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	<title>Forschung &amp; Geschichte &#8211; Lebenslinie</title>
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	<description>Gesundheitsmagazin für Mainfranken</description>
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		<title>Als Heilkunde noch ein Handwerk war</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/als-heilkunde-noch-ein-handwerk-war/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 09:29:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sich im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit die Schulter ausgerenkt oder die Säge in die Hand gejagt hatte, ging nicht unbedingt zu einem Arzt (Ärztinnen gab es zu der Zeit noch nicht). Hilfe suchte die Bevölkerung in solchen Notfällen eher beim Bader, Barbier oder Chirurgus. Diese kümmerten sich um die Versorgung von Wunden, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit die Schulter ausgerenkt oder die Säge in die Hand gejagt hatte, ging nicht unbedingt zu einem Arzt (Ärztinnen gab es zu der Zeit noch nicht). Hilfe suchte die Bevölkerung in solchen Notfällen eher beim Bader, Barbier oder Chirurgus. Diese kümmerten sich um die Versorgung von Wunden, zogen Zähne, setzten Schröpfköpfe und wagten sich teilweise sogar an schwierigere Operationen wie beispielsweise die Beseitigung von Blasensteinen. Dafür hatten sie eine Ausbildung durchlaufen, ähnlich wie Handwerker mit Gesellenzeit und Meisterbrief, und waren so wie diese in Zünften organisiert. Im Unterschied dazu hatten Ärzte eine akademische Ausbildung durchlaufen. Im Studium an Universitäten in Bologna, Paris oder Würzburg hatten sie die Werke antiker Autorinnen und Autoren wie Galen und Hippokrates gelesen und sich viel theoretisches Wissen angeeignet. Ihre praktische Erfahrung war hingegen oft gering, da das Studium kaum klinische Praxis beinhaltete. Trotzdem genossen sie in der Regel hohes Ansehen bei Adel, Klerus und städtischen Eliten. Die ärztliche Praxis und die Medizingeschichte der Frühen Neuzeit sind Forschungsschwerpunkte von Professor Sabine Schlegelmilch. Nach dem Referendariat am Gymnasium ist sie 2009 an das Institut für Geschichte der Medizin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ­gekommen. Seit dem 1. Oktober 2025 leitet sie es. In Zukunft möchte Schlegelmilch den Fokus der Forschung am Institut neu ausrichten – weg von den akademisch ausgebildeten Ärzten, hin zu den handwerklich organisierten Berufen, zu denen neben Badern und Chirurgen beispielsweise auch Hebammen und kräutersammelnde Frauen zählen. „In diesem Bereich ist noch wenig geforscht worden, obwohl deren Tätigkeit den medizinischen Alltag in der frühen Neuzeit bestimmte“, sagt sie. Außerdem passe dies gut zu den neuen Studienangeboten der Medizinischen Fakultät: dem Studium der Hebammen- und der Pflegewissenschaft, für die Schlegelmilch auch Lehrveranstaltungen anbietet. <i></i></p>
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		<title>Teenager erfinden Salz-Kühlschrank </title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/teenager-erfinden-salz-kuehlschrank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 06:03:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei Teenager aus der indischen Millionenstadt Indore haben einen Mini-Kühlschrank entwickelt, der keinen Strom braucht. Das Gerät kühlt mit Hilfe von Salzen. Thermavault heißt die Erfindung der drei Jungs Dhruv Chaudhary, Mithran Ladhania und Mridul Jain, die herausgefunden haben, dass Salze in der Lage sind zu kühlen, indem sie beim Auflösen Wärme aus ihrer Umgebung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Teenager aus der indischen Millionenstadt Indore haben einen Mini-Kühlschrank entwickelt, der keinen Strom braucht. Das Gerät kühlt mit Hilfe von Salzen. Thermavault heißt die Erfindung der drei Jungs Dhruv Chaudhary, Mithran Ladhania und Mridul Jain, die herausgefunden haben, dass Salze in der Lage sind zu kühlen, indem sie beim Auflösen Wärme aus ihrer Umgebung ziehen. Mit dieser Erkenntnis konnten sie beim Earth Prize 2025 punkten und einen mit 12.500 Dollar dotierten Preis holen. Mit diesem Geld wollen sie nun 200 salzbetriebene Mini-Kühlschränke bauen und sie in 120 Krankenhäusern in Indien testen. Die Eltern der drei erfinderischen Teenies arbeiten allesamt im Gesundheitsbereich. Während der Corona-Pandemie haben die drei daher täglich live mitbekommen, wie schwer es ist, Impfstoffe oder Spenderorgane und andere Transplantate in ländlichen Gegenden ohne Strom verfügbar zu halten. „Wir waren in der Lage, Impfstoffe zehn bis zwölf Stunden lang im Thermavault aufzubewahren“, sagt Dr. Pritesh Vyas, ein Chirurg, der die neue Technik in einem Krankenhaus in Indore bereits getestet hat.</p>
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		<title>Wie intelligent ist unser Gehirn?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/wie-intelligent-ist-unser-gehirn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Trost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 22:01:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Das menschliche Gehirn ist das zentrale Steuerungsorgan unseres Körpers. Es verarbeitet durch die Sinne aufgenommene Informationen und ermöglicht es unter anderem, Gedanken zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Wissen zu speichern. „Bei allem, was unser Gehirn imstande ist zu leisten, erscheint es fast paradox, wie wenig wir eigentlich über es selbst wissen“, betont Dr. Kirsten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das menschliche Gehirn ist das zentrale Steuerungsorgan unseres Körpers. Es verarbeitet durch die Sinne aufgenommene Informationen und ermöglicht es unter anderem, Gedanken zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Wissen zu speichern. „Bei allem, was unser Gehirn imstande ist zu leisten, erscheint es fast paradox, wie wenig wir eigentlich über es selbst wissen“, betont Dr. Kirsten Hilger, Leiterin der Arbeitsgruppe „Networks of Behaviour and Cognition“ am Lehrstuhl für Psychologie I der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Forscherin und ihr Team haben jüngst eine Studie angestoßen, um die grundlegenden Abläufe im Gehirn noch besser zu verstehen. Das Team unterschied drei Arten von Intelligenz: fluide Intelligenz, also die Fähigkeit, logische Probleme zu lösen, Muster zu erkennen und neue Informationen zu verarbeiten, unabhängig vom vorhandenen Wissen oder von erlernten Fähigkeiten. Dann die kristalline Intelligenz, die Wissen und Fähigkeiten fasst, die eine Person im Laufe ihres Lebens erwirbt. Dazu gehören allgemeines Wissen, Erfahrungen und etwa das Verständnis von Sprache und Konzepten. Sie entsteht durch Bildung und Erfahrung. Zusammen bilden sie Nummer drei, die allgemeine Intelligenz. Die Ergebnisse der Studie lassen annehmen, dass es noch mehr Aspekte von Intelligenz gibt als bislang angenommen, die darauf warten, verstanden zu werden.</p>
<p><i>Quelle: https://academic..oup.com/pnasnexus/article/3/12/pgae519/7915712</i></p>
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		<title>Quitt mit der Quitte?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/quitt-mit-der-quitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 06:56:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[„Carpaccio von der Quitte mit Ziegenkäse“ &#8230; mhmm lecker! Vom Quittensaft über Quittengelee bis hin zum Quittenbrot – alles richtig gut! Die Quitte soll aber auch als Hausmittel gegen verschiedenste Krankheiten verwendet worden sein. Das bestätigt Tobias Niedenthal von der Würzburger Forschergruppe Klostermedizin. „Die Quittenäpfel sind dem Magen wohlbekömmlich, gebraten werden sie milder, denen dienlich, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Carpaccio von der Quitte mit Ziegenkäse“ &#8230; mhmm lecker! Vom Quittensaft über Quittengelee bis hin zum Quittenbrot – alles richtig gut! Die Quitte soll aber auch als Hausmittel gegen verschiedenste Krankheiten verwendet worden sein. Das bestätigt Tobias Niedenthal von der Würzburger Forschergruppe Klostermedizin. „Die Quittenäpfel sind dem Magen wohlbekömmlich, gebraten werden sie milder, denen dienlich, die an Magen, Dysenterie (Darmentzündung), Blutspeien und Cholera leiden, vorzüglich aber roh.“ So steht es in der Arzneimittellehre des antiken Arztes Dioskurides. Wobei die Medizin die Quitte noch sehr viel länger auf dem Zettel hatte. Schon die Hippokratiker vor fast 2.500 Jahren setzten sie ein. „Aus den frisch zerstoßenen Früchten und Wasser wurde ein Trank bereitet, der bei Durchfall während hitziger Fieber gereicht wurde“, so Niedenthal. Plinius der Ältere, der sich vor allem durch die Naturalis historia, ein enzyklopädisches Werk zur Naturkunde, einen Namen machte, soll die Quitte im 1. Jahrhundert gegen 21 Leiden eingesetzt haben. In einigen pharmazeutischen Abschnitten seiner Bücher empfahl er Quitten als Hilfskraft begleitend zu anderen Mitteln: „Er zieht auch die Früchte und deren Geruch heran, um andere Pflanzen zu beschreiben, was darauf hindeutet, dass Quitten geläufige Früchte waren.“</p>
<p>Der persische Arzt Ibn Sina, besser bekannt als Avicenna, erwähnt die Früchte ebenfalls. Im „Liber aggregatus in medicinis simplicibus“ aus dem 11. Jahrhundert heißt es von den Quittenkernen: „&#8230; und der Schleim ihrer Kerne erweicht zusammen mit Zucker die Luftröhre und befeuchtet ihre Trockenheit.“ Ein Loblied auf die Quitte singt zu Beginn der Neuzeit der Mediziner Leonhart Fuchs. 1543 schrieb er: „Kütten seind dem magen dienstlich. Die rowen Kütten seind gut zu dem bauchfluß/denen so die roten rhur haben/und blut speien.“ Die Universalgelehrte Hildegard von Bingen empfahl „Gichtbrüchigen“, Quitte häufig zu essen. Heute allerdings wird zur Vorsicht beim Quittenverzehr geraten. „Grundsätzliches Problem sind die Vorstufen von Blausäure, die sich insbesondere in den Samen finden“, so Niedenthal. Wobei die Samen auf Basis von Angaben im Deutschen Arzneibuch noch bis in die 1960er-Jahre hinein als Hilfsmittel zur Herstellung von Suspensionen und Cremes verwendet wurden. Laut „Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe”, 1875 erstmals erschienen, wurden Quittensamen in Indien gegen Halsentzündung, Fieber und Ruhr eingesetzt. In dem Nachschlagwerk heißt es allerdings auch, dass die Anwendung nicht näher untersucht sei. Auch auf die Früchte der Quitte gehen die Autoren des „Hager“ ein. Wörtlich heißt es: „Die frischen Quittenfrüchte in Form des Kompottes für Hals-, Magen- und Lungenkranke. Die Abkochung der frischen oder getrockneten Früchte gegen Durchfall und Blutspeien, außerdem gegen Fluor albus (weißlicher Ausfluss) und mangelnde Menstruation. In Indien werden die Früchte bei Herzschwäche und Atemwegserkrankungen verwendet. Nähere Untersuchungen zu den angegebenen Anwendungsgebieten liegen nicht vor.” Im Großen Lehrbuch von Gerhard Madaus von 1938 findet sich die Quitte nicht mehr.</p>
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		<title>Lebenserwartung: 140 Jahre?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/lebenserwartung-140-jahre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 06:53:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Übersichtsarbeit israelischer Forscherinnen und Forscher1 legt nahe, dass die Menschen in Zukunft 140 Jahre alt werden könnten. Die älteste Person der Welt ist bisher eine Französin, die ihren 122. Geburtstag feiern konnte. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen sei aufgrund besserer Hygiene, mehr Impfungen, wirksameren Medikamenten sowie bewussterer Ernährung deutlich angestiegen. An und für sich [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Übersichtsarbeit israelischer Forscherinnen und Forscher<sup>1</sup> legt nahe, dass die Menschen in Zukunft 140 Jahre alt werden könnten. Die älteste Person der Welt ist bisher eine Französin, die ihren 122. Geburtstag feiern konnte. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen sei aufgrund besserer Hygiene, mehr Impfungen, wirksameren Medikamenten sowie bewussterer Ernährung deutlich angestiegen. An und für sich positive Nachrichten, wäre da nicht die aktuelle Studie von Mitarbeitenden des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung<sup>2</sup>, die Deutschland als Schlusslicht bei der Lebenserwartung ausweist. Der Rückstand Deutschlands bei der durchschnittlichen Lebenserwartung gegenüber den westeuropäischen Nachbarn betrug im Jahr 2000 rund 0,7 Jahre. 2022 hat sich dieser Abstand nochmals auf 1,7 Jahre vergrößert. Als Gründe führt die Studie eine auffallend hohe Morbidität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, komplexe chirurgische Behandlungen und übermäßige Krankenhausaufenthaltsraten an. Darüber hinaus fiel den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein hoher Prozentsatz von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, welche Krankenhäuser erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien und mit Multimorbidität erreichten. Das deute vor allem auf Versäumnisse in der Prävention und der Früherkennung hin, so die Studie.</p>
<p><i>Quellen: 1Journal of Gerontology: doi: 10.1093/gerona/glx219), 2Bundesgesundheitsblatt 67:<span class="Apple-converted-space">  </span>doi.org/10.1007/s00103-024-03867-9</i></p>
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		<title>Phagen als neue Hoffnung?</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/phagen-als-neue-hoffnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 06:46:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund 1.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Mikroorganismen befassen, tauschten sich vom 2. bis 5. Juni in Würzburg über Bakterien und Bakteriophagen, Viren und Pilze aus. Organisiert wurde die Tagung mit 30 internationalen Sprecherinnen und Sprechern von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie. Unter anderem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rund 1.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Mikroorganismen befassen, tauschten sich vom 2. bis 5. Juni in Würzburg über Bakterien und Bakteriophagen, Viren und Pilze aus. Organisiert wurde die Tagung mit 30 internationalen Sprecherinnen und Sprechern von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie. Unter anderem ging es um Bakteriophagen als Alternative zur medikamentösen Antibiotika-Behandlung. Bakteriophagen, oder kurz „Phagen“, sind Viren, die Bakterien infizieren. Laut Professor Cynthia Sharma, Leiterin des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie II an der Uni Würzburg, sind sie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell interessant als mögliche neue antimikrobielle Therapie: „Zum Beispiel bei Infektionen mit multiresistenten Keimen, die auf keine Antibiotikatherapie ansprechen.” Neue Therapieansätze für Infektionskrankheiten zu finden, werde nach ihren Worten wegen zunehmender Antibiotikaresistenzen immer wichtiger. Zur Philosophie der Tagung gehörte es, Mikroorganismen nicht für sich allein zu betrachten, sondern sie in Gesamtzusammenhänge einzubetten. So wurde die Frage erörtert, wie der Klimawandel Mikroorganismen beeinflussen kann. Durch die Erderwärmung könnte es möglich werden, dass sich Mikroorganismen, die normalerweise nicht bei 37 Grad überleben, an die Körpertemperatur des Menschen anpassen. Vor diesem Hintergrund geht es nicht mehr länger nur um die Frage, wie Mikroorganismen Krankheiten verursachen. Sondern auch, unter welchen Umständen sie dies tun. „Wir wollten auch nicht nur über die Biologie von Bakteriophagen sprechen, sondern Erfahrungen darüber austauschen”, so Sharma. Erörtert wurde, wie zukünftig Phagen effizienter zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden könnten. Um dies zu erreichen, sei ein besseres Verständnis der Interaktion von Bakterien und Phagen erforderlich, erläuterte die Sprecherin des Zentrums für Infektionsforschung an der Uni Würzburg. Es ist noch nicht lange her, dass das Immunsystem bei Bakterien entdeckt wurde. „In den letzten Jahren gab es eine regelrechte Revolution in der Phagenforschung”, so die Infektionsbiologin. Mit Infektionsforschung befasst sich in Würzburg auch Professor Oliver Kurzai. „Wir müssen mit neuen und mutierten Erregern rechnen, die unser Leben zum Teil dramatisch beeinflussen können“, warnte der Direktor des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg. Analysesoftware und künstliche Intelligenz könnten nach seinen Worten in der mikrobiologischen Diagnostik sehr hilfreich sein. „Wir analysieren heute komplette Genomsequenzen von Mikroorganismen, um Ausbrüche und Infektionsketten zu rekonstruieren”, ­erläuterte er. Bestimmte Algorithmen könnten in Zukunft diese Daten autark analysieren und frühzeitig vor Ausbruchsgeschehen warnen. Sorgen bereite Kurzai aktuell der neue Hefepilz candida auris, der sich gerade weltweit ausbreitet. Es stelle sich die Frage, was man machen könnte, um die Ausbreitung früh zu erkennen und möglichst zu verhindern. Gerade auch hier ist für den Wissenschaftler der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) denkbar. KI und Digitalisierung können laut dem Professor außerdem helfen, Forschungsdaten schneller und besser zu analysieren. Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer<span class="Apple-converted-space">  </span>diskutierten vor diesem Hintergrund Möglichkeiten und Grenzen von KI-Verfahren. Auch über die oft langandauernden Folgewirkungen nach Covid-19, einer Sepsis oder einer RSV-Infektion wie zum Beispiel Fatigue als verbreitetes Symptom von Long-Covid wurde diskutiert. Wie es zu den Folgewirkungen kommt, verstehe die Wissenschaft noch nicht ganz, so Oliver Kurzai. Deshalb müsse weiterhin in Forschung investiert werden. Dies soll in einem neuen „Bayerischen Netzwerk Infektionsprävention“ geschehen: „Infektionsfolgeerkrankungen werden hier eine wichtige Rolle spielen.“ Das Zentrum soll von Würzburg aus koordiniert werden. <i></i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Inspiriert vom isländischen Kabeljau</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/inspiriert-vom-islaendischen-kabeljau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 09:25:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Hazem Al-Shobash, Chirurg in Höchberg bei Würzburg, konnte an zahlreichen Orten dieser Welt ärztliche Erfahrung sammeln: In Würzburg, Berlin, Bielefeld, Bristol, Philadelphia und Boston. Er lernte viele verschiedene Operationstechniken kennen. Und er kam mit ganz unterschiedlichen Geräten im Operationssaal in Kontakt. Dabei fiel ihm eines auf: Nicht wenige medizinische Techniken und nicht wenige medizinische [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Hazem Al-Shobash, Chirurg in Höchberg bei Würzburg, konnte an zahlreichen Orten dieser Welt ärztliche Erfahrung sammeln: In Würzburg, Berlin, Bielefeld, Bristol, Philadelphia und Boston. Er lernte viele verschiedene Operationstechniken kennen. Und er kam mit ganz unterschiedlichen Geräten im Operationssaal in Kontakt. Dabei fiel ihm eines auf: Nicht wenige medizinische Techniken und nicht wenige medizinische Geräte sind von der Natur abgeschaut. „Bionik“ nennt sich dies im Fachjargon. Der Begriff ist eine Zusammenschmelzung der Begriffe „Biologie“ und „Technik“. Zum biologischen Vorbild können Pflanzen, Tiere, der Mensch, aber auch Proteine oder Aminosäuren werden. „Es gibt zum Beispiel bionische Prothesen als Handersatz“, sagt Dr. Al-Shobash, der 2014 an der Universität Würzburg zum Thema „Myokardinfarkt“ promovierte. Solche Prothesen werden zum Beispiel seit vielen Jahren von Dr. Stefan Schulz aus Karlsruhe entwickelt. In diesem Fall ist das Naturvorbild der Mensch selbst. Beziehungsweise: die menschliche Hand. Die von Schulz entwickelte Prothese hat Finger, die sich seitlich elastisch bewegen lassen. 2017 stellte der Experte für Bionik und Medizintechnik seine Entwicklung beim dritten Bionik-Kongress in Mannheim vor. „Von der Natur inspiriert ist auch Fischhautersatz, der bei Verbrennungen oder Wunden zum Einsatz kommen kann“, erläutert Al-Shobash. Dazu muss man wissen, dass es chirurgisch eine große Herausforderung darstellt, chronische Wunden zum Abheilen zu bringen. Das betrifft vor allem Diabetiker. Weil hier oftmals Nervenstörungen auftreten, die die Heilung bremsen. Hier könne eine Wundauflage mit präparierter Haut vom isländischen Kabeljau helfen, so Dr. Al-Shobash. Die Matrix aus Fischhaut werde dafür von einer isländischen Firma in Speziallaboren hergestellt. Bionisch interessant ist auch der mexikanische Schwanzlurch Axolotl, sagt Hazem Al-Shobash: „Und zwar aufgrund seiner besonderen regenerativen Fähigkeiten.“ Axolotl sind in der Lage, amputierte Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Hirns vollständig zu regenerieren. Bei den Regeneraten handele es sich strukturell und funktionell um vollständig intakte Organe. Dem Chirurgen zufolge dient der Axolotl in der Forschung als Modellorganismus zur Regeneration von Defektwunden nach Trauma oder Krebs. Mit Bionik befasst sich in Würzburg auch Medizintechniker Rolf Siegel – und das seit vielen Jahren. „Ich befasse mich mit den chemisch-physikalischen Eigenschaften von Oberflächen“, informiert der Erfinder. „bionic surfaces“ nennt sich sein Unternehmen. Es ist spezialisiert auf die Modifizierung von Kunststoffoberflächen. Bereits vor 20 Jahren gewann Siegel zusammen mit Mitarbeiter:innen der Chirurgischen Klinik am Uniklinikum Würzburg einen Preis für eine neuartige Kunststoffprothese. Während der Corona-Krise machte er mit Ideen für eine antivirale Schutzkleidung auf sich aufmerksam. Dabei verwendete er die Aminosäure Arginin. Konkret wurden Vliesstoffe, wie sie für Masken verwendet werden, mit der basischen Aminosäure Arginin beschichtet. Dadurch reduzierte sich die Infektiosität von SARS-CoV-2 um mehr als fünf Größenordnungen. Dies stellten Mitarbeiter des Instituts für Virologie der Uni Würzburg bei Untersuchungen fest.</p>
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		<title>Weshalb es Moulagen gibt</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/weshalb-es-moulagen-gibt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 15:56:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Einmal im Vierteljahr erfahren Interessierte bei der „Abendsprechstunde“,was Forscher, die sich mit der Medizinhistorischen Sammlung der Uni Würzburg befassen, herausgefunden haben. “Ich bringe immer einige Objekte mit und erzähle etwas über deren Geschichte”, so die Medizinhistorikerin Sabine Schlegelmilch. Am 24. April um 19 Uhr wird sie medizinische Moulagen vorstellen. “ Das sind Wachsabformungen von Patienten”, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal im Vierteljahr erfahren Interessierte bei der „Abendsprechstunde“,was Forscher, die sich mit der Medizinhistorischen Sammlung der Uni Würzburg befassen, herausgefunden haben. “Ich bringe immer einige Objekte mit und erzähle etwas über deren Geschichte”, so die Medizinhistorikerin Sabine Schlegelmilch. Am 24. April um 19 Uhr wird sie medizinische Moulagen vorstellen. “ Das sind Wachsabformungen von Patienten”, erklärt Dr. Schlegelmilch. Die Würzburger Hautklinik habe hierzu eine große, wichtige Lehrsammlung. An einigen Objekten wird Schlegelmilch den Herstellungsprozess der Moulagen erläutern: “Und warum es die überhaupt gibt.” Alle, die interessiert sind, seien willkommen. Der Hörsaal des BRK befindet sich in der Zeppelinstraße. Veranstaltet wird die „Abendsprechstunde“ vom 2022 gegründeten Förderverein “Medizinhistorische Sammlungen Würzburg”. Weitere Termine für die zweite Jahreshälfte stehen laut Dr. Schlegelmilch noch nicht fest, da die Raumbelegung beim BRK nicht langfristig geplant werden kann. „Es gibt auch keine langfristig festgelegten Themen, da es um Neugier und Überraschung gehen soll“, so die Medizinhistorikerin.</p>
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		<title>Antisemitismus – Ausgrenzung – Aufarbeitung</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/antisemitismus-ausgrenzung-aufarbeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 16:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rolle der Ärzt:innen im Nationalsozialismus war keine rühmliche. Sie schwiegen nicht nur und sahen weg, sondern wirkten aktiv mit an der systematischen Ermordung. Die Ärzt:innenschaft habe mit der Aufarbeitung dieser Vergangenheit erst begonnen, sagt der Mediziner und Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, Jahrgang 1954. Das Thema beschäftigt ihn vor allem auch [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15916" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-15916" class="size-medium wp-image-15916" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie-300x200.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie-1024x682.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie-1536x1024.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie-218x145.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Rede-Gedenkfeier-Dachau-2015-Christian-Rudnik-Kopie.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-15916" class="wp-caption-text">©Marco Limberg</p></div>
<p>Die Rolle der Ärzt:innen im Nationalsozialismus war keine rühmliche. Sie schwiegen nicht nur und sahen weg, sondern wirkten aktiv mit an der systematischen Ermordung. Die Ärzt:innenschaft habe mit der Aufarbeitung dieser Vergangenheit erst begonnen, sagt der Mediziner und Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, Jahrgang 1954. Das Thema beschäftigt ihn vor allem auch deshalb, weil er bis 2020 selbst eine Internistische Praxis in der Würzburger Innenstadt hatte, 32 Jahre lang unter eigenem Namen. Die ersten sechs Jahre an der Spitze des Zentralrats der Juden praktizierte er noch an durchschnittlich vier Tagen pro Woche. Doch wo steht seine Berufszunft in Sachen Geschichtsaufarbeitung?<span class="Apple-converted-space">  </span>Beim 92. Deutschen Ärztetag 1989 in Berlin hielt Medizinhistoriker Professor Dr. Richard Toellner ein viel beachtetes Referat über „Ärzte im Dritten Reich“. 1996, beim 99. Deutschen Ärztetag, ging es um die Verstrickungen der Ärzt:innenschaft in nationalsozialistische Verbrechen. Weitere Initiativen wie die so genannte „Nürnberger Erklärung“ oder auch eine Ausstellung folgten. Der Aufarbeitungsprozess sei aber längst nicht abgeschlossen, sagt Schuster, und betont: „Selbst nach einer umfassenden Aufarbeitung bleibt es wichtig, immer wieder auf das Thema hinzuweisen, es muss immer wieder auf die Tagesordnung.“ Es gehe längst nicht nur um Antisemitismus, sondern auch um Fremdenfeindlichkeit, die Ausgrenzung von Minderheiten und Rassismus. „Das sind Themen, die uns alle angehen.“ Tatsächlich zeigen Umfragen, dass ein nicht unerheblicher Anteil unter Ärzt:innen mit der AfD sympathisiert, der Ärztenachrichtendienst kam 2017 auf 15 Prozent. Das könne er sich genauso wenig erklären wie die Tatsache, dass 15 Prozent der Gesamtbevölkerung im Moment die AfD wählen würden, sagt Schuster. Es zeige einfach, dass die Ärzt:innenschaft einen Querschnitt der Bevölkerung darstelle. Gleichzeitig irritiere es ihn in einem Berufsstand von Mediziner:innen, bei dem man ein gewisses Ethos und eine intellektuelle Begabung voraussetzt. „Ärzte tragen mit ihrer Rolle in der Gesellschaft eigentlich eine besondere Verantwortung, die in meinen Augen mit einem Engagement für oder in der AfD nicht vereinbar ist“, so Schuster wörtlich. Auch andere Themen liegen dem Unterfranken am Herzen, seit 2020 engagiert er sich als Mitglied im deutschen Ethikrat. Sehr aktuell geht es hier um Sterbehilfe, sprich assistierten Suizid. Medizinethische Fragen stellen sich auch mit Blick auf die Präimplantationsdiagnostik. Auch „Gesundheit und Datenschutz“ beschäftigen Dr. Josef Schuster: „Forschung kann sich durch einige datenschutzrechtliche Fragen nicht in vollem Maß entfalten. Datenschutz ist schön und gut, aber alles mit Maß und Ziel.“<span class="Apple-converted-space">  </span>Zur Medizin kam der Unterfranke ein Stück weit durch Zufall. Als er am Röntgengymnasium Abitur machte, war dieses Versuchsschule für die sogenannte Kollegstufe. Dass er dadurch Fremdsprachen abwählen konnte, kam ihm gelegen &#8211; und seiner Abiturnote sehr zugute. Josef Schuster erzählt: „Dadurch hatte ich die Möglichkeit, mich um einen Medizinstudienplatz zu bewerben. Gleichzeitig machte ich ein Pflegepraktikum und sagte: Nur wenn mir dieses Spaß macht, studiere ich Medizin. Ansonsten mache ich Jura.“ Es wurde Medizin, die Berufswahl habe er nie bereut. Zwei Nächte pro Monat übernimmt er bis heute in Stadt und Landkreis Würzburg die Notarzt-Bereitschaft. „Die Notfallmedizin ist für mich immer ein bisschen medizinisches Hobby gewesen“, sagt der Arzt. Schon während des Studiums fuhr er Rettungsdienste beim Bayerischen Roten Kreuz und rückte dann später direkt in den Notarztdienst.</p>
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		<title>Gewebe aus dem 3D-Drucker</title>
		<link>https://www.lebenslinie-magazin.de/artikel/gewebe-aus-dem-3d-drucker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Rodegra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 16:55:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung & Geschichte]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15913" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-15913" class="size-medium wp-image-15913" src="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" srcset="https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-300x199.jpg 300w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-1024x678.jpg 1024w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-1536x1018.jpg 1536w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL-218x144.jpg 218w, https://www.lebenslinie-magazin.de/wp-content/uploads/2023/10/Tomasz_Juengst_UKW_KL.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-15913" class="wp-caption-text">©UKW/Kirstin Linkamp</p></div>
<p>Künstliche Gewebe haben das Potenzial, Tierversuche zu ersetzen. Sie werden vermutlich die Krebsforschung voranbringen. Und sie könnten künftig imstande sein, krankes oder zerstörtes Gewebe zu regenerieren. Solche Gewebe entstehen durch sogenannte Biofabrikation. „In der Biofabrikation versuchen wir, mithilfe automatisierter Prozesse wie dem 3D-Druck funktionale Gewebe herzustellen“, erklärt dazu Dr. Tomasz Jüngst, seit 2022 Juniorprofessor für Biodruckverfahren an der Uni Würzburg. Diese Gewebe sollen in Zukunft zum Beispiel für die Testung von Medikamenten oder patient:innenspezifischer Therapien eingesetzt werden können. „Vor allem im Bereich der Gewebemodelle, die nicht so komplex sind wie ganze Organe, die nur bestimmte Funktionen eines Gewebes nachahmen müssen, sehe ich in der Biofabrikation hohes Potenzial“, erläutert der Physiker. Bessere Gewebemodelle, bei denen patient:inneneigene Zellen verwendet werden, könnten nach seiner Einschätzung in Zukunft vermehrt für die Entwicklung neuer Therapiemethoden eingesetzt werden. „Biofabrizierte Hautmodelle stehen bereits in den Startlöchern“, so der Wissenschaftler. Da das Forschungsfeld sehr jung ist, werden Biofabrikate nach seinen Erkenntnissen bisher noch nicht klinisch angewendet. Vermutlich werde es aber nicht mehr lange dauern, bis biofabrizierte Gewebe wie Haut oder Knorpel für die Testung von Medikamenten zur Verfügung stehen. „Komplexe Organe wie Leber oder Herz wird es hingegen noch lange nicht als Biofabrikate geben“, vermutet der Experte für 3D-Drucktechnologien. Fraglich sei, ob dies jemals möglich sein wird. Beim 3D-Druck von künstlichen Geweben, die im menschlichen Körper verbleiben sollen, müssten zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden: „Zuallererst sollte das Biofabrikat vom Körper angenommen, nicht abgestoßen werden.“ Im Idealfall würde es vollständig in den Organismus integriert. „Außerdem sollte es möglichst auch den fortwährenden Erneuerungsprozess des menschlichen Körpers übernehmen“, so der Biofabrikationsforscher.<span class="Apple-converted-space">  </span>Bei größeren Organen müsse dann auch die Blutversorgung sichergestellt sein. Auch der Anschluss an das Kreislaufsystem, eine Verbindung mit dem Nervensystem sowie mit Systemen wie dem Lymphsystem müssten ermöglicht werden. Professor Jüngst: „Wir haben noch einige Aufgaben vor uns.“ Die in der Biofabrikation eingesetzten Materialien werden als „Biotinten“ oder „Biomaterialtinten“ klassifiziert. „Bei Biotinten müssen nach der aktuellen Definition Zellen im Material enthalten sein und im Druckprozess direkt eingesetzt werden“, erklärt Jüngst. Bei Biomaterialtinten würden die Konstrukte zunächst gefertigt und anschließend mit Zellen besiedelt: „Beide Materialklassen beinhalten synthetische aber auch natürliche Materialien.“ Es sei also möglich, Materialien von Grund auf im Labor neu zu gestalten und deren Funktion an die Anforderungen der Biofabrikation anzupassen: „Wir können aber auch Materialien für uns nutzen, die in der Natur vorkommen.“ Beispiele für synthetische Materialien seien die in der Pharmazie weit verbreiteten Polyethylenglycole oder bioabbaubare Polyester wie Polycaprolacton. Beispiele für natürliche Materialien seien Alginate, die auch in der Pharmazie und Lebensmittelindustrie weit verbreitet sind, sowie Kollagen tierischen Ursprungs, das auch im menschlichen Körper im Bindegewebe zu finden ist. <i></i><i></i></p>
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