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	<title>Sprache &amp; Kultur &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Nähe, Vertrauen &#038; Resonanz</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/naehe-vertrauen-resonanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:35:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Martin Beyer über Geschichten spricht, geht es ihm in erster Linie nicht um Literaturbetrieb oder Dramaturgie. Es geht um Situationen, in denen Sprache versagt. „Ganz am Anfang stehen persönliche Erfahrungen“, sagt er im Gespräch mit der Lebenslinie. „Da fehlen die Worte, fehlt der Rahmen, man wird davon überfallen.“ Er erinnert sich insbesondere an eine [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-20332 alignleft" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-184x300.jpg" alt="" width="184" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-184x300.jpg 184w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-627x1024.jpg 627w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-941x1536.jpg 941w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-1254x2048.jpg 1254w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-218x356.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-scaled.jpg 1568w" sizes="(max-width: 184px) 100vw, 184px" />Wenn Martin Beyer über Geschichten spricht, geht es ihm in erster Linie nicht um Literaturbetrieb oder Dramaturgie. Es geht um Situationen, in denen Sprache versagt. „Ganz am Anfang stehen persönliche Erfahrungen“, sagt er im Gespräch mit der Lebenslinie. „Da fehlen die Worte, fehlt der Rahmen, man wird davon überfallen.“ Er erinnert sich insbesondere an eine Situation, in der innerhalb des eigenen Umfelds eine Krebserkrankung Thema wurde. Aus der daraus resultierenden Sprachlosigkeit entstand sein neues Buch „11 ist eine gerade Zahl“. „Es ist ein dunkel schimmernder, aber zugleich auch hoffnungsvoller Roman über eine besondere Mutter-Tochter-Bindung“, so Beyer. „Katja, alleinerziehende Lehrerin, ringt mit Angst und Schuld, während ihre 14-jährige Tochter Paula damit fertigwerden muss, dass eine schwere Krankheit zurückgekehrt ist – sie ist an einem Osteosarkom, einer seltenen Krebsart erkrankt.“ Vor und nach einer Operation schenkt die Mutter ihrer Tochter und sich selbst Halt mit einer märchenhaften Erzählung über einen Fuchs, ein Mädchen und einen Schatten – „eine Hommage an die Kraft der Fantasie und des Erzählens in der Tradition der Geschichten aus ‚Tausendundeiner Nacht‘.“ Das Erzählen schafft Nähe, Struktur und einen Raum, in dem Angst, Schuld und Hoffnung einen Ausdruck finden. Gleichzeitig verbindet der Roman eine nüchterne Krankenhauswirklichkeit mit einer poetischen Erzählebene und zeigt, wie Geschichten helfen können, eine existenzielle Krise gemeinsam zu tragen. Auch für Beyer ist das Buch weniger Ergebnis als Prozess. Er bezeichnet das Schreiben als einen Weg, sich dem Unaussprechlichen zu nähern. „Damit versuche ich Zimmer wieder aufzuschließen, die ich eigentlich abgesperrt habe.“ Zentral ist dabei für ihn das Erzählen selbst. „Für mich ist die heilsame Kraft der Geschichten immer stärker spürbar geworden“, sagt Beyer. Diese Kraft habe gerade nichts mit Verdrängung zu tun. „Natürlich dürfen Geschichten auch eine Flucht sein. Aber sie können auch ganz unbewusst Bilder und Worte für etwas schaffen, das vorher sprachlos war.“ Um dieser Wirkung näherzukommen, suchte der Autor den Kontakt zur Praxis. Er besuchte die Kinderklinik des Universitätsklinikums Erlangen, sprach mit Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen. Auch pädagogische Expertise holte er ein. „Der stellvertretende Klinikdirektor und Abteilungsleiter der Onkologie und Hämatologie, Professor Dr. Markus Metzler, hat sich viel Zeit genommen“, erinnert er sich. Besonders prägend war für ihn der Austausch mit Marion Müller, der pädagogischen Leiterin des Hauses und ausgebildeten Märchenerzählerin. Nicht nur sie habe ihn darin bestätigt, dass nicht nur Kinder auf Kraftquellen wie den Teddy oder eben auch Märchen zurückgreifen. Für Beyer wirkt das Erzählen in beide Richtungen. „Sowohl das Geschichten-Erzählen als auch das Zuhören“, sagt er. „Beides hat eine Kraft.“ Vielleicht liegt darin die leise Stärke dieses Buches. Nicht in dem, was es erzählt, sondern in dem, was es ermöglicht: Nähe, Vertrauen, Resonanz. Oder, wie Beyer es formuliert: „Dass man sich nicht allein fühlt.“</p>
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		<title>Buch zum Fest</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/buch-zum-fest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:33:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hell ist die Nacht“ hieß eine außergewöhnliche musiktheatralische Installation beim Würzburger Mozartfest, erstmals aufgeführt 2024, wiederholt 2025. Zu Recht wurde dieses Projekt im letzten Jahr mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Nun erinnert ein Buch an diese zutiefst beeindruckende Produktion. Das Besondere dabei war der Ort, das Kloster der Erlöserschwestern in Würzburg, wo im Keller, am [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-20394 alignleft" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-227x300.webp" alt="" width="227" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-227x300.webp 227w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-774x1024.webp 774w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-1160x1536.webp 1160w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-1547x2048.webp 1547w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-218x289.webp 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-scaled.webp 1934w" sizes="(max-width: 227px) 100vw, 227px" />„Hell ist die Nacht“ hieß eine außergewöhnliche musiktheatralische Installation beim Würzburger Mozartfest, erstmals aufgeführt 2024, wiederholt 2025. Zu Recht wurde dieses Projekt im letzten Jahr mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Nun erinnert ein Buch an diese zutiefst beeindruckende Produktion. Das Besondere dabei war der Ort, das Kloster der Erlöserschwestern in Würzburg, wo im Keller, am 16. März 1945, wie durch ein Wunder neben 300 Klosterschwestern auch 200 Soldaten und Zivilisten aus der Umgebung die Zerstörung in der Bombennacht überlebten. Daran erinnerte die von Regisseur Max Koch erfundene szenische Handlung um zwei Liebende, die durch das Inferno des Kriegs auseinandergerissen werden. Sie singen und spielen ihre fiktive Geschichte. Mitspielerinnen waren auch vier Ordensschwestern und die Örtlichkeit des Klosters, begonnen im ehemaligen Speisesaal unter neblig-düsterem Licht; von dort führte die Erinnerungsreise das Publikum weiter in die historische Küche, danach ging es die enge Treppe hinunter, bis man um weitere Ecken und Nischen im niedrigen Luftschutzkeller ankam. Überall erklang Musik aus vier Jahrhunderten, mal am Klavier, mal durch ein Streichquartett, mal durch Gesang, und auch Gedichte und Zeitzeugenberichte über diese schreckliche Nacht wurden gelesen. All diese Eindrücke bewahrt die großzügige Buch-Dokumentation. Durch die eher „unfarbigen“, manchmal unscharfen Fotos, auf denen dunkle Töne dominieren, die sparsam verteilten Texte ergibt sich eine fast meditative Ausstrahlung auf 107 Seiten. Das Buch, publiziert vom Verlag „Theater der Zeit“, kostet 20 Euro.</p>
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		<title>Mitgemeint gleich mitgedacht?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/mitgemeint-gleich-mitgedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:01:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Das generische Maskulinum wird meist mit Männern assoziiert, auch wenn betont wird, dass alle Geschlechter gemeint sind. Das zeigt eine Studie der Universität Würzburg1: Erst wenn das generische Maskulinum mit Informationen ergänzt wird, die die geschlechtsgemischte Zusammensetzung einer Gruppe verdeutlichen (etwa „Kleider und Anzüge“ statt lediglich „Kleidung“), verschwindet die „männliche Verzerrung“. „Das bloße Wissen über [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Das generische Maskulinum wird meist mit Männern assoziiert, auch wenn betont wird, dass alle Geschlechter gemeint sind. Das zeigt eine Studie der Universität Würzburg1: Erst wenn das generische Maskulinum mit Informationen ergänzt wird, die die geschlechtsgemischte Zusammensetzung einer Gruppe verdeutlichen (etwa „Kleider und Anzüge“ statt lediglich „Kleidung“), verschwindet die „männliche Verzerrung“. „Das bloße Wissen über die generische Bedeutung reicht also nicht aus, um asymmetrische Geschlechterrepräsentationen auszugleichen“, lautet das Fazit der Autoren. Ihrer Meinung nach sei ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden psychologischen Prozesse entscheidend, um die laufende wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte voranzubringen.</p>
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		<title>Was, wenn wir einfach singen?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/was-wenn-wir-einfach-singen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 05:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Zweimal pro Woche kommt eine Musikschullehrkraft für 20 Minuten in den laufenden Unterricht der Leonhard-Frank-Grundschule in Würzburg. Die Stunde wird kurz unterbrochen und der Klassenraum verwandelt sich in einen Ort für gemeinsames Singen und rhythmische Bewegung. Schon nach wenigen Wochen reagierten die Kinder aufmerksam, sangen sicher nach den Zeichen der Lehrkraft, wiederholten Rhythmen präzise und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Zweimal pro Woche kommt eine Musikschullehrkraft für 20 Minuten in den laufenden Unterricht der Leonhard-Frank-Grundschule in Würzburg. Die Stunde wird kurz unterbrochen und der Klassenraum verwandelt sich in einen Ort für gemeinsames Singen und rhythmische Bewegung. Schon nach wenigen Wochen reagierten die Kinder aufmerksam, sangen sicher nach den Zeichen der Lehrkraft, wiederholten Rhythmen präzise und bewegten sich erstaunlich geschlossen als Gruppe. Die gemeinsamen Lieder schafften eine niedrigschwellige Möglichkeit, Sprachkompetenz aufzubauen und alle in der Klassengemeinschaft zu verankern, so die Initiatoren. Musik wird zum verbindenden Element. Besonders auffällig: Nach der Sing-Pause die Kinder ruhiger und fokussierter in den weiteren Unterricht, ein Effekt, der aus anderen Standorten in Deutschland auch berichtet wird. Die Sing- und Musikschule Würzburg plant im Frühjahr eine erste schulische Evaluation. Eine Fortführung über das Pilotjahr hinaus ist dann vor allem eine Frage der Finanzierung. Die Kosten für das aktuelle Würzburger Startjahr werden durch die 10.000-Euro-Förderung der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp getragen.</p>
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		<title>Ein geliebter Mensch, verliert sein Ich</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ein-geliebter-mensch-verliert-sein-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist schrecklich, wenn sich das Verhalten der Partnerin oder des des Partners, der Mutter oder des Vaters allmählich verändert. Wenn Fähigkeiten nachlassen. Desorientierung einsetzt. Dass dies ängstigt, daraus macht Sarah Straub keinen Hehl. Doch sei es möglich, mit dieser Angst umzugehen, sagt die Demenzexpertin und Liedermacherin, die mit ihrem Bühnenprogramm „Lebensmut trot(z) Demenz“ am [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schrecklich, wenn sich das Verhalten der Partnerin oder des des Partners, der Mutter oder des Vaters allmählich verändert. Wenn Fähigkeiten nachlassen. Desorientierung einsetzt. Dass dies ängstigt, daraus macht Sarah Straub keinen Hehl. Doch sei es möglich, mit dieser Angst umzugehen, sagt die Demenzexpertin und Liedermacherin, die mit ihrem Bühnenprogramm „Lebensmut trot(z) Demenz“ am 24. April in Bad Brückenau und am 11. September in Kitzingen auftritt. Leicht könnte man sagen, dass alles nur eine Sache der Haltung wäre. Der inneren Einstellung. Leicht sei es, zu sagen, dass man doch „das Beste aus der Situation machen“ sollte. Menschen mit demenzkranken Angehörigen wissen: Das ist nicht leicht, es ist unglaublich schwer. Auch Sarah Straub weiß das. Von 2012 bis 2022 pflegte sie ihren an Demenz erkrankten Schwiegervater. Davor hatte sie sich um ihre demenziell veränderte Großmutter gekümmert. In einer Ulmer Spezialsprechstunde hat sie es mit ungewöhnlich früh an Demenz erkrankten Menschen und ihren Familien zu tun. Bei ihrer 90-minütigen Konzert-Lesung erzählt Straub von ihren persönlichen Erfahrungen in der eigenen Familie und ihrem Beruf. Zwischendurch liest sie aus dem im August 2025 erschienenen Buch „Lebensmut trot(z) Demenz” aus Biografien Betroffener vor. Und sie singt selbstgeschriebene Lieder, die mit Demenz zu tun haben. Demenz sei ein Thema, das normalerweise bei leichterer Konversation ausgespart bleibt, weil es nicht so „gesellschaftsfähig“ ist: Da verliert ein Mensch, den man liebt, allmählich sein Ich! „Dass sich Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, ist mein Ziel”, sagt Straub. Dieses Ziel erreicht sie durch ihre sehr spezielle Art, das Thema aufzubereiten, spielend. Gerade das Interesse an ihrem neuen Bühnenprogramm ist enorm. Bis Ende 2026 wird sie damit auf Tour sein. 80 Auftritte sind geplant. Das Wirkliche ohne Verschönerung so darzustellen, wie es ist, gleichzeitig aber auch Mut zu machen, das ist ein ungeheures Kunststück. Ihr gelingt das immer wieder. Wobei sie es nicht dabei bewenden lässt, ihre positiven, mutmachenden Erfahrungen mit Demenzkranken künstlerisch weiterzugeben und sich auf den Stand der Dinge in Sachen Demenzforschung zu halten. Das würde nicht reichen: „Ich bin auch mit der Politik in Kontakt.“ Alles, was sie erlebt und erfährt, gerade auch im Nachgang von Auftritten, wenn sie regelmäßig neue Geschichten von Zuschauerinnen und Zuschauern geschildert bekommt, sammelt sie und trägt sie, sowie sich eine Gelegenheit ergibt, Politikerinnen und Politikern gegenüber vor. Pflegende Angehörige, betont die Musikerin aus Gundelfingen, müssten sehr viel besser unterstützt werden. Zwar gibt es viele Familien, eben davon erzählt ja ihr Bühnenprogramm, die gute Wege gefunden haben, mit Demenz umzugehen. Nicht wenige pflegende Angehörige jedoch sind dann, wenn die Partnerin oder der Partner ausgelitten hat, mangels ausreichender Unterstützung nach Jahren der Sorge und Pflege persönlich selbst am Ende und ausgebrannt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Das Potenzial von Fußtheater</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/das-potenzial-von-fusstheater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:24:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Füße, das sind Extremitäten, die man ganz selbstverständlich hat. Aber in deren Besitz man eigentlich gar nicht so richtig ist. Das Potenzial, das Füße bieten, wird von den wenigsten Menschen ausgenutzt. Das ist schade. Denn in Füßen steckt genauso viel Geschick und Gefühl wie in Händen. „Mit den Füßen kann man die Umwelt sensorisch genauso [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Füße, das sind Extremitäten, die man ganz selbstverständlich hat. Aber in deren Besitz man eigentlich gar nicht so richtig ist. Das Potenzial, das Füße bieten, wird von den wenigsten Menschen ausgenutzt. Das ist schade. Denn in Füßen steckt genauso viel Geschick und Gefühl wie in Händen. „Mit den Füßen kann man die Umwelt sensorisch genauso wahrnehmen“, bestätigt Fußtheater-Künstlerin Anne Klinge aus dem oberfränkischen Betzenstein. Klinge lässt Fußpuppen bei ihren Vorstellungen Geschichten erzählen, die emotional berühren. 30 Jahre ist es her, dass sie begann, mit ihren Füßen aufzutreten. Von Kindheit an, erzählt sie, hatten ihre Füße für sie eine besondere Bedeutung: „Ich bin im Wald in der Erdbebenforschungsstation meines Vaters aufgewachsen, da sind wir viel barfuß gelaufen.” Das Barfußgehen war angesagt, um Erschütterungen möglichst zu vermeiden. Auch noch als Studentin an der Uni Erlangen hatte Anne Klinge das Barfußlaufen praktiziert. In jenen Jahren frönte sie auch dem Hobby des Geräteturnens: „Beim Turnen sind Füße ebenfalls sehr wichtig.” Dass Füße eine so geringe Bedeutung haben, ist vor allem in unseren Breitenkreisen so. In anderen Regionen dieser Erde ist es weitaus selbstverständlicher, barfuß zu gehen. Durch ihr Fußtheater möchte sie nicht zuletzt dazu anregen, wieder mehr auf die Füße zu achten. Üben könne man dies dadurch, dass man barfuß achtsam über verschiedene Oberflächen läuft: „Man kann auch mal versuchen, mit den Füßen statt mit den Händen den Rücken der Partnerin oder des Partners zu massieren.“ Dazu braucht es keinerlei Übung. Das funktioniert besser, als gedacht. Aha-Effekte sind garantiert. Durch Contergan-Geschädigte ist bekannt, was alles mit den Füßen möglich ist: zeichnen, bügeln und putzen und sehr viel mehr. Klinge zeigt, wie gut Füße als Schauspieler taugen. „Wenn ich auf die Bühne gehe, funktioniere ich zuerst meine Füße zu Puppen um”, erklärt sie ihr choreografisches Konzept. Die Fußpuppen bekommen Nasen, Perücken und Kostüme. Dann erst geht es los mit dem eigentlichen Stück: „Und dann passieren durch die Fußpuppen sehr oft Dinge, die ich selbst gar nicht geplant habe.” Die Füße geben also den Takt an. Aus diesem Grund erlebt Anne Klinge jede ihrer Aufführungen so, als wäre sie die erste. Es ist mehr als eindrücklich, was die Oberfränkin mit ihren Füßen bewerkstelligt. Auf etlichen Festivals hat sie ihre Kunst schon vorgeführt. Mehrfach war sie auch schon im Würzburger „Theater Spielberg“ zu Gast.</p>
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		<title>Atemlos in hektischen Zeiten</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/atemlos-in-hektischen-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:21:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[So selbstverständlich ist es, zu atmen, dass sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber machen, in welche Bereiche das Phänomen „Atem“ alles hineinwirken kann. Dominique Dumais, Ballettdirektorin am Mainfranken Theater, stellte hierzu in letzter Zeit viele Überlegungen an. „Wir hatten die Thematik des Atems bereits bei ‘Eros’”, erzählt sie. In der neuen Produktion „Vox et spiritus”, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So selbstverständlich ist es, zu atmen, dass sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber machen, in welche Bereiche das Phänomen „Atem“ alles hineinwirken kann. Dominique Dumais, Ballettdirektorin am Mainfranken Theater, stellte hierzu in letzter Zeit viele Überlegungen an. „Wir hatten die Thematik des Atems bereits bei ‘Eros’”, erzählt sie. In der neuen Produktion „Vox et spiritus”, die am 25. April uraufgeführt wird, wird sie sich noch tiefer mit dem Phänomen „Atem“ befassen. Welche große seelische Bedeutung dem Atem zukommt, weiß man nicht zuletzt in der Psychotherapie und der Psychosomatik: Bei großem Stress oder sehr großer Aufregung kann es zu „Psychogener Atemnot” kommen. „Die Atmung hat einen großen Einfluss auf menschliche Emotionen, von Trauer, Wut und Angst bis hin zu Erleichterung und Freude”, bestätigt Dumais. Aber auch die künstlerische Inspiration basiere letztlich auf dem Atem: „Das lateinische ‚inspirare’ kann sowohl mit ‚einatmen’ als auch ‚göttlich inspiriert’ im Sinne einer ‚eingehauchten’ Idee verstanden werden.” „Vox et spiritus” wird dem Publikum vor allem tänzerische Impressionen zur Wechselwirkung von Bewegung und Atem präsentieren. Dabei kooperiert die Tanzkompanie mit dem Opernchor des Mainfranken Theaters. Wie leitet Atem Bewegungen und wie beeinflusst eine Bewegung den Atem? Solche Fragen beschäftigen die Ballettdirektorin in ihrer neuen Choreografie. Rücke man den Atem ins Zentrum, nehmen viele Bewegungen ihren Ursprung von der Körpermitte, von Brust und Zwerchfell aus, verdeutlicht sie. In Gruppennummern werde der Atem zum verbindenden Element: „Verfällt die Gruppe in einen Atem, verschmilzt sie zu einem Körper.” Mit Blick auf die Hektik und die negative Grundstimmung aktuell in der Gesellschaft komme dem Thema „Atem” in den Augen der Choreografin aber auch eine übergreifende, hochaktuelle Bedeutung zu. „Unser heutiger Alltag ist schnelllebig, alles ist beschleunigt, gehetzt, beruflich wie privat, aufgrund der heutigen Technik ist man zu jeder Tages- und Nachtzeit mit einem Fingertipp mit der ganzen Welt verbunden”, sagt sie. In der Sprache komme zum Ausdruck, wie viel dies mit dem Atem zu tun hat: „Man ist ‚atemlos’ aufgrund der hektischen Zeiten, man ‚hält den Atem an’ aufgrund aller Unsicherheiten, es ‚verschlägt einem den Atem’ mit jeder neuen, unheilvollen Nachricht.” Vor allem die Komposition von „Atem” und „Stimme” macht „Vox et spiritus” für Dominique Dumais gesellschaftlich so relevant. Die eigene Stimme, lateinisch „vox”, sei ein wichtiger Teil der Persönlichkeit. „Für eine demokratische Welt ist es ausschlaggebend, dass eines jeden Stimme gehört wird, und dass eine gemeinsame, verbindende Stimme eines Kollektivs erklingen kann”, betont sie. In der Tanzproduktion werde das erlebbar: „Das gemeinsame Atmen schafft Zusammenhalt, schafft das Gefühl eines einheitlichen Körpers des Chores ebenso wie des Tanzensembles.”</p>
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		<title>Theater am Puls der Psyche</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/theater-am-puls-der-psyche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 08:11:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Balladen, Rock, Familienkatastrophe – das klingt erstmal nach viel, und ist es auch. „Fast normal“, das neue Musical am Theater am Neunerplatz 2026, geht unter die Haut. Das preisgekrönte Stück von Tom Kitt und Brian Yorkey erzählt vom Leben mit einer bipolaren Störung. Im Mittelpunkt: Mutter Diana – mal himmelhochjauchzend, mal bodenlos erschöpft. Und dazwischen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Balladen, Rock, Familienkatastrophe – das klingt erstmal nach viel, und ist es auch. „Fast normal“, das neue Musical am Theater am Neunerplatz 2026, geht unter die Haut. Das preisgekrönte Stück von Tom Kitt und Brian Yorkey erzählt vom Leben mit einer bipolaren Störung. Im Mittelpunkt: Mutter Diana – mal himmelhochjauchzend, mal bodenlos erschöpft. Und dazwischen eine Familie, die versucht, nicht zu zerbrechen. „Es ist ein Stück, das auf ganz vielen Ebenen packt, angreift und mitnimmt. Aber am wichtigsten: Es schafft Awareness“, erklärt Niklas Kremer, der im Stück eine zentrale Rolle spielen wird, die ungewöhnliche Wahl. „Fast normal“ sei musikalisch wie inhaltlich ein Ausnahmefall. „Es hat so viele Wendungen. So etwas gibt es in dieser Art und Weise in keinem anderen Musical.“ Das Stück schaffe etwas Seltenes: Es unterhält – und erklärt. Psychische Erkrankung werde hier nicht versteckt, sondern beleuchtet. Unbequem ehrlich. Psychotherapeut Kay Khambatta, der im Musical die Rolle von Henry, dem Freund der Tochter Dianas, übernimmt, erklärt: „Eine bipolare Störung ist ein Wechsel zwischen außergewöhnlichen Stimmungslagen.“ Es gebe unterschiedliche Ausrichtungen. Bei Protagonistin Diana wechseln sich depressive Episoden, Phasen von Niedergeschlagenheit und tiefer Traurigkeit, mitunter Leere mit Episoden sehr gehobener Stimmung ab. Und in ihrem Fall kommt noch eine psychotische Ebene hinzu: Halluzinationen, Realitätsverlust, der Griff in andere Sphären. „Grundsätzlich kann eine solche Erkrankung jeden treffen“, betont Khambatta. Doch es gebe verschiedene Einflussfaktoren, biologischer, neurobiologischer oder psychosozialer Art. Was also tun? Eine medikamentöse Therapie sei dem Experten zufolge meist der erste Schritt – sogenannte Stimmungs-Stabilisierer sollen die Schwankungen abmildern. Doch die können auch Nebenwirkungen haben. „Ich fühle gar nichts mehr“, singt Diana in einem berührenden Moment. Ein Gefühl, so der Fachmann, das ebenso belastend sein könne wie wiederkehrende Höhen und Tiefen. Psychotherapie, Aufklärung, in schweren Fällen auch Elektrokrampftherapie (EKT), die einen temporären Gedächtnisverlust zur Folge haben könne – der Weg zur Besserung sei individuell. Und steinig. Und die Familie? Sie taumelt mit. Vater Dan, Tochter Natalie – alle kämpfen. Um Nähe, um Normalität. Oft vergeblich. Ganz so, wie oftmals auch im echten Leben. Die bittere Pille, dass es schnelle Lösungen nicht gibt und Ignoranz kein Mittel der Wahl ist, muss nicht nur der Vater schlucken, ebenso wie die Erkenntnis, dass Besserung teils drastische Schritte verlangen kann. Eine Songzeile bringt es schließlich auf den Punkt: „Ich bin das, was bleibt, wenn alles andere geheilt ist.“ Was bleibt, ist Erinnerung, oft auch Schmerz. Das ist okay. Das Ensemble am Neunerplatz nimmt sich bewusst eines Tabuthemas an. Warum? Weil es nicht offenkundig ist. Und der Umgang damit schwierig. Angehörige wollen helfen – und überfordern sich. Khambatta rät: „Erst die eigene Sauerstoffmaske aufsetzen.“ Abgrenzung sei kein Verrat, sondern Selbstschutz. Wie bereitet man sich auf so ein Stück vor? „Wir haben lange gesucht, bis wir eine Darstellerin gefunden haben, die dieser Rolle gewachsen ist – schauspielerisch und emotional“, so Regisseur Jonas Ehser, der im Stück Vater Dan spielt. Auch intern wird das Ensemble psychologisch beraten. Denn wer so ein Thema glaubwürdig auf die Bühne bringen will, muss es nicht nur spielen – sondern verstehen. Und das Publikum? „Ich wünsche mir, dass die Menschen ins Gespräch kommen“, sagt Niklas Kremer. Und vielleicht ist das die größte Stärke von „Fast normal“: Dass es zeigt, was sonst unsichtbar bleibt – und uns dabei (hoffentlich) ein bisschen näher zueinander bringt.<i></i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Grenzen und Freiräume</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/grenzen-und-freiraeume/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 07:59:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bereits im Frühjahr 2024 sorgte das Ballett „Eros“ für ekstatischen Jubel im Mainfranken Theater. Ab 18. Oktober werden die Stücke von Robert Glumbek und Dominique Dumais wiederaufgenommen. Das mehrteilige Tanzprogramm widmet sich einer der ursprünglichsten menschlichen Erfahrungen: der Liebe in all ihren Facetten – von Leidenschaft und Sehnsucht bis hin zu Harmonie und Konflikt. Die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits im Frühjahr 2024 sorgte das Ballett „Eros“ für ekstatischen</p>
<p>Jubel im Mainfranken Theater. Ab 18. Oktober werden die Stücke von Robert Glumbek und Dominique Dumais wiederaufgenommen. Das mehrteilige Tanzprogramm widmet sich einer der ursprünglichsten menschlichen Erfahrungen: der Liebe in all ihren Facetten – von Leidenschaft und Sehnsucht bis hin zu Harmonie und Konflikt. Die impressionistische Musik von Szymanowski, Debussy und Ravel begleitet die tänzerische Reise, die von mythischen Bildern inspiriert ist. Wie der Philosoph Platon beschreibt, ist Eros ein „Drang nach dem Schönen, Wahren und Guten“, ein Bindeglied zwischen Körper und Geist. Diese Idee greift die Inszenierung auf: Bewegungen der Planeten, Liebesgeschichten der Götter und das Aufeinandertreffen von Menschen verbinden sich zu einem vibrierenden Kaleidoskop der Emotionen. Doch was ist die Psychologie der Liebe? Darüber sprach die Lebenslinie mit Dr. Christoph Lehner, Chefarzt der Psychosomatischen Fachabteilung an der Steigerwaldklinik in Burgebrach. Seine Antwort führt in die Tiefe menschlicher Beziehungen: „Da gibt es zum einen die Freundschaft, bei der es um Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit geht – beide Aspekte gehören auch zur partnerschaftlichen Liebe. Es gibt jedoch noch eine weitere Komponente: das Lustvoll-Leidenschaftliche. Und ein Feuer.“ Liebe sei für ihn also ein Zusammenspiel aus Vertrauen, Treue und einem Funken, der die Verbindung lebendig hält. Die höchste Form der Liebe beschreibt er als ein Geschenk, das „bedingungslos“ ist. Doch warum suchen wir überhaupt nach einer „verlorenen Hälfte“? Dr. Lehner verknüpft diese Sehnsucht mit dem menschlichen Gefühl der Unvollkommenheit: „In anderen finden sich Eigenschaften, die man selbst nicht hat.“ Wie bei Platons Kugelmenschen-Mythos sei der Wunsch nach Ergänzung ein Antrieb, Beziehungen zu gestalten. Liebe sei also nicht nur ein Gefühl, sondern ein Katalysator für persönliches Wachstum. „Liebe heißt immer auch, dass ich ein gutes Verhältnis von Grenzen und Freiräumen habe.“ Liebe sei wie eine schützende Hand, die loslässt, uns erlaubt, eigene Wege zu gehen. Doch wer von seinem Partner erwartet, „repariert“ zu werden, gerate in eine Abhängigkeit, die selten glücklich endet. Stets Eitelsonnenschein ist aber auch nicht erstrebenswert. Konflikte sind auch in der Liebe unvermeidlich und sogar notwendig. Streit und Reibung schaffen Raum für Reflexion und Weiterentwicklung. Eine Liebe ohne Spannungen wäre statisch, während Reibung neue Impulse bringt – so wie Ravels „Boléro“ in „Eros“, der im Crescendo zu einer ekstatischen Wucht anwächst. Für Dr. Lehner liegt das Geheimnis stabiler Partnerschaften in der Balance: „Stellen Sie sich zwei Kreise vor. Das Idealbild wäre, dass diese eine gemeinsame Schnittstelle haben, aber beide noch genug Raum für sich übrig haben.“ Augenhöhe sei ebenfalls entscheidend: keine starren Machtspiele, sondern Kommunikation und gegenseitige Unterstützung. So wie im Ballett die Bewegungen von Nähe und Distanz ein Spiel aus Spannung und Harmonie ergeben, lebe auch Liebe von dieser Dynamik. Das Mainfranken Theater zeigt in Tanz und Musik, was Dr. Lehner beschreibt: Liebe ist ein lebendiger Prozess. Sie fordert uns heraus, sie lässt uns wachsen, sie verlangt nach Mut, Nähe und Eigenständigkeit. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Hörunterstützung im Bamberger Theater</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/hoerunterstuetzung-im-bamberger-theater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2025 16:04:01 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19612" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19612" class="size-medium wp-image-19612" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-300x198.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-1024x675.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-1536x1013.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-2048x1350.jpg 2048w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-218x144.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2025/10/ETA_Hoeranlage1-214x140.jpg 214w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-19612" class="wp-caption-text">©Dominik Huß</p></div>
<p style="font-weight: 400;">Das ETA Hoffmann Theater und die Bamberger Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte „OhrRing“ kooperieren ab sofort im Bereich der barrierefreien Hörunterstützung. Auf der Großen Bühne des Theaters ist ein modernes, WLAN-basiertes MobileConnect-System im Einsatz, das es ermöglicht, den Bühnenton über ein mobiles Endgerät das individuelle Hörvermögen anzupassen. Dafür stellt das Theater iPod Touchs, iPhones sowie hochwertige Kopfhörer und tragbare Induktionsschleifen zur Verfügung. Alternativ kann auch eigenes Equipment – Smartphone, Kopfhörer oder Induktionsschleifen – verwendet werden. Nutzerinnen und Nutzer können über eine intuitive Bedienoberfläche Klangprofil und Lautstärke individuell einstellen. Voraussetzung bei Nutzung der Induktionsschleife ist die Aktivierung der sogenannten T-Spule, was einmalig durch eine Hörakustikerin oder einen Hörakustiker erfolgen muss.</p>
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