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	<title>Sprache &amp; Kultur &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Musik als kleine Hausapotheke</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/musik-als-kleine-hausapotheke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 19:18:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Musik kann beruhigen oder in aufputschende Stimmung versetzen – je nachdem, was man sich anhört. Das habe auch Einfluss auf den Blutdruck, sagt Andreas Lehmann, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Würzburger Musikhochschule. Zwar seien die Effekte moderat. Dass jedoch langsame Musik zu einer Senkung des Blutdrucks führt, dafür gebe es nach seiner Aussage zuverlässige [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Musik kann beruhigen oder in aufputschende Stimmung versetzen – je nachdem, was man sich anhört. Das habe auch Einfluss auf den Blutdruck, sagt Andreas Lehmann, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Würzburger Musikhochschule. Zwar seien die Effekte moderat. Dass jedoch langsame Musik zu einer Senkung des Blutdrucks führt, dafür gebe es nach seiner Aussage zuverlässige Belege. Nach Informationen des Musikpsychologen spreche alles dafür, dass Musik in diesem Fall das parasympathische Nervensystem aktiviert, die Atemfrequenz herabsenkt und sowohl physiologischen als auch psychologischen Stress reduziert. „Dies kann direkt oder indirekt über die Reduktion etwa von Angst vor einer Operation erfolgen”, erläutert er. Bei aktivierender Musik sei der Effekt etwas weniger ausgeprägt: „Durch entgegengesetzte musikalische Strukturen kann hier die sympathische Aktivierung erhöht werden, womit auch eine Erhöhung des Blutdrucks einhergeht.” Unbedingt berücksichtigt werden müsse dem Professor zufolge jedoch, dass jeder Mensch mit der jeweiligen Musik, die gerade erklingt, ganz Unterschiedliches verbindet und dass Musik völlig unterschiedlich auf Hörende wirken kann. „Musik besitzt immer auch eine emotionale, affektive und eine auf die Biografie bezogene Komponente”, erläutert er. Die werde von den Hörgewohnheiten und der Bedeutung der gehörten Musik beeinflusst. So könne eine objektiv als beruhigend wirkende Melodie bei fehlender Präferenz für diese Art von Musik als störend oder aversiv empfunden werden: „Was wiederum zu Stress führt.” Ein Lied, bei dem sich der eine beruhigt, kann auf einen anderen also derart nervig wirken, dass dieser in Erregung gerät und sein Blutdruck steigt. „Umgekehrt kann eine schnelle Musik beruhigend wirken, weil sie mit einem positiven Erlebnis verbunden ist”, so<span class="Apple-converted-space">  </span>Professor Lehmann. Das individuelle Erleben von Musik gehe also über die reine Wirkung struktureller Parameter hinaus. „Eine persönlich geschätzte Musikauswahl mit aktivierender und beruhigender Musik kann auf jeden Fall durchaus eine Art kleiner Hausapotheke sein, die wissenschaftlich unterfüttert ist”, so sein Fazit. Beglückende oder traurige, beschwingte oder schwere Melodien können sich auch auf die Herzfrequenz auswirken, erläutert sein Kollege Professor Thomas Wosch, Leiter des Masterstudiengangs „Musiktherapie“ an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. „In der Musiktherapie und der Neurowissenschaft belegen Forschungsergebnisse die Regulation von Herzratenvariabilität bei erfolgreicher Musiktherapie für ambulante erwachsene Patientinnen und Patienten mit Depression“, erklärt er. Generell gebe es Belege für die Regulierung der Herzfrequenz beim Musikerleben und bei erfolgreicher Musiktherapie in der stationären Altenhilfe für Menschen mit Demenz. Gerade für Schwermütige wäre es sinnvoll, sich die Macht der Musik zunutze zu machen. Bei Depression, erläutert Professor Wosch, werde die Herzratenvariabilität reduziert. Improvisatorische Einzelmusiktherapie könne die Herzratenvariabilität erhöhen. Agitierte Seniorinnen und Senioren mit Demenz könnten sich hingegen beruhigen. „Neurowissenschaftliche Reviews zur Synchronisation menschlicher Vitaldaten wie der Herzfrequenz zeigen eine Synchronisation der Herzfrequenz mit musikalischem Rhythmus und insbesondere dem Tempo“, verdeutlicht der Musiktherapeut. <i></i></p>
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		<title>Music meets Medicine</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/music-meets-medicine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 19:18:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Stressig war der Job, überhaupt, den ganzen Tag über war es wieder eine Hetze gewesen. Wie schön, endlich nach Hause zu kommen, etwas Leckeres zu essen und dann in aller Ruhe Musik zu hören. Die meisten Menschen haben schon erlebt, wie wohltuend das sein kann. Doch Musik entspannt nicht nur. Sie fördert Gesundheit, Entwicklung und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stressig war der Job, überhaupt, den ganzen Tag über war es wieder eine Hetze gewesen. Wie schön, endlich nach Hause zu kommen, etwas Leckeres zu essen und dann in aller Ruhe Musik zu hören. Die meisten Menschen haben schon erlebt, wie wohltuend das sein kann. Doch Musik entspannt nicht nur. Sie fördert Gesundheit, Entwicklung und soziale Teilhabe. Wie sie das schafft, dazu wird seit Mitte Mai im Würzburger Kooperationsprojekt „MusiCare” geforscht. In einem Aperçu lobte Elton John einmal die „heilende Kraft der Musik“: „Sie kann es schaffen, Menschen für ein paar Stunden aus sich selbst herauszuholen.“ Laut Regina Götz von der Würzburger Musikhochschule sei die Wirkung von Musik auf den Menschen prinzipiell bekannt. Mit „MusiCare” soll nun in Bayern ein Kompetenzzentrum aufgebaut werden, in dem neue Fragen gestellt werden, was Musik im Menschen bewirken kann. Dies geschieht interdisziplinär mit Expertinnen und Experten der Würzburger Universität und der Universitätsklinik. Damit finden künstlerische Praxis, wissenschaftliche Erkenntnis und medizinische Expertise zusammen. Geforscht werden soll nicht zuletzt zu der Frage, wie es denn jenen Profis geht, die am Abend ihre Mitmenschen im Konzert erfreuen, die vormittags in der Schule Musik unterrichten oder die am Nachmittag in einer Musikschule tätig sind. Musikerinnen und Musiker würden laut Fabian Kraus, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der Universitätsklinik, vor besondere Anforderungen gestellt. Jeder einzelne Auftritt bedeute eine Herausforderung. Groß sei oft die Angst, nicht gut genug zu sein, sich im Konkurrenzkampf nicht behaupten zu können und als Konsequenz künstlerisch einen Abstieg zu erleben. Auch Auftrittsängste sind weit verbreitet. Ebenso ein psychisch belastender Hang zum Perfektionismus. Musikprofis benötigen, um langfristig gesund zu bleiben, Wissen über Stresskompetenz, Emotionsregulation und Selbstfürsorge. Musikerinnen und Musiker sind jedoch nicht nur häufig abgespannt bis dorthinaus. Auch körperliche Probleme durch ungünstige Haltungen oder Schwierigkeiten mit der Stimme können zu schaffen machen. „Durch Veranstaltungsformate, Dialogangebote und die Vernetzung mit gesellschaftlichen und politischen Akteurinnen und Akteuren möchten wir das Wissen über Musik und Gesundheit stärker in die Öffentlichkeit tragen“, erklärt Kraus. Für November ist ein erstes großes Format namens „M3 – Music Meets Medicine“ geplant. Zwei ausdrucksstarke „Instrumente“ werden dabei künstlerisch und wissenschaftlich beleuchtet: die menschliche Stimme und die Konzertorgel. Fabian Kraus wie auch Regina Götz, Leiterin des Bereichs „Musik &amp; Gesundheit“ an der Musikhochschule, betonen, dass das so harmlos klingende Thema „Musik &amp; Gesundheit“ politisch brisant sei. Musik müsse stärker als gesellschaftliche Ressource betrachtet werden, wünscht sich Regina Götz. In einer Zeit, in der Themen wie „Zusammenhalt”, „Resilienz” und „Gesundheitskompetenz” von wachsender Bedeutung sind, gewinne Musik an Stellenwert. „Wenn ‚MusiCare‘ dazu beiträgt, den Blick auf das zu lenken, was Musik im Menschen bewirken kann, wäre ein wichtiger erster Schritt getan”, so die Schulmusikerin.</p>
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		<title>Worte schaffen Wirklichkeit</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/worte-schaffen-wirklichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 19:14:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[„Silver Tsunami“, „graue Flut“, „Totholz“ – kaum eine Bevölkerungsgruppe wird mit so drastischen Bildern beschrieben wie alte Menschen. „Ein Begriff wie ,Silver Tsunami‘ beschreibt ältere Menschen als Naturkatastrophe. Solche Sprachbilder sind nicht harmlos, sondern prägen unsere Vorstellungen, unsere Politik, unsere Ressourcenverteilung und letztlich das Generationenverhältnis“, sagt Professor Kriebernegg. Sprache sei für die Literatur– und Kulturwissenschaftlerin [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Silver Tsunami“, „graue Flut“, „Totholz“ – kaum eine Bevölkerungsgruppe wird mit so drastischen Bildern beschrieben wie alte Menschen. „Ein Begriff wie ,Silver Tsunami‘ beschreibt ältere Menschen als Naturkatastrophe. Solche Sprachbilder sind nicht harmlos, sondern prägen unsere Vorstellungen, unsere Politik, unsere Ressourcenverteilung und letztlich das Generationenverhältnis“, sagt Professor Kriebernegg. Sprache sei für die Literatur– und Kulturwissenschaftlerin weit mehr als ein Mittel zur Beschreibung der Wirklichkeit. Sie beeinflusse, wie wir über das Alter denken – und damit auch, wie Politik, Medien und Gesellschaft Hochbetagten begegnen. Gerade in gesellschaftlichen Debatten werden vielleicht auch deshalb Rentnerinnen und Rentner häufig entweder als Belastung oder ausschließlich als besonders verletzliche Bevölkerungsgruppe dargestellt. Beides greife zu kurz. Ihre Forschung und die Frage, wie Sprache unseren Blick auf das Alter prägt, stellte Kriebernegg auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 23. bis 26. September<span class="Apple-converted-space">  </span>in Frankfurt am Main vor. Um festgefahrene Altersbilder aufzubrechen, richtet Kriebernegg den Blick auf die Literatur. Romane und Erzählungen zeichnen häufig differenziertere Bilder des Alterns als politische oder mediale Debatten. Während Margaret Atwoods Erzählung „Torching the Dusties“ überspitzt darstellt, wie ältere Menschen zu Sündenböcken gesellschaftlicher Krisen werden, erzählt Leonora Carringtons Roman „The Hearing Trumpet“ von alten Frauen, die mit Lebenserfahrung, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität Zukunft aktiv mitgestalten. „Literatur zeigt uns, dass ältere Menschen weder Täter noch bloße Opfer sein müssen. Sie eröffnet einen Raum, in dem wir gemeinsam darüber nachdenken können, wie alle Generationen Zukunft gestalten.“ In ihrer Keynote analysierte Professor Kriebernegg zunächst die Sprachbilder, die Politik, Medien und Gesundheitswesen über das Alter verwenden. Anschließend stellte sie ihnen literarische Perspektiven gegenüber und zeigte, dass über das Alter differenzierter erzählt werden kann, ohne ältere Menschen als Bedrohung oder ausschließlich als hilfsbedürftig darzustellen. Ihre zentrale Botschaft: Sprache und Geschichten beschreiben Wirklichkeit nicht nur – sie gestalten sie. Wer bewusster über das Alter spricht, trage dazu bei, Vorurteile abzubauen und ältere Menschen als das wahrzunehmen, was sie sind: Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Kompetenzen und Perspektiven. <i>Quelle: Jahreskongress von DGG und DGGG, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M., September 2026, Keynote: Prof. Dr. Ulla Kriebernegg: „Silver Tsunamis, Gray Tides and Dead Wood: Cultural Gerontological Perspectives on Aging, Climate Change and Vulnerability“</i></p>
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		<title>Nähe, Vertrauen &#038; Resonanz</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/naehe-vertrauen-resonanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:35:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Martin Beyer über Geschichten spricht, geht es ihm in erster Linie nicht um Literaturbetrieb oder Dramaturgie. Es geht um Situationen, in denen Sprache versagt. „Ganz am Anfang stehen persönliche Erfahrungen“, sagt er im Gespräch mit der Lebenslinie. „Da fehlen die Worte, fehlt der Rahmen, man wird davon überfallen.“ Er erinnert sich insbesondere an eine [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-20332 alignleft" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-184x300.jpg" alt="" width="184" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-184x300.jpg 184w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-627x1024.jpg 627w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-941x1536.jpg 941w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-1254x2048.jpg 1254w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-218x356.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/9783471360859-scaled.jpg 1568w" sizes="(max-width: 184px) 100vw, 184px" />Wenn Martin Beyer über Geschichten spricht, geht es ihm in erster Linie nicht um Literaturbetrieb oder Dramaturgie. Es geht um Situationen, in denen Sprache versagt. „Ganz am Anfang stehen persönliche Erfahrungen“, sagt er im Gespräch mit der Lebenslinie. „Da fehlen die Worte, fehlt der Rahmen, man wird davon überfallen.“ Er erinnert sich insbesondere an eine Situation, in der innerhalb des eigenen Umfelds eine Krebserkrankung Thema wurde. Aus der daraus resultierenden Sprachlosigkeit entstand sein neues Buch „11 ist eine gerade Zahl“. „Es ist ein dunkel schimmernder, aber zugleich auch hoffnungsvoller Roman über eine besondere Mutter-Tochter-Bindung“, so Beyer. „Katja, alleinerziehende Lehrerin, ringt mit Angst und Schuld, während ihre 14-jährige Tochter Paula damit fertigwerden muss, dass eine schwere Krankheit zurückgekehrt ist – sie ist an einem Osteosarkom, einer seltenen Krebsart erkrankt.“ Vor und nach einer Operation schenkt die Mutter ihrer Tochter und sich selbst Halt mit einer märchenhaften Erzählung über einen Fuchs, ein Mädchen und einen Schatten – „eine Hommage an die Kraft der Fantasie und des Erzählens in der Tradition der Geschichten aus ‚Tausendundeiner Nacht‘.“ Das Erzählen schafft Nähe, Struktur und einen Raum, in dem Angst, Schuld und Hoffnung einen Ausdruck finden. Gleichzeitig verbindet der Roman eine nüchterne Krankenhauswirklichkeit mit einer poetischen Erzählebene und zeigt, wie Geschichten helfen können, eine existenzielle Krise gemeinsam zu tragen. Auch für Beyer ist das Buch weniger Ergebnis als Prozess. Er bezeichnet das Schreiben als einen Weg, sich dem Unaussprechlichen zu nähern. „Damit versuche ich Zimmer wieder aufzuschließen, die ich eigentlich abgesperrt habe.“ Zentral ist dabei für ihn das Erzählen selbst. „Für mich ist die heilsame Kraft der Geschichten immer stärker spürbar geworden“, sagt Beyer. Diese Kraft habe gerade nichts mit Verdrängung zu tun. „Natürlich dürfen Geschichten auch eine Flucht sein. Aber sie können auch ganz unbewusst Bilder und Worte für etwas schaffen, das vorher sprachlos war.“ Um dieser Wirkung näherzukommen, suchte der Autor den Kontakt zur Praxis. Er besuchte die Kinderklinik des Universitätsklinikums Erlangen, sprach mit Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen. Auch pädagogische Expertise holte er ein. „Der stellvertretende Klinikdirektor und Abteilungsleiter der Onkologie und Hämatologie, Professor Dr. Markus Metzler, hat sich viel Zeit genommen“, erinnert er sich. Besonders prägend war für ihn der Austausch mit Marion Müller, der pädagogischen Leiterin des Hauses und ausgebildeten Märchenerzählerin. Nicht nur sie habe ihn darin bestätigt, dass nicht nur Kinder auf Kraftquellen wie den Teddy oder eben auch Märchen zurückgreifen. Für Beyer wirkt das Erzählen in beide Richtungen. „Sowohl das Geschichten-Erzählen als auch das Zuhören“, sagt er. „Beides hat eine Kraft.“ Vielleicht liegt darin die leise Stärke dieses Buches. Nicht in dem, was es erzählt, sondern in dem, was es ermöglicht: Nähe, Vertrauen, Resonanz. Oder, wie Beyer es formuliert: „Dass man sich nicht allein fühlt.“</p>
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		<title>Buch zum Fest</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/buch-zum-fest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:33:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hell ist die Nacht“ hieß eine außergewöhnliche musiktheatralische Installation beim Würzburger Mozartfest, erstmals aufgeführt 2024, wiederholt 2025. Zu Recht wurde dieses Projekt im letzten Jahr mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Nun erinnert ein Buch an diese zutiefst beeindruckende Produktion. Das Besondere dabei war der Ort, das Kloster der Erlöserschwestern in Würzburg, wo im Keller, am [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-20394 alignleft" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-227x300.webp" alt="" width="227" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-227x300.webp 227w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-774x1024.webp 774w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-1160x1536.webp 1160w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-1547x2048.webp 1547w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-218x289.webp 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/TdZ_Hell_ist_die_Nacht_RGB_U1_mit-Sticker-scaled.webp 1934w" sizes="(max-width: 227px) 100vw, 227px" />„Hell ist die Nacht“ hieß eine außergewöhnliche musiktheatralische Installation beim Würzburger Mozartfest, erstmals aufgeführt 2024, wiederholt 2025. Zu Recht wurde dieses Projekt im letzten Jahr mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Nun erinnert ein Buch an diese zutiefst beeindruckende Produktion. Das Besondere dabei war der Ort, das Kloster der Erlöserschwestern in Würzburg, wo im Keller, am 16. März 1945, wie durch ein Wunder neben 300 Klosterschwestern auch 200 Soldaten und Zivilisten aus der Umgebung die Zerstörung in der Bombennacht überlebten. Daran erinnerte die von Regisseur Max Koch erfundene szenische Handlung um zwei Liebende, die durch das Inferno des Kriegs auseinandergerissen werden. Sie singen und spielen ihre fiktive Geschichte. Mitspielerinnen waren auch vier Ordensschwestern und die Örtlichkeit des Klosters, begonnen im ehemaligen Speisesaal unter neblig-düsterem Licht; von dort führte die Erinnerungsreise das Publikum weiter in die historische Küche, danach ging es die enge Treppe hinunter, bis man um weitere Ecken und Nischen im niedrigen Luftschutzkeller ankam. Überall erklang Musik aus vier Jahrhunderten, mal am Klavier, mal durch ein Streichquartett, mal durch Gesang, und auch Gedichte und Zeitzeugenberichte über diese schreckliche Nacht wurden gelesen. All diese Eindrücke bewahrt die großzügige Buch-Dokumentation. Durch die eher „unfarbigen“, manchmal unscharfen Fotos, auf denen dunkle Töne dominieren, die sparsam verteilten Texte ergibt sich eine fast meditative Ausstrahlung auf 107 Seiten. Das Buch, publiziert vom Verlag „Theater der Zeit“, kostet 20 Euro.</p>
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			</item>
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		<title>Mitgemeint gleich mitgedacht?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/mitgemeint-gleich-mitgedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:01:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Das generische Maskulinum wird meist mit Männern assoziiert, auch wenn betont wird, dass alle Geschlechter gemeint sind. Das zeigt eine Studie der Universität Würzburg1: Erst wenn das generische Maskulinum mit Informationen ergänzt wird, die die geschlechtsgemischte Zusammensetzung einer Gruppe verdeutlichen (etwa „Kleider und Anzüge“ statt lediglich „Kleidung“), verschwindet die „männliche Verzerrung“. „Das bloße Wissen über [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Das generische Maskulinum wird meist mit Männern assoziiert, auch wenn betont wird, dass alle Geschlechter gemeint sind. Das zeigt eine Studie der Universität Würzburg1: Erst wenn das generische Maskulinum mit Informationen ergänzt wird, die die geschlechtsgemischte Zusammensetzung einer Gruppe verdeutlichen (etwa „Kleider und Anzüge“ statt lediglich „Kleidung“), verschwindet die „männliche Verzerrung“. „Das bloße Wissen über die generische Bedeutung reicht also nicht aus, um asymmetrische Geschlechterrepräsentationen auszugleichen“, lautet das Fazit der Autoren. Ihrer Meinung nach sei ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden psychologischen Prozesse entscheidend, um die laufende wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte voranzubringen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Was, wenn wir einfach singen?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/was-wenn-wir-einfach-singen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 05:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Zweimal pro Woche kommt eine Musikschullehrkraft für 20 Minuten in den laufenden Unterricht der Leonhard-Frank-Grundschule in Würzburg. Die Stunde wird kurz unterbrochen und der Klassenraum verwandelt sich in einen Ort für gemeinsames Singen und rhythmische Bewegung. Schon nach wenigen Wochen reagierten die Kinder aufmerksam, sangen sicher nach den Zeichen der Lehrkraft, wiederholten Rhythmen präzise und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Zweimal pro Woche kommt eine Musikschullehrkraft für 20 Minuten in den laufenden Unterricht der Leonhard-Frank-Grundschule in Würzburg. Die Stunde wird kurz unterbrochen und der Klassenraum verwandelt sich in einen Ort für gemeinsames Singen und rhythmische Bewegung. Schon nach wenigen Wochen reagierten die Kinder aufmerksam, sangen sicher nach den Zeichen der Lehrkraft, wiederholten Rhythmen präzise und bewegten sich erstaunlich geschlossen als Gruppe. Die gemeinsamen Lieder schafften eine niedrigschwellige Möglichkeit, Sprachkompetenz aufzubauen und alle in der Klassengemeinschaft zu verankern, so die Initiatoren. Musik wird zum verbindenden Element. Besonders auffällig: Nach der Sing-Pause die Kinder ruhiger und fokussierter in den weiteren Unterricht, ein Effekt, der aus anderen Standorten in Deutschland auch berichtet wird. Die Sing- und Musikschule Würzburg plant im Frühjahr eine erste schulische Evaluation. Eine Fortführung über das Pilotjahr hinaus ist dann vor allem eine Frage der Finanzierung. Die Kosten für das aktuelle Würzburger Startjahr werden durch die 10.000-Euro-Förderung der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp getragen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein geliebter Mensch, verliert sein Ich</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/ein-geliebter-mensch-verliert-sein-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist schrecklich, wenn sich das Verhalten der Partnerin oder des des Partners, der Mutter oder des Vaters allmählich verändert. Wenn Fähigkeiten nachlassen. Desorientierung einsetzt. Dass dies ängstigt, daraus macht Sarah Straub keinen Hehl. Doch sei es möglich, mit dieser Angst umzugehen, sagt die Demenzexpertin und Liedermacherin, die mit ihrem Bühnenprogramm „Lebensmut trot(z) Demenz“ am [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schrecklich, wenn sich das Verhalten der Partnerin oder des des Partners, der Mutter oder des Vaters allmählich verändert. Wenn Fähigkeiten nachlassen. Desorientierung einsetzt. Dass dies ängstigt, daraus macht Sarah Straub keinen Hehl. Doch sei es möglich, mit dieser Angst umzugehen, sagt die Demenzexpertin und Liedermacherin, die mit ihrem Bühnenprogramm „Lebensmut trot(z) Demenz“ am 24. April in Bad Brückenau und am 11. September in Kitzingen auftritt. Leicht könnte man sagen, dass alles nur eine Sache der Haltung wäre. Der inneren Einstellung. Leicht sei es, zu sagen, dass man doch „das Beste aus der Situation machen“ sollte. Menschen mit demenzkranken Angehörigen wissen: Das ist nicht leicht, es ist unglaublich schwer. Auch Sarah Straub weiß das. Von 2012 bis 2022 pflegte sie ihren an Demenz erkrankten Schwiegervater. Davor hatte sie sich um ihre demenziell veränderte Großmutter gekümmert. In einer Ulmer Spezialsprechstunde hat sie es mit ungewöhnlich früh an Demenz erkrankten Menschen und ihren Familien zu tun. Bei ihrer 90-minütigen Konzert-Lesung erzählt Straub von ihren persönlichen Erfahrungen in der eigenen Familie und ihrem Beruf. Zwischendurch liest sie aus dem im August 2025 erschienenen Buch „Lebensmut trot(z) Demenz” aus Biografien Betroffener vor. Und sie singt selbstgeschriebene Lieder, die mit Demenz zu tun haben. Demenz sei ein Thema, das normalerweise bei leichterer Konversation ausgespart bleibt, weil es nicht so „gesellschaftsfähig“ ist: Da verliert ein Mensch, den man liebt, allmählich sein Ich! „Dass sich Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, ist mein Ziel”, sagt Straub. Dieses Ziel erreicht sie durch ihre sehr spezielle Art, das Thema aufzubereiten, spielend. Gerade das Interesse an ihrem neuen Bühnenprogramm ist enorm. Bis Ende 2026 wird sie damit auf Tour sein. 80 Auftritte sind geplant. Das Wirkliche ohne Verschönerung so darzustellen, wie es ist, gleichzeitig aber auch Mut zu machen, das ist ein ungeheures Kunststück. Ihr gelingt das immer wieder. Wobei sie es nicht dabei bewenden lässt, ihre positiven, mutmachenden Erfahrungen mit Demenzkranken künstlerisch weiterzugeben und sich auf den Stand der Dinge in Sachen Demenzforschung zu halten. Das würde nicht reichen: „Ich bin auch mit der Politik in Kontakt.“ Alles, was sie erlebt und erfährt, gerade auch im Nachgang von Auftritten, wenn sie regelmäßig neue Geschichten von Zuschauerinnen und Zuschauern geschildert bekommt, sammelt sie und trägt sie, sowie sich eine Gelegenheit ergibt, Politikerinnen und Politikern gegenüber vor. Pflegende Angehörige, betont die Musikerin aus Gundelfingen, müssten sehr viel besser unterstützt werden. Zwar gibt es viele Familien, eben davon erzählt ja ihr Bühnenprogramm, die gute Wege gefunden haben, mit Demenz umzugehen. Nicht wenige pflegende Angehörige jedoch sind dann, wenn die Partnerin oder der Partner ausgelitten hat, mangels ausreichender Unterstützung nach Jahren der Sorge und Pflege persönlich selbst am Ende und ausgebrannt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Potenzial von Fußtheater</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/das-potenzial-von-fusstheater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:24:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Füße, das sind Extremitäten, die man ganz selbstverständlich hat. Aber in deren Besitz man eigentlich gar nicht so richtig ist. Das Potenzial, das Füße bieten, wird von den wenigsten Menschen ausgenutzt. Das ist schade. Denn in Füßen steckt genauso viel Geschick und Gefühl wie in Händen. „Mit den Füßen kann man die Umwelt sensorisch genauso [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Füße, das sind Extremitäten, die man ganz selbstverständlich hat. Aber in deren Besitz man eigentlich gar nicht so richtig ist. Das Potenzial, das Füße bieten, wird von den wenigsten Menschen ausgenutzt. Das ist schade. Denn in Füßen steckt genauso viel Geschick und Gefühl wie in Händen. „Mit den Füßen kann man die Umwelt sensorisch genauso wahrnehmen“, bestätigt Fußtheater-Künstlerin Anne Klinge aus dem oberfränkischen Betzenstein. Klinge lässt Fußpuppen bei ihren Vorstellungen Geschichten erzählen, die emotional berühren. 30 Jahre ist es her, dass sie begann, mit ihren Füßen aufzutreten. Von Kindheit an, erzählt sie, hatten ihre Füße für sie eine besondere Bedeutung: „Ich bin im Wald in der Erdbebenforschungsstation meines Vaters aufgewachsen, da sind wir viel barfuß gelaufen.” Das Barfußgehen war angesagt, um Erschütterungen möglichst zu vermeiden. Auch noch als Studentin an der Uni Erlangen hatte Anne Klinge das Barfußlaufen praktiziert. In jenen Jahren frönte sie auch dem Hobby des Geräteturnens: „Beim Turnen sind Füße ebenfalls sehr wichtig.” Dass Füße eine so geringe Bedeutung haben, ist vor allem in unseren Breitenkreisen so. In anderen Regionen dieser Erde ist es weitaus selbstverständlicher, barfuß zu gehen. Durch ihr Fußtheater möchte sie nicht zuletzt dazu anregen, wieder mehr auf die Füße zu achten. Üben könne man dies dadurch, dass man barfuß achtsam über verschiedene Oberflächen läuft: „Man kann auch mal versuchen, mit den Füßen statt mit den Händen den Rücken der Partnerin oder des Partners zu massieren.“ Dazu braucht es keinerlei Übung. Das funktioniert besser, als gedacht. Aha-Effekte sind garantiert. Durch Contergan-Geschädigte ist bekannt, was alles mit den Füßen möglich ist: zeichnen, bügeln und putzen und sehr viel mehr. Klinge zeigt, wie gut Füße als Schauspieler taugen. „Wenn ich auf die Bühne gehe, funktioniere ich zuerst meine Füße zu Puppen um”, erklärt sie ihr choreografisches Konzept. Die Fußpuppen bekommen Nasen, Perücken und Kostüme. Dann erst geht es los mit dem eigentlichen Stück: „Und dann passieren durch die Fußpuppen sehr oft Dinge, die ich selbst gar nicht geplant habe.” Die Füße geben also den Takt an. Aus diesem Grund erlebt Anne Klinge jede ihrer Aufführungen so, als wäre sie die erste. Es ist mehr als eindrücklich, was die Oberfränkin mit ihren Füßen bewerkstelligt. Auf etlichen Festivals hat sie ihre Kunst schon vorgeführt. Mehrfach war sie auch schon im Würzburger „Theater Spielberg“ zu Gast.</p>
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		<title>Atemlos in hektischen Zeiten</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/atemlos-in-hektischen-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 10:21:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[So selbstverständlich ist es, zu atmen, dass sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber machen, in welche Bereiche das Phänomen „Atem“ alles hineinwirken kann. Dominique Dumais, Ballettdirektorin am Mainfranken Theater, stellte hierzu in letzter Zeit viele Überlegungen an. „Wir hatten die Thematik des Atems bereits bei ‘Eros’”, erzählt sie. In der neuen Produktion „Vox et spiritus”, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So selbstverständlich ist es, zu atmen, dass sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber machen, in welche Bereiche das Phänomen „Atem“ alles hineinwirken kann. Dominique Dumais, Ballettdirektorin am Mainfranken Theater, stellte hierzu in letzter Zeit viele Überlegungen an. „Wir hatten die Thematik des Atems bereits bei ‘Eros’”, erzählt sie. In der neuen Produktion „Vox et spiritus”, die am 25. April uraufgeführt wird, wird sie sich noch tiefer mit dem Phänomen „Atem“ befassen. Welche große seelische Bedeutung dem Atem zukommt, weiß man nicht zuletzt in der Psychotherapie und der Psychosomatik: Bei großem Stress oder sehr großer Aufregung kann es zu „Psychogener Atemnot” kommen. „Die Atmung hat einen großen Einfluss auf menschliche Emotionen, von Trauer, Wut und Angst bis hin zu Erleichterung und Freude”, bestätigt Dumais. Aber auch die künstlerische Inspiration basiere letztlich auf dem Atem: „Das lateinische ‚inspirare’ kann sowohl mit ‚einatmen’ als auch ‚göttlich inspiriert’ im Sinne einer ‚eingehauchten’ Idee verstanden werden.” „Vox et spiritus” wird dem Publikum vor allem tänzerische Impressionen zur Wechselwirkung von Bewegung und Atem präsentieren. Dabei kooperiert die Tanzkompanie mit dem Opernchor des Mainfranken Theaters. Wie leitet Atem Bewegungen und wie beeinflusst eine Bewegung den Atem? Solche Fragen beschäftigen die Ballettdirektorin in ihrer neuen Choreografie. Rücke man den Atem ins Zentrum, nehmen viele Bewegungen ihren Ursprung von der Körpermitte, von Brust und Zwerchfell aus, verdeutlicht sie. In Gruppennummern werde der Atem zum verbindenden Element: „Verfällt die Gruppe in einen Atem, verschmilzt sie zu einem Körper.” Mit Blick auf die Hektik und die negative Grundstimmung aktuell in der Gesellschaft komme dem Thema „Atem” in den Augen der Choreografin aber auch eine übergreifende, hochaktuelle Bedeutung zu. „Unser heutiger Alltag ist schnelllebig, alles ist beschleunigt, gehetzt, beruflich wie privat, aufgrund der heutigen Technik ist man zu jeder Tages- und Nachtzeit mit einem Fingertipp mit der ganzen Welt verbunden”, sagt sie. In der Sprache komme zum Ausdruck, wie viel dies mit dem Atem zu tun hat: „Man ist ‚atemlos’ aufgrund der hektischen Zeiten, man ‚hält den Atem an’ aufgrund aller Unsicherheiten, es ‚verschlägt einem den Atem’ mit jeder neuen, unheilvollen Nachricht.” Vor allem die Komposition von „Atem” und „Stimme” macht „Vox et spiritus” für Dominique Dumais gesellschaftlich so relevant. Die eigene Stimme, lateinisch „vox”, sei ein wichtiger Teil der Persönlichkeit. „Für eine demokratische Welt ist es ausschlaggebend, dass eines jeden Stimme gehört wird, und dass eine gemeinsame, verbindende Stimme eines Kollektivs erklingen kann”, betont sie. In der Tanzproduktion werde das erlebbar: „Das gemeinsame Atmen schafft Zusammenhalt, schafft das Gefühl eines einheitlichen Körpers des Chores ebenso wie des Tanzensembles.”</p>
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