Fühle ich mich körperlich und psychisch noch stabil oder bemerke ich, dass ich erschöpfe? Dann ist es höchste Zeit dafür, dass ich mir helfen lasse“, fasst der Arzt zusammen. Unterstützung bieten Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen. Diese sind nicht nur Anlaufstellen für die erkrankte Person, sondern auch für deren Angehörige. Dr. Zorn appelliert: „Nicht mehr nach außen den ‚schönen Schein‘ wahren, sondern sich informieren und offen über Sucht sprechen – das befreit! Wichtig ist es, sich seiner eigenen Verantwortung bewusst zu werden und sich zu sagen: Ich selbst bin nicht schuld an der Erkrankung eines anderen Menschen“, sagt Dr. Zorn. „Ich bin in erster Linie für mich und meine eigene Gesundheit verantwortlich und darf, ja muss zunächst einmal für mich selbst sorgen.“ Wer bemerke, dass die eigenen Grenzen erreicht sind, tue gut daran, dem Suchtkranken dies deutlich zu sagen und ihn an Fachleute zu verweisen. „Ich darf mir Hilfe holen, vor allem aber darf ich klare Grenzen setzen, wenn meine eigenen Kräfte (und vielleicht auch meine finanziellen Mittel) zu erschöpfen drohen.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie generiere ich Glück?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wie-generiere-ich-glueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 06:59:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=17702</guid>

					<description><![CDATA[„Ein Augenblick hat nichts mit Zeit zu tun. Ein Augenblick ist Ewigkeit. Damit ist nicht die Dauer gemeint, sondern das Erleben, dass dies, was jetzt geschieht, zutiefst wahr und sinnerfüllt ist“, sagt Doris Zöllis, evangelische Theologin und Zen-Meisterin der Zen-Linie Leere Wolke am Benediktushof in Holzkirchen. Glück ist flüchtig und versuchen wir es festzuhalten, sagt [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-17703" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-213x300.jpg" alt="" width="213" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-213x300.jpg 213w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-729x1024.jpg 729w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-1093x1536.jpg 1093w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-1457x2048.jpg 1457w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212-218x306.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/glueck-rezepte-fuer-mehr-lebensfreude-pressphoto-2022-05-24-130212.jpg 1819w" sizes="auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px" />„Ein Augenblick hat nichts mit Zeit zu tun. Ein Augenblick ist Ewigkeit. Damit ist nicht die Dauer gemeint, sondern das Erleben, dass dies, was jetzt geschieht, zutiefst wahr und sinnerfüllt ist“, sagt Doris Zöllis, evangelische Theologin und Zen-Meisterin der Zen-Linie Leere Wolke am Benediktushof in Holzkirchen. Glück ist flüchtig und versuchen wir es festzuhalten, sagt es sich los. Glück ist eine Momentaufnahme. Dennoch ist Glück keine Glückssache, davon ist zumindest Autorin Evi Wagner überzeugt. In ihrem Buch „Rezepte für mehr Lebensfreude“ erzählt sie vom Glück im Alltag, das ein heißes Bad oder auch nur eine Tasse Kaffee in netter Gesellschaft sein kann, von Glücklich-Machern wie der Freundschaft, der Neugierde, der Musik, der Langeweile oder der Pause. Und davon, wie man Glück lernen kann, etwa durch Optimismus, den man an den Tag legt, oder indem man Erlebnisse sammelt statt Produkte kauft. Glücksgefühle ließen sich auch durch Freude, etwas zu verpassen, generieren, so Wagner, durch Unperfektsein oder einfach, indem man den Augenblick genießt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Menschen lebensmüde werden</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wenn-menschen-lebensmuede-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 16:58:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=17697</guid>

					<description><![CDATA[2022 haben sich täglich fast 28 Menschen das Leben genommen.1 Im Vergleich: Sieben sind durch einen Verkehrsunfall und fünf durch Drogenkonsum gestorben. Damit ist klar, bei der Suizidprävention besteht Handlungsbedarf. Doch wie erkennt man, dass ein Mensch mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen? „Betroffene sind meist eingeengt auf den Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_17700" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-17700" class="size-medium wp-image-17700" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-1024x681.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-1536x1022.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-2048x1362.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2024/04/ZornJacob3-218x145.jpg 218w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-17700" class="wp-caption-text">Dr. Notker Zorn und Dr. Titus Jacob©F. Jacob</p></div>
<p>2022 haben sich täglich fast 28 Menschen das Leben genommen.<sup>1</sup> Im Vergleich: Sieben sind durch einen Verkehrsunfall und fünf durch Drogenkonsum gestorben. Damit ist klar, bei der Suizidprävention besteht Handlungsbedarf. Doch wie erkennt man, dass ein Mensch mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen? „Betroffene sind meist eingeengt auf den Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, und äußern es auch“, wissen die beiden Oberärzte im Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, Dr. Notker Zorn und Dr. Titus Jacob. Den Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie zufolge gebe es aber Abstufungen: „Manche:r denkt ab und an daran, nicht mehr leben zu wollen, ein:e andere:r hat Überlegungen, wie sie:er sich umbringen könnte, wieder ein:e andere:r hat bereits einen konkreten Plan.“ Wichtig sei es, solche Äußerungen ernst zu nehmen und nicht nach dem Motto zu verfahren: „Hunde, die bellen, beißen nicht.“<span class="Apple-converted-space">  </span>Natürlich gebe es auch diejenigen, die den festen Entschluss hätten, einen Suizid zu begehen, und nicht darüber sprechen wollten. Die meisten Suizide, nämlich 90 Prozent, aber fänden im Rahmen einer psychischen Erkrankung statt, etwa einer Depression, einer Abhängigkeitserkrankung oder einer Psychose. Hier sei es wichtig, auf Veränderung von Stimmung und Verhalten zu achten. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Betroffenen zu helfen“, betonen Dr. Zorn, Oberarzt der Forensischen Klinik, und Dr. Jacob, Oberarzt der Kriseninterventionsstation. Wer sich mit Suizidgedanken trage, könne sich an seinen Hausarzt wenden. Im Notfall sei auch jederzeit die Aufnahme in einer psychiatrischen Klinik möglich. Darüber hinaus würden weitere Hilfsangebote wie kirchliche Träger oder der Unterfränkische Krisendienst existieren. „Wer sich überfordert fühlt, einem Betroffenen zu helfen, sollte ihn:sie auf die entsprechenden Angebote aufmerksam machen und unter Umständen auch bei der Inanspruchnahme unterstützen.“ Das Suizidrisiko sei ihnen zufolge von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählten: männliches Geschlecht, höheres Lebensalter, Suizidversuche in der Vergangenheit, Einsamkeit, psychische und schwere körperliche Erkrankungen. „Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto höher die Gefahr.“ Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist mittlerweile auch das Internet. Kann Selbstmordgedanken durch Mobbing in sozialen Netzwerken entgegengesteuert werden? Laut den Wernecker Experten gilt: „Die eigenen Gefühle ernst nehmen und sich helfen lassen!“ Wer sich in sozialen Netzwerken gemobbt fühlt, der sollte sich, zumindest vorübergehend, von dort zurückziehen. Doch wie steht es um ältere Menschen? Destatis zufolge habe das Durchschnittsalter der Männer, die sich umbrachten, im Jahr 2022 bei 60,3 Jahren gelegen. Frauen seien zum Zeitpunkt des Suizids im Schnitt 61,9 Jahre alt gewesen. Dr. Zorn und Dr. Jacob erklären dies mit dem Auftreten von körperlichen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Frühere Interessen oder Lieblingsbeschäftigungen könnten unter Umständen nicht mehr ausgeübt werden, hinzu käme oft ein Verlust sozialer Kontakte. Dieser sogenannte „Verstärker-Verlust“ begünstige das Entstehen einer Depression, das Leben werde zunehmend als nicht mehr lebenswert empfunden. In ihrem klinischen Alltag pflegten sie einen behutsamen Umgang mit Patient:innen, die sich das Leben nehmen wollen. „Zunächst einmal bewerten wir das Suizidrisiko“, so die beiden Ärzte. „Ob jemand bereits versucht hat, sich das Leben zu nehmen, spielt bei der Bewertung eine Rolle, ist aber nicht das einzige Kriterium.“ Je nach Schwere der Erkrankung finde die Behandlung auf einer beschützenden oder einer offen geführten Station statt. Die Möglichkeit, Ausgang wahrzunehmen, werde hier individuell festgelegt, zum Beispiel nur zeitlich begrenzt und in Begleitung. „Neben stützenden Gesprächen werden Ergo- und Sporttherapie, seelsorgerische Begleitung und Psychopharmakotherapie (angstlösende Mittel, Antidepressiva) angeboten.“ Grundsätzlich sei die Behandlung individuell zugeschnitten, sie richte sich nach der Schwere der Erkrankung, den Bedürfnissen, Erwartungen und Fähigkeiten des:der ­Patient:in. Und wie sieht ihnen zufolge erfolgreiche Suizidprävention aus? „Unabhängig vom Alter spielt Aufklärung eine große Rolle“, betonen beide. Psychische Erkrankungen im Allgemeinen seien immer noch ein Tabuthema, viele Betroffene fühlten sich stigmatisiert und trauten sich daher nicht, Hilfe anzunehmen. „Je offener wir in unserer Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen und Suizidalität umgehen, desto besser werden wir Betroffenen helfen können.“ Mit Blick auf ältere Menschen stellen sie zudem das Thema Kontaktpflege in den Vordergrund. Außerdem sollten Senior:innen so weit wie möglich aktiv bleiben. „Aktivität und Geselligkeit stärken unsere Gesundheit ganz wesentlich, körperlich wie psychisch. Dafür kann jede:r etwas tun!“</p>
<p><i>Quelle: <sup>1 </sup>www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html</i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
