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	<title>Forschung &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
	<lastBuildDate>Mon, 24 Mar 2025 05:47:03 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie intelligent ist unser Gehirn?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wie-intelligent-ist-unser-gehirn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 22:01:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Das menschliche Gehirn ist das zentrale Steuerungsorgan unseres Körpers. Es verarbeitet durch die Sinne aufgenommene Informationen und ermöglicht es unter anderem, Gedanken zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Wissen zu speichern. „Bei allem, was unser Gehirn imstande ist zu leisten, erscheint es fast paradox, wie wenig wir eigentlich über es selbst wissen“, betont Dr. Kirsten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das menschliche Gehirn ist das zentrale Steuerungsorgan unseres Körpers. Es verarbeitet durch die Sinne aufgenommene Informationen und ermöglicht es unter anderem, Gedanken zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Wissen zu speichern. „Bei allem, was unser Gehirn imstande ist zu leisten, erscheint es fast paradox, wie wenig wir eigentlich über es selbst wissen“, betont Dr. Kirsten Hilger, Leiterin der Arbeitsgruppe „Networks of Behaviour and Cognition“ am Lehrstuhl für Psychologie I der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Forscherin und ihr Team haben jüngst eine Studie angestoßen, um die grundlegenden Abläufe im Gehirn noch besser zu verstehen. Das Team unterschied drei Arten von Intelligenz: fluide Intelligenz, also die Fähigkeit, logische Probleme zu lösen, Muster zu erkennen und neue Informationen zu verarbeiten, unabhängig vom vorhandenen Wissen oder von erlernten Fähigkeiten. Dann die kristalline Intelligenz, die Wissen und Fähigkeiten fasst, die eine Person im Laufe ihres Lebens erwirbt. Dazu gehören allgemeines Wissen, Erfahrungen und etwa das Verständnis von Sprache und Konzepten. Sie entsteht durch Bildung und Erfahrung. Zusammen bilden sie Nummer drei, die allgemeine Intelligenz. Die Ergebnisse der Studie lassen annehmen, dass es noch mehr Aspekte von Intelligenz gibt als bislang angenommen, die darauf warten, verstanden zu werden.</p>
<p><i>Quelle: https://academic..oup.com/pnasnexus/article/3/12/pgae519/7915712</i></p>
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		<title>Lebenserwartung: 140 Jahre?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/lebenserwartung-140-jahre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 06:53:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Übersichtsarbeit israelischer Forscherinnen und Forscher1 legt nahe, dass die Menschen in Zukunft 140 Jahre alt werden könnten. Die älteste Person der Welt ist bisher eine Französin, die ihren 122. Geburtstag feiern konnte. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen sei aufgrund besserer Hygiene, mehr Impfungen, wirksameren Medikamenten sowie bewussterer Ernährung deutlich angestiegen. An und für sich [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Übersichtsarbeit israelischer Forscherinnen und Forscher<sup>1</sup> legt nahe, dass die Menschen in Zukunft 140 Jahre alt werden könnten. Die älteste Person der Welt ist bisher eine Französin, die ihren 122. Geburtstag feiern konnte. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen sei aufgrund besserer Hygiene, mehr Impfungen, wirksameren Medikamenten sowie bewussterer Ernährung deutlich angestiegen. An und für sich positive Nachrichten, wäre da nicht die aktuelle Studie von Mitarbeitenden des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung<sup>2</sup>, die Deutschland als Schlusslicht bei der Lebenserwartung ausweist. Der Rückstand Deutschlands bei der durchschnittlichen Lebenserwartung gegenüber den westeuropäischen Nachbarn betrug im Jahr 2000 rund 0,7 Jahre. 2022 hat sich dieser Abstand nochmals auf 1,7 Jahre vergrößert. Als Gründe führt die Studie eine auffallend hohe Morbidität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, komplexe chirurgische Behandlungen und übermäßige Krankenhausaufenthaltsraten an. Darüber hinaus fiel den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein hoher Prozentsatz von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, welche Krankenhäuser erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien und mit Multimorbidität erreichten. Das deute vor allem auf Versäumnisse in der Prävention und der Früherkennung hin, so die Studie.</p>
<p><i>Quellen: 1Journal of Gerontology: doi: 10.1093/gerona/glx219), 2Bundesgesundheitsblatt 67:<span class="Apple-converted-space">  </span>doi.org/10.1007/s00103-024-03867-9</i></p>
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		<title>Phagen als neue Hoffnung?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/phagen-als-neue-hoffnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 06:46:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund 1.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Mikroorganismen befassen, tauschten sich vom 2. bis 5. Juni in Würzburg über Bakterien und Bakteriophagen, Viren und Pilze aus. Organisiert wurde die Tagung mit 30 internationalen Sprecherinnen und Sprechern von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie. Unter anderem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rund 1.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Mikroorganismen befassen, tauschten sich vom 2. bis 5. Juni in Würzburg über Bakterien und Bakteriophagen, Viren und Pilze aus. Organisiert wurde die Tagung mit 30 internationalen Sprecherinnen und Sprechern von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie. Unter anderem ging es um Bakteriophagen als Alternative zur medikamentösen Antibiotika-Behandlung. Bakteriophagen, oder kurz „Phagen“, sind Viren, die Bakterien infizieren. Laut Professor Cynthia Sharma, Leiterin des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie II an der Uni Würzburg, sind sie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell interessant als mögliche neue antimikrobielle Therapie: „Zum Beispiel bei Infektionen mit multiresistenten Keimen, die auf keine Antibiotikatherapie ansprechen.” Neue Therapieansätze für Infektionskrankheiten zu finden, werde nach ihren Worten wegen zunehmender Antibiotikaresistenzen immer wichtiger. Zur Philosophie der Tagung gehörte es, Mikroorganismen nicht für sich allein zu betrachten, sondern sie in Gesamtzusammenhänge einzubetten. So wurde die Frage erörtert, wie der Klimawandel Mikroorganismen beeinflussen kann. Durch die Erderwärmung könnte es möglich werden, dass sich Mikroorganismen, die normalerweise nicht bei 37 Grad überleben, an die Körpertemperatur des Menschen anpassen. Vor diesem Hintergrund geht es nicht mehr länger nur um die Frage, wie Mikroorganismen Krankheiten verursachen. Sondern auch, unter welchen Umständen sie dies tun. „Wir wollten auch nicht nur über die Biologie von Bakteriophagen sprechen, sondern Erfahrungen darüber austauschen”, so Sharma. Erörtert wurde, wie zukünftig Phagen effizienter zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden könnten. Um dies zu erreichen, sei ein besseres Verständnis der Interaktion von Bakterien und Phagen erforderlich, erläuterte die Sprecherin des Zentrums für Infektionsforschung an der Uni Würzburg. Es ist noch nicht lange her, dass das Immunsystem bei Bakterien entdeckt wurde. „In den letzten Jahren gab es eine regelrechte Revolution in der Phagenforschung”, so die Infektionsbiologin. Mit Infektionsforschung befasst sich in Würzburg auch Professor Oliver Kurzai. „Wir müssen mit neuen und mutierten Erregern rechnen, die unser Leben zum Teil dramatisch beeinflussen können“, warnte der Direktor des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg. Analysesoftware und künstliche Intelligenz könnten nach seinen Worten in der mikrobiologischen Diagnostik sehr hilfreich sein. „Wir analysieren heute komplette Genomsequenzen von Mikroorganismen, um Ausbrüche und Infektionsketten zu rekonstruieren”, ­erläuterte er. Bestimmte Algorithmen könnten in Zukunft diese Daten autark analysieren und frühzeitig vor Ausbruchsgeschehen warnen. Sorgen bereite Kurzai aktuell der neue Hefepilz candida auris, der sich gerade weltweit ausbreitet. Es stelle sich die Frage, was man machen könnte, um die Ausbreitung früh zu erkennen und möglichst zu verhindern. Gerade auch hier ist für den Wissenschaftler der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) denkbar. KI und Digitalisierung können laut dem Professor außerdem helfen, Forschungsdaten schneller und besser zu analysieren. Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer<span class="Apple-converted-space">  </span>diskutierten vor diesem Hintergrund Möglichkeiten und Grenzen von KI-Verfahren. Auch über die oft langandauernden Folgewirkungen nach Covid-19, einer Sepsis oder einer RSV-Infektion wie zum Beispiel Fatigue als verbreitetes Symptom von Long-Covid wurde diskutiert. Wie es zu den Folgewirkungen kommt, verstehe die Wissenschaft noch nicht ganz, so Oliver Kurzai. Deshalb müsse weiterhin in Forschung investiert werden. Dies soll in einem neuen „Bayerischen Netzwerk Infektionsprävention“ geschehen: „Infektionsfolgeerkrankungen werden hier eine wichtige Rolle spielen.“ Das Zentrum soll von Würzburg aus koordiniert werden. <i></i></p>
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		<title>Inspiriert vom isländischen Kabeljau</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/inspiriert-vom-islaendischen-kabeljau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 09:25:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Hazem Al-Shobash, Chirurg in Höchberg bei Würzburg, konnte an zahlreichen Orten dieser Welt ärztliche Erfahrung sammeln: In Würzburg, Berlin, Bielefeld, Bristol, Philadelphia und Boston. Er lernte viele verschiedene Operationstechniken kennen. Und er kam mit ganz unterschiedlichen Geräten im Operationssaal in Kontakt. Dabei fiel ihm eines auf: Nicht wenige medizinische Techniken und nicht wenige medizinische [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Hazem Al-Shobash, Chirurg in Höchberg bei Würzburg, konnte an zahlreichen Orten dieser Welt ärztliche Erfahrung sammeln: In Würzburg, Berlin, Bielefeld, Bristol, Philadelphia und Boston. Er lernte viele verschiedene Operationstechniken kennen. Und er kam mit ganz unterschiedlichen Geräten im Operationssaal in Kontakt. Dabei fiel ihm eines auf: Nicht wenige medizinische Techniken und nicht wenige medizinische Geräte sind von der Natur abgeschaut. „Bionik“ nennt sich dies im Fachjargon. Der Begriff ist eine Zusammenschmelzung der Begriffe „Biologie“ und „Technik“. Zum biologischen Vorbild können Pflanzen, Tiere, der Mensch, aber auch Proteine oder Aminosäuren werden. „Es gibt zum Beispiel bionische Prothesen als Handersatz“, sagt Dr. Al-Shobash, der 2014 an der Universität Würzburg zum Thema „Myokardinfarkt“ promovierte. Solche Prothesen werden zum Beispiel seit vielen Jahren von Dr. Stefan Schulz aus Karlsruhe entwickelt. In diesem Fall ist das Naturvorbild der Mensch selbst. Beziehungsweise: die menschliche Hand. Die von Schulz entwickelte Prothese hat Finger, die sich seitlich elastisch bewegen lassen. 2017 stellte der Experte für Bionik und Medizintechnik seine Entwicklung beim dritten Bionik-Kongress in Mannheim vor. „Von der Natur inspiriert ist auch Fischhautersatz, der bei Verbrennungen oder Wunden zum Einsatz kommen kann“, erläutert Al-Shobash. Dazu muss man wissen, dass es chirurgisch eine große Herausforderung darstellt, chronische Wunden zum Abheilen zu bringen. Das betrifft vor allem Diabetiker. Weil hier oftmals Nervenstörungen auftreten, die die Heilung bremsen. Hier könne eine Wundauflage mit präparierter Haut vom isländischen Kabeljau helfen, so Dr. Al-Shobash. Die Matrix aus Fischhaut werde dafür von einer isländischen Firma in Speziallaboren hergestellt. Bionisch interessant ist auch der mexikanische Schwanzlurch Axolotl, sagt Hazem Al-Shobash: „Und zwar aufgrund seiner besonderen regenerativen Fähigkeiten.“ Axolotl sind in der Lage, amputierte Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Hirns vollständig zu regenerieren. Bei den Regeneraten handele es sich strukturell und funktionell um vollständig intakte Organe. Dem Chirurgen zufolge dient der Axolotl in der Forschung als Modellorganismus zur Regeneration von Defektwunden nach Trauma oder Krebs. Mit Bionik befasst sich in Würzburg auch Medizintechniker Rolf Siegel – und das seit vielen Jahren. „Ich befasse mich mit den chemisch-physikalischen Eigenschaften von Oberflächen“, informiert der Erfinder. „bionic surfaces“ nennt sich sein Unternehmen. Es ist spezialisiert auf die Modifizierung von Kunststoffoberflächen. Bereits vor 20 Jahren gewann Siegel zusammen mit Mitarbeiter:innen der Chirurgischen Klinik am Uniklinikum Würzburg einen Preis für eine neuartige Kunststoffprothese. Während der Corona-Krise machte er mit Ideen für eine antivirale Schutzkleidung auf sich aufmerksam. Dabei verwendete er die Aminosäure Arginin. Konkret wurden Vliesstoffe, wie sie für Masken verwendet werden, mit der basischen Aminosäure Arginin beschichtet. Dadurch reduzierte sich die Infektiosität von SARS-CoV-2 um mehr als fünf Größenordnungen. Dies stellten Mitarbeiter des Instituts für Virologie der Uni Würzburg bei Untersuchungen fest.</p>
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		<title>Gewebe aus dem 3D-Drucker</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/gewebe-aus-dem-3d-drucker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 16:55:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Künstliche Gewebe haben das Potenzial, Tierversuche zu ersetzen. Sie werden vermutlich die Krebsforschung voranbringen. Und sie könnten künftig imstande sein, krankes oder zerstörtes Gewebe zu regenerieren. Solche Gewebe entstehen durch sogenannte Biofabrikation. „In der Biofabrikation versuchen wir, mithilfe automatisierter Prozesse wie dem 3D-Druck funktionale Gewebe herzustellen“, erklärt dazu Dr. Tomasz Jüngst, seit 2022 Juniorprofessor für [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15913" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-15913" class="size-medium wp-image-15913" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-300x199.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-1024x678.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-1536x1018.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-218x144.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-15913" class="wp-caption-text">©UKW/Kirstin Linkamp</p></div>
<p>Künstliche Gewebe haben das Potenzial, Tierversuche zu ersetzen. Sie werden vermutlich die Krebsforschung voranbringen. Und sie könnten künftig imstande sein, krankes oder zerstörtes Gewebe zu regenerieren. Solche Gewebe entstehen durch sogenannte Biofabrikation. „In der Biofabrikation versuchen wir, mithilfe automatisierter Prozesse wie dem 3D-Druck funktionale Gewebe herzustellen“, erklärt dazu Dr. Tomasz Jüngst, seit 2022 Juniorprofessor für Biodruckverfahren an der Uni Würzburg. Diese Gewebe sollen in Zukunft zum Beispiel für die Testung von Medikamenten oder patient:innenspezifischer Therapien eingesetzt werden können. „Vor allem im Bereich der Gewebemodelle, die nicht so komplex sind wie ganze Organe, die nur bestimmte Funktionen eines Gewebes nachahmen müssen, sehe ich in der Biofabrikation hohes Potenzial“, erläutert der Physiker. Bessere Gewebemodelle, bei denen patient:inneneigene Zellen verwendet werden, könnten nach seiner Einschätzung in Zukunft vermehrt für die Entwicklung neuer Therapiemethoden eingesetzt werden. „Biofabrizierte Hautmodelle stehen bereits in den Startlöchern“, so der Wissenschaftler. Da das Forschungsfeld sehr jung ist, werden Biofabrikate nach seinen Erkenntnissen bisher noch nicht klinisch angewendet. Vermutlich werde es aber nicht mehr lange dauern, bis biofabrizierte Gewebe wie Haut oder Knorpel für die Testung von Medikamenten zur Verfügung stehen. „Komplexe Organe wie Leber oder Herz wird es hingegen noch lange nicht als Biofabrikate geben“, vermutet der Experte für 3D-Drucktechnologien. Fraglich sei, ob dies jemals möglich sein wird. Beim 3D-Druck von künstlichen Geweben, die im menschlichen Körper verbleiben sollen, müssten zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden: „Zuallererst sollte das Biofabrikat vom Körper angenommen, nicht abgestoßen werden.“ Im Idealfall würde es vollständig in den Organismus integriert. „Außerdem sollte es möglichst auch den fortwährenden Erneuerungsprozess des menschlichen Körpers übernehmen“, so der Biofabrikationsforscher.<span class="Apple-converted-space">  </span>Bei größeren Organen müsse dann auch die Blutversorgung sichergestellt sein. Auch der Anschluss an das Kreislaufsystem, eine Verbindung mit dem Nervensystem sowie mit Systemen wie dem Lymphsystem müssten ermöglicht werden. Professor Jüngst: „Wir haben noch einige Aufgaben vor uns.“ Die in der Biofabrikation eingesetzten Materialien werden als „Biotinten“ oder „Biomaterialtinten“ klassifiziert. „Bei Biotinten müssen nach der aktuellen Definition Zellen im Material enthalten sein und im Druckprozess direkt eingesetzt werden“, erklärt Jüngst. Bei Biomaterialtinten würden die Konstrukte zunächst gefertigt und anschließend mit Zellen besiedelt: „Beide Materialklassen beinhalten synthetische aber auch natürliche Materialien.“ Es sei also möglich, Materialien von Grund auf im Labor neu zu gestalten und deren Funktion an die Anforderungen der Biofabrikation anzupassen: „Wir können aber auch Materialien für uns nutzen, die in der Natur vorkommen.“ Beispiele für synthetische Materialien seien die in der Pharmazie weit verbreiteten Polyethylenglycole oder bioabbaubare Polyester wie Polycaprolacton. Beispiele für natürliche Materialien seien Alginate, die auch in der Pharmazie und Lebensmittelindustrie weit verbreitet sind, sowie Kollagen tierischen Ursprungs, das auch im menschlichen Körper im Bindegewebe zu finden ist. <i></i><i></i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Einfrieren und Auftauen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/vom-einfrieren-und-auftauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 16:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[„Safe my samples“ („Sichere meine Proben“) – dieser Herausforderung kommt die interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw) des Uniklinikums (UKW) und der Universität Würzburg nunmehr seit zehn Jahren nach. Hier werden bei Minus 80 und Minus 180 Grad rund 900.000 Flüssigproben und rund 5.000 Gewebeproben eingefroren und sicher aufbewahrt, bis diese für Forschungszwecke gebraucht und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15909" style="width: 216px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-15909" class="size-medium wp-image-15909" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000-206x300.jpg" alt="" width="206" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000-206x300.jpg 206w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000-703x1024.jpg 703w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000-1055x1536.jpg 1055w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000-218x317.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/5719.v.7000.jpg 1374w" sizes="(max-width: 206px) 100vw, 206px" /><p id="caption-attachment-15909" class="wp-caption-text">©Daniel Peter</p></div>
<p>„Safe my samples“ („Sichere meine Proben“) – dieser Herausforderung kommt die interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw) des Uniklinikums (UKW) und der Universität Würzburg nunmehr seit zehn Jahren nach. Hier werden bei Minus 80 und Minus 180 Grad rund 900.000 Flüssigproben und rund 5.000 Gewebeproben eingefroren und sicher aufbewahrt, bis diese für Forschungszwecke gebraucht und aufgetaut werden. Bei den Gewebeproben handelt es sich in der Regel um Biomaterial, das bei einer Operation entnommen wurde zur Untersuchung im Labor. Unter den Flüssigproben finden sich Hirn- (für die Neurologie), Bauch- (für die Gastroenterologie) und Lungenwasser (für die Pneumologie) sowie Speichel (etwa von Corona-Patient:innen), Blut und Urin. Das hier eingelagerte Biomaterial sind „Broad Consent“– Proben, die auf einer „breiten Zustimmung“ zur Daten- und Probenverarbeitung zu Forschungszwecken fußt. Die „breiten“ Einwilligungserklärungen hierfür seien von Ethikkommissionen in Zusammenarbeit mit Datenschutzbeauftragten erstellt worden, so das Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Medizinischer Ethikkommissionen der Bundesrepublik Deutschland, Roland Jahns. „5.000 Proben sind kürzlich vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) einzig für eine klinische Studie abgerufen worden“, so der ibdw-Direktor. Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung in Braunschweig rief gleich zu Beginn der Corona-Pandemie Patient:innen-Seren von Grippekranken aus den Jahren 2016, 2017 und 2018 ab. Man wisse nie, wann welches Biomaterial zu welchem Zweck benötigt wird, so Jahns. „Das macht die Entscheidung, was bewahrt man auf, was kann weg, so schwierig. Grippeerkrankungen aus dem Jahr 2016 &#8230; es gibt kaum etwas ‚Langweiligeres‘. Und plötzlich waren sie für die beginnende Corona-Forschung vor drei Jahren hochspannend“, berichtet der Internist. Neben Studien zu Corona (15 Prozent aller Proben der deutschlandweiten Corona-Forschung kommen aus Würzburg) und Herzinsuffizienz, liefert die ibdw Biomaterial an Wissenschaftler:innen, die etwa zu Schlaganfall, Parkinson und Krebs forschen. 70 Prozent der Samples gehen an regionale Partner:innen, 30 Prozent sind nationale oder internationale Anfragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Mit den Biobanken der Charité in Berlin und der Medizinischen Hochschule Hannover gehört Würzburg zur Speerspitze der deutschen Biobanken“, betont der Direktor der ibdw. Vor zehn Jahren gab es fünf vom Bundesforschungsministerium geförderte zentralisierte nationale Biobanken in Deutschland, die sich schon frühzeitig zertifiziert haben. Heute sind es fast schon 20. „Das Time Magazin listete bereits 2009 zehn Dinge auf, die die Welt verändern werden“, so Professor Jahns in seiner Rede beim ibdw-Jubiläum am 23. Juni im UKW. Biobanken gehörten dazu! Die immensen Fortschritte gerade bei personalisierten Krebstherapien wären ohne diese Bibliotheken menschlichen Biomaterials nicht möglich gewesen. Das ist auch der Grund, warum bei der ibdw „angebaut“ wird. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (Verbund aus Deutschem Krebsforschungszentrum und Partner:innen der Universitätsmedizin) hat einen neuen Standorte-Verbund unter Führung von Würzburg dazubekommen. Die Würzburger Biobank, deren Kapazitäten momentan fast erschöpft sind mit rund 900.000 von 1,1 Millionen belegten Plätzen, baut im Herbst an, um die Speicherplätze für ihre Bioproben zu verdoppeln. <i></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Entzauberer</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/der-entzauberer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Aug 2023 14:47:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie suchen nach Wasseradern, pendeln Dinge aus oder sind überzeugt, etwas zu spüren, was andere nicht einmal erahnen. Zum Einsatz kommen abenteuerlich anmutende, selbstgebaute Apparaturen – vom Zwiebelpendel bis hin zur Bierflasche mit Luftballon. Sie glauben an ihre besonderen Fähigkeiten. In seinem Vortrag „Wie Selbsttäuschung zur Täuschung anderer führt“ nahm der Biologe und Wissenschaftsphilosoph Dr. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie suchen nach Wasseradern, pendeln Dinge aus oder sind überzeugt, etwas zu spüren, was andere nicht einmal erahnen. Zum Einsatz kommen abenteuerlich anmutende, selbstgebaute Apparaturen – vom Zwiebelpendel bis hin zur Bierflasche mit Luftballon. Sie glauben an ihre besonderen Fähigkeiten. In seinem Vortrag „Wie Selbsttäuschung zur Täuschung anderer führt“ nahm der Biologe und Wissenschaftsphilosoph Dr. Martin Mahner an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) das Publikum mit hinter die Kulissen der 1987 gegründeten „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften” (GWUP). Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aufklärung und Verbraucherschutz in Bezug auf Themenkomplexe wie Parawissenschaft inklusive Pseudomedizin zu leisten. In den Räumen des Biozentrums der Universität Würzburg können Menschen ihre Fähigkeiten bei den seit 2004 jährlich durchgeführten Psi-Tests überprüfen lassen. </p>
<p>Zusammen mit dem Biologen Dr. Rainer Wolf macht Mahner die Probe aufs Exempel. Sie nehmen die Menschen ernst. Der Versuchsaufbau ist transparent – darf sogar mitgestaltet werden. Und zudem dürfen Vertrauenspersonen anwesend sein. Durchgeführt werden sogenannte „Doppel-Blind-Tests“. So werden andere Faktoren als das tatsächliche Können der Proband:innen ausgeschlossen. „Getestet werden können nur Behauptungen, die zu einem klaren, für alle Parteien sofort sichtbaren Ja/Nein-Ergebnis führen“, erklärt Dr. Mahner. Es sei kein Platz für Interpretationen, subjektive Bewertungen oder schwammige Behauptungen. Diese Voraussetzungen würden auch Tests hinsichtlich Heilungsversprechungen Zukunftsdeutereien oder Jenseitskontakte ausschließen. Natürlich gibt es Scharlatane – so die Botschaft am Ende seines Vortrags. Doch das Gros der Versuchsteilnehmer:innen seien keine Betrüger. Sie seien von ihren Fähigkeiten überzeugt, müssen hinterher aber oft einsehen, dass sie sich selbst über ihr Können getäuscht hatten. Ob diese Einsicht nachhaltig ist, weiß Mahner nicht. „Nah dran“ an einem positiven Befund war 2019 ein junger Mann. </p>
<p>Zum ersten Mal in der Geschichte der Würzburger Psi-Tests hatte ein Proband die erste Testphase bestanden. Der 20-Jähriger erzielte neun von 13 möglichen Treffern. Zum Bestehen hätten sieben genügt. „Seine selbst gestellte Aufgabe bestand darin, unter zehn gleichen verschlossenen Schachteln die eine herauszufinden, in der ein Magnet versteckt war“, berichtete die GWUP. Diesen wollte er durch „Erspüren“ der magnetischen Kraft mit der Hand finden. Da der junge Mann die zweite Testphase abgesagt hat, wurde der Test für beendet erklärt. Auch andere Kandidaten möchten schließlich zum Zuge kommen. Denn: Wenn jemand nachweisen könnte, dass er paranormale Fähigkeit hat, würden sogar 10.000 Euro Preisgeld winken</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zählen, messen, wiegen</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/zaehlen-messen-wiegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 13:45:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Im vergangen Jahr standen die Umfragen für das Wissenschaftsbarometer im Zeichen der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Veränderungen der Wahrnehmung von Wissenschaft und Forschung. Die Ergebnisse zeigen: Das Vertrauen der Bevölkerung in Wissenschaft und Forschung ist ungebrochen. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 stieg es gegenüber den Vorjahren sogar noch an. Während 2019 nur 46 [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangen Jahr standen die Umfragen für das  Wissenschaftsbarometer im Zeichen der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Veränderungen der Wahrnehmung von Wissenschaft und Forschung. Die Ergebnisse zeigen: Das Vertrauen der Bevölkerung in Wissenschaft und Forschung ist ungebrochen. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 stieg es gegenüber den Vorjahren sogar noch an. Während 2019 nur 46 Prozent der Deutschen dem Prinzip „Zählen, messen, wiegen“ vertrauten, waren es 2020 73 Prozent. Neben dem generellen Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist auch das Vertrauen in Aussagen der Wissenschaft im Kontext der pandemischen Lage mit über 70 Prozent sehr hoch. </p>
<p>Noch höher ist sogar das Vertrauen in Aussagen von Ärzten und medizinischem Personal mit rund 80 Prozent. Laut Wissenschaftsbarometer genießen hingegen die Aussagen behördlicher oder amtlicher Vertreter sowie seitens der Politik wenig Vertrauen: die höchsten Umfragewerte lagen hier bei knapp über 30 Prozent. Mit dem hohen Vertrauen in Wissenschaft und Forschung geht auch ein Wunsch von zwei Dritteln der Befragten (69 Prozent) nach einer wissenschaftlichen Basis politischer Entscheidungen einher. Wissenschaft schafft Fakten: im konkreten Kontext der Corona-Pandemie war die Hälfte der Interviewten der Meinung, dass Wissenschaftler der Politik Entscheidungen empfehlen sollten. </p>
<p>Zum ersten Mal seit den Erhebungen im Rahmen des Wissenschaftsbarometers hat das Internet (40 Prozent) das Fernsehen (37 Prozent) als Informationsquelle, um sich über Wissenschaft und Forschung zu informieren, überholt. Mit dem Wissenschaftsbarometer ermittelt Wissenschaft im Dialog in repräsentativen Umfragen die Einstellungen der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung. Im November letzten Jahres fand die Ergebnispräsentation zum Wissenschaftsbarometer 2021 statt. Gefördert von der Robert Bosch Stiftung und unterstützt vom Fraunhofer Institut. </p>
<p><em>Quelle: Wissenschaft im Dialog/Kantar </em></p>
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		<title>Herzensangelegenheiten</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/herzensangelegenheiten-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2022 18:08:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht jeder Herzschmerz ist gleich ein Fall für eine:n Ärztin. Und nicht alle gebrochenen Herzen sind gleich ein „Broken-Heart-Syndrom“. Doch ist jede Takotsubo-Kardiomyopathie, wie das Broken-Heart-Syndrom in der Klinik genannt wird, immer ein individueller und kein harmloser Fall für die Medizin. Für die Biologin Katrin Streckfuß-Bömeke wurde es durch ihre Arbeit zu einer „Herzensangelegenheit&#8220;, mehr [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht jeder Herzschmerz ist gleich ein Fall für eine:n Ärztin. Und nicht alle gebrochenen Herzen sind gleich ein „Broken-Heart-Syndrom“. Doch ist jede Takotsubo-Kardiomyopathie, wie das Broken-Heart-Syndrom in der Klinik genannt wird, immer ein individueller und kein harmloser Fall für die Medizin. Für die Biologin Katrin Streckfuß-Bömeke wurde es durch ihre Arbeit zu einer „Herzensangelegenheit&#8220;, mehr über diese Krankheit zu erfahren. Diese ist zwar in aller Munde, doch birgt sie auch viele Fragezeichen. Streckfuß-Bömeke ist Expertin für Stammzellforschung in der Kardiologie und untersucht Erkrankungen des Herzmuskels, Kardiomyopathien.</p>
<p>Zum „Broken-Heart-Syndrom“ gebe es immer noch Forschungsbedarf, sagt die Neu-Würzburgerin: „Ich bin sicher, dass bei jeder:m einzelnen Patient:in eine andere Ursache vorliegt.“ Das Wichtigste sei aber, dass das Krankheitsbild behandelbar sei. Die Ursache: Beim Menschen können starke emotionale sowie körperliche Belastungen das Herz tatsächlich „brechen“. Auch bei depressiven Patient:innen könne ein Takotsubo-Syndrom auftreten wie auch bei Krebspatient:innen mit einer begleitend hohen emotionalen Belastung. „Es gibt also starke Verknüpfungen zur neurologischen und zur psychiatrischen Ebene des Körpers, aber auch weitere Organe sind mit dem Takotsubo-Syndrom assoziiert&#8220;, so die Professorin für molekulare Pharmakologie am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg. Beim „Broken-Heart-Syndrom&#8220; kontrahierten nur noch bestimmte Areale des Herzmuskels, die anderen bleiben bewegungslos. Meist lägen diese Areale in Richtung Herzspitze, die sich ballonartig vergrößern können. Diese eigentümliche Form der linken Herzkammer am Ende der Anspannungsphase ähnele einer ­japanischen Tintenfischfalle in Form eines ausgebuchteten Tonkrugs mit verengtem Hals.</p>
<div id="attachment_13360" style="width: 241px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13360" class=" wp-image-13360" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-262x300.jpg" alt="" width="231" height="265" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-262x300.jpg 262w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-893x1024.jpg 893w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-1339x1536.jpg 1339w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-1786x2048.jpg 1786w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/20neu-streckfuss-Foto-218x250.jpg 218w" sizes="(max-width: 231px) 100vw, 231px" /><p id="caption-attachment-13360" class="wp-caption-text">Katrin Streckfuß-Bömeke, Professorin für molekulare Pharmakologie.<br />©privat</p></div>
<p>Daher komme auch der Name des Syndroms: Takotsubo heiße in Japan Oktopus-Falle, erklärt die Wissenschaftlerin. Bei gut zwei Prozent der rund 220.000 Herzinfarktfälle pro Jahr in Deutschland steckt nicht der Herzinfarkt (Verschluss eines Blutgefäßes des Herzmuskels mit der Folge eines Absterbens der Muskulatur), sondern das sogenannte Takotsubo-Syndrom dahinter. Gewissheit bringt eine Herzkatheter-Untersuchung, die im Falle eines Takotsubo-Syndrom keine Verschlüsse der Herzkranzgefäße zeige. Fast ein Viertel der Patienten erleiden in der akuten Phase Komplikationen mit Todesfolge. Habe man die erste Phase überwunden, könne man letztendlich &#8211; meist nach wenigen Wochen &#8211; wieder vollkommen genesen. Aufpassen müsse man dann nur, dass man kein zweites „Event&#8220; bekomme. „Wir haben bei dieser sehr spezifischen Krankheit herausgefunden, dass das Takotsubo-Syndroms auf einer genetischen Präposition beruht. Die Herzmuskelzellen von Betroffenen reagieren viel empfindlicher auf Adrenalin“, erklärt Streckfuß-Bömeke. Außerdem funktioniere die Desensibilisierung nicht mehr – dieser Selbstschutz-Mechanismus mache die Herzmuskelzellen im Normalfall unempfindlich gegen körpereigene Stresshormone wie Adrenalin, wenn diese längere Zeit in hohen Mengen auf sie einwirken. Ein Forschungsschwerpunkt von Katrin Streckfuß-Bömeke sind die sogenannten Kardiomyopathien. Das ist eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, bei denen die Struktur des Herzmuskelgewebes defekt ist. Oft kommt es zu einer Erweiterung oder zu einer Verdickung einer Herzkammer. Die Pumpkraft des Herzens ist dadurch eingeschränkt, die Betroffenen sind nicht mehr so leistungsfähig und haben typische Beschwerden einer Herzschwäche. An Kardiomyopathien erkranken Menschen jedes Alters, und häufig liegen genetische Ursachen vor.</p>
<p>Um diese Ursachen zu klären, setzt die Biologin auf Stammzellen: Für die Herstellung verwendet sie Blut- oder Hautzellen der Patient:innen. Dabei würden die Zellen in ein sehr frühes Stadium ihrer Entwicklung zurückversetzt. Solche Stammzellen würden im Labor zu Herzmuskel-, Blutgefäß-, und Bindegewebszellen, aber auch zu Neuronen umgewandelt, die genau dieselbe genetische Ausstattung und damit auch genau die gleichen Mutationen haben wie die Patient:innen. Die Zellen ließen sich dann zu kleinen Geweben vereinigen oder zu organähnlichen Strukturen, sogenannten Organoiden, die über Wochen intakt bleiben. An ihnen ließe sich studieren, welche Ursachen für eine Erkrankung des Herzgewebes verantwortlich sein können. Ihr Team untersucht dann an den Geweben und Organoiden auch, welche Medikamente im Einzelfall die besten Effekte bringen. Beispielsweise, dass sich kardiomyopathische Herzmuskelzellen durch Kalziumkanal-Hemmstoffe besser regulieren lassen als durch Betablocker, wie sie oft in der Klinik verwendet werden. Dann könnten behandelnde Ärzt:innen die Medikation um- und Patient:innen neu einstellen.</p>
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		<title>Bakteriophagen: „Intelligente Antibiotika“?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/bakteriophagen-intelligente-antibiotika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Loretta Klevenow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2021 11:33:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Lange unbekannt und unbeachtet haben Bakteriophagen inzwischen einen festen Platz in der Medizin eingenommen. Man bezeichnet sie auch als sogenannte „intelligente Antibiotika“. Sie sind die natürlichen Gegenspieler der Bakterien und können in der Medizin da eingesetzt werden, wo besagte Bakterien unerwünscht sind. Mikroskopisch klein vermehren sich Phagen (aus dem Griechischen: Bakterienfresser) am Infektionsort, solange ihre [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange unbekannt und unbeachtet haben Bakteriophagen inzwischen einen festen Platz in der Medizin eingenommen. Man bezeichnet sie auch als sogenannte „intelligente Antibiotika“. Sie sind die natürlichen Gegenspieler der Bakterien und können in der Medizin da eingesetzt werden, wo besagte Bakterien unerwünscht sind. Mikroskopisch klein vermehren sich Phagen (aus dem Griechischen: Bakterienfresser) am Infektionsort, solange ihre passenden „Beutebakterien“ vorhanden sind und zerfallen danach wieder in ihre Bausteine (Protein und Nukleinsäure).</p>
<div id="attachment_11577" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11577" class="size-medium wp-image-11577" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/PM068_DSMZ_RohdeChristine-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/PM068_DSMZ_RohdeChristine-200x300.jpg 200w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/PM068_DSMZ_RohdeChristine-683x1024.jpg 683w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/PM068_DSMZ_RohdeChristine-218x327.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2021/04/PM068_DSMZ_RohdeChristine.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><p id="caption-attachment-11577" class="wp-caption-text">Foto: Dr. Rohde ©DSMZ</p></div>
<p>Damit sind sie selbst-regulierende Antiinfektiva, also Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten, die zudem spezifisch wirken. Auf ihren Nutzen für die Medizin fokussierte man sich in Deutschland erst, als die Antibiotikakrise immer höhere Wellen schlug. „Phagen sind die häufigste Daseinsform auf unserem Planeten“, erklärt Dr. Christine Rohde, „es sind Viren, die Bakterien spezifisch zerstören können.“</p>
<p>Seit 30 Jahren forscht die Ärztin am Leibniz-Institut DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen) an Bakteriophagen und integrierte die in der Grundlagenforschung bekanntesten in die Deutsche Phagenbank. Wendet man bei bakteriellen Infektionen Phagen anstelle von Antibiotika an, verschiebe man im Grunde in der Erkrankung das Gleichgewicht zugunsten der passenden Phagen, um den Überschuss der pathogenen Bakterien zu minimieren beziehungsweise zu eliminieren, so die Forscherin. „Bei allen auf das SARS-CoV-2-Virus fokussierten derzeitigen Anstrengungen, darf die Antibiotikakrise nicht aus den Augen verloren werden, denn an Covid-19 erkrankte Patienten erleiden oft eine bakterielle Sekundärinfektion“, macht Rohde deutlich. Dann sei umso dramatischer, wenn verabreichte Antibiotika nicht mehr wirken und sich Krankheitsverläufe unter solchen Ko-Infektionen verschlimmern oder gar zum Tod führen.</p>
<p>Die Antibiotikakrise ist längst eine globale Gesundheitskrise und wurde auch als ökonomische Krise thematisiert. Deshalb sollten gerade in der Pandemie Antibiotika nur limitiert eingesetzt werden, mahnen Ärzte weltweit.</p>
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