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	<title>Ökonomie &amp; Fürsorge &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Persönliche Beratung als Herzstück!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/persoenliche-beratung-als-herzstueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 06:02:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn das Rezept eingelöst werden muss oder Fragen zu einem neuen Medikament auftauchen, ist die Apotheke oft die erste Anlaufstelle. Doch ihre Bedeutung wächst. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem Menschen Beratung, Prävention und schnelle Hilfe erhalten – wohnortnah, persönlich und ohne lange Wartezeiten. Die neue Apothekenreform greift diese Entwicklung auf und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_20797" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-20797" class="size-medium wp-image-20797" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/img_4248-Kopie-218x145.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-20797" class="wp-caption-text">©Stefan Mahler</p></div>
<p>Wenn das Rezept eingelöst werden muss oder Fragen zu einem neuen Medikament auftauchen, ist die Apotheke oft die erste Anlaufstelle. Doch ihre Bedeutung wächst. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem Menschen Beratung, Prävention und schnelle Hilfe erhalten – wohnortnah, persönlich und ohne lange Wartezeiten. Die neue Apothekenreform greift diese Entwicklung auf und erweitert die Möglichkeiten der Apotheken. Für Patientinnen und Patienten kann das ein echter Gewinn sein. „Im Gesundheitswesen kann es keinen Stillstand geben“, sagt Dr. Michael Sax, Inhaber der Stern- und Theater Apotheke in Würzburg. „Die Anforderungen der Menschen ändern sich genauso wie die Arbeitswelten in den Gesundheitsberufen.“ Für ihn sind Veränderungen deshalb grundsätzlich positiv – vorausgesetzt, sie verbessern die Versorgung und entstehen nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander. „Nur im Schulterschluss mit der Ärzteschaft können wir die Versorgung sinnvoll weiterentwickeln.“ Schon heute leisten Apotheken deutlich mehr als die Abgabe von Medikamenten. Sie prüfen Wechselwirkungen, beraten zu Nebenwirkungen und unterstützen bei Lieferengpässen. Mit der Reform kommen weitere Aufgaben hinzu: Nach entsprechender Qualifikation können Apotheken zum Beispiel zusätzliche Impfungen anbieten. Das Ziel ist, den Zugang zur medizinischen Versorgung einfacher zu machen und gleichzeitig Arztpraxen dort zu entlasten, wo es sinnvoll ist. Nicht jede neue Aufgabe bewertet Dr. Sax jedoch gleichermaßen positiv. Gerade bei Blutentnahmen sieht er Grenzen. „Wir Apotheker sind keine Diagnostiker“, sagt er. Eine solche Leistung erfordere geeignete Räumlichkeiten, technische Ausstattung und vor allem speziell geschultes Personal. Erst wenn bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards geschaffen seien, könne man verantwortungsvoll über eine Umsetzung nachdenken. Ein konkreter Vorteil der Reform ist dagegen die sogenannte Anschlussversorgung. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt und beispielsweise im Urlaub feststellt, dass die Tabletten zu Hause liegen geblieben sind, kann künftig unter bestimmten Voraussetzungen einmalig die kleinste verfügbare Packung direkt in der Apotheke erhalten. „Die Apotheke darf dann unbürokratisch aushelfen“, erklärt der Apotheker. Das ersetze zwar nicht den Besuch bei der Ärztin oder beim Arzt, verhindere aber, dass wichtige Therapien unterbrochen werden. Auch bei Lieferengpässen, die viele Menschen in den vergangenen Jahren erlebt haben, erhalten Apotheken mehr Handlungsspielraum. Ist ein verordnetes Präparat nicht verfügbar, können Apothekerinnen und Apotheker ein gleichwertiges Arzneimittel auswählen. „Diese Verantwortung tragen wir schon lange“, sagt Dr. Sax. Die neuen Regelungen schaffen vor allem mehr Rechtssicherheit und bauen unnötige Bürokratie ab. Trotz aller Neuerungen bleibt für Dr. Sax eines unverändert: Die persönliche Beratung ist und bleibt das Herzstück jeder Apotheke. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft wünschen sich viele Menschen einen kompetenten Ansprechpartner, der zuhört, Fragen verständlich beantwortet und Orientierung gibt. Moderne Apotheken könnten genau diese Rolle übernehmen – als Gesundheitslotsen, die Patientinnen und Patienten begleiten und ihnen helfen, sich im immer komplexeren Gesundheitssystem zurechtzufinden. Ob sich alle Reformelemente in der Praxis bewähren, wird die Zukunft zeigen. Für Dr. Sax steht jedoch fest: Moderne Gesundheitsversorgung funktioniert nur gemeinsam. „Veränderungen sind eine Chance, Dinge zu strukturieren und mitzugestalten“, sagt er. Entscheidend sei, dass Ärztinnen, Ärzte und Apotheken ihre jeweiligen Stärken einbringen – damit Patientinnen und Patienten am Ende von einer besseren, schnelleren und wohnortnahen Versorgung profitieren.</p>
<p><span style="color: #938289;"><strong>Das Interview mit Apotheker Dr. Michael Sax führte Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury.</strong></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vertrauen ist die Basis von allem</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/vertrauen-ist-die-basis-von-allem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 03:37:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Beziehung zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient ist ein zentraler Baustein der medizinischen Versorgung. Sie basiert auf Vertrauen, Empathie und klaren Grenzen. Eine offene Kommunikation fördert nachweislich die sogenannte Compliance (Therapietreue) und damit den Behandlungserfolg. Vom Ärztlichen Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg, Professor Maximilian Rudert, wollte die Lebenslinie wissen: Wie muss die Beziehung zwischen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_20793" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-20793" class="size-medium wp-image-20793" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/10/Rudert_Portrait_IngoPeters-218x145.jpg 218w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-20793" class="wp-caption-text">©Ingo Peters</p></div>
<p>Die Beziehung zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient ist ein zentraler Baustein der medizinischen Versorgung. Sie basiert auf Vertrauen, Empathie und klaren Grenzen. Eine offene Kommunikation fördert nachweislich die sogenannte Compliance (Therapietreue) und damit den Behandlungserfolg. Vom Ärztlichen Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg, Professor Maximilian Rudert, wollte die Lebenslinie wissen: <span style="color: #aa969e;"><strong><i>Wie muss die Beziehung zwischen Ärztin und Arzt und Patientin und Patient aussehen, damit Heilung gelingt?</i></strong></span></p>
<p>Maximilian Rudert (MR): „Prinzipiell ist die Beziehung zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient bidirektional, also keine Einbahnstraße. Sie geht erst einmal von der Patientin oder dem Patienten zur Ärztin und zum Arzt. Das bedeutet, sie und er muss zuhören und aufnehmen können. Dazu gehört, die Bedürfnisse, Probleme und Ängste der Patientinnen und Patienten ernst zu nehmen. Dadurch entsteht Vertrauen.“</p>
<p><i>Lebenslinie (LL): <strong><span style="color: #aa969e;">Die Arzt-Patienten-Beziehung ist von Natur aus asymmetrisch. Wie kann dennoch das Selbstbestimmungsrecht der Patientin oder des Patienten gewährleistet werden?</span></strong></i></p>
<p>MR: „Genau deshalb ist Vertrauen so wichtig. Die Aufgabe der Ärztin und des Arztes besteht darin, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln und die Patientin und den Patienten in die Lage zu versetzen, informierte Entscheidungen zu treffen. Selbstbestimmung bedeutet nicht, dass Patientinnen und Patienten alles wissen müssen, sondern dass sie auf einer guten Beratungsgrundlage entscheiden können.“</p>
<p><i>LL: <strong><span style="color: #aa969e;">Wie hat sich im Laufe der Zeit das Verhältnis verändert?<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></i><i></i></p>
<p>MR: „Früher war die Medizin stark autoritär und paternalistisch geprägt: Die Ärztin und der Arzt hat entschieden, die Patientin und der Patient musste folgen. Fragen waren nicht gewünscht. Heute verstehen wir die Beziehung als Partnerschaft. Patientinnen und Patienten informieren sich selbst, möchten mitentscheiden. Gleichzeitig ist die Medizin komplexer geworden. Gerade deshalb gewinnt eine vertrauensvolle Kommunikation an Bedeutung.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>LL:<span style="color: #aa969e;"><strong> Vertrauen als wichtiger Baustein im Verhältnis zu Patientinnen und Patienten. Was müssen Ärztinnen und Ärzte leisten, damit ihnen Vertrauen entgegengebracht wird?</strong></span></i><i></i></p>
<p>MR: „Vertrauen entsteht durch Kompetenz und Ehrlichkeit. Patientinnen und Patienten erwarten eine fachlich einwandfreie Bewertung und Behandlung, ebenso Offenheit im Umgang mit Chancen und Risiken. Wer Unsicherheiten nicht verschweigt und nachvollziehbar begründet, warum eine bestimmte Therapie empfohlen wird, kann Vertrauen stärken. Vertrauen beruht aber auf Gegenseitigkeit. Geht es auf beiden oder auch nur auf einer Seite verloren, ist eine erfolgreiche Weiterbehandlung nicht mehr sinnvoll oder gar unmöglich. Hier sollten sich auch Wege wieder trennen.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>LL: <strong><span style="color: #aa969e;">Die neue Gesundheitsreform mit ihren Einsparmaßnahmen verunsichert die Menschen. Wie kann man Betroffenen die Angst nehmen, schlechter versorgt zu werden?</span></strong></i></p>
<p>MR: „Dafür fehlt mir ehrlich gesagt die Fantasie. Das Gesundheitssystem, wie es sich bis heute entwickelt hat, ist so nicht mehr finanzierbar. Es gibt also nur die Möglichkeit, einzuschränken, um Kosten zu sparen oder mehr dafür zu bezahlen. Einschränkungen bedeuten aber nicht gleich, dass man als Patientin oder Patient schlechter versorgt wird, nur mit weniger Mitteln. Unser Gesundheitssystem ist ein Solidarsystem. Kosten entstehen auf vielen Ebenen. Etwa auch durch Hilfsmittel, die man eigentlich nicht braucht, Medikamente, die dann nicht eingenommen werden oder verlängerte Liegezeiten im Krankenhaus aus rein sozialer Indikation. Dadurch geht Geld verloren, dass anderswo sinnvoll eingesetzt werden könnte. Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen bedeutet Solidarität, verantwortungsvoll mit den Möglichkeiten des Gesundheitssystems umzugehen. Jeder und Jede muss sich fragen, ob er oder sie das wirklich tun.“ <i></i></p>
<p><i>Fotos: Prof. Rudert , ©depositphotos.com: @alexraths, @monkeybusiness, @sweet_tomato</i></p>
<p><strong><span style="color: #aa969e;">Das Interview mit dem Ärztlichen Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg führte Lebenslinie Chefredakteurin Susanna Khoury.</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leben ist keine Ware!</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/leben-ist-keine-ware/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 09:08:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Missio-Geburtsstation (Klinikum Würzburg Mitte, KWM) kommen jedes Jahr über 2.000 Kinder zur Welt. Der Rekord lag 2021 bei fast 2.500 Geburten &#8211; mehr als in jeder anderen Klinik der Region. Erst 2021 wurde mit Fördermitteln des Bundes in Höhe von 3,5 Millionen Euro die Missio-Geburtshilfe durch einen Sectio-OP und einen Kreißsaal mit Nebenräumen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_20189" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-20189" class="size-medium wp-image-20189" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-300x264.jpg" alt="" width="300" height="264" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-300x264.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-1024x901.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-1536x1352.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-2048x1802.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-218x192.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/Landrat-Thomas-Eberth-©Schmelz-Fotodesign-110x96.jpg 110w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-20189" class="wp-caption-text">©Norbert Schmelz</p></div>
<p>Auf der Missio-Geburtsstation (Klinikum Würzburg Mitte, KWM) kommen jedes Jahr über 2.000 Kinder zur Welt. Der Rekord lag 2021 bei fast 2.500 Geburten &#8211; mehr als in jeder anderen Klinik der Region. Erst 2021 wurde mit Fördermitteln des Bundes in Höhe von 3,5 Millionen Euro die Missio-Geburtshilfe durch einen Sectio-OP und einen Kreißsaal mit Nebenräumen in einem zweigeschossigen ­Anbau erweitert. Seit letztem Jahr gibt es neben dem ärztlich geleiteten Kreißsaal das neue und in der Folge stark frequentierte Angebot, in einem hebammengeleiteten Kreißsaal zu entbinden. Hört sich alles nach einer Erfolgsgeschichte an, die es ja auch ist! Nur wirtschaftlich gesehen nicht. Die Missio-Geburtsstation fährt rund 2,8 Millionen Euro Defizit im Jahr ein. Und so stand kürzlich ihre Schließung im Raum, da der Träger, die Juliusspitalstiftung, das Defizit nicht mehr schultern könne. Im Lebenslinie-Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Würzburg, Thomas Eberth, räumt dieser offen ein, dass auch er – wie viele andere, etwa die Stadt Würzburg – beim ersten Hilferuf des KWM zur Missio-Geburtsstation im Jahr 2024 abgewinkt habe. „Klinikfinanzierung ist Aufgabe des Bundes und der Kassen, nicht der Kommunen!“ Als sich die Situation um die Missio-Geburtshilfe 2025 verschärfte und eine schnelle Umsetzung der Lauterbach’schen Krankenhausreform durch die neue Regierung – also in den nächsten zwei bis drei Jahren – nicht absehbar war, ergriff er die Initiative: Er berief runde Tische ein und prüfte die Landkreisordnung. „Diese besagt nämlich, dass Landkreise und kreisfreie Städte im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit etwa für Kliniken und Hebammenvorsorge zuständig sind“, so Eberth. In der Folge gab es noch viele Diskussionen, viele runde Tische und Streitgespräche. „Am Ende wurde am 15. Dezember 2025 einstimmig im Kreistag beschlossen, zwei Tage später auch im Stadtrat, dass die kommunalen Gebietskörperschaften (die Landkreise Würzburg und Main-Spessart und die Stadt Würzburg) gemessen an der Anzahl ihrer Geburten prozentual das Defizit der Missio-Geburtsstation tragen, sprich insgesamt rund 1,8 Millionen Euro“, berichtet der Landrat. „Die Landkreise haben sich für die nächsten drei Jahre verpflichtet hier in die ‚Bütt‘ zu gehen, die Stadt zunächst nur für 2026“, so Thomas Eberth. „Die Debatte, ob wir die Geburtsstation des Klinikums Würzburg Mitte retten, war keine einfache – weder im Stadtrat noch im Kreistag. Am Schluss hat das Argument gesiegt: Es geht hier um unsere Frauen und unsere Familien, und die können sonst nirgendwo hin. Meine Kinder wurden auch im Missio geboren. Und wir müssen eigentlich jedem, der ­heutzutage ein Kind kriegen möchte, sagen: Wir legen dir nicht nur υ υ  einen, sondern zwei rote Teppiche aus. Denn Kinder sind unsere Zukunft“, so der Landrat. „Wir investieren als Gemeinden Millionen für eine Kleinkindbetreuung, für eine Drei- bis Sechs-Regelbetreuung, wir investieren Millionen in Schulen und Horte, in Mittagsbetreuung, in Freizeitangebote &#8230; Und die Geburt wollen wir sterben lassen? Was für grotesker Unsinn! Aus diesem Grund fördern wir jetzt die Missio-Geburtsstation, weil wir jedes Kind dringend brauchen!“ Die Entscheidung, betonen alle Seiten, sei eine Überbrückungshilfe, kein Strukturversprechen. „Wir sind sowohl mit Judith Gerlach in Bayern als auch mit Nina Wagen in Berlin im Austausch, sodass es mit der Geburtshilfe im KWM auch nach den drei Jahren weitergeht“, betont Eberth. Jurist und Philosoph Professor Heribert Prantl hielt beim Ethiktag 2024 im Würzburger Uniklinikum ein feuriges Plädoyer für ein menschenzentriertes Gesundheitswesen und gegen eine „Verbetriebswirtschaftlichung“ der Medizin (Lebenslinie berichtete 2024/1). Er mahnte an, dass auf allen Ebenen „Rationalisierung statt Ratio“ um sich greife, alles am Lineal der Ökonomie gemessen werde und König Midas Repräsentant unserer Zeit sei. Leben dürfe nicht zur Ware, geschweige denn auf dem Altar der Rentabilität geopfert werden. Die Debatte um die Missio-Geburtsstation wurde hier zum Prüfstein für Solidarität und Daseinsvorsorge in Unterfranken. Zum Glück hat in diesem Fall die Ratio gesiegt!<i></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwimmende Stadt</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/schwimmende-stadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 09:07:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20294</guid>

					<description><![CDATA[Wird das Wohnen der Zukunft sich auf den Weltmeeren abspielen? Es sieht vielerorts so aus &#8230; Die Malediven, Südkorea und Japan haben bereits konkrete Pläne für schwimmende Städte. „Maledives Floating City“ soll 2027 an den Start gehen. Und das Projekt aus Japan, „Dogen City“ 2030. Gerade Inselstaaten oder Städte in Küstennähe sehen im stetigen Anstieg [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wird das Wohnen der Zukunft sich auf den Weltmeeren abspielen? Es sieht vielerorts so aus &#8230; Die Malediven, Südkorea und Japan haben bereits konkrete Pläne für schwimmende Städte. „Maledives Floating City“ soll 2027 an den Start gehen. Und das Projekt aus Japan, „Dogen City“ 2030. Gerade Inselstaaten oder Städte in Küstennähe sehen im stetigen Anstieg des Meeresspiegels ihre Existenz bedroht. Weltweite Forschungen prognostizieren bis 2050 Pegel von voraussichtlich weiteren 30 Zentimetern. Der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung führen nicht nur zu einer thermischen Ausdehnung des Wassers, sondern auch zu einer nie dagewesenen Schmelze des vermeintlich „Ewigen Eises“. Die japanische Firma N-Ark plant „Dogen City“ als bewohnbaren Ring von knapp 1,6 Kilometern Durchmessern sowie einem Umfang von über vier Kilometern mit Raum für rund 10.000 Menschen. Innerhalb des Rings befindet sich „autonom schwimmende Architektur“. Diese soll „eine flexible Neukonfiguration städtischer Funktionen ermöglichen“, so die Designer.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das Herzstück von „Dogen City“ soll eine „Medizinstadt“ unterhalb des Meeresspiegels werden, wo auch ein hochmodernes Forschungs- und IT-Zentrum seinen Platz finden soll. Tagesaktuelle Diagnosen bis hin zu gentechnischen Analysen der digital vernetzten Bewohnerinnen und Bewohner sei das erklärte Ziel der hochmodernen „Unterwasserwelt“. Fortgeschrittene medizinische Versorgung, Medikamentenentwicklung und Roboterchirurgie werden im geplanten Datacenter implementiert sein. Und dieses medizinische Angebot soll dann, so die Entwicklerinnen und Entwickler, nicht nur Bewohnerinnen und Bewohnern von „Dogen City“ zur Verfügung stehen, sondern allen Interessierten, die das gerne in Anspruch nehmen wollen (und es sich leisten können). Wenn das wahr wird, könnte Japans schwimmende Stadt bald zur ersten Adresse für Medizintourismus werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neu: Obdachlosen-Ambulanz</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/neu-obdachlosen-ambulanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 04:29:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=20191</guid>

					<description><![CDATA[Auf Initiative von Zahnärztin Dr. Andrea Behr und Apothekerin Sonja Buchberger gibt es seit Kurzem ein niederschwelliges zahnärztliches Hilfsangebot für Menschen, die auf der Straße leben. Form hat die Idee der Obdachlosen-Ambulanz angenommen, als der Arbeitersamariterbund Schweinfurt einen ausrangierten Krankentransportwagen, der „erst 20.000 Kilometer drauf hatte“, zur Verfügung stellte, die Christopherus Gesellschaft sich beteiligte und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Initiative von Zahnärztin Dr. Andrea Behr und Apothekerin Sonja Buchberger gibt es seit Kurzem ein niederschwelliges zahnärztliches Hilfsangebot für Menschen, die auf der Straße leben. Form hat die Idee der Obdachlosen-Ambulanz angenommen, als der Arbeitersamariterbund Schweinfurt einen ausrangierten Krankentransportwagen, der „erst 20.000 Kilometer drauf hatte“, zur Verfügung stellte, die Christopherus Gesellschaft sich beteiligte und Dr. Guido Oster vom zahnärztlichen Bezirksverband Unterfranken dem Projekt seine Unterstützung zusagte. Dieser stellte eine komplette mobile Zahnarzt-Einheit zur Verfügung. Die für die Behandlung benötigten Medikamente sponsert Apothekerin Sonja Buchberger. Ihr Bruder, Dr. Christoph Buchberger von der Radiologie am Berliner Platz, stellte ein mobiles Röntgengerät zur Verfügung. Zunächst kommt der Bus jeden letzten Freitag im Monat vor die Würzburger Wärmestube in die Rüdigerstraße 2. Das Ziel sei es, dass dieser jeden Mittwoch und Freitag genutzt werden kann, so Dr. Behr. Ehrenamtlich behandelnde Ärztinnen und Ärzte zum Start der Obdachlosen-Ambulanz sind neben Zahnärztin Dr. Behr ihr Ehemann Dr. André Trojanski sowie Dr. Katharina Orlob und Dr. Marco Kellner. <i></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Versorgung und Verdrängung</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/zwischen-versorgung-und-verdraengung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 16:24:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=19627</guid>

					<description><![CDATA[Ob Halsschmerzen, ein Beratungsgespräch zu Nebenwirkungen von Arzneien oder ein Botendienst nach Hause – für viele Menschen ist die Apotheke um die Ecke ein vertrauter Anker im Alltag. Doch genau diese Institution steht unter Druck: Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ende 2024 waren es laut Bundesvereinigung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19629" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19629" class="size-medium wp-image-19629" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-1024x683.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-2048x1365.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/img_4248-218x145.jpg 218w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-19629" class="wp-caption-text">©Stefan Mahler</p></div>
<p>Ob Halsschmerzen, ein Beratungsgespräch zu Nebenwirkungen von Arzneien oder ein Botendienst nach Hause – für viele Menschen ist die Apotheke um die Ecke ein vertrauter Anker im Alltag. Doch genau diese Institution steht unter Druck: Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ende 2024 waren es laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) nur noch rund 17.000 Vor-Ort-Apotheken – ein Minus von über 16 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Der Inhaber der Theater- und der Stern-Apotheke in Würzburg, Dr. Michael Sax, bringt es auf den Punkt: „Wir sind an der Kapazitätsgrenze – wirtschaftlich, personell und strukturell.“ Der Grund sei vor allem die seit über 20 Jahren kaum angepasste Vergütung durch die Krankenkassen: „Für jede abgegebene Packung rezeptpflichtiger Medikamente erhalten Apotheken aktuell 8,35 Euro – unabhängig vom Preis oder Aufwand. Gleichzeitig steigen Mieten, Energiepreise und Personalkosten. Viele Betriebe kämpfen ums wirtschaftliche Überleben.“ Vor-Ort-Apotheken leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsversorgung: Sie beraten zu Risiken und Wechselwirkungen der Medikamente, erkennen Kontraindikationen, stellen individuelle Rezepturen her und sichern mit Not- und Nachtdiensten die Versorgung vor Ort – für ältere oder chronisch kranke Menschen ein unerlässlicher Mehrwert. Mit dem E-Rezept habe sich die Lage noch verschärft. Versandapotheken werben damit, E-Rezepte schnell per App zu schicken und am nächsten Tag die Medikamente zu erhalten. Diesen Wettbewerbsnachteil mahnt auch Dr. Sax an: „Nur als Lückenbüßer (für die Dienste, die eine ­Versandapotheke nicht leisten kann oder mag), funktionieren wir nicht.“ Auch die Bürokratie bindet Zeit. Laut Studien entfällt rund ein Drittel der Arbeitszeit in der Apotheke auf Verwaltung. Gesundheitsökonom Christian ­Hagist sieht in der Digitalisierung eine Lösung: „Sie kann Apotheken entlasten und zugleich die Versorgung verbessern.“ Es brauche ein neues Verständnis von Apothekenarbeit. Expertinnen und Experten fordern eine stärkere Einbindung in die Primärversorgung – Blutdruckmessungen, Impfberatungen oder Medikationsanalysen könnten in Apotheken durchgeführt werden. Diese Dienstleistungen würden nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch die Therapiesicherheit erhöhen. Apotheken selbst setzen verstärkt auf digitalen Service: Bestell-Apps und Onlineshops sollen den Alltag erleichtern – verbunden mit persönlicher Beratung. „Ein Chatbot kann keine echte Begegnung ersetzen“, sagt Dr. Sax. „Es fehlt an Empathie und der Bewertung des individuellen Problems der Patientinnen und Patienten, um eine optimale Lösung zu finden.“ Damit Apotheken überleben, brauche es faire Vergütung, weniger Bürokratie, gezielten Einsatz von Digitalisierung – und ein Bewusstsein in der Bevölkerung für ihren Mehrwert. Denn wenn die Apotheke um die Ecke verschwindet, geht mehr verloren als eine Medikamentenabgabestelle. Es verschwindet unwiederbringlich ein Stück Gesundheitskultur!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>,, Ich bin eine XY- Frau  ,,</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ich-bin-eine-xy-frau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 16:13:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[Frederike Bahm sieht aus wie jede andere Frau. Doch etwas unterscheidet sie von den meisten Frauen: Frederike ist eine sogenannte XY-Frau. Professor Martin Fassnacht, Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg erläutert: „Medizinisch gesprochen hat sie eine komplette Androgenresistenz. Das bedeutet: Obwohl ihr Körper äußerlich weiblich ist, trägt Frau Bahm in jeder Zelle ihres Körpers einen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Frederike Bahm sieht aus wie jede andere Frau. Doch etwas unterscheidet sie von den meisten Frauen: Frederike ist eine sogenannte XY-Frau. Professor Martin Fassnacht, Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg erläutert: „Medizinisch gesprochen hat sie eine komplette Androgenresistenz. Das bedeutet: Obwohl ihr Körper äußerlich weiblich ist, trägt Frau Bahm in jeder Zelle ihres Körpers einen männlichen Chromosomensatz – XY statt XX. Ursache ist eine Genveränderung auf dem X-Chromosom, die bewirkt, dass ihr Körper auf männliche Geschlechtshormone (Androgene) nicht reagiert. Als Folge bilden sich keine männlichen Geschlechtsmerkmale, sondern Vagina und äußere weibliche Merkmale. Diese Frauen haben aber keine Gebärmutter und keine Eierstöcke, sodass sie nur geringe Mengen an Östrogenen und Gestagenen produzieren und auch keine Periodenblutungen bekommen.“ „Ich habe es mit 16 erfahren“, erzählt Frederike. „Alle Freundinnen um mich herum bekamen ihre Tage. Ich nicht.“ Ihre Mutter, mit der sie über Sexualität kaum sprach, vertraute ihr schließlich das Familiengeheimnis an – auch ihre Schwester und Tante sind XY-Frauen. „Es war ein Schock. Ich fühlte mich alleine und wusste nicht damit umzugehen.“ Frederike habe früh gelernt, zu funktionieren. Und zu schweigen. Sie hatte Beziehungen, ohne je einem Mann zu sagen, wer und was sie wirklich ist. „Sex war oft unangenehm. Zwar habe ich mit 19 Jahren eine Hormonersatztherapie begonnen, aber trotzdem sind meine Schleimhäute im Intimbereich hormonell nicht optimal versorgt. Das hat oft zu Problemen und Schmerzen geführt.&#8220; Statt Ehrlichkeit wählte sie Schutz – durch kleine Notlügen. Heute ist vieles anders. Frederike habe gelernt, ihre Geschichte anzunehmen. Es sei ein langer Weg gewesen mit Scham, Isolation und Schweigen – aber hin zu Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Der Austausch mit anderen XY-Frauen, auch wenn er oft anonym bleibt, half ihr ebenso wie die gesellschaftliche Bewegung für Diversität und Sichtbarkeit. „Als mich eine gute Freundin bei der Geburt ihres Kindes dabeihaben wollte, war das ein Geschenk. Ich kann keine Kinder bekommen, und dass ich bei diesem intimen Moment dabei sein durfte, damit ich es auch einmal erlebe, bedeutet mir viel.“ Frederike würde sich eine Welt wünschen, in der Menschen mit körperlichen Besonderheiten nicht schweigen müssen. „Es braucht Aufklärung und Offenheit. Damit junge intersexuelle Menschen so wie ich nicht glauben, sie seien falsch oder weniger Frau. Diversität solle nicht nur ein politisches Schlagwort, sondern gelebte Realität sein.“</p>
<div id="attachment_19621" style="width: 371px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19621" class="wp-image-19621 " src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-17-um-18.14.03.png" alt="" width="361" height="696" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-17-um-18.14.03.png 646w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-17-um-18.14.03-156x300.png 156w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-17-um-18.14.03-531x1024.png 531w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-17-um-18.14.03-218x420.png 218w" sizes="auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px" /><p id="caption-attachment-19621" class="wp-caption-text">Illustrationen: ©Sabine Trost</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Was, wenn bei uns Krieg wäre?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/was-wenn-bei-uns-krieg-waere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 16:09:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[„Als ein Land, das die wichtigste Drehscheibe der Nato ist, müssten wir im Kriegsfall mit Angriffen auf kritische Infrastruktur und Militärtransporte rechnen&#8220;, sagt Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe  (BBK) im Interview mit der Zeit. Verteidigung ist eine Gesamtaufgabe, hier ist nicht nur die Bundeswehr gefragt, sondern auch die zivile Seite, hier [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Als ein Land, das die wichtigste Drehscheibe der Nato ist, müssten wir im Kriegsfall mit Angriffen auf kritische Infrastruktur und Militärtransporte rechnen&#8220;, sagt Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe<span class="Apple-converted-space">  </span>(BBK) im Interview mit der Zeit. Verteidigung ist eine Gesamtaufgabe, hier ist nicht nur die Bundeswehr gefragt, sondern auch die zivile Seite, hier allen voran der Bevölkerungsschutz. Auch, wenn wir alle hoffen, dass das Worst-Case-Szenario in Deutschland nie eintrifft, gewappnet dafür sollten wir sein. Lebenslinie-Chefredakteurin Susanna Khoury hat sich dazu mit Thomas Witzel, unter anderem zuständig für den Bevölkerungsschutz bei den Würzburger Johannitern, unterhalten.</p>
<p><strong><i>Lebenslinie (LL):<span class="Apple-converted-space">  </span>Im Rahmenkonzept Medizinische Task Force des BBK sind auch die Johanniter aufgeführt. Wie stellt sich die Abteilung Bevölkerungsschutz der Würzburger Johanniter auf so ein Ereignis ein?</i></strong><i></i></p>
<p>Thomas Witzel (TW): „Die Johanniter in Würzburg sind als Teil des Bevölkerungsschutzes von Stadt und Landkreis Würzburg bereits heute mit verschiedenen Einheiten aktiv eingebunden. Aktuell erwarten wir zudem die Auslieferung eines Mannschaftstransportwagens ‚Dekon Führung‘ sowie eines Gerätewagens ‚Dekon Erstversorgung‘, die uns vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Fahrzeugen stellen wir zukünftig einen Teil der Dekontaminationseinheit der Medizinischen Task Force (MTF). Parallel dazu engagieren wir uns mit unseren selbst finanzierten Einheiten in der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr und im Katastrophen- und Zivilschutz.“</p>
<p><strong><i>LL: Wie viele Mitarbeitende stehen hier im Ernstfall zu Verfügung und aus welchen Berufsgruppen setzen sie sich zusammen?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Im Regionalverband Unterfranken, zu dem Würzburg gehört, sind rund 1.100 Mitarbeitende beschäftigt – darunter Rettungsdienstmitarbeitende, Pflegekräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Mitarbeitende im Fahrdienst. Ergänzt wird unser Team durch etwa 150 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die im Bevölkerungsschutz eine tragende Rolle spielen. Sie sind in Schnell-Einsatz-Gruppen (SEGs), im Sanitätsdienst, in der Technik oder im Bereich Information und Kommunikation aktiv.“</p>
<p><strong><i>LL: Für welchen Bereich wären die Johanniter im Ernstfall zuständig?</i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Unsere Einsatzschwerpunkte im Krisenfall liegen unter anderem in der medizinischen Erstversorgung, im Transport von Verletzten, in der Dekontamination sowie in der Lageaufklärung durch unsere Drohneneinheit. Wir stellen in Stadt und Landkreis Würzburg unter anderen zwei SEG Transport, eine SEG Behandlung sowie eine SEG Information und Kommunikation. Diese Einheiten sind modular einsetzbar – je nach Lagebild und Bedarf.“</p>
<p><strong><i>LL: Wie wird so ein Szenario trainiert?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Unsere Einsatzkräfte nehmen regelmäßig an Übungen teil – sowohl intern als auch im Rahmen regionaler und überregionaler Katastrophenschutzübungen. Dabei werden unterschiedliche Szenarien trainiert, darunter auch Lagen mit chemischen, biologischen oder radiologischen Gefahren (ABC-Lagen). Die Zusammenarbeit mit regionalen Kliniken, anderen Rettungsdiensten und Behörden ist fester Bestandteil dieser Übungen. Zudem verfügen wir über mobiles Material für den Aufbau von Behandlungs- und Sichtungsplätzen in Zelten.“</p>
<p><strong><i>LL: Wer übernimmt die Gesamtkoordination für Würzburg im Falle eines solchen Großschadensereignisses?</i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Je nach Art und Ausmaß des Ereignisses liegt die Gesamtkoordination bei der jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden, die sich im Einsatzfall vorausbenannter örtlicher Einsatz- und Sanitätseinsatzleitungen bedient, bestehend aus leitendem Notarzt und organisatorischem Leiter Retttungsdienst.“</p>
<p><strong><i>LL: Wie würde die Bevölkerung im Ernstfall informiert, etwa auch die ältere ohne Smartphones?</i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Neben digitalen Warnsystemen wie Nina, Katwarn oder Cell Broadcast setzt man auch auf klassische Wege der Bevölkerungsinformation. Dazu gehören Lautsprecherdurchsagen, Aushänge an zentralen Stellen, Radiodurchsagen sowie die Information über Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste. Unsere SEG Information und Kommunikation kann dabei auch unterstützend tätig werden, um Informationen gezielt zu verteilen.“</p>
<p><strong><i>LL: Immer wieder steht zu lesen, die Bevölkerung soll sich eine Notreserve aus Lebensmitteln und anderen Utensilien, etwa auch Bargeld, zuhause anlegen. Ist das sinnvoll? Wenn ja, was sollte diese Notreserve beinhalten?</i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Ja, das ist absolut sinnvoll. Im Krisenfall kann es zu kurzfristigen Versorgungsengpässen kommen etwa durch Stromausfall, unterbrochene Lieferketten oder eingeschränkte Mobilität. Empfohlen wird eine Vorratshaltung für etwa zehn Tage. Dazu gehören: Trinkwasser (mindestens zwei Liter pro υ υ­Person und Tag), haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Batterien, Taschenlampe, Kurbelradio, wichtige Dokumente, Bargeld und gegebenfalls ein Gaskocher oder andere alternative Kochmöglichkeiten. Wir Johanniter bieten hierfür ein kostenloses Online-Seminar „Sicherheit, Vorsorge und Erste Hilfe in außerordentlichen Notlagen“ und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat hierfür einen sehr guten Ratgeber veröffentlicht.“</p>
<p><strong><i>LL: Gut 500 Milliarden Euro will der Bund in den Ausbau der Infrastruktur stecken. Davon soll auch eine große Summe in den Zivilschutz fließen. Wo müsste etwa bei den Johannitern in Würzburg noch dringend beim Bevölkerungsschutz nachgerüstet werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong><i></i></p>
<p>TW: „Wir Johanniter investieren derzeit bayernweit in die Härtung unserer Strukturen im Krisenfall. Um in Krisen bestmöglich helfen zu können, bedeutet das vor allen Dingen in die Resilienz unseres haupt- und ehrenamtlichen Personals zu investieren. Im Bereich unserer Ehrenamtlichen muss es nun endlich zur Helfergleichstellung kommen. In der Freizeit ist die Masse an Aus- und Fortbildungen kaum mehr zu bewältigen.“ <i>sky</i><i></i></p>
<p><i>Fotos: ©Susanna Khoury, ©Regina Rodegra (Die Aufnahmen entstanden bei einer Übung für ein Großschadensereignis. Es handelt sich nicht um wirkliche Verletzte.), ©depositphotos.com: @Veneratio,<br />
@amudsen</i></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Siegel für KI-Modelle</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/siegel-fuer-ki-modelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 15:48:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[Künstliche Intelligenz (KI) hält mehr und mehr Einzug in die Medizin. Die ersten lernende Systeme sind assistierend schon im Einsatz. In Bälde werden noch mehr KI-Modelle erwartet, die selbständig Daten abfragen und bei ärztlichen Entscheidungsprozessen unterstützen. Doch wie können wir sicher sein, dass die KI in diesem sensiblen Bereich wahrheitsgemäß, vertrauenswürdig und transparent arbeitet? Dieser [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Künstliche Intelligenz (KI) hält mehr und mehr Einzug in die Medizin. Die ersten lernende Systeme sind assistierend schon im Einsatz. In Bälde werden noch mehr KI-Modelle erwartet, die selbständig Daten abfragen und bei ärztlichen Entscheidungsprozessen unterstützen. Doch wie können wir sicher sein, dass die KI in diesem sensiblen Bereich wahrheitsgemäß, vertrauenswürdig und transparent arbeitet? Dieser Frage widmete sich die Internationale Konferenz „CARS“ (Computer Assisted Radiology and Surgery), im Sommer in Berlin. Ziel einer eigens zusammengestellten Arbeitsgruppe, sei es, eine Art „Pass“ für KI-Modelle und KI-betriebene Medizinprodukte zu entwickeln. „Mit diesem MIC-Siegel (Model Identity Certificate) können Modelle dann ausweisen, dass sie vertrauenswürdig sind“, sagt CARS-Organisator Professor Dr. Heinz Lemke. Unbedenklich eingesetzt können die zertifizierten Modelle dann etwa um individuelle Behandlungspläne zu entwickeln und die Wirksamkeit von Chemotherapien zu erhöhen. Ebenso können sie intelligenten Operations-Robotern „assistieren“, die den Chirurginnen und Chirurgen auf Basis präziser 3-D-Bilder während des Eingriffs Hinweise geben, wie Tumore sicher entfernt werden können.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hohe Kosten bei schwachen Ergebnissen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/hohe-kosten-bei-schwachen-ergebnissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 15:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökonomie & Fürsorge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lebenslinie-magazin.de/?p=19594</guid>

					<description><![CDATA[Trotz der dritthöchsten pro-Kopf-Gesundheitsausgaben innerhalb der OECD schneidet Deutschland bei Gesundheitsindikatoren schlechter ab als viele europäische Länder. Eine Studie unter Leitung von Prof. Dr. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie1 sieht im Wesentlichen drei Hauptprobleme: fehlende zentrale Steuerung, die Konzentration auf nachsorgende Reparaturmedizin statt Prävention und den Einfluss wirtschaftlicher Lobbys. Föderale Strukturen erschwerten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Trotz der dritthöchsten pro-Kopf-Gesundheitsausgaben innerhalb der OECD schneidet Deutschland bei Gesundheitsindikatoren schlechter ab als viele europäische Länder. Eine Studie unter Leitung von Prof. Dr. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie1 sieht im Wesentlichen drei Hauptprobleme: fehlende zentrale Steuerung, die Konzentration auf nachsorgende Reparaturmedizin statt Prävention und den Einfluss wirtschaftlicher Lobbys. Föderale Strukturen erschwerten zudem koordinierte Maßnahmen, wie etwa die Erhebung flächendeckender Gesundheitsdaten. Das zeigte auch die Corona-Pandemie. Die Autoren der Studie fordern eine nationale und systematische Public-Health-Strategie, stärkere Prävention und Regulierung kommerzieller Interessen, etwa der Tabakindustrie. Ohne grundlegende Reformen drohten nicht nur schlechtere Gesundheitszustände, sondern auch weiter steigende Kosten. Deutschland könne sich diese Entwicklung weder gesundheitlich noch wirtschaftlich leisten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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